Stippvisite in Buenos Aires

Für eine Stadt wie Buenos Aires braucht man sicherlich mindestens eine Woche, um sie zu besuchen, mit Tangokurs noch mehr. Wir sind eigentlich nur hier, weil es eine Lufthansa Direktverbindung von Frankfurt nach Buenos Aires gibt. Zwei Tage reichen gerade für einen groben Überblick. Die Stadt wurde über die Jahrhunderte von Einwanderern vor allem aus Europa geprägt und das sieht man der Stadt an. Mich erinnert sie immer wieder an Paris, das liegt an den breiten Avenidas und der Architektur zum Beispiel rund um die Avenida Mayo. Dort lag auch unser Hotel.

Eigentlich ein Hostel, aber wir haben uns hier wohl gefühlt und waren mitten im Zentrum, konnten viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen.

Die breiteste Straße der Welt, die Avenida des 9. Juli, wir haben 18 Fahrspuren gezählt, die konnte ich mit Bordmitteln nicht komplett fotografieren, hier also nur ein Ausschnitt.

Am Ende der Avenida steht dieses Hochhaus, das mit einem Graffiti der allgegenwärtigen Isabel Perón versehen ist. Übrigens blühen überall in der Stadt diese herrlichen Jakaranda Bäume.

Eine weitere Hauptachse ist die Avenida de Mayo (gemeint ist der Monat Mai, nicht die Mayonaise), sie verbindet den Präsidentenpalast mit dem Kongresspalast.

Der Präsidentenpalast wird wegen seiner Farbe auch „Casa Rosada“genannt. Dort befindet sich der Balkon, von dem aus Isabel Perón ihre berühmte Rede hielt.

Der Kongresspalast ist gerade verhüllt, leider nicht von Christo.

Ein Farbtupfer ist der Stadtteil La Boca, das ehemalige Hafenviertel, hier wohnten Einwanderer aus aller Herren Länder auf engstem Raum zusammen. Heute ist es ein Künstlerviertel, daher die bunten Farben. Natürlich kommen auch alle Touristen hierher und lassen sich mit einer Maradona Figur fotografieren.

Mit diesen bunten Bildern verabschiede ich mich von euch und bedanke mich fürs „Mitreisen“.  Über eure Kommentare habe ich mich wie immer sehr gefreut, danke dafür.

Adios Argentina!

 

 

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Am Strand mit See-Elefanten

Wir hatten die Estancia ausgewählt, weil sie in der Nähe der größten Pinguin-Kolonie liegt, nach eigenen Angaben die größte der zugänglichen Pinguin-Kolonien der Welt. Die Zahlen schwanken zwischen 500.000 und 1 Mio. Tiere. Das hat mir gefallen, als letzten Programmpunkt vor Buenos Aires noch einmal Pinguine! Als wir auf der Estancia ankommen, erzählt uns der Besitzer voller Stolz von der Kolonie von See-Elefanten auf seinem Gelände. Das Gebiet ist eigentlich unzugänglich, aber er hat einen Zugang anlegen lassen, damit er mit einem Allrad-Fahrzeug Ausflüge für seine Gäste anbieten kann. Wir überlegen nicht lange, verschieben die Pinguine auf den nächsten Tag und fahren mit Guido zu den Robben. See-Elefanten sind die größten Robben und hier handelt es sich um die Südlichen See-Elefanten, die noch einmal größer sind als die Nördlichen.

Es ist gut, dass wir einen kundigen Führer dabei haben, denn diese gewaltigen Tiere sind nicht zu unterschätzen und man muß wissen, wie man sich ihnen nähern kann. Ganz wichtig: man sollte niemals zwischen Tier und Meer geraten und ihnen damit den Fluchtweg abschneiden, das mögen sie gar nicht. Natürlich kennt Guido die besten Beobachtungsplätze und wir wandern mit ihm drei Stunden durch diese wilde Küstenlandschaft, immer wieder tauchen See-Elefanten auf. Eigentlich liegen sie die meiste Zeit faul herum und schauen uns mit ihren großen Augen verwundert an, sie schauen uns auch hinterher, wenn wir an ihnen vorbeilaufen.

Es kommt Bewegung in die Gruppe, wenn es den Männchen mal wieder einfällt, ihren Artgenossen zu zeigen, wer der Stärkere ist. Dann kämpfen sie, wobei sie sich auch Verletzungen zufügen.

So plötzlich, wie sie angefangen haben, hören sie auch wieder auf und dösen weiter.

