Bergen die Regenreiche

Mit 240 Regentagen im Jahr ist Bergen die regenreichste Stadt in Europa. Für uns ist es der Endpunkt unserer Postschiffsreise. Wir nähern uns von See und können nicht einmal ein kleines Regenwölkchen erkennen. Das tolle Wetter begleitet uns bis zum Schluß der Reise.

Gefühlt haben wir auf den letzten Seemeilen den Winter hinter uns gelassen. Man kann jetzt sogar eine Runde auf Deck drehen, ohne sich vorher wetterfest zu verpacken. Ganz Mutige rücken sich schon einen Deckstuhl in die Sonne, Augen zu und vom Frühling träumen. Der Schnee ist beinahe völlig verschwunden, Reste auf den höheren Bergen glänzen in der Sonne. Vor unseren Augen zieht eine leicht hügelige Schärenlandschaft vorüber. Viele kleine Inseln, manchmal stehen Häuser darauf, für Leute, die nicht so oft Besuch haben wollen. Oder für solche, die ein Buch schreiben wollen. Oder beides.

Dann geht alles ganz schnell, Deck für Deck verlassen alle Passagiere das Schiff und ab jetzt wird nur noch geschwankt, wenn es Alkohol gibt. Wir haben eine Übernachtung in Bergen geplant, um uns die zweitgrößte Stadt Norwegens anzuschauen. Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick und fahren mit der Standseilbahn auf den Fløyen, das ist der Hausberg von Bergen. Dann noch ins historische Bryggen-Viertel mit den schönen alten Holzhäusern. Den Abschiedsabend verbringen wir in einer Sportsbar, um Bayern München beim Ausscheiden aus der Champions League zuzuschauen.

Und jetzt das Fazit der Reise: wir können die Hurtigruten auf der Wintertour uneingeschränkt empfehlen. Die Polarlys ist ein gemütliches Schiff mit viel Raum für Ruhe und Entspannung. Bei knapp 400 Passagieren sind Landgänge problemlos und ohne Massenbetrieb möglich. Das Essen an Bord hat unsere Erwartungen übertroffen, es ist schmackhaft und abwechslungsreich und dazu noch nachhaltig. Aber unübertroffen ist das Erlebnis der Winterlandschaft Nordnorwegens. Das ist außergewöhnlich, vor allem auch, weil die Route nah an der Küste verläuft und beim Anlaufen der vielen Häfen geht es durch Sunde hindurch mitten hinein in die Fjorde. Das Licht  ändert sich  rasch durch schräg einfallende Sonnenstrahlen im arktischen Winter. Man könnte ständig draußen stehen und staunen, wenn es nicht so kalt wäre. Aber das ist ja das Schöne an der Schiffsreise: man kann sich jederzeit aufwärmen und dann wieder raus! Und um noch einen  draufzusetzen: wir haben dreimal tolles Nordlicht erlebt, kurz und gut: es blieb kein Wunsch offen.

Ich bedanke mich bei euch allen, dass ihr uns wieder begleitetet habt auf unserer Reise, über eure Kommentare habe ich mich sehr gefreut. Bis zum nächsten Mal!

Eure Isa

Erster Rundgang am Morgen, ich kann es gar nicht fassen, dass wir schon wieder so schönes Wetter haben.

 

Der Winter schwächelt, es gibt nur noch Puderzuckerschnee

 

Unser schnuckeliges Schiff fährt mit Marinediesel, nicht mit Schweröl. Die meisten Schiffe werden aber in den nächsten Jahren auf Gashybrid Motoren umgestellt.

 

Wir haben wieder Land unter den Füßen und müssen uns jetzt den Seemannsgang abgewöhnen. Hier seht ihr das historische Bryggen-Viertel von Bergen.

 

Hier könnt ihr euer Augenlicht testen: unser Schiff liegt links!

 

Kaufmannshäuser aus der Hansezeit

 

Zwischen den Häusern bleibt nur wenig Platz zum Durchgehen

 

 

 

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Trondheim sonnig

Kaum hatte ich gestern Abend den Blog abgesetzt, da kam schon die Durchsage, daß Nordlicht an der Backbordseite zu sehen sei. Natürlich habe ich mir sofort den bereitliegenden Fotoapparat und das Stativ geschnappt, dicke Jacke an und nix wie raus aufs zugige Deck. Kein Nordlicht gleicht dem anderen und diesmal  breitete es sich halbkreisförmig  über den gesamten Horizont aus. Ich deutete es schon an: es war bitterkalt, der Fahrtwind bläst kräftig, da bekommt man sofort klamme Finger. Gut, daß ich an den Fernauslöser gedacht hatte, da konnte ich die Hände beim Auslösen in den Taschen aufwärmen. Nordlicht sehen bedeutet naturgemäß klarer Himmel und der Sternenhimmel ist durchaus sehenswert, den sollte man vor lauter Nordlicht nicht vergessen.

Landgang heute morgen in Trondheim, ein Déjà-vu  sozusagen, aber heute hat jemand die Sonne angeschaltet, da gab es wieder tolle Motive für die Camera. Hier hätten wir gern etwas mehr Zeit gehabt, aber das Schiff legte bereits um 10 Uhr wieder ab. Es ist also wieder Entspannung im Panorama Salon angesagt, und wir müssen uns langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass unsere Reise morgen in Bergen zu Ende geht.

Für dieses Schauspiel verlasse ich gern das kuschelig warme Bett

 

Das Bahnhofsgebäude von Trondheim

 

Der Winter hat die Stadt noch fest im Griff

 

Es gibt noch richtig viele von den alten Holzhäusern

 

Fahrradfahrern geht hier auch im Schnee

 

Blasse Wintersonne

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Gen Süden

Gerade haben wir den Polarkreis überquert, das wird an Bord natürlich gebührend gefeiert. König Neptun höchst persönlich kommt und kippt den Passagieren eine Schippe Eiswürfel in den Nacken. Diese Art von Mutprobe brauche ich nicht, ich muß meinen Mut niemanden beweisen. Nur so viel: ich stand an der Reling und fotografierte die schön in der Sonne glänzende Weltkugel als plötzlich und völlig unerwartet das Signalhorn unseres Schiffes ertönte, da bin ich so erschrocken, dass mir beinahe der Fotoapparat aus der Hand gefallen wäre.

Bei strahlendem Sonnenschein bewegt sich unser Postschiff langsam aber stetig nach Süden, die Arktis liegt hinter uns und wir erfreuen uns an der mittelnorwegischen Küstenlandschaft. Sie ist nicht mehr so tief verschneit, aber immer noch mehr Schnee, als wir in den letzten Jahren zusammengerechnet bei uns gesehen haben. Also dösen wir so vor uns hin, als eine Durchsage uns plötzlich wachrüttelt: es seien Grindwale backbord gesichtet worden, heißt es. Da springen wir natürlich auf und richten unsere Cameras aufs Meer und tatsächlich sehen wir sie. Es sind ziemlich viele, die sich hier tummeln. Grindwale sieht man häufig in großen Gruppen, sie werden zur Familie der Delphine gerechnet.

Und dann kommt auch noch der Felsen mit dem Loch in der Mitte, also man hat an Bord immer etwas zu tun. Langeweile gibt es eigentlich nicht. Denn mit der Camera bewaffnet eine Runde ums Schiff zu drehen bringt eigentlich immer eine gute Ausbeute.

Selbst wenn man dann zur wohlverdienten Ruhe im Bett liegt, gibt es immer noch die Möglichkeit des Weckrufes, wenn Nordlicht gesichtet wird. Deshalb steht die Camera immer schußbereit auf dem Stativ, mal sehen, was diese Nacht noch bringt.

Egal wann man sich an Deck aufhält, ein lohnendes Fotomotiv gibt es fast immer

 

Auch auf dem Rückweg passieren wir noch einmal den Polarkreis

 

Und dann kommen plötzlich Grindwale vorbei

 

Kurzer Landgang in Brønnøysund

 

Der Torghatten Felsen mit dem Loch in der Mitte

 

Ihr habt es nicht gesehen? Hier nochmal in groß

 

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Kaiserwetter zum Landausflug

Das Wetter ändert sich hier beinahe so schnell wie die Jahreszeiten, wenn man den Worten unseres Reiseführers glaubt. Scherzhaft sagt der Norweger, wenn du aufs Klo gehst, ist Frühling und wenn du fertig bist, ist er vorbei. Wir lassen uns gern jeden Tag überraschen, wenn wir den ersten Blick nach draußen wagen. Besser hätte es heute nicht sein können. Wir haben eine Panoramafahrt mit dem Bus gebucht. Dazu verlassen wir unser Schiff in Harstadt und steigen in Sortland wieder zu. Es ist schön, mal die Perspektive zu wechseln und die Wintermärchenlandschaft an Land zu erleben. Der Schnee kam verhältnismäßig spät in diesem Jahr, erst Mitte Januar, und vor einer guten Woche stiegen die Temperaturen und es regnete sogar. Aber danach kam noch einmal gut ein Meter Schnee und deshalb ist jetzt alles so tief verschneit.

Am Nachmittag, wieder auf dem Schiff, kommen die Berge sehr nahe und unser Kapitän fädelt das Schiff in Zentimeterarbeit durch den engen  Raftfjord. Da ist unser Lieblingsplatz natürlich im Panorama Salon mit Rundumsicht.

Sonnenaufgang – der Tag beginnt

 

Bestes Fotolicht

 

Die letzten Wolken, die wir heute sehen

 

Fester Boden unter den Füßen, aber manchmal etwas glatt

 

Zu viele Motive, die Auswahl fällt schwer

 

Ein Rentier am Wegesrand

 

Überzeugt von Norwegen im Winter?

 

Blau weiß einmal nicht bajuwarisch

 

Eine Begenung der besonderen Art, wir stehen auf einer Brücke und unser Schiff fährt unter uns durch

 

Und alle winken – aber wir kommen doch gleich wieder!

 

 

 

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Schnee satt

Der Tag beginnt mit heftigem Schneetreiben, aber wir sitzen ja warm und trocken. Da bleibt Zeit, mal wieder die Speisekarte ausgiebig zu studieren. Über Schnee kann ich nicht so viel schreiben, daher zitiere ich aus der Speisekarte. Und das soll kein Lückenbüßer sein, sondern ich finde das Verpflegungskonzept wirklich toll und ich versichere euch, es schmeckt alles ganz hervorragend.

Das Motto des heutigen Tages lautet „Das Licht aus dem Norden“, damit ist das Nordlicht gemeint. Und es wird auch gleich eine Erklärung geliefert, die so einfach wie einleuchtend ist: Nordlichter entstehen aus Sonnenwinden, die mit den Erdmagnetfeldern kollidieren. Hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können.

Doch nun zu den Speisen. Als Vorspeise gibt es Bottarga-Risotto. Ich zitiere: „Jedes Jahr schwimmt der nordatlantische Kabeljau, genannt Skrei, in den sauberen, klaren Gewässern der arktischen Küste Norwegens, um dort zu laichen. Der handverlesene Rogen aus diesem Skrei wird gesalzen und im kalten Winter draußen auf traditionellen Trockengestellen aufgehängt, wodurch der langsame Trocknungsprozess initiiert wird, der den Rogen so schonend  und behutsam reifen lässt. Nach einer  Trocknungszeit von 10 bis 15 Wochen wird der Rogen abgenommen, kontrolliert und als Bottarga Borealis verpackt, der mit seinem intensiven Umami-Aroma für einen überraschend anderen Meeresgeschmack sorgt“. Da freut man sich doch den ganzen Tag lang aufs Abendessen. Es gibt dann übrigens noch Rind aus Trøndelang und als Nachtisch Schokoladenkuchen mit handverlesenem Löwenzahnsirup.

Aber einen Hafen haben wir doch noch angelaufen, wo der Aufenthalt für einen Landgang gereicht hat: Hammerfest. Das haben wir früher alle in der Schule gelernt, von wegen nördlichste Stadt, und heute erkunden wir sie bei dichtem Schneetreiben. Aber wir sind mit unserem Klamotten gut gerüstet und ich finde Schnee im Winter schön, im Gegensatz zu Regen im Sommer. Mir gefällt auch das Geräusch, wenn man durch frischen Tiefschnee stapft. Mit Sehenswürdigkeiten geizt die Stadt, aber wir hatten ja ohnehin nur eine gute Stunde Zeit.

Dann suchen wir uns einen gemütlichen Platz im Panoramasalon und lassen den Nachmittag an uns vorüberziehen. Und nach dem Dessert wird noch ein Nordlicht serviert. Wir haben wirklich Glück auf unserer Tour.

Wintersonne

 

Der Winter hat Hammerfest in seiner eisigen Hand

 

Die Form der Kirche ist den Gestellen für Stockfisch nachempfunden

 

Schnell wieder an Bord bei dem Wetter

 

Pünktlich zum Sonnenuntergang reißt der Himmel auf

 

Das Grüne ist das Nordlicht, die Orangefärbung ist Umgebungslicht

 

 

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Arktische Vergnügungen

Soweit nördlich war noch nie, wir sind eingetaucht in die Welt der Arktis mit ihren Naturwundern und Wetterphänomenen. Bei Arktis denkt man an Grönland oder Spitzbergen, aber der äußerste Norden Norwegens gehört auch dazu. Normalerweise wäre der Seeweg auf dem 71. Breitengrad auch nicht mehr eisfrei, aber das haben wir dem Golfstrom zu verdanken, der dafür sorgt, daß die Küste und damit alle Häfen Norwegens im Winter eisfrei bleiben. Wir haben heute aber doch Eis gesehen, unser Schiff musste sich den Weg in den Varangerfjord freibrechen, denn so weit reicht der Golfstrom nicht. Und die Außentemperatur beträgt minus 15 Grad! Am Ende des Fjords liegt Kirkenes, hier ist der Wendepunkt unserer Reise, ab jetzt geht es südwärts.

In Kirkenes haben wir einen Ausflug zu den Schlittenhunden gebucht. Erster Programmpunkt war die Besichtigung eines Schneehotels, aber beim Betrachten der Eisbetten kam doch nicht so richtig Wohlfühlatmosphäre auf. Auch wenn man auf Eisbärfellen liegt und die besten Schlafsäcke bekommt, ist es doch nicht Jedermanns Sache, bei minus 4 Grad zu nächtigen. Den Schlaftrunk gibt es an der Eisbar.

Endlich können wir zu den Huskies, die zerren schon ganz ungeduldig an den Leinen. Diese Hunde wollen unbedingt Auslauf und ziehen dabei gerne noch einen Schlitten hinter sich her. Das können sie hier unentwegt tun, denn Touristen bringen nicht nur die Hurtigruten her, sondern auch Hotels, die Übernachtungsgästen ein abwechslungsreiches Winterprogramm bieten. Ich sagte es ja schon, minus 15 Grad, da muß man sich warm anziehen, wenn man auf einen Schlitten will. Natürlich sind wir bestens ausgerüstet mit langärmliger Unterhose und Fellmütze, aber vorsorglich bekommen wir noch Overalls, die wir, wie der Name sagt, über alles obendrüber anziehen. Ich fühle mich wie ein Michelin-Männchen mit fünf Lagen dicker Kleidung. Auf dem Schlitten bin ich froh, es gibt keine Felldecken und der Fahrtwind schneidet ins Gesicht, das ist die einzige unbedeckte Stelle. Martin und ich sitzen hintereinander auf dem Hundeschlitten, hinter uns steht der Musher auf Kufen und kennt hoffentlich den Weg. Wir haben übrigens Glück mit dem Wetter, vor einer Woche hat es geregnet und der ganze Schnee war weg. Aber dann kam neuer angeschneit und so macht das Schlittenfahren natürlich Spaß. Zuerst dachte ich, die Fahrt könnte eigentlich etwas länger dauern, aber nach einer halben Stunde wird es doch langsam etwas schattig und die Zehenspitzen beginnen zu frieren. Der Musher schießt noch das Erinnerungsfoto und dann schnell zurück zum Schiff, das wir punktgenau zur Abfahrt erreichen.

Nachtragen möchte ich zum gestrigen Abend, dass wieder Nordlichtalarm war, mitten im Doppelkopfspiel. Natürlich haben wir alles stehen und liegenlassen, die dicken Jacken angezogen und raus in die arktische Kälte. Und wir erleben ein außerwöhnlich  schönes Nordlicht. Es breitet sich vor uns, weit über uns und eigentlich fast überall aus. Ständig ändern sich die Formen, werden heller und wieder dunkler, verschwinden und tauchen anderswo wieder auf. Wir stehen alle auf dem Aussichtsdeck und staunen, hören Begeisterungsrufe. Anmerken möchte ich nur noch, dass wir mitten auf der Barentssee bei gefühlt Windstärke acht unterwegs waren, was für die Fotografen eine besondere Herausforderung war, denn ein Stativ nutzt wenig, wenn sich das Schiff ständig hebt und senkt. Aber das nur nebenbei, das Erlebnis war einzigartig und ein paar Bilder zur Erinnerung sind da.

Es wird eisiger und die Fenster werden nicht mehr frei

 

Der Tag geht und der nächste Hafen kommt bestimmt

 

Manchmal wird das Schiff nur von zwei, drei Leuten erwartet

 

Die Überraschung des Abends: ein fulminantes Nordlicht!

 

 

 

Am nächsten Morgen wieder Sonnenschein

 

Die Einfahrt nach Kirkenes ist vereist

 

Ist aber für unser Schiff kein Problem

 

Nur der Fotografin frieren die Finger ein

 

Auch im Schneehotel wird einem nicht warm ums Herz

 

Unterwegs auf dem Hundeschlitten

 

So weiß der Schnee

 

 

 

 

 

 

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Das richtige und das falsche Nordkap

Es ist mal an der Zeit, einige Fehler zu berichtigen. Hammerfest ist nicht die nördlichste Stadt der Welt, das Nordkap nicht der nördlichste Punkt Europas und überhaupt liegt es auf einer Insel. Doch der Reihe nach. Und Schuld sind mal wieder die Engländer. 1553 machte sich Richard Chancellor auf den Weg, um die Nordostpassage nach China zu finden. Er umsegelte einen Felsen, den die Einheimischen „Steile Klippe“ nannten und taufte ihn kurzerhand „Nordkap“. Keiner hat es nachgeprüft und es waren schon viele Touristen hierher gereist, bis man endlich mal nachgemessen hat.  Eine westlich des „Nordkaps“ gelegene Halbinsel endet 1300 Meter weiter nördlich im Meer, aber eigentlich gehört auch Spitzbergen zu Europa und das liegt nördlicher. Aber egal, aus touristischer Sicht eignet sich das Kap perfekt, es liegt 308 Meter auf einem Plateau direkt über der Barentssee.

Nun zu Hammerfest, das war tatsächlich einmal die nördlichste Stadt der Welt, bevor Honningsvøg gegründet wurde. Und diese Gründung hat vor allem mit dem „Nordkap“ zu tun, denn hier legen alle Schiffe an. Eine 30 Kilometer lange Straße verbindet den Hafen mit dem „Nordkap“. Und mit Hammerfest wurde ein Gentleman Agreement getroffen und es durfte den Titel behalten, denn die haben ja dort sonst nichts.

Wir erleben heute ein Potpourrie an Wettervariationen, von Sonne bis Schneesturm, und das in ständigem Wechsel. Und wir haben mal wieder verdammtes Glück, dass wir bis zum Nordkap kommen, denn gestern ist der Ausflug wetterbedingt ausgefallen. Aber heute klappt es mit dem Konvoi, es fährt ein Schneepflug voraus, dann kommen Busse und sonstige Fahrzeuge und ein Begleitfahrzeug, nach welchem die Straße wieder gesperrt wird. Die Fahrt führt uns durch ein unberührtes Schneeparadies und die Sonne sorgt für Licht, das ist Winter, wie er mir gefällt. Am Kap dann die üblichen Fotos an der Weltkugel und Füße vertreten im Schnee. Bis die nächste Wetterfront heraufzieht und uns beinahe wegbläst.

