Pünktlich um zwölf geht es los in Chur, die Schweizer Bahnen haben ja einen Ruf zu verlieren. Sechs Stunden dauert die Fahrt nach Zermatt, der Oberalppass mit 2033 m wird überquert und zum Schluß geht es hoch auf 1604 m. Um die steilen Anstiege zu überwinden, wird die Lok gewechselt und bis Zermatt auf Zahnradantrieb umgestellt. Mit einem Augenzwinkern bezeichnet sich der Glacier Express als der langsamste Schnellzug der Welt, für die 200 km sind sechs Stunden eher gemütlich.

Wir werden gut verpflegt, es gibt Gehacktes mit Hörnlinudeln und Risotto, dazu ein Gläschen Weißwein und zum Nachtisch Bündner Nusstorte und Schokoladenkuchen. Es wird nicht langweilig, die Rheinschlucht spektakulär mit den weißen Felsen wird gefolgt von lieblicher Berglandschaft, saftigen Weiden und im weiteren Verlauf Hochgebirge mit schroffen Felsen und letzten Schneeresten. Einmal dürfen wir kurz aussteigen und dann wird es richtig spannend: werden wir das Matterhorn bei unserer Ankunft in Zermatt sehen?


Ja, es zeigt sich, zwar nicht in voller Schönheit, aber erkennbar und wir sind zufrieden. Und wir werden diesen berühmten Berg die nächsten eineinhalb Tage nicht aus den Augen lassen, vielleicht sehen wir ihn ja auch noch komplett. Wir haben ein Zimmer mit Matterhornblick gebucht und können den Berg sogar vom Bett aus beobachten.

Die Wetterprognose für den heutigen Tag ist gut, also verlieren wir nach dem Frühstück keine Zeit und fahren mit der Gornergratbahn bis auf 3089 m Höhe. Näher kommen wir dem Matterhorn jetzt nicht mehr und wir warten immer noch auf den Augenblick, wo es sich mal komplett zeigt. Der Andrang hier oben hält sich in Grenzen, wir können in Ruhe filmen und fotografieren oder einfach nur die Aussicht genießen. Die Bahn hat verschiedene Stationen und auf der Rückfahrt steigen wir in Rotenboden aus, weil wir zum Riffelsee laufen wollen, um das Matterhorn doppelt zu sehen, denn hier spiegelt es sich im See, wenn es nicht zu windig ist. Und tatsächlich gelingen die Aufnahmen, der See ist zwar nicht spiegelglatt, aber man kann den Berg gut erkennen. Wir laufen dann weiter bis zur nächsten Bahnstation, den Riffelberg, und fahren von dort zurück in den Ort.







Der ganze Spaß hier ist nicht für umsonst zu haben, der Glacier Express kostet mehr als ein normaler Zug, der Ausflug zum Gornergrat kostet pro Person 145 Euro und ein Cappuccino auf dem Riffelberg kostet tatsächlich 10 Euro. Aber wir wussten ja, dass die Schweiz ein teures Pflaster ist, aber wenn es eine passende Gelegenheit für eine solche Reise gibt, dann ist es doch auf jeden Fall die Silberhochzeit. Wir hadern keineswegs, genießen die Schweizer Bergwelt und das gehobene Hotel- und Gastronomieangebot. Nach dem Motto: „Einmal im Leben“.























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