Wirklich ein tolles Erlebnis, so auf Tuchfühlung zu gehen mit diesen massigen Tieren. Aber natürlich wollte ich auch noch einmal zu den Pinguinen, da haben wir am nächsten Tag kurzerhand das Frühstück ausfallen lassen, um früh bei der Kolonie zu sein, am Nachmittag ging der Flieger nach Buenos Aires. Wir waren fast die ersten Besucher, ein Paar aus den USA war noch etwas früher aufgebrochen. Und da kommt uns vorwitzig jemand entgegen getrappelt.

Wir bleiben bis 10 Uhr, dann wird es voll, denn natürlich wird diese Attraktion von Reiseveranstaltern gebucht und Busse bringen die Besucher hierher. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir noch einmal Glück, eine brütende Mutter zu sehen und dann noch zwei frisch geschlüpfte Pinguinchen.

Wir haben übrigens noch ein spätes Frühstück in unserer Estancia bekommen, sehr lecker zubereitet von der hervorragenden Köchin. Und beim Autovermieter ging alles glatt, die waren scheinbar froh, dass wir das Auto zurückgebracht haben und keine weiteren Forderungen gestellt haben.

 

 

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Viel Platz für Himmel

Von Ushuaia nach Trelew sind es 1.734 Kilometer, bis dorthin muss unser Auto noch halten. Wir haben die Strecke in vier Etappen eingeteilt, von denen zwei reine Fahrtage sind. Aber  wir haben noch einen kleinen, wenig besuchten Nationalpark auf unserer Route und eine Estancia mit Überraschung. Aber der Reihe nach. In Ushuaia gestartet, geht es zunächst durch eine dramatische Bergwelt, vorbei an Seen, Hochmooren und niedrig wachsenden Wald. Es ist alles saftig grün, es regnet ja genug. Der Rest von Feuerland ist Steppenlandschaft, wellig und nur noch blassgrün, karger Bewuchs, das macht der Regenschatten. Trotzdem gibt es Tiere, die angepasst sind und hier überleben, zum Beispiel diese kamelähnlichen Guanacos, die es hier in großer Anzahl gibt.

Wir verlassen Feuerland, nachdem wir noch einmal ein Stück von Chile durchquert haben, über die Magallenstraße, dauert nur eine halbe Stunde mit der Fähre. Und dann wieder Pampa. Wir wissen jetzt wirklich, was „mitten in der Pampa“ bedeutet. Stellt euch vor, ihr dreht euch einmal um euch selbst, und ihr seht immer das Gleiche: Ebene bis zum Horizont, kein Hindernis, rein gar nichts, nur diese mit dem Lineal gezogene Straße. Klingt vielleicht langweilig, aber der Star ist hier der Himmel. Wir konnten schon Stunden vorher die Schlechtwetterfronten beobachten, wie sie aufzogen, sich über uns abregneten und dann über dem Meer verschwanden. So eine Fahrt hat etwas Meditatives.

Und dann Monte Leon, dieser Nationalpark liegt abseits der Touristenrouten und sie nehmen noch nicht einmal Eintritt. Dabei hat er viel zu bieten: Pinguine, Seelöwen, eine große Kolonie von Kormoranen, Guanacos und Nandus. Seht selbst.

Die Pinguine haben es auch nicht leicht, sie nisten oberhalb des Meeres in kleinen Erdhöhlen und müssen immer den weiten Weg bis zum Strand hinunter und natürlich auch wieder hinauf watscheln, das sieht drollig aus, ist aber bestimmt anstrengend. Sie bleiben oft stehen und gucken sich auch mal die Menschen an, die hier herumlaufen. Natürlich bleibt man auf den eingezäunten Wegen, aber die Pinguine sind auch neugierig.

Ein Pinguinweibchen brütet in der Regel zwei Eier aus und momentan schlüpften die Kücken. Keine Sorge, wir haben die drei hier nicht gestört, das Nest lag unmittelbar am Weg und die Mutter schien durch unsere Anwesenheit nicht beunruhigt.

Auch landschaftlich war der Park ein Highlight, da biegt man von der Straße ab, immer noch Pampa, und nach 30 Kilometern wird es auf einmal  hügelig und am Meer eine dramatische Steilküste. Das wechselnde Licht durch Regen und Sonne tat ein Übriges.