Neuschnee an Bord

 

Deine Spuren im Schnee

 

Beweissicherungsfotos

 

Unsere kleine Reisegruppe

 

Auf dem „Nordkap“ Plateau

 

Soweit die Füße tragen

 

Der Kampf gegen die Elemente

 

Nah am Ort eingeparkt

 

Hafenausfahrt Honningsvåg

 

 

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Hier ist richtig Winter

Wenn man es mal über den Polarkreis geschafft hat, dann kann es nur noch kalt werden. Und der Winter hat eine andere Farbe als bei uns, hier gibt es kein Einheitsgrau. Die Farbe des Winters in Nordnorwegen ist weiß, sieht irgendwie freundlicher aus. Man kann sich gar nicht satt sehen an den tief verschneiten Bergen. Und immer, wenn ich denke, hier lebt  bestimmt niemand mehr, stehen mitten in der Einöde ein paar tief im Schnee versunkene Häuser. Und dann passieren wir auch mal die E 8, an deren Verlauf immer wieder kleine Ansiedlungen stehen. Imposante Brückenbauten schließen auch entlegene Inseln an das Straßennetz des Festlandes an.

Unser heutiger Landgang führt uns nach Tromsø, manche nennen sie die Pforte zum Eismeer. Von hier aus starteten große Expeditionen in die Arktis und auch heute ist die Stadt ein Zentrum der Polarforschung. Unser Schiff steht wieder zentral im Stadtzentrum und so kämpfen wir uns durch dichtes Schneetreiben. Es geht sich ganz gut auf dem festgetretenen Schnee und da werden wir mutiger. Die berühmte Eismeerkathedrale liegt auf der anderen Seite des Sunds, verbunden durch eine dieser hohen, geschwungenen Brücken, unter denen die Schiffe durchfahren.  Natürlich haben wir uns wetterfest angezogen und trotzen den Unbilden des Wetters. Zur Belohnung gibt es ein Bierchen in Macks Ølhallen. Eine traditionsreiche Brauerei, also so etwas wie das Hofbräuhaus von Tromsø. Habt ihr übrigens gemerkt, dass ich jetzt auch dieses komische ö auf der Tastatur gefunden habe?

Schnee am Kabinenfenster

 

Der Anleger in Finnsnes, unser Schiff ist ja eigentlich eine Fähre und Leute steigen aus und ein.

 

Neben moderner Bauweise sieht man auch noch malerische Holzhäuser

 

Über diese Brücke musst du gehen… wenn du zur Kathedrale willst

 

Die Eismeerkathedrale erinnert in seiner Form an Packeisschollen, sagt man.

 

Feierabendverkehr in der Einkaufsmeile

 

Die Zeit läuft

 

Wenn’s draußen kalt ist, trinkt man was Kaltes, ist doch klar!

 

Die Tage sind kurz im nordischen Winter

 

Licht in dunkler Winternacht

 

 

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Die Sache mit dem Nordlicht

Es gibt mindestens zwei Gründe für die Winterreise mit den Hurtigruten: tief verschneite Landschaften in kristallklarer Polarluft und das Nordlicht. Letzteres gibt es naturgemäß nur im Dunkeln, vorzugsweise zu nachtschlafender Zeit. Damit man nur ja nichts verpasst, kann man sich die Borddurchsagen rund um die Uhr in die Kabine durchstellen lassen. Der Nordlichtalarm kommt natürlich genau dann, wenn man sich gerade das Nachtgewand überstreifen möchte. Also alles zurück, schnell anziehen was wärmt, die Camera geschnappt und raus in die Eiseskälte, kurz vor Mitternacht. Dann beginnt der Kampf mit dem Equipment im Stockdunkeln. Und wo ist eigentlich dieses Nordlicht? Das Auge muß sich zunächst an die Dunkelheit gewöhnen und dann tauchen die ersten hellen Schimmer am Himmel auf. Nicht so bunt wie auf den Werbefotos, eher fahl. Das erste Foto mißlingt, ich sehe vor lauter Dunkelheit nichts im Sucher und auf dem Foto erscheint – nichts, ein paar Sterne höchstens. Der kalte Wind schneidet ins Gesicht und ich finde die eine Feststellschraube am Stativ nicht. Die Finger werden steif vor Kälte. Nächster Versuch, auslösen und erstmal Hände in die Taschen. Und siehe da, es wird so langsam. Das Wunder des Nordlichts hat meine Camera vollbracht. Was für meine Augen wie fahles Licht aussieht, verwandelt sie in grüne und rote Farbflächen. Der Bildausschnitt ist noch nicht optimal, aber es macht Spaß zu fotografieren, jedes Bild ein Unikat. Und vielleicht sehen meine Augen beim nächsten mal auch dieses tolle Farbspektakel. Nach einer knappen halben Stunde ist der Spuk vorbei und ab in die Koje.

Der Sonnenaufgang gegen sieben Uhr fällt zusammen mit der Überquerung des Polarkreises. Kein Wölkchen am Himmel, also wieder alles anziehen, was warm ist und raus in die Kälte. Bei jedem Schritt knirscht es und der Fahrtwind lässt die Gesichtszüge erstarren. Und wieder Fotomotive ohne Ende. Gegen Mittag laufen wir Bodö an und wir sind neugierig auf die südlichste Stadt nördlich des Polarkreises. Häh? Also ich hab mir das nicht ausgedacht, das stammt von den Marketing Experten des Tourismusbüros.

Der Charme Bodös ist etwas spröde, Zweckbauten neueren Datums und kein richtiges Zentrum. Der kleine Fischereihafen ist ganz schön und wir genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Wir erwarten einen Wetterumschwung, eine steife Brise und Schneefall.

Erster Versuch mit dem Nordlicht

 

Wo kommt bloß dieses Grün her?

 

Kurz nach Sonnenaufgang passieren wir den Polarkreis

 

Kleine Kurve um das Polarkreiszeichen

 

Begegnung mit einem Schwesterschiff

 

Imposante Wohnlage

 

Unser Schiff im Hafen von Bodö

 

Fischerboot in Bodö

 

Da läuft mir doch glatt das Wasser im Munde zusammen

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Kulinarisches mit Prosa

Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch einmal auf unser Essen an Bord richten. Ihr wißt schon, die typisch norwegische Küche. Der Küchenchef legt viel Wert darauf, regionale Produkte zu verwenden. Das Schiff legt ja ständig an irgendeiner Milchkanne an, da kann man natürlich auch immer frische Lebensmittel an Bord nehmen. Die Reederei hat sogar alle Erzeuger entlang der Küste aufgerufen, ihre Erzeugnisse vorzustellen und hat daraus 45 Anbieter ausgewählt, die nun ihre Produkte regelmäßig anliefern. Damit wir Reisenden das auch mitkriegen, werden die Hauptgerichte auf der Speisekarte eingehend beschrieben. Das möchte ich euch nicht vorenthalten.

„Carpaccio vom Klippfisch aus Dybvik“

Der Zucker-Seetang wurde heute von Angelita und Tamara und ihren Freunden gepflückt. Die Seaweed Company wurde 2016 gegründet und basiert auf dem Erbe zweier Inselmädchen mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Angelita, geboren und aufgewachsen auf den Lofoten, war bereits früh im Fischereibetrieb ihres Vaters tätig. Vom Meer konnte man als Familie leben und überleben. Auf der anderen Seite der Erde, in Neuseeland, hatte der Seetang in Tamaras Leben bereits seinen Platz gefunden, da ihre japanische Mutter ihn in fast jeder Mahlzeit einsetzte.

Soweit das Zitat aus der Speisekarte. Läuft einem da nicht schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen? Und ich Banause dachte, das Grünzeug über dem Fisch sei so was wie Ruccola. Klippfisch ist übrigens ähnlich wie Stockfisch, wird zum Trocknen nicht auf die Wäscheleine gehängt, sondern gesalzen und dann, wie der Name schon sagt, auf die Klippen gelegt. Gut, daß es hier keine Bären gibt, sonst wär es nix geworden mit dem Klippfisch. Man braucht nicht viel Lektüre an Bord, allein die Speisekarte bietet jeden Tag lehrreiche und erhellende Prosa.

Heute haben wir Trondheim erreicht, die drittgrößte Stadt Norwegens. Der Reiseleiter hatte in einem seiner launigen Vorträge erwähnt, was Winter in Norwegen genau bedeutet. Jedenfalls keine Sonne und Temperaturen über 5 Grad. Prompt hatten wir heute  das richtige Wetter für die Jahreszeit. Drei Stunden hatten wir Zeit, die Festung zu erobern, was den Schweden nicht gelungen war,  uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen und dann ins Detail zu gehen. Es gibt eine Kathedrale zu bestaunen und bunte Holzhäuser, auch von den historischen Lagerhäusern haben etliche die Zeit überdauert. Zwar gab es auch in Trondheim größere Brände, aber es hat hier nicht die alle Häuser erwischt.

Der Nachmittag zeigte sich gnädig mit uns,  die Sonne beschien die malerische Küstenlandschaft. Die Berge sind Hügeln gewichen, die eine abgerundete Form haben, da haben die Gletscher ganze Arbeit beim Abschleifen geleistet.

Die Festung Kristiansten in Trondheim wurde erbaut, um die Stadt gegen Schweden zu verteidigen.

 

Blick von der Festung auf die Stadt

 

Die typischen alten Holzhäuser

 

Die historischen Lagerhäuser am Nidelva Fluss

 

Die alten Lagerhäuser werden heute zum Wohnen und für kommerzielle Zwecke genutzt

 

Der Nidaros Dom, der größte Sakralbau Norwegens, dies ist auch die Krönungskirche der norwegischen Könige.

 

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Frühlingssonne in Alesund

Beim Frühstück sah der Tag noch gar nicht so toll aus, grau verhangener Himmel und auch mal ein paar Regentropfen. Es ist ja nicht der Süden, das war klar, aber da war wettermäßig noch Luft nach oben. Erstmal wurden wir etwas durchgeschaukelt aber dann riß der Himmel immer weiter auf und Alesund lag im milden Sonnenlicht vor uns. Drei Stunden wurden wir von der Leine gelassen mit der Empfehlung, 10 Minuten vor Abfahrt des Schiffes zurück zu sein. Es würde nicht auf uns warten.

Alesund war sehr verschlafen an diesem Sonntag Mittag, da konnten wir uns in Ruhe umschauen. Im Reiseführer stand, daß man unbedingt vom Berg Aksla die Aussicht genießen sollte. Haben wir natürlich gemacht, bei herrlichem Sonnenschein! Dann noch mal die Jugenstilhäuser bewundert, die das Stadtbild prägen. Dazu muß man wissen, dass 1904 in einer Margarinefabrik eine Petroleumlampe umfiel und das gesamte Gebäude in Brand steckte. Weil auch noch ein starker Wind wehte, griff die Feuersbrunst um sich und zerstörte 85 % der Häuser, die damals typischerweise aus Holz gebaut waren. Als großzügiger Helfer tat sich unser Kaiser Wilhelm hervor, der Norwegen liebte und hier oft seine Ferien verbrachte. Er schickte 4 Schiffe mit Hilfsgütern und stellte sie als Notunterkünfte zur Verfügung. Als Dank hat man eine Straße nach ihm benannt. Und man hatte aus dem Unglück gelernt, fortan wurden nur noch Steinhäuser gebaut. Und da gerade Jugendstil in Mode war, gibt es heute sehr viele Bauwerke dieser Stilrichtung anzuschauen.

Den Nachmittag verbringen wir gemütlich an Bord und lassen die Küste wie einen Film an uns vorbeiziehen.

Zugegeben, so haben wir die Landschaft nicht gesehen, das kriegt man nur mit Filtern hin. War aber wirklich noch nicht eitel Sonnenschein heute morgen.

 

Martin auf dem Weg zur Arbeit

 

Norwegische Bilderbuchlandschaft

 

Das winterliche Alesund

 

Alesund beeindruckt mit Jugendstilbauten, die Innenstadt ist von Wasser umgeben

 

Blick vom Aussichtsberg, in der Bildmitte unser Schiff

 

Schneeberge bei Alesund

 

Als hätte jemand Puderzucker gestreut

 

Unser Schiff ganz vorne

 

Man kann kaum den Finger vom Auslöser lassen

 

Drama am Himmel vor dem Sonnenuntergang

 

Es verspricht eine kalte Nacht zu werden

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Leinen los!

Den Wunsch, einmal mit einem Postschiff die norwegische Küste entlang zu fahren, habe ich schon sehr lange. Ich kann auch genau sagen, wie lange. Nämlich seit ich 1969 meine Lehre im Reisebüro begann und Kunden genau diese Reise schmackhaft machte. Es hat also genau 50 Jahre gedauert, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Aber immerhin, seit einer halben Stunde begleitet uns ein leises Brummen, unser Schiff hat in Bergen bei leichtem Regen abgelegt. Knapp 400 Mitreisende sind an Bord und natürlich waren die meisten mit  Cameras bewaffnet beim Ablegemanöver auf dem zugigen Deck. Wir werden noch sehr oft ablegen, insgesamt erleben wir dieses Manöver 66 mal, denn wir haben die komplette Rundreise bis zum Nordkap und zurück nach Bergen gebucht. Manchmal werden wir auch schon in der Koje liegen, denn das Schiff fahrt pausenlos und legt zwischen 15 Minuten und 6 Stunden an. Ursprünglich wurde in erster Linie Post befördert, als der Liniendienst 1893 aufgenommen wurde. Heute steht eher die Mitnahme von Passagieren in Vordergrund, obwohl auch immer noch Waren befördert werden. Die Häfen an der norwegischen Küste sind durch den Golfstrom eisfrei, was man von den Straßen im hohen Norden nicht unbedingt behaupten kann.

Beim deutschen Publikum sind die Reisen mit den Hurtigschiffen sehr beliebt, was ganz praktisch ist, denn unser norwegisch ist nicht wirklich gut. Es gibt genügend deutschsprachiges Personal an Bord, englisch wird natürlich auch gesprochen. Der erste Eindruck ist sehr gut, die Kabine ist gemütlich, wenn auch größenoptimiert, am Bett kommt man nur vorbei, wenn man seitwärts geht. Aber wir sind ja durch unsere Wohnmobiltouren an wenig Platz gewöhnt. Das Abendessen  war sehr gut, es wird Wert gelegt auf landestypische Küche. Die Spezialität heute war Smalahove. Hört sich zunächst harmlos an, es handelte sich um einen Schafskopf, der gesalzen, getrocknet, geräuchert und dann gekocht wird. Hat richtig gut geschmeckt.

Nun sind wir gespannt, was wir im ersten Morgenlicht sehen werden. Die Reise lebt in erster Linie von eindrucksvollen Landschaften, die langsam an uns vorüberziehen werden.  Morgen werden wir für 3 Stunden in Alesund anlegen, da ist natürlich ein Landgang angesagt. Nun noch ein paar Fotos von den ersten Stunden an Bord.

Bergen macht seinem Namen als regenreichste Stadt alle Ehre.

 

Unsere Kabine mit Blick auf Bergen

 

Nicht mehr viel los in Bergen nach Anbruch der Dunkelheit

 

Die Ausfahrt aus dem Hafen lässt man sich natürlich auch bei nicht ganz idealem Wetter nicht entgehen

 

Langsam nimmt das Schiff Fahrt auf

 

 

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Glamping

Wir haben unser Ziel Toronto erreicht. Die Fahrt war noch einmal eine Herausforderung, weil es im Großraum Toronto nur so von Autobahnkreuzen und sechsspurigen Fahrbahnen, die sich plötzlich teilen, wimmelt. Unser von zu Hause mitgebrachtes Navi war dabei sehr hilfreich. Das war heute eine Ausnahme, normalerweise fährt man die nordamerikanischen Highways völlig entspannt bei 100 km/h. Die LKW fahren dieses Tempo auch und so rollt der Verkehr störungsfrei vor sich hin. Martin hat unser riesiges Fahrzeug souverän beherrscht. Und es war diesmal richtig groß.

Wir hatten ein Sonderangebot gebucht ohne Garantie für ein bestimmtes Modell. Und sie haben uns das am besten ausgestattete Fahrzeug gegeben, das wir je hatten. Es ist aber auch 8,40 Meter lang, da bin ich lieber nicht gefahren, ein guter Beifahrer ist ja auch wichtig! Seitlich hat es zwei automatisch ausfahrbare Nischen, Slider genannt, die für viel zusätzlichen Platz im Innenraum sorgen. Bei der Länge von über 8 Metern gibt es den Luxus einer separaten Toilette, eines begehbaren Kleiderschrankes und einer Dusche mit Abtrennung. So viel Komfort war noch nie, aber wetterbedingt haben wir uns mehr innen aufgehalten als sonst und waren ganz froh darüber. Vor allem die Heizung wussten wir zu schätzen, als die Nächte um die Null Grad hatten und die Tage einstellige Werte. Es ist aber kein Camping im eigentlichen Sinne mehr, das ist entbehrungsreicher. Man nennt das heute Glamour Camping oder abgekürzt Glamping.

Wir haben in Nova Scotia, New Brunswick und Quebec wunderschöne Landschaften erlebt und würden jederzeit wieder in der Nachsaison fahren. Auf den Campingplätzen konnten wir uns den schönsten Stellplatz aussuchen und Ausflüge wie die Walbeobachtungstouren zu buchen, war kein Problem. Die Temperaturen schwanken sehr, momentan haben wir wieder Mitte 20 Grad. Regentage waren eigentlich nur zwei dabei, aber es war öfter bewölkt als sonnig. Wir haben längst nicht alles gesehen, die Entfernungen sind teilweise doch ganz erheblich.Vielleicht kommen wir eines Tages wieder – in den Osten Kanadas.

Unser Camper fahrbereit

Slider sind herausgefahren, jetzt kommt der gemütliche Teil des Tages

So sieht es innen während der Fahrt aus

Jetzt ist richtig Platz im Wohnzimmer

Küche mit Herd, Backofen, Kühl- und Gefrierschrank sowie Dunstabzugshaube

Das Bett klappt sich automatisch zusammen, wenn der Slider eingefahren wird, hinten Schiebetür zum Bad mit Duschkabine

Separates WC mit Schiebetür

Und der Clou: ein begehbarer Kleiderschrank

 

 

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Wasser Marsch

„Wie jetzt, ihr wart noch nicht an den Niagarafällen?“ Das haben wir oft gehört, als wir von unseren Reisevorbereitungen berichtet haben. Ja, wir waren tatsächlich noch nicht hier und da wir von Toronto zurückfliegen, haben wir die Fälle eingebaut. Damit ihr alle beruhigt seid.

Den Wasserfall an sich finde ich normalerweise eher nicht so aufregend, doch was die Niagaras angeht, so muss ich zugeben, dass die ganz schön eindrucksvoll sind. Am besten, man nähert sich von der amerikanischen Seite, da hat man sozusagen schon mal die halbe Show. Die amerikanischen Fälle sind nicht ganz so tief und auch nicht so breit wie die kanadischen. Hier haben die Amis mal nicht die Größten.

Wenn man dann am Table Rock an den sogenannten Horseshoefällen auf der kanadischen Seite steht, sieht man die volle Wucht dieser unglaublichen Wassermassen. Und dazu noch tolles Wetter – man kann leicht einen ganzen Tag hier verbringen. Natürlich ist alles touristisch mundgerecht aufbereitet, es gibt Shuttlebusse, Aufzüge bis zum Boden und auch hinter die Fälle, Bootsfahrten zum Nasswerden und Aussichtstürme. Das war wirklich kurzweilig – und hier die Bilder dazu.