 

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Der Wendepunkt

Es hat dann doch noch aufgehört zu regnen und wir konnten den Nachmittag im Nationalpark verbringen und am Tag darauf den schönen Weg an der Küste entlang laufen. Der Park liegt nur etwa 15 Kilometer ausserhalb von Ushuaia und ist zum Wandern gut erschlossen. Es gibt Seen und vor allem die Küste am Beagle Kanal. Neben der Magellanstraße existiert noch ein zweiter Seeweg durch die Inselwelt von Feuerland, der Beagle Kanal. Eine natürliche Seestraße, verbindet Punta Arenas mit Ushuaia, diese Fahrt dauert drei bis vier Tage und führt durch unberührte Bergwelt.

Und es gibt ein weiteres Highlight im Park: die Panamericana, die in Alaska beginnt, endet hier im Park, für viele ist sie die Traumstraße der Welt. Es gibt nur eine Unterbrechung in Panama, ansonsten ist sie durchgehend befahrbar. An ihrem Ende steht eine Tafel und natürlich lässt sich dort jeder Depp fotografieren, die meisten davon haben die Straße natürlich nicht komplett zurückgelegt.

Das nächste Foto gibt die Farben nicht ganz naturgetreu wieder, aber ich versichere euch, die Felsen schimmern hellblau. Als Beweis bringe ich einen kleinen Stein mit, den könnt ihr euch nach meiner Rückkehr anschauen.

Der Wald ist naturbelassen, wie es sich für einen Nationalpark gehört, das ist manchmal eine Kletterpartie und außerdem ist der Weg stellenweise sehr matschig nach dem vielen Regen, aber wir haben ihn unfallfrei gemeistert.

Viele Bäume schaffen es nicht, gerade zu wachsen, besonders wenn sie einzeln stehen, ich habe ja bereits über diesen unglaublichen Wind hier berichtet.

Nach getaner Arbeit schmeckt das Essen besonders gut, hier seht ihr das älteste Restaurant von Ushuaia, es ist zwei Jahre älter als ich, und das will was heißen. Beachtet bitte auch die Stromkabel, die haben den Vorteil, dass sie für Reparaturen jederzeit zugänglich sind.

Ushuaia markiert den Umkehrpunkt unserer Reise, hier drehen wir um und bewegen uns fortan in nördlicher Richtung auf unseren Ausgangspunkt Trelew zu. Und hoffen weiter, dass unser Auto durchhält. Da habe ich euch noch eine Geschichte vorenthalten, und die geht so:

Mitten in der Pampa fängt der linke Kotflügel an zu klappern, er steht gut fünf Zentimeter nach außen ab. Aber immerhin sind es nur noch 60 Kilometer zu unserem Tankstopp in Esperanza. Eine Tankstelle im Nirgendwo. Natürlich legen wir Wert darauf, unseren Wagen nur von einer Vertragswerkstatt reparieren zu lassen und die finden wir hier natürlich.

Mit vier Erfahrung und Sachkenntnis wird der Schadenbegutachtet.

Mit seinem Spezialwerkzeug wir die Blende sach- und fachgerecht befestigt.

Mit der Schraube sitzt jetzt alles bombenfest und wir hoffen auf eine glückliche Rückgabe des Fahrzeuges in drei Tagen. Übrigens haben wir keine Quittung bekommen, die Vertragswerkstatt hat bereits auf das papierlose Büro umgestellt.

 

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Auf Feuerland

Angekommen auf Feuerland. Die Präposition stimmt, es handelt sich nämlich um eine Insel, die sich Chile und Argentinien teilen. Es gibt noch eine Reihe kleinerer Inseln, die zu Feuerland zählen, die Hauptinsel, auf der wir uns befinden, ist etwas größer als Bayern. Und nun zum Namen. Es ist nicht etwa so, dass hier glühende Lavaströme das Land durchziehen, wie ich mir das als Kind immer vorstellte. Nein, es waren die Entdecker, und natürlich wieder der Herr Magellan, der nachts vom Schiff aus die Feuer der Ureinwohner sah und von „Rauchland“ sprach. Daraus wurde, vielleicht durch einen Übersetzungsfehler?, der Name Feuerland. Übrigens haben wir gestern tatsächlich ein Feuer gesehen, auf Feuerland, da war es nach dem Brand eines Gebäudes aufgrund von Funkenflug zu einem Waldbrand gekommen. Aber keine Sorge, momentan regnet es Bindfäden, daher kommt ihr heute schon wieder zu einem Blogeintrag.