Die amerikanischen Fälle mit der Rainbowbridge im Hintergrund

Und hier die volle Ladung an den kanadischen Fällen

„Story behind the Falls“ nennt sich dieser Ausflug. Mit dem Aufzug geht es 30 Meter durch die Felsen nach unten, dort wird man dann nass. Näher an den Fällen geht nicht.

Vom Skylon Tower aus kann man sich einen tollen Überblick verschaffen.

Die amerikanischen Fälle von oben. Wer noch nicht nass genug geworden ist, kann mit einem der Boote in die Gischt fahren, das Boot unten fährt alle Viertelstunde und befördert hunderte von Passagieren.

Die letzten Kilometer bis zum Lake Ontario schiesst das Wasser durch eine enge Schucht und bildet zwischen drei und fünf Meter hohe Wellen. Nicht, weil der Untergrund felsig ist, sondern weil es so viel Wasser ist, mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h

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Kein Regen ist genug Sonne!

Bei unserem Abstecher in den Adirondack Park im Staate New York – jawohl, wir sind in die USA gewechselt – wollten wir noch einmal die ganze Farbenpracht des Herbstwaldes erleben. Und es gibt hier viel Mischwald, der sich auf sehr malerische Weise verfärbt hat. Aber es ist nur das halbe Vergnügen, wenn die Sonne nicht scheint. Schade, aber dadurch erleben wir einen authentischen Herbsttag mit Bewölkung und Nebel. Nicht so das langweilige Bilderbuchwetter. Bei Sonne fotografieren kann jeder.

Auf unserer Route lag übrigens Lake Placid, schon zweimal Austragungsort der olympischen Winterspiele. Ein belebter Touristenort, hübsch gelegen zwischen zwei Seen, aber ohne gigantische Bauwerke, deren Nutzung nach den Spielen fraglich ist. Einzig die Sprungschanzen ragen etwas heraus.

In der ersten Nacht in den Adirondacks trommelte der Regen auf unser Wohnmobildach, da waren wir schon froh, dass es am nächsten Tag wenigstens nicht mehr regnete. Man wird bescheiden. Ich kann also nur Bilder ohne Sonnenlicht liefern, es ist nicht zu ändern. Wir können auch nicht beliebig verlängern, weil wir ja nur noch wenige Tage bis zu unserem Rückflugort Toronto haben.

Im südlichen Teil des Parkes änderte sich plötzlich das Wetter, als hätten wir eine Wetterscheide passiert. Auf einmal sonnig, aber nun kein Herbstwald mehr! Anscheinend ist es hier wärmer, die typische Rotfärbung des Laubes tritt ja vor allem nach dem ersten Frost ein, den gab es hier wohl noch nicht. Im übrigen sind die Adirondacks nicht auf Wohnmobile vorbereitet, hier übernachtet man in Lodges oder man zeltet. Wanderparkplätze waren beispielsweise für uns unerreichbar, weil sie schon für die PKW kaum ausreichend waren. Da hatten wir mit unserem 8,40 Meter langen Wohnmobil keine Chance. Auch für die Fotos mussten wir lange suchen, bis wir einen geeigneten Platz gefunden hatten. Aber ein paar Bilder sind schon dabei rumgekommen, also schaut selbst!

Typischer Ort in den Adirondacks, davon gibt es allerdings nur sehr wenige. 

Es gibt nicht viele Straßen in dem geschlossenen Waldgebiet von etwa 200 mal 200 Kilometern. Nach Alaska ist es das größte Naturschutzgebiet der USA.

Der Herbst zieht alle Register!

Bunt sind schon die Wälder…

Unser Campingplatz in Lake Placid

Feierabendbier muss sein!

 

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Quebec die Schöne

Natürlich muss man im Herbst mit Regen rechnen, auch in Kanada. Wir versuchen immer, die Regentage so zu nutzen, dass wir eine größere Fahrstrecke zurücklegen. Wir wären gern noch einen Tag am Saguenay Fjord geblieben, hätten da aber im Regen gesessen. Also fahren wir weiter nach Quebec, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Kanadas. Unterwegs machen wir in einer Regenpause Halt im Künstlerstädtchen Baie St. Paul und an einem Vogelschutzgebiet. Da hatten wir richtig Glück, denn den Rest des Tages hatten wir Regen.

In Quebec haben wir einen stadtnahen Campingplatz gefunden, der in einem Waldgebiet liegt und außerdem noch einen Shuttle-Service in die Innenstadt anbietet. Das ist für Wohnmobiltouristen wie uns eine tolle Sache, denn die Parkplatzsuche in der Altstadt mit einem über acht Meter langen Fahrzeug wäre zum Scheitern verurteilt.

Quebec ist eine Stadt, wie es sie in Nordamerika nicht noch einmal gibt. Sie hat eine vollständig erhaltene Altstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und ist von französischer Lebensart geprägt. Wir trinken Café au Lait und lassen uns Croissants schmecken. Und wenn wir keine Lust zum Kochen haben, gibt es Baguette und Camenbert. Wir haben den ganzen Tag in der Stadt verbracht, die dominiert wird vom Hotel Château Frontenac, das 1883 errichtet wurde und aussieht wir ein Märchenschloss. Prominente gaben sich die Klinke in die Hand und im 2. Weltkrieg fanden wichtige Konferenzen hier statt. Komplett erhalten ist auch die Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert, von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf die Altstadt und den St.-Lorenz-Strom. Der älteste Teil der Stadt liegt unterhalb des Château und umfasst nur ein paar Gassen sowie den Place Royal. Hier wurde 1608 der Grundstein für die spätere Stadt gelegt und auf diesen Platz ist man hier besonders stolz. Wenn man allerdings einen Tag erwischt, an dem Kreuzfahrtschiffe zu Besuch sind, dann ist man nicht allein in den engen Gassen. Um nicht zu sagen, dass dann drangvolle Enge herrscht. Aber wenigstens verstopfen die Kreuzfahrttouristen nicht die Straßen mit ihren Wohnmobilen. Sie kommen zwar mit einen sehr großen Schiff, sind dann aber zu Fuß unterwegs. Wir haben es jedenfalls genossen, nach viel Natur einen Tag in einer tollen Stadt verbracht zu haben, gefühlt waren wir einen Tag in Frankreich. Französisch ist ja hier auch die Muttersprache, Englisch ist für die hier ansässigen Kanadier die erste Fremdsprache.

Das Städtchen Baie St.Paul wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen, da haben wir uns wohl gefühlt.

Viele Künstler haben sich hier angesiedelt, Galerien und urige Lädchen dominieren das Stadtbild.

Im Vogelschutzgebiet am Cap Tourmente sammeln sich bis zu 30.000 Schneegänse auf dem Weg in wärmere Gefilde. Martin hat sie gezählt, es waren heute 2.456 Gänse am Ufer des St.-Lorenz-Stromes.

Unser naturnaher Campingplatz am Stadtrand von Quebec.

Das alles überragende Wahrzeichen von Quebec, das Château Frontenac.

In der Oberstadt fühlt man sich nach Frankreich versetzt.

In der Unterstadt stehen die ältesten Gebäude von Quebec.

Heute war ein schöner Tag, sonnig aber kühl bei maximal 10 Grad. Die Regenschirme wurden nicht gebraucht und hingen zum Trocknen aus.

Der Place Royal ist der älteste Teil der Stadt, sieht aber nicht so aus, weil die Häuser im Laufe der Jahre renoviert wurden.

Das Kreuzfahrtterminal liegt direkt an der Altstadt, da wirkt so ein großes Schiff schon mal ein wenig deplatziert. Für die Falks: hat nichts mit euch persönlich zu tun, ist nur so eine Anmerkung.

Das Château von der Altstadt aus.

Blick von der Zitadelle auf die Stadt und den St.-Lorenz-Strom.

 

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Es wird Herbst

Wie jeder National Park hat auch der Fundy ein gutes angelegtes und beschildertes Netz von Wanderwegen. Wir haben uns die Küstenwanderung ausgesucht, aber meist sind wir durch dichten Wald gelaufen. War ein bisschen anstrengend zu gehen, weil wir nur über Wurzeln gelaufen sind. Zur Belohnung sind wir dann in Alma in die Kirche gegangen. Aber nicht, um dem Herrgott für diesen schönen Tag zu danken, sondern um ein Bierchen zu zischen. Die Kirche ist jetzt nämlich eine Brauerei. Es gibt acht verschiedene Biere, wir durften probieren und haben uns ein leckeres ausgesucht. Unser Campingplatz im National Park liegt in Fußentfernung zu Alma, das haben wir ausgenutzt und sind abends landestypisch essen gegangen, es gab Hummer. Der wird hier frisch gefangen und man muss ihn einfach mal probieren. Ist viel Arbeit, aber es war zum Sattwerden. Allerdings haben die Hummersandwiches am Mittag genauso gut geschmeckt, ohne die ganze Arbeit. Dann sind wir nochmal in die Kirche, da gab es Live-Musik. Es wurde ein kurzweiliger Abend, wir hatten tagsüber ein Pärchen aus Köln kennengelernt und uns hier wieder getroffen.

Vom Fundy National Park aus sind wir stramm nach Norden gefahren, in Richtung St.-Lorenz-Strom. Und es war, als hätte jemand das Herbstlicht angeknipst. Als wir den Nadelwald hinter uns gelassen hatten, war auf einmal alles gelb, orange und rot. Die Sonne schien dazu, wir konnten uns an den Farben gar nicht sattsehen. Eine Stunde dauerte die Überfahrt mit der Fähre auf die Nordseite des Stromes. Der ist hier so breit, dass man das andere Ufer gerade noch erahnen kann. Wir haben uns wieder einen National Park ausgesucht, und zwar den Fjord-du-Saguenay. Etwa 150 Kilometer erstreckt sich der Fjord ins Landesinnere. Ausgangspunkt ist der hübsche Ferienort Tradoussac, berühmt für seine Walbeobachtungstouren. Der St.-Lorenz-Strom ist hier sehr fischreich und entlang der Küste ist ein marines Schutzgebiet ausgewiesen. Leider ist es nicht mehr so sonnig, die Farben leuchten nicht ganz so bunt, aber Wale haben wir gesehen, Finnwale, Minkwale und einen Buckelwal. Aber viel haben sie nicht von sich gezeigt, die Rückenflossen konnte man aber gut erkennen.

Viele Wurzeln queren den Wanderweg

Marschwiesen am Wasser

De Leuchttürme sind hierzulande viereckig und dieser hier ist nicht mehr in Betrieb, seht aber schön aus.

Wir haben uns getraut, Hummer zu essen ohne zu wissen, wie man das macht. Aber die Bedienung hat freundliche Hinweise gegeben.

Lobster Roll, einfach zu essen und mindestens genauso lecker

Sieht aus wie eine Kirche, ist aber keine!

Bei Sonnenschein zu fahren ist ein Augenschmaus

Wir überqueren de St.-Lorenz-Strom von Rivière-du-Loup nach St. Simeon, der Strom ist hier 24 Kilometer breit

Hier fehlt die Sonne, trotzdem gibt es einen Eindruck von der Farbenpracht

Steilufer am St.-Lorenz-Strom

Ein Minkwal sehr nah an unserem Boot

 

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Wie alles anfing

Am 15.September 1773 erreichte das erste Schiff aus Schottland die Küste des heutigen Nova Scotia, und zwar in Pictou. An Bord der Hector befanden sich 200 Passagiere und es sollten noch Tausende folgen. Sie hatten alle die eine Hoffnung: ein Stück Land zu finden, das sie bewirtschaften konnten und das ihnen gehörte. Ihre Pläne gingen auf und der Grundstein für Nova Scotia war gelegt.Geschichtsbewusste Einwohner von Pictou starteten eine Sammelaktion und finanzierten so den originalgetreuen Nachbau der Hector. Noch heute finden Feiern zu diesem Ereignis in Pictou statt.

Ist mir schleierhaft, wie 200 Personen auf dieses Schiff gepasst haben sollen

Der alte Leuchtturm von Pictou, allerdings auch nachgebaut

Das historische Cunard-Haus

Wann kommt die Flut

Den Regentag nutzen wir, um die Strecke von Pictou zu unserem nächsten Ziel zurückzulegen, der Bay of Fundy. Dies ist weltweit der Ort mit dem höchsten Pegelunterschied zwischen Ebbe und Flut. Er beträgt bis zu 16 Meter, die Nordsee bringt es auf maximal drei Meter. Dies bedeutet hier, dass ganze Felsen auf einmal im Trockenen stehen und Boote auf dem Trockenen liegen. Bekanntester Ort, um dieses Phänomen zu bestaunen, sind die Hopewell Rocks in New Brunswick. Bei Ebbe darf man zwischen den Felsen herumlaufen, bei auflaufendem Wasser wird der Strand gesperrt. Es ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in dieser Provinz und somit herrscht auch in der Nachsaison noch viel Betrieb. Wahrscheinlich haben alle den Regentag gestern abgewartet, entsprechend viel Betrieb herrscht bei den Felsen. Wir stapfen durch Sand und Schlick und schauen uns die Blumentopffelsen an. Die heißen so, weil auf ihnen Bäume wachsen. Die Besuchszeiten sind streng reglementiert, denn das Wasser kommt rasch und im Nu ist man eingeschlossen.

Campingplatz mit Aussicht auf die Fundy Bay

Das Wasser ist weg, aber keine Angst, es wird zuverlässig in fünf Stunden zurück sein

Die berühmten Hopewell Rocks an der Bay of Fundy

Ganz schön hoch, wenn man so zwischen ihnen hindurchgeht

Die Häuser am Wegesrand sind allesamt aus Holz gebaut und meistens wunderschön hergerichtet

Und der Rasen ist immer frisch gemäht

Halloween kann kommen

Langsam erröten die Bäume

 

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Rund um Cape Breton

Vollmundig wird die 300 Kilometer lange Strecke als schönste Küstenroute der Welt gelobt, vielleicht haben das aber auch die Marketing-Experten des Tourismusbüros geschrieben. Mit den Superlativen ist das ja immer so eine Sache. Aber toll ist die Route auf jeden Fall. Die Straße führt meistens nah am Wasser entlang und das Gelände ist hügelig. Bis zu 400 Meter hoch erheben sich die Berge und bilden an der Küste entsprechend hohe Klippen aus. Nur wenige Menschen lassen sich in dieser entlegenen Gegend nieder und einige davon leben vom Tourismus. Zum Beispiel die Anbieter von Walbeobachtungstouren. Hier am Cape Breton haben Pilotwale ihr Revier, je nach Jahreszeit ziehen aber auch Buckelwale und Blauwale vorbei. Wir haben Glück mit dem Wetter und die Tour startet bei strahlendem Sonnenschein um 10 Uhr. Der rothaarige Kapitän kann seine schottischen Vorfahren ebenso wenig verleugnen wie der Tourguide und die beiden machen ihren Job mit Leidenschaft. Sie freuen sich richtig, als sie die ersten Pilotwale aufgespürt haben. Und dann sehen wir noch eine Meeresschildkröte, was äußerst selten ist, da diese hier vom Aussterben bedroht sind. Wir hatten viel Glück mit dieser Tour, denn gestern fand keine statt wegen zu hohem Seegang und die beiden nächsten Tage ist Regen angesagt.

Ganz im Norden des Cape Breton liegt ein Campinglatz direkt an den Klippen und den steuern wir natürlich an. Meat Cove heißt das Nest, drei Häuser, ein Ausflugslokal und eben dieser Campingplatz mit der einmaligen Lage. Und die ist tatsächlich so toll wie auf den Bildern. Nach Sonnenuntergang wird es frisch hier oben, aber der Vollmond spiegelt sich im Meer, das müssen wir uns natürlich anschauen. Etwas durchgefroren freuen wir uns wieder über unser komfortables Wohnmobil mit der tollen Heizung.

Küstenlandschaft am Cape Breton

Küste vom Wasser aus

Ein Pilotwal nah an unserem Boot, leider hat er uns nicht mehr von sich gezeigt als seine Rückenflosse. Wir haben ihn und seine Feunde noch ein paar Mal gesehen, ist ja immer aufregend den größten Meeressäugern zu begegnen.

Ein freundlicher Mitreisender hat uns fotografiert.

Unser Traumplatz in Meat Cove

Scheinbar sind wir so fotogen, dass mir beinahe die Camera aus der Hand gerissen wurde. Oder da wollte jemand unbedingt mal eine Olympus halten…

Unser Traumplatz am nächsten Morgen

Kurzer Stopp in Neills Harbour, ein Kaff fast am Ende der Welt. Pittoresk steht im Reiseführer!

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Alles in Grün

Tut mir leid, dass ich mich erst heute melde, aber die Netzabdeckung in Nova Scotia ist nicht wirklich gut. Aber jetzt geht´s los.

Auf einmal ist der Rasen wieder grün, im Osten Kanadas war der Sommer weder so trocken noch so heiß wie bei uns. Und die Kanadier lieben ihren Rasen – um jedes Haus herum ist vorbildlich gemäht. Vielleicht gibt es auch ein Gesetz, dass samstags der Rasen gemäht werden muss. Das Auge freut sich natürlich über so viel Grün.

Eigentlich hatten wir ja Rottöne erwartet, aber die Herbstfärbung lässt noch ein wenig auf sich warten. Nur vereinzelt sehen wir buntes Laub, aber das soll sich in den nächsten Wochen ändern. Es hängt auch von den Temperaturen ab, denn nur wenn die Blätter Frost bekommen haben, beginnen sie sich rot zu färben.

Wir haben ein sehr komfortables Wohnmobil bekommen, das sich gut heizen lässt, nicht unwichtig bei einstelligen Temperaturen nachts. Tagsüber sind es im Schnitt 15 Grad, je nachdem, ob sich die Sonne blicken lässt. Also perfekt zum Wandern. Hier nun die ersten Fotos aus der Provinz Nova Scotia. Übrigens leben hier tatsächlich viele schottischstämmige Kanadier, die ihre Vorfahren teilweise bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen können. Und die haben auch gleich die Namen ihrer Heimatorte mitgenommen, heute sind wir zum Beispiel durch Inverness gefahren.

Kleine Städtchen am Wegesrand, aber keine Cafés.

Dafür hübsche, bunte Holzhäuser.

Straßenrestaurants nehmen hier die gesamte Breite des Bürgersteigs ein. Die Fußgänger werden kurzerhand auf die Straße geleitet.

Den Indian Summer gibt es bislang nur in den Geschäften.

Oder vor dem Visitor Center. Aber das wird ja vermutlich noch besser.

Stellplatz im Grünen

Wanderung durch borealen Wald auf dem Skyline Trail

Dramatische Küstenlandschaft am Cape Breton

Und dann tatsächlich eine Elchkuh im Gebüsch

Und kurz drauf ihr Bruder, der kam gerade vom Elchtest.

 

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Wir konnten nicht widerstehen

Unser Wohnmobilvermittler hat ein Sonderangebot geschickt und da haben wir zugeschlagen, eine dreiwöchige Tour durch den Osten Kanadas bis nach Toronto. Wir starten in Halifax und werden teilweise der Küstenlinie folgen, durch die maritimen Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und dem St.-Lorenz-Strom folgend über Quebec nach Toronto am Lake Ontario fahren. Und weil es fast auf dem Weg liegt, noch einen Abstecher zu den Niagara Fällen. Nein, die haben wir noch nicht gesehen, das hat uns zwar niemand geglaubt, stimmt aber trotzdem.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff Indian Summer überhaupt noch politisch korrekt ist. Die Herkunft ist nicht ganz geklärt, manche Quellen behaupten, er bezeichne eine Zeit im Herbst, die durch eine beständige Wetterlage vor dem Wintereinbruch geprägt wird und die früher von den Indianern zur Jagd genutzt wurde. Vielleicht hat es auch mit dem Sternbild des Großen Bären zu tun, in welchem sich die Jäger wiederfanden. Ich finde Indian Summer jedenfalls viel netter als Altweibersommer.

Wir freuen uns sehr auf diese Tour, die Freiheit, dort zu bleiben, wo es uns gefällt und mitten in der Natur zu sein. Zwischen Halifax und Quebec City gibt es vor allem verschlafene Fischerorte und Farmland, also so richtig zum Erholen und Durchatmen nach diesem anstrengenden Sommer. Ich melde mich das nächste Mal aus Halifax, morgen früh um zehn geht der Flieger. Und wie immer freue ich mich auf eure Kommentare. Grüße von der Reiseoma.

 

 

 

 

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Die versprochenen Fotos

Die Reise ist rum aber das Nachbereiten macht mir immer fast genauso viel Spaß wie die Reise selbst. Die Tierwelt von Galapagos hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir konnten sie ausgiebig beobachten und dabei filmen und fotografieren. Die Auswahl der Fotos für den Blog war nicht einfach, weil es eben so viele davon gibt. Die fotografierten Tiere sind übrigens endemisch, bis auf die Klippenkrabbe.

Eine eigene Rubrik habe ich den Ecuadorianern eingeräumt. Das Tragen der bunten Trachten ist vor allem in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Dabei tragen die Frauen immer Röcke mit Blusen und schmückendem Beiwerk, oft auch einen Hut. Die Männer tragen weiße Hosen, lassen die Haare lang wachsen und flechten sie zu einem Zopf. Wir haben oft auf einer Bank gesessen und haben uns die farbenfroh gekleideten Menschen angeschaut.

Die Fotogalerie findet ihr oben im schwarzen Balken unter „Foto-Nachlese Ecuador“, sie ist nach Rubriken sortiert. Für eine Vergrößerung klickt ihr auf das Foto, dann kann man auch blättern mittels der Pfeiltasten unter den Fotos.

Na denn viel Spaß beim Foto-Stöbern!

 

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Guayaquil, die 3- Millionen-Metropole

Als ich 1969 meine Lehre im Reisebüro begann, war ich zunächst in der Abteilung für Seereisen. Da kam mein Chef eines morgens um die Ecke und sagte: „Hafenstädte Südamerika Westküste von Nord nach Süd“ und ich sagte gar nichts. Aber abends habe ich sie alle aufgeschrieben und in der Straßenbahn auswendig gelernt. Damals lernte ich auch die Hafenstadt Ecuadors auswendig: Guayaquil. Fünfzig Jahre später stehe ich am Ufer der breiten Flußmündung, den Hafen kann ich von der Innenstadt aus nicht zu sehen. Wir gehen den Malecon entlang, so nennt man die Uferpromenade auf spanisch. Am Sonntagmittag tun das hier die meisten Familien. Für uns heißt es Abschied nehmen von einem gastlichen und vielseitigen Reiseland. Der Schritt auf den südamerikanischen Kontinent macht Lust auf mehr – eines Tages kommen wir wieder.

Von zu Hause aus werde ich noch Fotos online stellen, die ich mit der „richtigen“ Kamera aufgenommen habe.

Ich danke euch allen, die ihr unermüdlich unseren Spuren gefolgt seid und über eure Kommentare habe ich mich immer sehr gefreut. Herzliche Grüße noch aus Guayaquil sendet euch Isa.

Der Malecon am Montag Vormittag, sonntags sind hier Tausende unterwegs.

Nochmal in die andere Richtung.

Das prächtigste Gebäude ist die Stadtverwaltung.

Im Park gleich bei unserem Hotel leben Landleguane, immer wieder schön, diese urzeitlichen Tiere zu beobachten.

In Guayaquil verabschieden wir uns von Ecuador.

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Cuenca, die schöne Kolonialstadt

Die vorletzte Station unserer Reise führt uns in eine Stadt, die mit ihren gepflasterten Straßen und reich verzierten, historischen Gebäuden ihren Ruf als schönste Kolonialstadt verdient hat. Allerdings hat sie nicht das beste Wetter. Wir erleben hier zwei Regentage und mit 13 Grad ist es auch nicht besonders warm. Dafür essen wir zweimal sehr lecker im italienischen Restaurant unserer Posada. Cuenca ist mit 335.000 Einwohnern nicht gerade klein, aber die Auswahl an Restaurants ist überschaubar. Wir wollten eigentlich die Nationalspeise hier probieren, mutig wie wir sind. Diese besteht nämlich – Vegetarier bitte diesen Satz überspringen – aus einem am Spieß gegrillten Meerschweinchen, cuy heißt das Gericht. Leider haben wir keinen Platz mehr bekommen und schlimmstenfalls müssen wir heimfahren, ohne cuy gegessen zu haben. Hier noch ein paar Stadtansichten bei schlechtem Fotolicht.

Typisches Straßenbild, allerdings sind die Bürgersteige normalerweise nicht so breit wie hier.

Die größte Kirche der Stadt, erbaut von einem deutschen Architekten, mit dem Anspruch, die größte Kirche Südamerikas zu bauen. Mit der Statik hatte er es wohl nicht so, denn die beiden Glockentürme hören abrupt auf und auch die Glocken fehlen, sicherheitshalber.

Die Plazas sind immer sehr gepflegt und bei den Einwohnern beliebter Treffpunkt. Außerdem kann man sich für 50 Cent die Schuhe polieren lassen.

Bein besserem Wetter ein schöner Platz zum Verweilen und Kaffee trinken.

Unsere Herberge mit dem tollen Restaurant aber ohne cuy.

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Mit dem Zug zur Teufelsnase

Zugegeben, dies war ein eher touristisch geprägter Ausflug, aber er war trotzdem spannend und führte uns durch eine dramatische Andenlandschaft. Um 1900 war es sehr schwierig, von Guayaquil an der Küste zur Hauptstadt Quito zu kommen. Warensendungen und auch die Post brauchten oft wochenlang. So entstand der Plan, eine Eisenbahnstrecke zu bauen. Ein Teilstück bereitete den Eisenbahningenieuren besonderes Kopfzerbrechen. Zwischen Simbambe und Alausi musste eine steile Felsklippe überwunden werden. Da kamen die findigen Herren auf die Idee, den großen Höhenunterschied im Zick-Zack-Kurs zu überwinden. Der Zug fährt in eine Spitzkehre, dann wird die Weiche gestellt und er rollt rückwärts weiter abwärts. Das wird zweimal wiederholt und dann ist der Hang überwunden. Diese Tour sind wir gefahren und es ist nichts für Leute mit Höhenangst. Die Gleise verlaufen knapp am Abgrund entlang und wenn man sich ein wenig aus dem Fenster lehnt, sieht man senkrecht unter sich den weiteten Streckenverlauf, da fährt man kurze Zeit später in umgekehrter Richtung lang. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, die Sonne ließ die Berghänge grün leuchten und es war eine gemächliche Fahrt. OK, die Tanzgruppe am Zielbahnhof wirkte natürlich gestellt, aber immerhin handelt es sich um ein soziales Projekt und einige Familien haben ein schönes Zubrot.

Unser Ausblick beim Frühstück in Alausi, dem Ausgangspunkt der Bahnfahrt.

Historische Waggons wurden restauriert und sind jetzt mit bequemen Polstersitzen ausgestattet.

Durch einen Fehler im Reservierungssystem hatten wir einen ganzen Waggon für uns allein und konnten beliebig die Seiten wechseln, je nach Aussicht.

Die Landschaft zuckelte im Zeitlupentempo an uns vorbei, und man konnte anders als bei der DB die Fenster öffnen. Und pünktlich war der Zug auch noch, im Gegensatz zur …

Nostalgie pur, allerdings ohne Dampflok. Die waren wohl alle schon ausrangiert.

Und hier das touristische Highlight: die Volkstanzgruppe.

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Ins Herz des Dschungels

Ecuador ist ein vielseitiges Reiseland und wir wollen auch den östlichen Landesteil kennenlernen. Die Anden fallen in steilen Abhängen hinab ins Amazonasgebiet. Ausgangsort für einen Besuch des Oriente, so wird das Amazonasgebiet hier auch genannt, ist Tena, das wir nach einer vierstündigen Busfahrt erreichen. Noch eine Dreiviertelstunde mit dem Auto, dann geht es per Boot zur Liana Lodge. Diese wurde von einem Ecuadorianer und einer Schweizerin errichtet, nachdem sie hier an einem Nebenarm des Rio Napo, der in den Amazonas mündet, eine Tierauffangstation gegründet hatten. Diese ist eine Stiftung und die Lodge sollte dem Paar den Lebensunterhalt sichern. Bis zu 15 Freiwillige aus verschiedenen Ländern arbeiten in der Tierstation und organisieren Führungen. Sie wissen zu vielen Tieren die traurige Vorgeschichte zu erzählen, die meisten wurden skrupellosen Tierhändlern weggenommen oder ausgesetzt, weil sie als Haustier nicht taugten. Nach Möglichkeit werden die Tiere wieder ausgewildert, oft ist dies aber nicht mehr möglich. Dann bleiben sie für immer hier.

Wir haben drei interessante Tage im Dschungel verbracht, sind durch den schlammigen Regenwald gestapft, gut daß wir mit Gummistiefeln ausgestattet wurden. Wir haben viel erfahren über Pflanzen, deren Heilwirkung, kurioses wie die wandernde Palme gesehen und meine Lieblingstiere im Dschungel, die Blattschneideameisen. Wir haben Kaimane beobachtet und eine Tarantel, schön haarig und handtellergroß. Hier war die Höhe nicht das Problem, allerdings ist alles sehr schweißtreibend und die Klamotten alle feucht. Zum Glück hatten wir das große Gepäck in Banos zurückgelassen, da konnten wir uns nach der Rückkehr wieder trockenlegen.

Das letzte Stück zur Lodge haben wir im Kanu zurückgelegt.

Unser Zimmer in der Liana Lodge, es gibt keine Fenster, nur Fliegengitter und keinen Strom. Nach Sonnenuntergang nur noch Kerzenlicht, auch beim Abendessen, sehr romantisch.

Das Restaurant mit Blick zum Fluß

Die Bar, ein wunderbarer Ort für den Sundowner.

Schweißtreibende Wanderung zu einem Aussichtspunkt, im Hintergrund sieht man den Rio Napo.

Hier haben wir illustre Vögel beobachtet, aber zu weit weg fürs Smartphone. Wer aufmerksam hinschaut, wird Kaimane im Wasser entdecken.

Martin beim Filmen der Blattschneideameisen.

Abendstimmung am Rio Napo. Die Wolken an Horizont haben sich in der Nacht zu einem Gewitter aufgebaut. Aber das Dach aus Palmwedeln hat auch im stärksten Regen dicht gehalten.

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Auf dem Lande

Wir lernen eine bergige Gegend kennen, die von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt ist. Und bergig bedeutet immer sehr steile Hänge, tief zerklüftet und von kleinen Canyons durchzogen. Es gibt Dörfer, aber anscheinend leben die meisten Menschen sehr verstreut in kleinen, niedrigen und teilweise ärmlichen Häuschen. Die Schulkinder müssen weite Wege zurücklegen, wir sehen am Nachmittag viele von ihnen auf den Nachhauseweg. Da die Busverbindung hier relativ schlecht ist, werden wir zu unserem Hostal gebracht, auf einer holprigen Piste. Wir dachten, daß wir nach der Ankunft noch ein bißchen durchs Dorf bummeln, aber das war nach fünf Minuten erledigt. Es soll 3000 Einwohner haben, aber die scheinen alle verstreut zu leben. Unser Hostal war sehr gemütlich und wir haben hier viele Backpacker getroffen. Zu den Mahlzeiten hatte es was von einer Jugendherberge, alle an einem großen Tisch und das Essen in der Mitte. Und gemeinsam abräumen natürlich. Aber spülen mußten wir nicht. Die Runde war international, also haben wir nur englisch gesprochen, auch mit den Deutschen, aus Höflichkeit, damit jeder etwas versteht.

Der Grund, warum wir diese abgelegene Gegend besucht haben: es gibt eine dreitägige Wanderung zu einem Kratersee, der liegt auf 3900 Meter Höhe. Wir haben es den jungen Leuten überlassen, dorthin zu wandern, in der Höhe und ständig rauf und runter, da haben wir uns lieber Rundwege ums Dorf ausgesucht, die waren auch schön und nicht so atemraubend. Den Kratersee haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen, den haben wir auf der Weiterfahrt nach Banos mitgenommen. Banos ist der Ausgangspunkt für unseren Trip ins Amazonasgebiet, davon später mehr.

Die Hauptstraße von Insilivi, so heißt das Dorf, wo wir zweimal übernachtet haben.

Unser Hostal, sehr gut geführt von einem Ecuadorianer und einer Holländerin. Hier hat man sich voll auf die Bedürfnisse der Backpacker eingestellt, es gibt selbstverständlich vegane Kost, morgens um sieben vor dem Frühstück Yoga sowie einen Whirlpool mit Aussicht. Übrigens hatte auch unser Zimmer wieder unverbauten Fernblick.

Und das ist die Umgebung, die wir bei herrlichem Sonnenschein erkundet haben. Übrigens immer so knapp unter 4000 Metern Höhe.

Hier sieht man das ganze Dorf. Das unförmige längliche Gebilde in der Mitte ist ein überdachter Sportplatz.

Und hier der Kratersee Quilotoa, das Highlight hier in der Gegend.

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Auf der Straße der Vulkane

Wir verlassen Otavalo und fahren auf der Panamericana in Richtung Süden. Dabei passieren wir noch einmal Quito und kommen nun in eine ländlichere Gegend. Die Bezeichnung Straße der Vulkane stammt übrigens von Alexander von Humboldt, auf dessen Spuren wir uns bewegen. Allerdings werden wir nicht wie er einen Vulkan besteigen, denn dazu reicht die Luft nicht. Wir haben uns für zwei Tage in einer Hacienda einquartiert, die auf 3700 Meter Höhe liegt. Da kommt man schon mal aus der Puste, wenn man normales Tempo geht. Also alles schön langsam.

Wir befinden uns im Zentralen Hochland Ecuadors und die genannten Vulkane, alle zwischen 5000 und 6000 Metern hoch, gehören zu den höchsten Bergen dieses Landes. Wirken aber nicht so hoch, wenn man selbst schon auf 3700 Metern steht. Nicht alle sind das ganze Jahr über schneebedeckt und auch hier geht das ewige Eis zurück. Überhaupt ist das Klima hier sehr besonders. Es schneit zum Beispiel nie in Quito, obwohl es fast 3000 Meter hoch liegt. Aufgrund der Lage direkt am Äquator sinkt das Quecksilber praktisch nie unter 10 Grad, steigt aber auch nicht über 20 Grad. Jahreszeiten in unserem Sinne gibt es nicht, es regnet nur mal mehr oder mal weniger. Wir reisen in der Zeit mit weniger Regen, allerdings haben wir gestern den ersten richtig sonnigen Tag erwischt. Die Berge waren bis dahin eigentlich immer in Wolken. An der Küste dagegen herrscht tropisches Klima, das von zwei Meeresströmungen beeinflusst wird. Ganz anders im Dschungel im Westen des Landes, wo sich die Flüsse von den Andenhängen ins Amazonasgebiet ergießen, dazu später.

Noch eine Anmerkung zum Thema Heizung. Gibt es hier nämlich nicht, da es nicht richtig kalt wird. Allerdings wird es auf 3700 Metern doch recht frisch. In den Höhenlagen heizt man mit Holz in offenen Feuerstellen. Unser Zimmer in der Hacienda verfügt über einen Kaminofen, der vom Personal am späten Nachmittag angefeuert wird. Für Warmduscher gibt es einen elektrisch betriebenen Heizofen. Ich sage jetzt nicht, wer von uns beiden das ist. Unser Bett, übrigens breiter als lang, habe ich noch nie gesehen, hat eine mollig warme Überdecke. Die Bettwäsche ist kuschelig warm, eine Mischung aus Fleece und Biberwäsche, gibt es so bei uns nicht. Ihr müsst euch also keine Sorgen um uns machen. Tagsüber ziehen wir alles an, was wir haben und nachts ist es warm genug.

Dieses Bild von Quito möchte ich nachreichen, weil im Vorbeifahren bei wunderbar klarem Wetter die Sicht auf die Stadt so gut war. Stellt euch diesen Ausschnitt noch zehnmal hintereinander vor, dann habt ihr ungefähr die Ausdehnung dieser 2-Millionen-Stadt.

Voilà – unsere Hacienda am Fuße des Cotopaxi, dem zweithöchsten Berg Ecuadors. Perfekte Lage, perfektes Wetter, da muß Petrus wieder einmal seine Hände im Spiel gehabt haben.

Zimmer mit Aussicht, eigentlich kann man im Bett liegen bleiben und die Tageseiten an sich vorüberziehen lassen.

Uns zieht es natürlich in die Natur. Hier kann man wunderbar über samtweiche Bergwiesen laufen, die übersät sind mit kleinen Blümchen. Sozusagen die Miniaturausgaben unserer Wildkräuter.

Seht euch mal diesen Baum an hier auf fast 4000 Metern, da gibt es in den Alpen nur noch Fels und Geröll.

Der Speiseraum bietet direkten Bergblick. Viele Besucher erleben den Berg nur in Wolken, wir haben da echt Glück.

Hier stehen oft Lamas, bloß nicht, wenn ich mit dem Smartphone unterwegs bin. Ich hoffe, ich kann euch diese wolligen Genossen mit dem Kamelgesicht noch nachliefern, sonst eben bei den Fotos nach der Reise.

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Im Hochland

Von Quito aus setzen wir unsere Rundreise fort. Ich möchte euch heute mal ein wenig erläutern, wie wir hier reisen. Am besten ist es umschrieben als Rucksacktour mit Extras. Da wir noch viele Reisen machen wollen, müssen wir aufs Budget schauen und haben uns im Falle Ecuador für die Billigvariante entschieden. Das bedeutet, wir bewegen uns im Land mit Linienbussen von Ort zu Ort. Die kosten pro Person und gefahrene Stunde einen Dollar. Wir sind heute von Quito aus 90 Kilometer nach Norden in die Stadt Otavalo gefahren und haben zusammen 5 Dollar bezahlt. Unsere Unterkünfte heißen Hostal, nicht zu verwechseln mit den Backpacker Hostels mit Schlafsälen und Gemeinschaftsbad. Wir würden unsere Unterkünfte als 1-Sterne- Hotel bezeichnen. Die Zimmer sind immer sauber und haben ein eigenes Bad. Manchmal sind sie sehr klein und spärlich möbliert. Also kein Stuhl, kein Nachttisch und nur drei Kleiderbügel. Macht uns nichts aus, wir leben ohnehin aus dem Rucksack oder Rollkoffer. Durch die enge Bauweise in den Städten gibt es Innenhöfe, die teilweise sehr malerisch sind. Wenn die Fenster nach innen gehen, ist es aber recht dunkel und man sieht die Sonne nicht. Aber man kann auch Glück haben, wenn ihr euch an das Bild von der Insel Isabela erinnert. Heute haben wir den Vogel abgeschossen, riesiges Zimmer, genügend Ablagemöglichkeiten, kleiner Schreibtisch und Stuhl. Und sogar eine große Terrasse mit zwei Liegestühlen. Nur fehlt bislang die Sonne. Besonders erwähnen möchte ich das Frühstück. Bisher jedes Mal Spitzenklasse. Immer frisch zubereitet, die Eier nach Wunsch, dazu Brötchen oder Toast, Butter und Marmelade, ein frischer Obstsalat aus tropischen Früchten und ein frisch gepresster Obstsaft. Kaffee oder Tee natürlich auch. Da bleibt bei mir kein Wunsch offen, Wurst und Käse kann ich auch zu Hause essen. Und da wir gerade beim Essen sind: es gibt hier, wir würden sagen gutbürgerliche Restaurants, die ein Mittagsmenü für 3 Dollar pro Person anbieten. Ich hatte eine kräftige, gebundene Rindfleischsuppe, dann Hähnchen mit Reis, Pommes, Kochbanane und einen kleinen Salat, als Nachtisch eine gelbe Tomate als Kompott gedünstet und dazu einen frisch gepressten Ananassaft. Und alles hat sehr lecker geschmeckt. Wir waren da übrigens die einzigen Touristen, hier geht der normale Ecuadorianer essen. All das gilt nicht für Galapagos und Quito, da zahlt man für Nudeln mit Tomatensoße schon mal 15 Dollar. Nun zu den Extras. Ihr wundert euch sicher, daß wir bei der Wanderung ans Händchen genommen werden. In den Naturschutzgebieten ist dies teilweise Pflicht, man möchte den Touristen die Natur näherbringen und dafür sorgen, daß sie erhalten bleibt und keiner Unfug anstellt. Einen Fahrer brauchen wir immer dann, wenn kein öffentlicher Bus fährt. Und Taxis sind günstig, vom Busbahnhof zum Hostal haben wir heute 1 Dollar bezahlt.