Ich muß euch nämlich unbedingt von den Pinguinen erzählen, die wir gestern gesehen haben. Die einzige Kolonie in Südamerika, abgesehen von der Antarktis. Und vermutlich auch die einzige, die man mit einem Auto ansteuern kann. Bis vor wenigen Jahren war die Kolonie noch frei zugänglich, dann hat man zum Schutz der Tiere Unterstände gebaut und das Gelände eingezäunt. Kein Problem, wir kommen nah genug heran und stehen in den Holzunterständen etwas geschützt, denn der patagonische Wind bläst mal wieder aus allen Rohren. Ich habe Mühe, die Kamera ruhig zu halten. Es macht immer wieder Freude, diese putzigen Tiere zu beobachten. Es ist vor allem der ulkige Watschelgang, der mir gefällt. Morgens gehen Sie üblicherweise auf Fischfang, mittlerweile sind die meisten wieder an ihrem Platz angekommen, stehen die meiste Zeit am Fleck und gucken in eine Richtung. Eine kleine Gruppe kommt zurück vom Wasser, aber sie putzen unentwegt ihr Fell, daher dauert es sehr lange, bis sie an der Kolonie ankommen. Insgesamt leben hier 100 Tiere, der Bestand ist stabil. Sie haben gute Bedingungen, der Strand fällt flach ins Meer ab und die weite Bucht, die noch zur Magellanstraße gehört, ist fischreich.

Ein Jungtier können wir erkennen, das sein erstes, braunes Fell noch nicht gegen den typischen „Frack“ gewechselt hat, das passiert ungefähr nach 12 bis 13 Monaten. Und so stehen wir da und beobachten sie genau, wenn sie einenLaut von sich geben, was sie zum Beispiel tun, wenn sie ihren Partner suchen, und dazu den Kopf in den Nacken legen.

Leider können wir nicht unendlich lange hier stehen, wir haben noch 340 Kilometer bis Ushuaia vor uns und es ist bereits 15 Uhr. Und dann sind noch diese Tiere im Weg:

Und der Asphalt hört plötzlich auf, aber Gott sei Dank nur für 15 Kilometer.

Um halb acht erreichen wir Ushuaia, von hier berichte ich mehr, wenn es jemals aufhört zu regnen.

 

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Das Ende ist nahe

Na ja, jedenfalls das Ende des südamerikanischen Kontinents und das Ende von Chile. Wir sind in Punta Arenas angekommen, die Stadt nennt sich die südlichste der Welt. Darüber kann man streiten, Ushuaia und Puerto Williams liegen südlicher, aber es ist mit 125.000 Einwohnern mit Sicherheit die größte Stadt am Ende der Welt. Die Lage an der Magellanstraße hat natürlich zur Entwicklung dieser Stadt beigetragen. Es war im November 1521, als Ferdinand Magellan durch Zufall eine Abkürzung  bei der Umrundung des Kap Horn entdeckte und den wichtigen Seeweg zu den Gewürzinseln damit schneller und sicherer machte, denn das sturmgepeitschte Kap Horn wurde vielen Schiffen bis in die Neuzeit zum Verhängnis.

Apropos Sturm. Es geht nicht ohne Wind in Patagonien, das ist klar und das wussten wir ja auch. Aber wenn man Mühe hat, die Autotür zu öffnen oder einigermaßen gerade zu gehen, ist das schon heftig. Und es gibt auch einen Grund, warum uns gerade hier unten der Wind besonders heftig um die Ohren pfeift. Man nennt sie auch die „Roaring Forties“ also die stürmischen Vierziger, gemeint sind die Breitengrade südlich des 40sten. Hier sind wir bereits auf dem 53sten Breitengrad. Die Südhalbkugel hat viel weniger Landmasse als die nördliche, der Wind kann ungestört von West nach Ost wehen, es gibt keine Hindernisse. Außer uns beiden, wenn wir am Aussichtspunkt auf die Magellanstraße schauen und uns festhalten müssen, damit wir nicht umgepustet werden.

Nach zweieinhalb Wochen sind wir mal wieder in einer Stadt, schöne Abwechslung. Und man merkt gar nicht, dass die Stadt so etwas wie eine Sackgasse ist, es geht zwar noch holprige 80 Kilometer weiter nach Süden, aber da kommt nur noch ein Leuchtturm. Die Stadt hat viele Auswanderer angezogen, die große Farmen gründeten und hauptsächlich Schafe züchteten. Ein reicher Reeder und Schafzüchter namens José Nogueira ehelichte Sara Braun, die Tochter eines einflussreichen Kaufmanns. Noch heute gehören der Palacio Sara Braun und das Museo Regional de Magellanes zu den schönsten Gebäuden der Stadt.