Otavalo haben wir angesteuert, weil es hier einen Kunsthandwerkermarkt gibt und einen Kratersee, um den herum man wandern kann. Und beides hat sich gelohnt. Ich besitze jetzt eine Strickjacke aus Alpakawolle für 22 Dollar und wunderbar weiche Schals. Und die Wanderung hat sich auch gelohnt. Erst wollten wir gar nicht losgehen, weil alles nebelverhangen war. Aber schon nach kurzer Zeit klarte es immer mehr auf, zum Schluß konnten wir sogar den ganzen Kratersee namens Cuicocha sehen. In unseren Reiseunterlagen war vermerkt, daß wir von einem spanisch sprechenden Fahrer hingebracht werden und dann von einem Guide auf der Wanderung geführt werden, der Englisch spricht. War dann genau umgekehrt und meine rudimentären Spanischkenntnisse waren nützlich. War für mich wie ein kleiner Sprachkurs. Jetzt aber zu den Fotos.

Im komfortablen Bus zwei Stunden von Quito nach Otavalo. Störend war nur der Fernseher, da lief eine Bollywood Produktion mit viel Pathos, Schlacht und so, und auch noch extrem laut.

Der zentrale Platz von Otavalo, Stichwort Rentnerbank. Hier kann man in Ruhe die Einheimischen beobachten, viele tragen die Kichwa Tracht. Allerdings leider nicht die auf dem Bild.

Am Kunsthandwerkermarkt

Das links ist Alfonso, unser Wanderführer. Als wir gefragt haben, ob er mit aufs Selfie will und dann sah, daß wir keinen Selfie Stick haben, hat er gleich einen aus dem Rucksack gezogen. Er gehört zu der hier ansässigen Volksgruppe der Kichwa. Er trägt wie alle Kichwa Männer ein weißes Hemd unter der Funktionsjacke und hat einen langen geflochtenen Zopf, den man hier leider nicht sieht.

Die Landschaft um Otavalo, man sieht die landwirtschaftliche Nutzung. Was man nicht sieht, wir sind hier wieder knapp 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Und die Vulkane verstecken sich immer in den Wolken, sie sind hier an die 5000 Meter hoch. Auch in der Bildmitte, wo sich die Wolken sammeln.

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Another day in paradise

Für den letzten Tag auf Galapagos haben wir uns frei genommen. Auf San Cristobal, der letzten Insel, die wir besuchen, gibt es einige Aktivitäten, die man ohne Guide machen darf. Da wir uns gerne ausgiebig mit der Natur beschäftigen, freuen wir uns auf einen Tag, den wir frei gestalten können. Wir beginnen mit einer Küstenwanderung. Die Badebucht lassen wir hinter uns und klettern über große Lavabrocken auf eine Klippe, in der Gabelschwanzmöwen nisten. In der fischreichen See sind natürlich auch Fregattvögel und der Rotschnabel Tropikvogel unterwegs. Wir verbringen viel Zeit an diesem Spot. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, zum Beispiel ist das Wasser so klar, daß man von hier oben Meeresschildkröten sehen kann. Bilder von der großen Kamera gibt es nach der Reise.

Unterwegs auf der Küstenwanderung nach La Loberia

Hier kann man mit Seelöwen schwimmen oder surfen, wenn der Wind etwas kräftiger weht.

Und den hätten wir beinahe übersehen, so schwarz, wie der ist.

Später waren wir hier in der Bucht von Las Tijeretas schnorcheln. Wieder waren Schildkröten im Wasser und putzige Seelöwen.

Der Abschied von Galapagos fällt uns echt schwer. Es gibt so viel zu entdecken, hier kann man ohne Probleme auch zwei Wochen verbringen. Allerdings geht es ins Geld, vom Bier bis zu den Hotelzimmern ist alles erheblich teurer als auf dem Festland. Galapagos-Aufschlag halt. Aber einen Trost gibt es: 25 Prozent der Einnahmen aus dem Tourismus fließen in den Naturschutz. Ich habe gleich noch ein Bier bestellt, als ich das gelesen habe. Man tut ja gerne etwas für den Naturschutz. Übrigens – am Stadtstrand von San Cristobal tummeln sich vor der untergehenden Sonne jede Menge Seelöwen, schaut mal genau hin.

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Schnorcheln in Los Tuneles

Dort wo Lava ins Meer fließt und oben schneller erkaltet als in den unteren Schichten, können sich Lavatunnel bilden. Wir waren in einem solchen Gebiet schnorcheln. Nichts für klaustrophobisch veranlagte Leute. Man hat das Gefühl, den Kopf einziehen zu müssen, so hoch steht das Wasser in den Tunnels. Um es gleich zu sagen: es gibt jetzt leider keine Bilder von diesem Ausflug, denn das hätte das Smartphone nicht überlebt. Martin hat mit der Gopro gefilmt, Bilder davon gibt es nach der Reise. Und es gab viel zu Filmen, Meeresschildkröten zum Greifen nahe und unsere Freunde, die Weißspitzen Riffhaie. Sie tauchen aus dem Nichts auf und genauso schnell sind sie auch wieder verschwunden. Sie sind völlig ungefährlich und nur etwa zwei Meter lang. Man darf sich nur nicht von Stephen Spielberg verleiten lassen und an den Weißen Hai denken. Die Sicht war nicht hundertprozentig, aber dafür waren wir im flachen Gewässer sehr nahe an den Fischen dran. Und die Meeresschildkröten sind unglaublich groß, eine schwamm direkt unter mir und ich konnte die schöne Zeichnung ihres Panzers sehen. Hinterherschwimmen geht nicht , so plump sie auch aussieht, ist sie doch unglaublich schnell.

Ein anderer Ausflug führte uns an den Rand der Caldera des Vulkans Sierra Negra, aber wir haben nur Nebel gesehen. Interessant waren die Erläuterungen unseres Guides, was der Mensch so anrichtet, wenn auch unbewußt. Die ersten Siedler brachten Guaven mit auf die Insel, welche sie nach dem Verzehr achtlos wegwarfen. Vögel pickten die Samen auf und verteilten sie auf der ganzen Insel. Jetzt gibt es hier einen Guavenwald, der die heimischen Farne verdrängt. Jetzt verstehe ich etwas besser, warum unser Gepäck ständig auf Lebensmittel untersucht wird.

Hier noch einige Bilder von Isabela und von Las Plazas, von einen Bootsausflug, den wir gestern unternommen haben.

Frisch eingetroffen zur jetzt beginnenden kälteren Jahreszeit: die Galapagos Pinguine. Die einzigen Pinguine, die in Äquatornähe leben können. Deshalb sind sie auch etwas kleiner geraten.

Die Fahrt zu Los Tuneles war ruppig, das Boot knallte bretthart auf die Wellen. Nichts für Weicheier.

Der Abschied von Isabela ist uns nicht leicht gefallen. Es ist so eine total entspannte Atmosphäre hier, viele Sandstraßen und direkt am Ort ein großer Traumstrand. Dort kann man besonders gut Pelikane bei der Jagd beobachten.

Hier auf der Isla La Plaza Sur haben wir die ersten Landleguane gesehen.

Man kann sich ihnen nähern, bis sie mit dem Kopf nicken. Das bedeutet allerdings nein und man sollte sich zurückziehen.

Diese Entfernung ist ok. Tierfilmer Martin hatte alle Hände voll zu zu .

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Isla Isabela die beschauliche

Sie ist die größte der Galapagos Inseln, hat aber viel weniger Einwohner als Santa Cruz. Es gibt nur eine kurze Piste zum Vulkan, alle anderen Ausflüge gehen per Boot. Man darf sich eigentlich nur in den Ortschaften auf eigene Faust bewegen, über Land oder auf dem Wasser muß immer ein lizenzierter Guide dabei sein. Er soll die einzigartige Natur erläutern und aufpassen, daß keiner Dummheiten macht. Zum Beispiel Echsen streicheln oder von den kleinen, giftigen Äpfelchen essen. Mit der ebenfalls geforderten Sprachkenntnis hapert es manchmal etwas, aber mit meinen rudimentären Spanischkenntnissen klappt es meistens. Wir sind jetzt drei Tage hier, vor allem zum Schnorcheln. Hier gibt es Meeresschildkröten, die niedlichen Riffhaie mit den weißen Spitzen an den Flossen, Mantas und Fischlein in allen Größen und Farben. Wir werden gleich abgeholt und zu dem spektakulärsten Schnorchelplatz der ganzen Insel gebracht. Davon später mehr. Erwähnen möchte ich noch, daß der Naturschutz natürlich Geld kostet und Ecuador zu den Entwicklungsländern gehört. Also werden die reichen Touristen zur Kasse gebeten, was völlig in Ordnung ist. Man zahlt am Flughafen schon mal 100 Dollar pro Person, sonst darf man die Inseln nicht betreten. Und Isabela verlangt auch noch mal 10 Dollar. Aber es wird wirklich viel getan, denn dumme Unachtsamkeiten haben hier verheerende Folgen. So wurden zum Beispiel von den ersten Siedlern Ziegen mitgebracht, die sich auswilderten und für das Aussterben einiger Spezies verantwortlich sind. In einem aufwändigen Programm werden sie zu zehntausenden gejagt, verwilderte Hausschweine konnten schon ausgerottet werden. Dann gibt es viele Aufzuchtstationen, mit dem Ziel, vom Aussterben bedrohte Arten, zum Beispiel die Riesenschildkröte, zu vermehren und dann in die Freiheit zu entlassen. Hier nun die ersten Eindrücke von Isabela.

Kleiner Landspaziergang durch Lavafelder nach dem ersten Schnorchelausflug.

Die Riffhaie haben nicht mit uns geschnorchelt, die hatten gerade Pause.

Man muß immer aufpassen, daß man nicht auf eine Echse tritt, die sind genauso schwarz wie die Lava.

Auf der Mauer liegt es sich gut, da kann man alles runterhängen lassen.

Zimmer mit Aussicht, bisher unser schönstes Hostal.

Gestern Abend haben wir uns mal was Leckeres gegönnt, Martin hatte Pulpo und ich Shrimps, beides sehr schmackhaft auf ecuadorianisch zubereitet.

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Die Meerechsen und wir

Galapagos – schon lange unser Sehnsuchtsziel. Jetzt ist es wahr geworden. Wir logieren in Puerto Ayora auf Santa Cruz und sind zur Tortuga Bay gelaufen. Eine der schönsten Buchten, die wir gesehen haben. Und man kann sie nur zu Fuß erreichen, was natürlich niemanden abhält. Denn dort kann man mit Meerechsen schwimmen und schnorcheln. Wassertemperatur sehr angenehm und für Schatten sorgen die Mangroven. Es ist und bleibt hoffentlich ein Naturstrand, Proviant muß mitgebracht werden.

Man muß schon bis zum Ende der Bucht stapfen, um zu den Echsen zu gelangen.

Die Meerechsen sind die länglichen Schwarzen.

Schwimmen, Riffhaie aufspüren, Fregattvögel aus der Nähe beobachten, Urlaub kann ja so aufregend sein.

Aber auch an Land gibt es viel zu sehen. Der Tierfilmer bei der Arbeit. Diese Riesenschildkröten leben hier in freier Wildbahn und weglaufen geht ja eh nicht.

Zurück im Ort, war unsere Rentnerbank schon besetzt.

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Quito am zweiten Tag

Die höchstgelegene Hauptstadt der Welt einmal von oben sehen, das muß sein. Wir haben uns einen Hügel oberhalb der Altstadt ausgesucht. Die Sicht war nicht ganz optimal, daher konnten wir die fünf umliegenden Vulkane nicht sehen, die alle über 5000 Meter hoch sind. Aber von hier oben bekommt man eine Ahnung von der ungeheuren Ausdehnung der 2-Millionen-Stadt. Sie ersteckt über 30 km in der Nord-Süd-Ausdehnung. Hier nun die Bilder von heute.

Blick über die Altstadt nach Norden.

Und immer geht es hoch und runter, unser Fitnessparkur im Urlaub.

La Ronda, eine Vergnügungsgasse mit unzähligen Kneipen und Livemusik. Warum man davon nichts sieht? Ganz einfach, das spielt sich alles am Wochenende ab und heute ist Donnerstag.

Die Iglesia la Compania – hier ist alles Gold was glänzt.

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Höhenluft und koloniales Erbe

Man fühlt sich gleich ein paar Jährchen älter, wenn man schon beim Treppensteigen aus der Puste kommt. Warum sich die Inkas ausgerechnet in 3000 Meter Höhe angesiedelt hatten, ist nicht bekannt. Als die Spanier kamen, haben sie eine von den Inkas vollständig zerstörte Stadt übernommen. Daher bietet das heutige Weltkulturerbe eine Vielzahl von Kathedralen und Kolonialbauten. Keine Spur mehr von den Inkas. Wir haben uns heute einen ersten Überblick verschafft und die Altstadt zu Fuß erkundet.

Die Kathedrale an der Grande Plaza.

Der Erzbischofspalast auch an der Grande Plaza.

Da kommt unser Hostal schon etwas bescheidener daher. Gemütlich und sauber mit blanken Holzfußböden. Wir wussten ja, daß es die Südamerikaner bunt mögen. Aber so farbenfroh??? Hier ein schönes Beispiel dazu, es handelt sich um das Kaminzimmer unseres Hostals.

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Auf den Spuren von Humboldt und Darwin

Wie so oft sind es Naturerlebnisse, die uns motivieren, lange Flüge auf uns zu nehmen, um neue Welten zu entdecken. Für uns beide ist es eine Premiere: zum ersten Mal in Südamerika. Die Reiseberichte von Alexander vom Humboldt haben es uns angetan, wir wollen der Straße der Vulkane folgen, alte Kolonialstädte besuchen und bis ins Amazonasgebiet abtauchen. Aber besonders freuen wir uns auf die einmalige Tierwelt der Galapagos Inseln. Meerechsen und Leguane aus nächster Nähe, die Tiere glauben hier noch an das Gute im Menschen.

Wir beginnen in Ecuadors Hauptstadt Quito. Morgen früh starten wir via Amsterdam und der Landeanflug wird recht kurz werden, denn Quito liegt immerhin auf etwa 3.000 Meter Höhe. Da wird die Luft schon etwas knapp, also wird alles ganz gemütlich angegangen. So der Plan. Wie es dann wirklich wird, erfahrt ihr regelmäßig hier. Wir reisen mit kleinem Gepäck, also gibt es auch nur ein Smartphone für den Blog. Und auch nur, wenn wir WLAN haben. Fotos von meiner Kamera werde ich nach der Reise hochladen.

Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare. Ich melde mich dann aus Quito.

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Fotobuch ist fertig

Hat ein wenig gedauert, aber es brauchte erst mal so richtig mieses Wetter, damit ich mich eingehend mit den Fotos unserer Reise durch den Wilden Westen beschäftigen konnte. Hier nun das Ergebnis: ein Fotobuch. Mit allen Highlights – aber schaut am besten selbst.

http://www.cewe-fotobuch.de/view/5fc65dd12bea5526560e38a4d4947f18

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Zu guter Letzt

Ich sitze am Flughafen und habe Zeit. Meine Gedanken sind bei den letzten Wochen, und es ist Zeit für ein Resümee. Wir haben großartige Landschaften gesehen und nur Trump-Gegner getroffen. Keine Ahnung, woran das liegt. Sind Camper die besseren Menschen? Haben sich die Trump-Anhänger nicht geoutet, weil sie die harsche Kritik der Europäer kennen? Was bedeutet es, wenn an einem Einfamilienhaus eine überdimensionale US-Flagge weht? Übrigens haben wir auch Camper gesehen, die gleich mal ihre Flagge hissen, wenn sie ihren Stellplatz beziehen.

Zum American Way of Life ist zu sagen, dass es noch immer zu viel Einwegmüll gibt, wenn auch ganz zaghaft Mülltrennungsversuche unternommen werden. Das Problem sind vor allem die Fastfood Läden. Ein Restaurant-Besuch ist relativ teuer, und manch ein Schnellimbiss liefert ganz leckere Gerichte. Aber selbst wenn man dort am Tisch sitzt und isst, kommt alles auf Plastik. Der legendäre Tellerwäscher ist arbeitslos. Wir selbst haben ungeheure Müllberge produziert, im Supermarkt ist alles so praktisch verpackt, dass man ungefähr die gleiche Menge wegwirft, die man gekauft hat. Ist dann nur leichter.

Unser Wohnmobil war zuverlässig und komfortabel, nur einmal waren wir in einer Werkstatt, weil sich die Halterung für die Microwelle gelöst hatte. Auch als Trockenraum funktioniert so ein Wohnmobil wunderbar, wenn man unterwegs in einem Waschsalon wäscht.

Und ich hatte noch ein Bild vom Badezimmer versprochen. Die Dusche war tatsächlich praktisch für uns, weil wir doch meistens auf Einfach-Campingplätzen ohne Facilities waren. Die Toilette ist rechts, passte nicht aufs Bild.

Apropos Toilette, hier noch ein Bild speziell für Christina. So schön kann ein Plumsklo sein. Die werden täglich sauber gemacht und es ist immer Klopapier da. Riecht übrigens gar nicht so schlimm, wie man befürchten könnte.

Wenn man über die amerikanischen Highways fährt, fällt auf, dass in einer der fortschrittlichsten Industrienationen der Welt die Strommasten durchweg aus Holz sind. Sieht natürlich schön aus, ist aber für uns eher ungewohnt. Aber man kennt ja auch die Meldungen, wenn es zu flächendeckenden Stromausfällen kommt…

Man kann einen Highway übriges auch adoptieren. das bedeutet aber nicht, dass man ihn gut erziehen sollte und eine Ausbildung finanzieren muss, es bedeutet einfach, dass man ihn sauber halten darf. Dazu melden sich Firmen oder Privatpersonen, die dann als Danke schön für ihre Mühe auf dem Schild genannt werden.

Der Westen der USA und auch wir leiden derzeit unter einer Hitzewelle. Wir sind am größten Thermometer der Welt vorbeigefahren, das zeigte 115 Grad Fahrenheit, das sind mal locker 46 Grad Celsius. Da freut man sich, dass das Auto eine Klimaanlage hat.

Was man unterwegs auch oft beobachten kann, ist eine gewisse Landflucht. Es gibt Ortschaften, die wirklich 100 Kilometer vom nächsten Supermarkt entfernt sind. Es gab früher überall Einzelhandel, aber Walmart und Co. haben diesen wohl verdrängt. Auch die charmanten Motels gibt es nur noch selten, sind heutzutage auch alles Ketten wie Travelodge oder Best Western. Übrigens finde ich den Namen Royal Hawaiian auch sehr gewagt, für ein staubiges Nest mitten in der Wüste.

Die beiden letzten Tage haben wir in Las Vegas verbracht, weil man sich da fast durchweg in klimatisierten Räumen aufhalten kann. Das hat dann aber Folgen.

Hat aber alles noch in die Reisetaschen gepasst. Las Vegas hat uns zum Schluss noch einen Höhepunkt beschert: wir haben noch einmal den Cirque du soleil besucht, die Show KA ist außergewöhnlich, mit einer unvorstellbaren Bühnentechnik. Nur als Beispiel: da wurde eine Schlacht auf einer senkrechte Wand dargestellt, so dass man als Zuschauer die Draufsicht hatte. Darauf muss man erstmal kommen und dann noch die Umsetzung, einfach genial. Dass Martin  ganz zum Schluss noch einen Jackpot geknackt hat, passte zu diesem außergewöhnlichen letzten Abend unserer Reise. War aber nicht viel drin, 250 Dollar, ihr braucht erst gar nicht fragen, ob wir mit euch teilen.

Euch allen recht herzlichen Dank, dass ihr meinem Blog wieder so treu gefolgt seid. Über eure Kommentare habe ich mich immer sehr gefreut, auch dafür ein großes Danke schön. Das letzte Bild habe ich ausgesucht, weil wir einfach so viele schöne Abende am Lagerfeuer verbracht haben, dass ich mich auch daran immer besonders gern erinnere.

Euch allen eine gute Zeit und vielleicht bis wieder einmal hier an dieser Stelle. Nach der Reise ist vor der Reise….

 

 

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Zwei National Parks mit großen Bäumen

In den Redwoods haben wir die höchsten Bäume gesehen, im Kings Canyon und Sequoia National Park stehen die mächtigsten. Die Redwoods sind so schlank, dass man manchmal Bedenken hat, ob sie den nächsten Sturm überstehen. Ganz anders die Sequoias, sie stellen das Längenwachstum ein, wenn sie die umliegenden Bäume überragen. Dann bilden sie eine dichte Krone aus und die braucht viel Sonne. Die Sequoias werden um die 90 Meter hoch und haben einen Umfang von bis zu 30 Metern. Sie legen jedes Jahr an Umfang zu, auch wenn sie nicht mehr in die Länge wachsen. Aber nicht nur die Bäume haben es uns angetan, die Wälder sind sonnendurchflutet, die Bäume stehen weit auseinander und lassen viel Licht durch. Momentan bilden die Lupinen einen blauen Blütenteppich soweit das Auge reicht. Und dann haben wir auf unserer Wanderung auch noch einen jungen Bären gesehen, der sich friedlich durch eine Blumenwiese gefuttert hat.

Wir haben den Bären so lange beobachtet, bis wir ihn dressiert hatten.

Die Anfahrt in denn Kings Canyon ist nicht ohne, aber Martin beherrscht unser 7-Meter-Wohnmobil perfekt, auch wenn die Kurven noch so eng sind.

Die Bäume lassen viel Sonne durch, war echt schön, dort zu wandern.

An Volumen ist das der größte bekannte Baum mit 1489 Kubikmetern. Manche bezeichnen ihn auch als das größte Lebewesen.

Hier werden die Größenverhältnisse deutlich, Martin ist nicht so klein…

Zum Thema think big: natürlich sind auch die Tannenzapfen entsprechend groß.

Hier passt die Straße so grade eben zwischen den Bäumen durch.

Ein Teppich aus Lupinen.

 

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Vom Kratersee zu Methusalem

Nachdem wir die Sierra Nevada über den Tioga Pass überquert haben, fahren wir an deren Ostseite weiter in Richtung Süden. Das Gebirge zeigt hier eine klare Kante von Nord nach Süd und mündet in ein ebenso langes Tal, das sich allerdings auf einer Höhe von um die 2.000 Meter befindet. Bei guter Sicht blickt man sowohl nach rechts als auch nach links auf etwa 50 Kilometer schneebedeckter Berge. Und die sind alle über 3.000 Meter hoch. Hier befindet sich auch Mt. Whitney, mit 4.421 Metern der zweithöchste Berg der USA. Der höchste ist der Denali in Alaska. Entlang der Berghänge gibt es Kiefernwälder, nach Osten hin geht alles in Wüste über, da befindet sich auch das Death Valley, das wir bereits am Anfang unserer Reise besucht haben. Da sind es jetzt tagsüber permanent 50 Grad. Wir suchen gern Regionen um die 3.000 Meter auf, dort sind es nur Anfang dreißig Grad. Es gibt hier durchaus Sehenswertes, meist abseits der touristischen Hauptrouten.

Sehenswert ist der Mono Lake, mit 150 qkm weltgrößter Kratersee. An seinen Ufern haben sich Tuffsteinsäulen gebildet, als Quellwasser nach oben sprudelte. Natürlich nicht von heute auf morgen, aber jetzt sind sie fertig und geben gute Fotomotive ab. Im Hintergrund die schneebedeckte Sierra Nevada. Warum die so heißt, wo wir doch in Kalifornien sind, weiß ich auch nicht.

So sieht es aus, wenn man am Independence Wochenende keinen freien Campingplatz mehr findet. Hier durften wir offiziell stehen, ist eigentlich mehr ein Parkplatz. Immerhin haben sie uns dafür auch gleich mal 23 Dollar abgeknöpft. Hier sieht man die Sierra Nevada noch schön klar, in der Nacht wurde durch ein Gewitter ein Waldbrand entfacht, der das ganze Tal in dichten Rauch hüllt.

Jetzt seht euch diesen Baum mal genau an und ratet, wie alt der ist. Kleine Hilfe: Babylon stand in voller Blüte und in Ägypten wurde das erste Reich gegründet. Just zu dieser Zeit keimte das Samenkorn einer Grannenkiefer und daraus entwickelte sich dieser Baum, der heute über 4.000 Jahre alt ist. Und er lebt weiter, auch wenn Teile bereits abgestorben sind, so treiben einige Äste auf der linken Seite noch immer aus. An dieser Stelle ist Demut angesagt.

So schön kann sich nur eine Grannenkiefer verwinden. Übrigens ist der älteste Baum in diesem Hain (Ancient Bristlecone Pine Forest, falls ihr mal vorbeischauen wollt) 4.750 Jahre alt und heißt Methusalem. Es wird aber nicht verraten, wo er steht, um Souvenirjägern das Handwerk zu legen.

Das sind die Alabama Hills. Erkennt ihr sie wieder? Habt ihr den Film „Django Unchained“ gesehen? Szenen für diesen Film wurden hier gedreht, darüber hinaus noch unzählige Western, oder auch  „Iron Man“. Für uns einfach ein toller Spot für Foto- und Filmmotive.

Und hier Mt. Whitney, der Vize. Leicht verraucht durch den Waldbrand auf der anderen Seite.

 

 

 

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Ein berühmter Park und ein halber Berg

Er gehört zu den berühmtesten Landschaftsparks im Westen der USA und darf auch auf unserer Route nicht fehlen: der Yosemite National Park. Spricht sich übrigens Jo-sé-mi-ti aus, also blamiert euch bitte nicht. Charakteristisch sind die riesigen Felsendome aus Granit, der berühmteste davon ist der Half Dome. Wie der Name schon sagt, fehlt ihm ein riesiges Stück, und das machte ihn vermutlich weltberühmt. Besonders der Panoramablick vom Glacier Point aus ist umwerfend schön, da steht man ihm auf über 2.000 Metern Höhe fast gegenüber.

Zu seinen Füßen liegt das Yosemite Valley, ein grün bewaldetes Tal, das die Besuchermenge auch nicht annähernd verkraftet. Trotz kostenlosem Shuttle Bus und immer neuen Parkflächen gibt es im Sommer Staus und lange Wartezeiten. Ich will mich nicht beschweren, auch wir gehörten zu den Besuchern des Tals und wir wussten auch, was uns erwartet. Umso mehr haben wir die Ruhe genossen auf unserem Campingplatz außerhalb des Parks mitten im Wald bei absoluter Stille. Wir hatten Glück, einen Tag, nachdem wir den Park erreicht hatten, wurde der Tioga Pass geöffnet. Er bildet die einzige West-Ost Verbindung hier und führt auf eine Höhe von 3.031 Meter über die Sierra Nevada, übrigens mit 640 km die längste Gebirgskette Nordamerikas ausgenommen Alaska. Die Rocky Mountains sind zwar berühmter, bestehen aber aus mehreren einzelnen Gebirgszügen.

Normalerweise wird der Pass zwischen Mitte Mai und Anfang Juni geöffnet, nach dem schneereichen Winter hat es dieses Mal bis zum 29. Juni gedauert. Natürlich haben wir die Chance genutzt und nochmal richtig viel Schnee gesehen, glatte Granitfelswände, die im Gegenlicht glänzen und mächtige Wasserfälle.

Der berühmte Blick vom Glacier Point zum Half Dome

Der El Capitain zählt zusammen mit dem Half Dome zu den größten, exponierten Granitmonolithen der Welt.

Der Bridalveil Fall stürzt 620 Meter in die Tiefe und gehört mit zwei weiteren Wasserfällen des Parks zu den zehn größten weltweit.

Groveland vor den Toren des Parks hat uns besonders gut gefallen, ein typisches Westernstädtchen mit einem berühmten Saloon.

Er wurde 1852 gegründet und ist der älteste Saloon Kaliforniens. Des ist auch ein Suchbild, ratet mal, wo Martin sitzt.

Auf der Wanderung zum Mirror Lake im Yosemite Valley.

Granitfelsendome von der Tioga Road aus

Ein eisfreier See auf fast 3.000 Meter Höhe.

Andere Seen waren noch fast zugefroren. Wir sind zum Campen doch lieber ins Tal gefahren,  bei Temperaturen um den Gefrierpunkt campen wir nicht freiwillig.

 

 

 

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Auf dem Highway Number One

Für Viele ist sie eine der Traumstraßen der Welt: der Highway Number One, der an der Westküste Kaliforniens entlangführt. Einst war sie der Highway der Aussteiger, einige davon findet man noch heute. Zum Beispiel in Garberville, früher die Marihuana Metropole, denn  in den dunklen Redwoodwäldern wächst das Kraut wohl besonders gut. Und nein, wir haben nichts geraucht.

San Francisco und Los Angeles liegen auf der Route und landschaftliche Highlights wie die Redwoods und Big Sur. Wir haben diese Route für die Strecke von den Redwoods nach San Francisco gewählt. In unzähligen Kurven schlängelt sich die schmale Straße an der Küste entlang, überwindet immer wieder Höhenzüge und gibt den Blick frei auf eine wild zerklüftete Steilküste mit Treibholzstränden. Es gibt nur wenige, meist kleinere Orte, in denen die Zeit anscheinend stehen geblieben ist. Auch etliche State Parks liegen an den schönsten Stellen, nur wird es immer schwieriger, dort einen Platz zu erhaschen. Jetzt in der Hochsaison sind viele Amerikaner unterwegs und nutzen die Möglichkeit, bereits sechs Monate im Voraus zu reservieren. Ich versuche immer wieder, online einen freien Platz zu finden, habe aber keine Chance. Zweimal sind wir schon auf einen kommerziellen Platz ausgewichen und einmal konnten wir auf einem Parkplatz in einem State Park nördlich von San Francisco stehen, auch dafür haben wir stolze 25 Dollar bezahlt. Mal sehen, wie es weitergeht. Was uns etwas beunruhigt, ist das kommende verlängerte Wochenende, Montag ist ja Independence Day, da ist wirklich das ganze Land unterwegs. Das wird spannend.

Das Städtchen Ferndale hat uns am besten gefallen, da lebt der alte Westen wieder auf.

Beim Bummeln hat uns der Dorfsheriff angesprochen und es stellte sich heraus, dass er in Würzburg stationiert war.

Dann  weiter auf dem Number One, Kurve für Kurve.

Und dann eine Baustelle, einstreifige Verkehrsführung. Statt Ampel steht hier den ganzen Tag der Flagman.

Sein Pendant auf der Gegenseite.

Und dann wieder der Highway

Die Küste ist sehenswert, aber zum Baden eher nicht geeignet. Es sei denn, man schwimmt gerne bei 17 Grad.

Hier gabs ein Lunch und den besten Kartoffelsalat der Welt, selbst gemacht…

Das Wetter ist abwechslungsreich, aber bei Anfang zwanzig Grad und ohne Regen fühlen wir uns wohl.

Ich schreibe diesen Blog übrigens oberhalb der Golden Gate Bridge. Wir warten hier schon seit Stunden, dass der Nebel verschwindet. Seht selbst.

 

 

 

 

 

 

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Go West!

Jetzt kommen drei Tage, an denen wir in erster Linie Strecke machen. Vom Zion National Park bis zur Pazifik-Küste sind es ganz grob gerechnet 1.500 Kilometer. Wir haben uns dafür den einsamsten Highway in den USA ausgesucht, die Nummer 50 führt quer durch den Norden von Nevada, durch das Colorado-Plateau. Eine sogenannte „Kalte Wüste“ mit heißen Sommern, aber Kälte im Winter. Also doch wieder Wüste – aber unterwegs warten einige Überraschungen, zum Beispiel der Great Basin National Park. Da gibt es auf einmal Berge, die über 4.000 Meter hoch sind und eine alpine Vegetation aufweisen. Bäume stehen hier noch in einer Höhe von 3.000 Metern.

Der Gipfel rechts ist über 4.000 Meter hoch, wir wandern hier auf einer Höhe von etwa 3.000 Metern.

 Aber es ist schön warm, wie ihr seht.

Nach diesem Kleinod wieder Wüste, wir durchqueren etliche weite Ebenen, dann wieder Höhenzüge, die meist in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Dann kommt die nächste Ebene. Das geht fast den ganzen Tag so und am Abend gab es den Campingplatz nicht mehr, den wir für die Übernachtung ausgesucht hatten. Ein Sandsturm tobte über uns hinweg und unser Auto zeigte eine Fehlermeldung am Motor. Bis zum Abend hatte sich alles wieder beruhigt. Glücklicherweise hatten wir die Zivilisation erreicht. In der Werkstatt meinte man, wir hätten etwas zu viel Motoröl, könnten aber  weiterfahren. Einen Campingplatz haben wir dann auch noch gefunden, an einem Stausee, wo wir ganz allein waren. Und der Sturm hat sich wieder gelegt und wir haben erst einmal unser Wohnmobil ausgefegt.

The Loniest Road, so steht es im Autoatlas, wir können es bestätigen.

Die einzige nennenswerte menschliche Ansiedlung auf 500 Kilometer ist Ely, wirkt aber sehr verlassen, die meisten Geschäfte auf der Hauptstraße sind geschlossen. Wir sind die einzigen Fußgänger.

Hier eine Chance für Existenzgründer…

Ruhiger Abend am Stausee bei Fallon.

Auf dem Weg zur Küste liegt der Lassen Volcanic National Park, den nehmen wir natürlich mit. Aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Parkstraße wegen Schnee noch gesperrt ist. Wir sind schon auf 3.000 Meter Höhe gewandert und hier liegen auf etwa 2.ooo Meter Höhe noch fünf Meter Schnee. Man ist dabei, ihn wegzuräumen, für uns aber zu spät. Wir kommen bis zum Manzanita Lake und haben von dort einen wunderschönen Blick zum Lassen Peak.

Ein Abendspaziergang um den Manzanita Lake, der Blick entschädigt für den verpassten Parkbesuch!

Wir haben den Pazifik erreicht! Eine wilde Küste begrüßt uns mit heftigen Wellen und viel Treibholz an den Stränden Nordkaliforniens.

Unser Ziel ist der Redwood National Park. Hier wachsen unglaublich hohe Bäume, man bekommt mit der Zeit Genickstarre. Die Redwood Trees, die dem Park den Namen gaben, wachsen vorzugsweise im Küstenbereich, denn sie lieben viel Feuchtigkeit. Oftmals liegen morgens Nebelbänke vor der Küste, die sich erst im Laufe des Tages auflösen. Genau das Richtige für die Waldriesen. Natürlich wurden früher viele Bäume gefällt, im 19. Jahrhundert benötigten fünf Männer fünf Tage, um einen solchen Baum mit der Axt zu fällen. Durch den technischen Fortschritt wurden die Redwoods großflächig abgeräumt und wären heute verschwunden, wäre nicht der National Park gegründet worden.

Wir kamen uns armselig klein vor zwischen diesen riesigen Bäumen.

Beinahe unmöglich, die Bäume komplett zu fotografieren.

Blick nach oben, die Bäume bilden erst in großer Höhe Zweige.

 

 

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Schluss mit Canyons

Einer geht noch – der Zion National Park, wieder einmal ein Hotspot auf unserer Tour. Was bedeutet, wir waren nicht allein hier. Shuttlebusse bringen die Menschenmassen unaufhörlich in das enge Tal des Canyons, die roten Felswände ragen beinahe senkrecht bis zu 400 Metern empor, nach hinten verengt sich das Tal immer mehr. Dort, wo es nicht mehr weitergeht, muss man durch den Fluss waten, durch eiskaltes, knietiefes Wasser, das gibt auf die Dauer kalte Füße. Wir hatten leider keine Neoprenausrüstung dabei, also sind wir irgendwann umgekehrt. Aber trotzdem ein tolles Erlebnis in einer unglaublichen Landschaft.

Ihr sagt bestimmt, schon wieder rote Felsen, was gibt es denn sonst noch? Keine Sorge, das Landschaftsbild wird sich in den kommenden Tagen grundlegend ändern. Wir werden auf einsamen Straßen Nevada durchqueren, unser Ziel sind die Küstenwälder im Norden Kaliforniens. Dann wird’s grün statt rot, wirklich!

Aber hier zunächst die Bilder aus dem Zion National Park.

Blick in den Zion Canyon

Blick auf den West Temple

Noch immer blühen hier die Frühlingsblumen

Der Kolob Canyon gehört auch zum Zion Park

Unser Campingplatz mitten im Park

Manchmal bekamen wir Besuch

 

 

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Die Mutter aller Canyons

Am Grand Canyon führt für den Reisenden im Westen der USA kein Weg vorbei. Hier hat der Colorado ganze Arbeit geleistet, er hatte allerdings auch 50 Millionen Jahre Zeit dazu, sich 1.600 Meter tief in die Erde zu graben. Und wo er einmal dabei war, hat er gemäß des amerikanischen Prinzips „Think big“ gleich mal auf einer Länge von 450 Kilometern und einer Breite von bis zu 29 Kilometern das Hochplateau grundlegend umstrukturiert. Man traut es dem Flüsschen heute gar nicht mehr zu, wie er so unschuldig dahinfließt, aber der Colorado war damals ungefähr zehnmal so breit wie heute.

Es gibt zwei Stellen, um den Grand Canyon zu besuchen. Die meisten Reisenden wählen die Südseite, dort ist es in der Hauptreisezeit entsprechend überlaufen. Wir beide haben den Grand Canyon schon einmal auf früheren Reisen besucht und wollen dem Rummel am South Rim entgehen. Genau gegenüber von Grand Canyon Village liegen die nördlichen Aussichtspunkte und hier geht es wesentlich entspannter zu. Ma kann die Viewpoints bequem mit dem Auto erreichen und die Aussicht in aller Ruhe genießen. Wir haben uns dafür einen ganzen Tag Zeit genommen.

Unser Campingplatz lag ganz in der Nähe des National Parks, auf einer Höhe von 2.800 Metern. Ein Traumplatz, aber aufgrund der Höhe etwas frisch. Das Lagerfeuer hat uns schön gewärmt, zumindest von vorne und in der Nacht haben wir noch eine Decke zusätzlich aufgelegt. Am Morgen hatte es 5 Grad Celsius. Ein Kontrastprogramm, drei Autosunden entfernt waren es noch 18 Grad in der Nacht.

Unser Campingpatz auf 2.800 Metern Höhe – für einen kühlen Kopf. Der lichte Wald zieht sich bis an den Rand des Grand Canyons hin, und dann geht es abrupt nach unten.

Die Bright Angel Lodge, unmittelbar am Rim gelegen, bietet beste Fernsicht. Wir haben die Sonnenterrasse für ein Mittagsschläfchen genutzt.

Blick in den Grand Canyon von der Nordseite aus. Auch auf der gegenüberliegenden Seite kann man gut erkennen, wie der flache Wald plötzlich zur Abbruchkante wird.

Auch in den Seitenarmen des Colorado bildeten sich die terrassenförmigen Abbrüche aus.

Man kann auch bis zum Colorado hinunterlaufen, allerdings muss man dann auch 1.800 Meter in der Mittagshitze wieder hinauf, das war uns dann doch zu viel.

Mit dem Stand der Sonne verändert sich das Licht im Canyon,  im Gegenlicht wirkt er besonders plastisch.

Ein Beispiel für ein sogenanntes Hoodoo, diese pilzförmigen Säulen bleiben stehen, wenn der Rest des Gesteins längst Opfer der Erosion geworden ist. Leider stehen sie in Gebieten, die nur mit Allradfahrzeugen erreichbar sind. Diese hier standen ausnahmsweise in Fußentfernung zu einem Highway.

 

 

 

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Ein Canyon wie kein zweiter

Womit wir mal wieder bei den Superlativen wären. Welcher Canyon der größte ist, steht fest, das ist der Grand Canyon. Für uns ist der Schönste ganz klar der Bryce Canyon. Ein Platz, an dem man auf jeden Fall einmal gewesen sein sollte, um den Buchtitel „100 Places to see before you die“ aufzugreifen. Man vergleicht den Ausblick gern mit einem Amphitheater, denn man schaut von oben in ein halbrundes Areal, in welchem unzählige, nadelförmige Felsen stehen. Von puderrosa bis zartorange. Für die Indianer sind dies einmal böse Menschen gewesen, die jetzt versteinert da herumstehen müssen.

Wir wählen für den Abstieg in dieses Felsenlabyrinth die sogenannte Wall Street. Ich dachte gleich: na klar, böse Menschen gibt es dort bestimmt genug. Aber es ist wohl eher der Weg gemeint, der in engen Serpentinen steil nach unten führt, immer tiefer hinein in die Felsen, bald bleibt nur noch ein Spalt zum Hindurchgehen. Man muss den Kopf schon weit in den Nacken legen, um noch ein Stückchen vom tiefblauen Himmel sehen zu können. Und dann wächst ganz tief unten in der Schlucht auch noch ein Baum dem Licht entgegen.

Es gelingt mir kaum, die Finger von Auslöser zu lassen, nicht auszudenken, wenn ich jetzt noch mit Diafilmen haushalten müsste. Ein Segen, diese Digitaltechnik! Hier für euch eine kleine Auswahl, und die fiel mir schon schwer genug. Übrigens sind alle Bilder hier im Blog unbearbeitet, ihr bekommt sie sozusagen druckfrisch aus der Camera. Nix Photoshop.

 

 

 

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Eine Schatztruhe der Erdgeschichte

Das Colorado Plateau umfasst etliche interessante Gebiete, die mehr oder weniger touristisch erschlossen sind. Eines davon ist der Capitol Reef National Park. Die bizarren Felsformationen entstanden, als sich ein Hochplateau anhob, wie sich der Deckel einer Truhe an einer Seite öffnet. In diesem Fall hier war die Truhe 180 km lang und hob Gesteinsschichten aus der Tiefe empor. Und dann begann die Feinarbeit: Erosion setzte ein und modellierte hohe Felswände und Canyons. Diese Arbeit geht immer weiter, wir sehen heute erdgeschichtlich nur einen Zwischenstand. Am Fuße dieser Felskante haben sich im letzten Jahrhundert Mormonen angesiedelt und den Boden landwirtschaftlich genutzt. Davon profitieren wir noch heute, mitten in einem grünen Tal mit Obstplantagen liegt der Campingplatz. Man darf hier sogar Obst selber pflücken, aber der Frühling hat ja gerade erst begonnen. Übrigens versteht man hier unter Frühling etwas Anderes als wir. Zwar blühen hier überall die Wildblumen, aber die Temperaturen steigen bereits auf über 30 Grad an. Und wir werden jeden Tag von der Sonne verwöhnt.

Die Aufbruchkante des Capitol Reef National Parks, so geht das  180 km lang, die Stichstraße hat nur 30 Kilometer, der Rest ist weitgehend unerschlossen.

Unser Ford E 350 Achtzylinder bringt uns zuverlässig überall hin. 

Immer wieder eine Augenweide

Wir haben den Cohab Canyon durchwandert.

In diesem schönen grünen Tal liegt unser Campingplatz.

Eigentlich wollte ich nur die Diestelblüte fotografieren und da kam dieser schöne Schwalbenschwanz vorbeigeflattert.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel ganz überraschend ein leuchtender Espenwald in den Boulder Mountains.

Nur wenige Kilometer weiter der Calf Creek Canyon.

Und hier das Ziel unserer Wanderung, ein farbenfroher Wasserfall.

Zurück an unserem Campingplatz haben wir dieses Hörnchen beim Naschen erwischt.

 

 

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Arches oder Windows?

Einen Park habe ich euch noch vorenthalten: den Arches National Park. Hier gibt es über 2000 Natursteinbögen, wir haben aber nicht nachgezählt. Wir blicken jetzt also nicht mehr nach unten in die Erdspalten, sondern heben den Blick gen Himmel. Hier erschufen Wind, Regen, Sonne und Eis eine Wunderwelt in sandsteinrot. Der Prozess ist natürlich noch in vollem Gange, so entstehen in riesigen Felswänden erst kleine Löcher, die von den Naturgewalten immer weiter geformt werden, manchmal brechen ganze Brocken heraus. Nur eines konnten wir nicht klären: wann ist es noch ein Window und wann schon ein Arch? Urteilt selber!

Der Delicate Arch von Süden gesehen

und hier von Osten

Und dies sind zwei „Windows“

Hier der Broken Arch

Und der hier: Arch oder Window???

Hier geht es um small talk…

Und der Mond schaut zu

 

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Die Canyons so tief

Bevor wir in den Canyonlands National Park in der Gegend um Moab aufgebrochen sind, haben wir noch einen Hausarbeitstag in Flagstaff eingelegt. Waschen war angesagt und dazu fahren wir gewöhnlich auf einen kommerziellen Campingplatz. Der ist mehr als doppelt so teuer wie ein Platz in einem Park, dafür herrscht drangvolle Enge, noch Auswirkungen des Memorial Day Wochenendes. Immerhin sind wir mit dem Bus nach Downtown gefahren und durch das kleine historische Viertel Flagstaffs an der alten Route 66 gebummelt. Natürlich ist auch ein Kneipenbesuch dabei rausgesprungen.

Aber zwei Begebenheiten zum American Way of Life möchte ich euch nicht vorenthalten. Das Wetter war warm, es wehte eine leichte Brise, also ideales Wetter zum Wäschetrocknen. Ich habe mich schon gewundert, warum es bei den Waschmaschinen keine Wäscheleinen gab. Martin hat mir zwischen zwei Bäumen eine schöne Leine gespannt und dort wehte unsere frisch gewaschene Wäsche duftend im Wind. Und das hat für Aufsehen gesorgt. Die Amerikaner haben anscheinend vergessen, dass man Wäsche auch im Freien trocknen kann, ganz ohne Maschine.

Später fragt mich ein Amerikaner, als er hört, dass wir Deutsche sind, warum wir denn sein Land besuchen, jetzt, mit diesem Präsidenten. Und entschuldigt sich gleich für ihn. Seine Erklärung: sehr viele seiner Landsleute hätten ihn aus Protest gewählt, weil sie sicher waren, dass er es nicht wird. Jetzt haben sie den Salat.

Nun müssen wir uns mit dem nächsten Ziel befassen, den Canyonlands. Ich könnte euch jetzt mit einer längeren geologischen Abhandlung über die Entstehungsgeschichte erfreuen. Ich lasse es aber lieber. Hier die Kurzfassung: wir befinden uns auf dem Colorado Plateau, das vor 300 Millionen Jahren ein flaches Meer war, das trocknete aus, Salz blieb zurück und darauf wurde viel Sand geweht. Darüber lagerten sich weitere Schichten ab und aus dem Sand wurde Stein. Eben der schöne, rote Sandstein. Richtig los ging es dann vor 10 Millionen Jahren, also gar nicht mal so lange her. Da hob sich die nordamerikanische Platte 2000 Meter nach oben und das Chaos begann. Es entstanden Abbrüche, es regnete viel, reißende Wasserläufe drangen in die Spalten ein, große Ströme wie der Colorado und der Green River entstanden. Und die haben ganze Arbeit geleistet, zusammen mit Wind und Sonne haben sie das schöne Plateau zerstört. Aber zugegeben, auf eine sehr malerische Art zerstört, sie ließen Felsnadeln stehen und schufen riesige Felswände und Dome, in den Canyons wurde unser schöner , roter Sandstein wieder freigelegt. Ein Traumland aber nicht nur für Geologen, sondern auch für uns. Hier die Bilder zu dieser einmaligen Landschaft.

Auf dem Weg ins Canyonland, Tempomat rein und Lenker festklemmen!

Der Klassiker, wir beide und das Monument Valley.

Bei den Dreharbeiten

Senkrechte Felsabbrüche an jeder Ecke.

Kraxelei am Elephant Hill

Lohn der Wanderung ist dieses Panorama

Campingleben in den Felsen am Elephant Hill

Unser Haustier, ein Streifenhörnchen, wieselflink und nur zehn Zentimeter lang.

Hier gräbt sich der Colorado eine 400 Meter tiefe Schlucht.

Green River und Colorado treffen sich bald.

 

 

 

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Der Hitze entflohen

Ich will mich auf keinen Fall über das Wetter beschweren, seit knapp zwei Wochen sind wir in diesem Land und jeden Tag schien 14 Stunden lang die Sonne. Und das immer aus einem tiefblauen Himmel. Bei uns wird er nie so blau, bilde ich mir ein. Aber bei über 40 Grad hört das Sonnenanbeten auf. Es ist einfach zu schade, wenn man an interessanten Orten die schönsten Wanderungen nicht machen kann, weil es zu heiß ist.

Mit einem Zwischenstopp in der Nähe von Phoenix, dort auch noch mal 41 Grad und Kakteen, sind wir zum Oak Creek Canyon gefahren, südlich von Flagstaff,  in Arizona gelegen. In einer Höhe von 1.500 Metern und bei Mitte 20 Grad sieht die Welt wieder erfrischender aus. Wir hatten nur ein Problem: das Memorial Day Weekend nutzen Amerikaner gern für einen Ausflug ins Grüne und alle Stellplätze sind im Nu belegt. Mit viel Glück haben wir einen Platz erwischt, für den gerade eine Absage eingetroffen war. Und den haben wir dann gleich für drei Tage genommen. Die Gegend hier um Sedona ist abwechslungsreich und wir freuen uns auf interessante Wanderungen.

Der Canyon entstand wie die meisten anderen auch durch Erosion. In Urzeiten war das Gelände eine flache Hochebene. Flüsse haben sich in das Gestein gegraben und was sie übrig gelassen haben, ist äußerst pittoresk. Rote Sandsteinklippen, dichter Kiefernwald und Wasserläufe, die von den Anglern geliebt werden. Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen, die wir nicht für uns alleine haben, denn tatsächlich fallen am Wochenende hier Kurzurlauber ein wie die Fliegen. Die meisten Besucher sind übriges Amerikaner und zwar aus Arizona. Zumindest auf unserem Campground. Es gab nämlich an einem Abend eine Lehrstunde von einer Rangerin, freiwillig natürlich. Viele Mitcamper waren gekommen, die überwiegende Mehrheit sogenannte Hispanics aus Arizona. Auf anschauliche Weise hat die Rangerin Sinnesorgane von Menschen und Tieren verglichen.

In Tuscon gibt es diesen Flugzeugfriedhof. Hier warten an die 5.000 Militär- und Zivilmaschinen entweder auf eine Wiederverwertung oder die Verschrottung.

Der letzte Campingplatz in der Gluthitze, am Superstition Mountain bei Phoenix.

Bei der Arbeit

Nur zwei Fahrstunden liegen zwischen diesen beiden Bildern. Nach dem ersten Anstieg eine Stunde hinter Phoenix waren die Kakteen auf einmal weg, nur noch Mischwald.

Der Oak Creek Canyon ist was fürs Auge

Hier kann man nach Herzenslust wandern

Und am Wegesrand blühen die Blümlein

The Cathedral, der Hausberg von Sedona

Eine blühende Yucca vor dem Courthouse Butte. Die Amerikaner lieben es, ihren Naturdenkmälern aussagekräftige Namen zu geben.

 

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Jetzt wird´s stachelig

Denkt man an eine Wüste, so kommt bestimmt auch ein Kaktus vor. Wir sind mittlerweile in Arizona angekommen und hier ist der Kaktus Symbol auf allen möglichen Werbetafeln und Nummernschildern. Betrachtet man die ganz großen Kakteen, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene. Die Saguaros sind schlank, werden bis zu 16 Metern hoch und brauchen 65 Jahre, bis der erste Seitenarm wächst. Also nix für den Vorgarten, ist dann eher was für die Enkel. Der Organ Pipe Cactus hingegen teilt sich schon am Boden in mehrere Arme. Die Blüten zeigt er nicht jedem, sie öffnen sich nur nachts und schließen sich bei Tagesanbruch wieder. Für beide Kakteenarten wurde je ein Park errichtet. Wir besuchten zunächst das Organ Pipe Cactus National Monument.

Dieser Park liegt unmittelbar an der Grenze zu Mexiko. Die Orgelpfeifenkakteen wachsen  hauptsächlich in Mexiko, auf dem Gebiet der USA umfasst das Verbreitungsgebiet nur diesen kleinen Park hier. Mehr würden momentan auch nicht über die Grenze kommen, die Kontrollen der Border Patrol sind hier allgegenwärtig.

Bisheriger Hitzerekord auf dieser Reise: 41 Grad Celsius. Im fahrenden Wohnmobil gibt es eine Klimaanlage, wenn wir stehen, öffnen wir alle Fenster, mehr geht nicht. Und Schatten gibt es auch nicht, stellt euch mal vor, wieviel Schatten so ein Kaktus wirft. Und sonst gibt es hier nichts. Also gilt: kleiner Spaziergang kurz vor Sonnenuntergang oder gleich morgens um sechs. Dazwischen Agonie. Oder Autofahren. Trotzdem, diese Kakteenlandschaft ist sehr beeindruckend, und als Kulisse gibt es zerklüftete Bergzüge. Und wenn man den Scenic Drive mit dem Auto abfährt, lässt sich auch die Hitze aushalten.

Wir wechseln dann in den Saguaro National Park, der liegt fast am Stadtrand von Tucson und bietet – Kakteen von der schlanken, ranken Sorte.

Übrigens, falls ihr euch wundert, warum die Beiträge so unregelmäßig kommen, so liegt das daran, dass ich Strom und Netz brauche und beides nicht immer zur Verfügung habe. Dann schreibe ich schon mal auf Vorrat und lade dann nur noch hoch. Bis bald!

Diese Straße führt direkt nach Süden, zum Organ Pipe Cactus National Monument – und nach Mexiko.

Hier ein Prachtexemplar des Orgelpfeifenkaktus.

Majestätisch dagegen die Saguaros. Übrigens 2017 von der deutschen Kakteengesellschaft zum Kaktus des Jahres gewählt.

Der Saguaro zeigt seine Blüten auch tagsüber, den Touristen zuliebe.

Blick vom Campingplatz nach Süden, der Ort im Hintergrund liegt bereits in Mexiko.

Wenn einem dieses Missgeschick passiert, hat man zwei Probleme. Erstens: wie bekomme ich den Kaktus vom Bein, ohne mir in die Finger zu stechen? Zweitens: wie bekomme ich die Stacheln wieder aus dem Bein  heraus? Nur soviel: wir haben immer eine Pinzette dabei und Smartphones sind ja heutzutage die perfekten Lupen. Es floss allerdings Blut, denn diese Stacheln haben extreme Widerhaken. Und dann möchte ich mal den kennenlernen, der diesem Kaktus den Namen „Teddybear  Cholla“ gab. Mein dringender Rat: nicht kuscheln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Nationalpark für einen Baum

Genau genommen ein Park für viele Bäume von der gleichen Sorte und zwar für die Joshua Trees. Ein Baum aus der Familie der Yuccas, der seinen Namen den Mormonen verdankt. Ich weiß nicht, ob es die Hitze war, die ihnen zu Kopf gestiegen ist – im Park wird es im Sommer dauerhaft um die 50 Grad heiß – jedenfalls dachten die Mormonen beim Anblick dieser Yuccas gleich an Joshua, der die Arme gen Himmel streckt und sein Volk ins gelobte Land führt. Ich denke bei Joshua Tree natürlich zuerst an U2, schon immer mein Lieblingsalbum dieser Band.

Und auch eine geologische Besonderheit macht diesen Park interessant: rund geformte Granitfelsen, die von der gelben Farbe her eher an Sandstein erinnern. Die ungewöhnlichen Formen entstanden durch Erosion. Tatsächlich war die Oberfläche zunächst eben, dann bildeten sich wabenförmige Einschlüsse und kaum waren 250 Millionen Jahre rum, blieben kugelförmige Brocken übrig. Irgendwann sind die auch weg, aber das erleben wir nicht mehr.

Besonders schön gelegene Campingplätze direkt an diesen malerischen Felsen machen den Park für einheimische Wochenendtouristen interessant, immerhin liegt Los Angeles nicht allzu weit weg. Wir mussten die erste Nacht, es war auch noch die Samstagnacht, auf einen weniger malerisch gelegen Platz ausweichen. Der hatte allerdings den Vorteil, dass man den Sternenhimmel besonders gut beobachten kann. Um uns herum wurden riesige Spektive ausgepackt und wir haben uns das Lagerfeuer verkniffen, denn zum Sternegucken kann man kein Streulicht gebrauchen. Und dann haben wir eine riesige Sternschnuppe gesehen, vielleicht war es auch ein Komet. Und prompt ging mein Wunsch in Erfüllung: am nächsten Tag  bekamen wir den erträumten Campingplatz direkt in den Felsen.

Mit dem Wandern haben wir uns etwas zurückgehalten, bei knapp 40 Grad wird auch davon abgeraten. Gegen Abend gab es einen malerischen Rundweg, der war nur 800 Meter lang, den haben wir gerade noch geschafft. Eigentlich sollte es im Mai noch nicht so heiß sein, aber wir haben hier eine kleine Hitzewelle erwischt. Immerhin kühlt es nachts etwas ab, so dass man trotzdem gut schläft.

Die Hände, zum Himmel….

Die Blütezeit der Joshua Trees war schon vorbei, also habe ich die Fruchtstände fotografiert.

Hier hat sich eine Agave hineingemogelt.

Voilà: unser Traumcampingplatz

Während ich fotografiere,  ist Martin für die bewegten Bilder zuständig.

 

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Von der Spielhölle in das Tal des Todes

Einen Höhepunkt in Las Vegas haben wir uns für den letzten Abend aufgehoben: den Besuch einer Show des Cirque du Soleil. Sie sind hier in mehreren Casinos vertreten, wir haben uns Mystère ausgesucht. Ich weiß, man schreibt nicht dauernd in Superlativen, aber hier passt nichts Anderes: artistische Höchstleistungen, phantasievolle Kostüme und eine Live-Band, die Teil dieses Gesamtkunstwerkes ist. Dazu eine Prise Humor und ein Theater, das beste Plätze zum angemessenen Preis bietet. Die Bühnen sind hier extra für den Cirque du Soleil gebaut und so ist die Technik Teil der Show, wie man sie eben nur hier erleben kann. Viva Las Vegas!

Szenenwechsel, jetzt wird alles anders. Wir haben unser rollendes Heim bezogen und sind nun auf dem Einsamkeitstrip. Die Wüste wird uns noch eine ganze Weile begleiten, denn mit dem Great Basin, der Mojave, der Sonora und der Colorado Desert nimmt diese einen großen Teil des Westens der USA ein. Wir sind ausgesprochene Fans der Ödnis, denn diese Landschaftsform ist unglaublich abwechslungsreich, Formen und Farben kennen keine Grenzen. Und dann noch der weite Blick, Straßen bis zum Horizont und darüber hinaus. Ihr werdet ja sehen…

Wir fangen mal mit dem ersten Stopp an, dem Red Rock Canyon. Noch nahe bei Las Vegas gelegen und daher gut besucht, gibt es einen ersten Eindruck, hier in roter Farbe aufgrund des eisenhaltigen Gesteins, also Rost sozusagen.

Erstes Frühstück in der Freiheit.

Fahrt ins Death Valley, hier am sogenannten Badwater ist der tiefste Punkt der USA mit 85 Metern unter dem Meeresspiegel. Ich dachte bisher, Trump sei der Tiefpunkt!

Abendspaziergang bei 38 Grad Hitze im Golden Canyon.

Ein Blick vom Esszimmer aus in den Flur, die Küche und das Schlafzimmer. Bad zeige ich euch später mal.

Der berühmte Zabriskie Point kurz nach Sonnenaufgang.

 

 

 

 

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Las Vegas – verrückt und einzgartig

Es ist 17 Jahre her, seit wir zum letzten Mal in Las Vegas waren. Und das ist für diese Stadt eine sehr lange Zeit. Hier hat sich seitdem irgendwie alles potenziert, die Anzahl der Gäste, die Größe der Hotels, die Kosten in den Restaurants. E gab einmal eine Zeit, da verdienten die Hoteliers an den Gamblern und sozusagen als Gegenleistung boten sie günstige Hotelzimmer sowie preiswerte und hochwertige Buffets. Heute überbieten sich die Hotelneubauten in Bezug auf Größe und Luxus. Hinzu kommen unendlich viele Malls, Shopping auf höchstem Niveau. Die Restaurants bieten exquisite Küche und entsprechende Preise. Nur die Shows sind konstant geblieben – oder waren früher schon hochpreisig.

Wir laufen staunend durch diese Glitzerwelt und freuen uns über typisch amerikanische Annehmlichkeiten wie ein riesiges Hotelzimmer mit zwei Kingsize-Betten und dickem Teppichflor. Jeder erkundigt sich nach dem Wohlbefinden und wenn man mal etwas länger warten musste, gibt´s gleich mal etwas umsonst dazu.

Und jetzt lasse ich einfach die Bilder sprechen.

Hotel Bellagio, unverändert mit italienischem Charme und tollen Wasserspielen

Auch innen eine Klasse für sich.

Das Aria, atemberaubende Architektur zum Staunen.

Eigentlich geht es doch nur ums Spielen, Slotmachines ohne Ende!

Wer an diesen Schalter geht, hat vermutlich sehr viel gewonnen… wir arbeiten noch daran.

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Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.

Das ist nicht von mir, ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Hier zitiere ich den Dalai Lama. Es drückt aber sehr treffend aus, was Reisen für mich bedeutet. Mit vier Jahren wollte ich allein Straßenbahn fahren und bei meiner ersten Berufswahl mit 15 Jahren entschied ich mich für den des Reisebürokaufmanns. Doch das ist alles lange her, die Reiselust ist nicht nur geblieben, sondern eher gewachsen, seit die zeitliche Unabhängigkeit mehr Möglichkeiten eröffnet.

Am 15. Mai ist es wieder soweit: der Kühlschrank ist leergeräumt, die Post umgeleitet, genügend Bücher auf den Reader geladen und zwei Reisetaschen gepackt. Unser Ziel: der Westen der USA. Wir lieben weite Landschaften, Blicke bis zum Horizont und darüber hinaus, Abende am Lagerfeuer unter einem funkelnden Sternenhimmel. Starten werden wir in Las Vegas, was genau das Gegenteil von alldem ist. Gehört aber dazu zu diesem großen Land voller Widersprüche.

Ich lade euch alle ein, uns in den kommenden acht Wochen wieder zu folgen auf unserem Weg durch den Wilden Westen der USA. Wer mag, kann sich als Follower eintragen (Spalte auf der rechten Seite), dann kommt immer eine Benachrichtigung per Mail, wenn es etwas Neues im Blog gibt. Mein nächster Eintrag kommt aus Las Vegas, jetzt heben wir erstmal ab.

 

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Das Fernweh hat uns wieder gepackt

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Reiseplanung hat nichts mit der aktuellen politischen Lage in den USA zu tun! Eigentlich sollte schon unsere erste große Reise als Rentner nach Amerika führen, wir haben aber Australien vorgezogen, weil dies die anstrengendere Tour ist. Man wird ja nicht jünger. Und nun haben sie doch tatsächlich einen rüpelhaften Milliardär zum Präsidenten gewählt. Auch wir haben uns entschieden: wir fahren trotzdem.

Die Flüge sind gebucht, Start- und Endpunkt unserer Tour durch den Westen der USA wird die Glitzermetropole Las Vegas sein. Wir nehmen uns 8 Wochen Zeit und werden wieder in einem Campmobil unterwegs sein. Ein komfortables diesmal: zwei Zimmer, Küche, Diele, Bad.

Die Zeit bis zum Abflug werde ich nutzen, um ein bisschen an meinem Blog herumzubasteln. Also schaut ab und an mal vorbei, wenn ihr mehr über unsere Reisen wissen wollt.

Eure „Reiseisa“

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Der 118. Tag

Es war ja klar, dass dieser Tag kommen würde, trotzdem waren wir etwas wehmütig, als wir heute Morgen in Venice Beach beim Frühstück aufs Meer hinaus schauten. Wir haben sehr viele unterschiedliche Eindrücke gewonnen und haben das Gefühl, diese jetzt erst einmal in Ruhe ordnen zu wollen. Dabei helfen uns natürlich Fotos und Filmaufnahmen, zudem passt es zu dieser Jahreszeit, wo es so früh dunkel wird. Zehn Stunden hat unser Flieger gebraucht, es war ein A 380, und unsere treuen Freunde Doro und Siegfried standen schon bereit, um uns abzuholen. Da kommt man doch gerne heim. Unsere Wohnung haben sie schön geheizt, damit wir nicht frieren müssen.

Wer uns etwas besser kennt, ahnt schon, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Es wird weitere Reisen geben, wann steht noch in den Sternen, aber wohin ist schon klar: es werden die USA sein. Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber wenn es wieder einen Blog geben sollte, dann findet ihr die Infos her auf dieser Seite. Also immer mal nachschauen.

Ich möchte mich für eure tollen Kommentare bedanken, es war jedes mal schön, ein Echo aus der Heimat zu bekommen, so weit weg von zu Hause.

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest, viele Geschenke und einen guten Rutsch in ein interessantes Jahr 2016.

Eure Isa

Hier noch das Ankunftsfoto vom Frankfurter Flughafen, danke Siegfried.

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Die Stadt der Engel

Wir sind ja mittlerweile geübt darin, extreme Ortswechsel zu vollziehen. Von der Südseeinsel nach Los Angeles ist mal wieder so ein Ding. Die Millionenmetropole hat uns mit Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad empfangen und unser Hotel in Venice liegt auch wieder direkt am Strand. Das waren aber auch schon alle Prallelen zur Südsee, denn hier sind wir nicht allein, sondern Venice Beach hat eine sehr belebte Strandpromenade. Hier treffen Straßenhändler, Lebenskünstler, Althippies, sportliche Menschen und Touristen aufeinander. Es gibt also immer etwas zu gucken, wir brauchen nur einen Fuß aus dem Hotel zu setzen. In Amerika ist ja grundsätzlich immer alles größer, so auch der Strand, bestimmt hundert Meter Sand bis zum Wasser. Und die ganze Bucht kann man nicht an einem Tag ablaufen. Wir haben hier dem bunten Treiben zugeschaut und mit unserem Mietwagen ein paar Ausflüge unternommen.

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Unser schräges Hotel direkt am Ocean Front Walk.

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Aus dem Hotel raus und direkt am Strand. Ihr ahnt es schon, kein Hotel im üblichen Sinn. Keine Lobby, kein Room-Service, aber sauber und eine ungewöhnliche Lage.

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Der Sonnenuntergang von der Dachterrasse aus.

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Buntes Treiben auf dem Ocean Front Walk.

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Wer am Muscle Beach trainiert, will gesehen werden.

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Eine Millionenstadt aber genug Platz am  Strand.

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Legendär sind die Surfer in Kalifornien, das wissen wir spätestens seit den Beach Boys.

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Ausflug nach Santa Barbara, eine eher unamerikanische Stadt. Keine Hochhäuser und alle Gebäude im spanischen Stil erbaut. Allerdings leben hier auch die reichsten Amerikaner, nirgends ist das Durchschnittseinkommen so hoch, ebenso die Immobilienpreise. Im Durchschnitt kostet hier ein Haus 1 Mio Dollar.

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Der Pier wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts erbaut und hält bis heute.

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Kultur steht auf dem Programm. Hier besuchen wir die Paul Getty Villa. Der Milliardär und Kunstmäzen hat in seinem Leben so viel Kunstgegenstände gesammelt, dass er eine Villa aus Herculaneum, die beim Ausbruch des Vesuv verschüttet wurde, hier nachgebaut hat, um seine Schätze unterzubringen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Die Lieblingsfigur Paul Gettys ist Herkules, mit ihm hat er sich gern verglichen.

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Irgendwann war die Villa voll und noch viel Kunst übrig, so dass die Paul Getty Stiftung einen riesigen Museumskomplex in die Hügel am Stadtrand von LA gebaut hat. Auch wer sich nicht für Kunst interessiert, könnte diesem Ort etwas abgewinnen, die Architektur ist sehenswert und der Ausblick auf die Stadt einmalig. Der Eintritt ist übrigens frei, man zahlt 15 Dollar Parkgebühren, wenn man mit dem Auto kommt.

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Der Blick über die Stadt, leider war es etwas dunstig.

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Die Stiftung scheint finanziell gut versorgt zu sein, hier wurde geklotzt und nicht gekleckert.

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Kleine Verschnaufpause.

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Wenn ihr euch wundert, warum der Stadtteil, in welchem unser Hotel steht,  Venice heißt, hier ist die Antwort: ein ganzes Wohnviertel ist von Kanälen durchzogen und erinnert ein klein wenig an die Stadt in Italien.

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Diese Idylle würde man im Moloch Los Angeles eher nicht vermuten.

 

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Rarotonga für Individualisten

Viel zu schnell ist die Zeit vergangen, heute Abend fliegen wir schon nach Los Angeles. Rarotonga, dieses kreisrunde Eiland in der Südsee, ist ja nicht sehr groß, es sind 32 Kilometer einmal auf der Küstenstraße außen rum. Aber es ist kein Ziel des Massentourismus, es gibt keine großen Hotelkomplexe sondern kleine Einheiten, oftmals Bungalows, auf der ganzen Insel verstreut. Vom Strand aus sieht man nur Palmen und Filaobäume, die Unterkünfte für die Touristen und auch die der Einheimischen verstecken sich dahinter. Die ganze Insel wird durch die Küstenstraße erschlossen, es ist auch die einzige Straße hier. Das haben wir uns gestern mal ganz genau angeschaut und sind mit dem Fahrrad einmal um die Insel herumgefahren. Überall gibt es kleine Imbißbuden, meist mit Sicht auf das wunderbare Meer. Sie haben nur eine schlechte Angewohnheit, alle Cafés schließen um 15 Uhr. Seitdem wir das wissen, haben wir unsere Zeiteinteilung darauf abgestimmt. Zum Abendessen gehen wir am liebsten in die Strandrestaurants, eigentlich bräuchten wir keine Schuhe, wenn der Sand etwas feiner wäre.

Der Zyklon hat sich ja dann beruhigt, trotzdem war das Wetter nicht optimal, wir hatten einen Ausflug nach Aitutaki gebucht, eine Nachbarinsel 45 Flugminuten entfernt, und da hat man uns am Flughafen angeboten, zurückzutreten, weil das Wetter nicht so gut sei. Haben wir dann auch gemacht und damit leider eine der schönste Lagunen der Welt verpasst. Aber wir blasen jetzt kein Trübsal, wir haben so viele traumhafte Orte auf unserer Reise besucht, an die wir uns noch lange erinnern werden.

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Der Sturm hat seine Spuren hinterlassen.

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Die Hängematte musste erneuert werden und ich habe sie natürlich gleich ausprobiert.

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Per Fahrrad die Insel umrunden und solche Ausblicke genießen, das ist Südsee-Feeling. Kurze Regenschauer gehören auch dazu, aber die Einheimischen sagen, das sei flüssige Sonne.

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Man kann auch mit dem Bus auf Inseltour gehen, er fährt stündlich im und gegen den Uhrzeigersinn. Wenn man Glück hat, bekommt man ihn als Fahrer. Immer gut drauf, reißt er Witze, hat aber auch Infos für uns Touristen parat. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, singt er „Muss i denn, muss i denn, zum Städele hinaus“ ins Mikrofon, aber die komplette Strophe.

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Mitten in diesem privaten tropischen Garten gibt es ein Café, da lief das Ave Maria, als wir ankamen. Und seht mal, wie hier der Kuchen aussieht:

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Ein Gesamtkunstwerk, bestellt hatten wir ein Stück Käsekuchen. War eher eine Hauptmahlzeit.

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Und so sieht die einzige Inselstraße aus. Auf der ganzen Insel ist übrigens Tempo 50.

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Rarotonga hat einen vulkanischen Ursprung und das Inselinnere ist dicht bewachsen und kaum zugänglich. Ein Weg führt hindurch, aber der war aufgrund des Regens leider momentan nicht begehbar, zu rutschig.

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Theoretisch könnte man die Insel auch umrunden, indem man immer am Strand entlanggeht. Haben wir probiert, aber man kommt im tiefen Sand nur sehr langsam vorwärts.

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Das Nachbarresort, zehn Minuten am Strand entlang, dort gab es fangfrischen Fisch inseltypisch zubereitet, mit Früchten und Aioli.

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Die Sonnenuntergänge waren eher suboptimal, da zu viele Wolken. Schade, von unserer Anlage aus schaut man genau nach Westen.

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Unser Lieblingslokal, direkt neben unserer Anlage. Und zum Abschiedsessen lugte die Sonne doch noch mal kurz zwischen den Wolken hervor.

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Mit diesem Bild verabschieden wir uns aus der Südsee und melden uns das nächste mal aus Los Angeles.

 

 

 

 

 

 

 

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Südseetraum mit Zyklon

Wir sind in der Südsee angekommen und haben dabei jede Menge Zeit geschenkt bekommen. Auf dem vierstündigen Flug von Auckland nach Rarotonga (Cook Island) haben wir die Datumsgrenze überflogen. Am Montagmorgen abgeflogen und am Sonntag Mittag gelandet. Und heute haben wir den ganzen Tag ein déja vu, schon wieder Montag! Die Insel ist ein Traum, zumindest das, was wir bisher gesehen haben. Unser Bungalow liegt direkt am Strand und ist im polynesischen  Stil erbaut, also aus Bambus mit Palmwedeln als Dach. Aber trotzdem wetterfest, das wissen wir ganz sicher, denn seit Stunden zieht ein kleiner Tropensturm über uns hinweg. Die Palmen biegen sich im Wind und der Regen prassselt an die Scheiben, aber es ist nicht kalt. Eine Zyklon Warnung gibt es wohl nicht, aber ich verfolge ihn im Internet, er heißt Tuni und soll sich innerhalb von 48 Stunden ausgetobt haben.

Heute Morgen hatte ich gleich ein paar Bilder von unserem Bungalow geschossen, vor dem Regen und Sturm, auf die Südseetraumfotos mit blauem Himmel und Sonnenschein müsst ihr noch etwas warten. Wir übrigens auch, sonst werde ich Postkarten abfotografieren.

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Glücklich in Rarotonga gelandet. Und der freundliche Herr rechts in der flatternden West spurtet zu mir, um mich zu verwarnen, hier darf man nicht fotografieren. Warum? Keine Ahnung, aber er war zu langsam, wie ihr seht.

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Unser Bungalow, nach dreieinhalb Monaten Camping unfassbar komfortabel.

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Unverbaubarer Blick aufs Meer.

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Durch die Schiebetür geht es zum Bad, das ist offen, man kann sich also beim Duschen nassregnen lassen. Ganz praktisch.

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Es gibt aber noch ein geschlossenes Badezimmer. Da regnet es nicht rein, jedenfalls bis jetzt nicht.

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Dort werdet ihr mich finden, sobald das Zyklönchen vorübergezogen ist.

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Wir waren gerade im Städtchen unterwegs, als der Sturmregen losbrach und nassgeworden sind wir bis auf die Haut – trotz Schirm. Aber unser Bungalow hält stand und wir warten auf Morgen.

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Der Kreis schließt sich

Wir sind wieder am Ausgangspunkt unserer Rundreise angekommen: Auckland. Wir stehen in einem Vorort direkt am Meer und machen mal gar nix. Das Wohnmobil wird heute nicht bewegt, wir werden es nur verlassen, wenn wir uns ernähren wollen. Draußen leichter aber warmer Nieselregen und wir sind vollauf damit beschäftigt, das Meer zu beobachten. Übermorgen fliegen wir in die Südsee, darauf sind wir natürlich sehr gespannt.

Neuseeland war für uns eine Herausforderung, was das Wetter anbelangt, aber die beeindruckende Natur und außergewöhnliche Landschaften haben dies mehr als wettgemacht. Ein ideales Land um mit dem Camper unterwegs zu sein, wegen der vielen Überachtungsmöglichkeiten an den landschaftlichen Highlights. Durch die Insellage gibt es hier viele endemische Pflanzen und Tiere, die für uns sehr exotisch sind. Vor allem die mächtigen Bäume haben es uns angetan und diese flugunfähigen Vögel. Aber auch an den Küsten gab es immer etwas zu entdecken, ob Seevögel oder Robben, nur die Wale waren schon weitergezogen auf ihrer Wanderung.

Hier noch ein paar Eindrücke aus den letzten Tagen, der nächste Blog kommt aus Rarotonga, ich hoffe, es klappt mit dem Netz dort.

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Der Urewera National Park ist etwas abgelegen und nur über eine Schotterpiste zu erreichen, entsprechend einsam ist es dort. Es gibt mehrere Seen, die man kaum zu Gesicht bekommt, weil der gesamte Park von einem dichten Urwald bedeckt ist. Hier der einzige Aussichtspunkt, mal abgesehen davon, dass man den gegenüberliegenden Berg erklimmen und von dort runtergucken könnte, das dauert aber mindestens zwei Tage mit Übernachtung in einer Berghütte.

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Besonders gefallen uns die alten Beeches-Bäume, auf deutsch Scheinbuche, die nur in Neuseeland vorkommen.

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Unterwegs haben wir noch einmal einen stattlichen Kauri-Baum zu Gesicht bekommen. Hier sieht man gut, dass dieser Riese alle anderen Bäume deutlich überragt.

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Typische neuseeländische Landschaft, grün, hügelig und erinnert an Hobbingen.