Stadtzentrum ist die Plaza mit ihren gepflegten Grünflächen. Hier finden jeden Abend  die Demonstrationen gegen die chilenische Regierung und insbesondere gegen den Präsidenten Pinera statt. Friedlich und mit viel Musik, alle singen inbrünstig emotionale Hymnen und schwenken ihre Fahnen. Anschließend ziehen sie durch die Straßen, Gewalt haben wir hier keine gesehen.

Wenn man das Zentrum verlässt, wirkt alles nicht mehr so gepflegt und hochherrschaftlich, die meisten Graffittis sind politische Parolen, außer diesem hier.

Wir bummeln die Meerespromenade entlang, wenn der Wind dies zulässt. Es gibt ein Naturschutzgebiet am Stadtrand, Reserva Nacional Magellanes, hier heißt alles irgendwie Magellan, ob es sich um ein Bier handelt, ein Hotel oder wie in diesem Fall ein großes Waldgebiet mit zerzausten Südbuchen. Es gibt einen gut markierten Wanderweg mit weitem Blick auf die Magellanstraße, da war das Wort wieder!

Morgen fahren wir nach Feuerland, warum das so heißt, erzähle ich euch das nächste Mal.

 

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Abstecher nach Chile

Die südlich Spitze von Südamerika teilen sich zwei Länder, Chile und Argentinien. Ein Besuch des chilenischen Teils von Patagonien ist eigentlich ein Muß, die Silhouette der Torres del Paine zieren jeden Patagonien Reiseprospekt. Diese nicht zu besuchen, wäre wie Paris ohne den Eiffelturm gesehen zu haben. Man kann trefflich darüber streiten, ob man „Postkartenmotive“ unbedingt gesehen haben muß, aber für mich ist es ein Sehnsuchtsziel, eng verbunden eben mit diesem Bergmassiv. Also auf nach Chile!

Wir wohnen auf der Estancia Tercera Barranca, die liegt am Rande des Nationalparks mit freiem Blick auf die Torres del Paine, und von unserem Zimmer aus haben wir den perfekten Blick, aus der ersten Reihe sozusagen. Bei der Ankunft hüllen sich die Berge in Wolken, aber am frühen Morgen haben wir diesen Blick:

Es lohnt sich, mal etwas früher aufzustehen! Sonnenaufgang ist hier viertel vor sechs und es ist ganz schön kalt in den Hotelschläppchen vor unserem Zimmer. Das Rosarot sind immer die ersten Sonnenstrahlen des Tages, nach wenigen Minuten sieht das dann so aus:

Was kann noch passieren, wenn ein Tag so anfängt! Ich erzähle es euch, es hat sich eingetrübt und dann den restlichen Tag geregnet. Eine Fahrt in den Park wäre sinnlos, aber wir setzen unsere ganze Hoffnung auf den nächsten Tag. Und der beginnt auch mit Regen. Wir haben uns für heute einen Fahrer mit einem geeigneten Fahrzeug gebucht, und da er kein Englisch spricht, haben sie uns eine Amerikanerin mitgeschickt, die hier gerade ihren Jahresurlaub als weiblicher Gaucho verbringt, im richtigen Leben ist sie Architektin. Na, wir fahren mit gemischten Gefühlen los, die Berge verstecken sich noch.

Die Landschaft ist sehenswert, um das Massiv herum ist sie hügelig, manche Strecken der Piste sind sehr steil und bei dem Regen auch schmierig, das haben wir mit unserem Auto nicht gewagt. Und die Farben – viel Grün, kein Wunder bei dem Regen, und türkisfarbene Seen.

Langsam klart es auf, die Berge sind immer deutlicher zu erkennen und dann der erste Blick auf die sogenannten Hörner des Massivs, das war schon dramatisch, wie schnell sie dann auf einmal zu sehen waren, für mich ein bewegender Moment. Martin sagt, ist doch nur ein Berg, womit er auch Recht hat.

Für den Nachmittag ist eine Fahrt mit einem Katamaran zum Grey Gletscher geplant. Man läuft zunächst über den Kiesstrand zur Anlegestelle und kann von hier aus schon den Gletscher sehen. Der schickt Grüße zu uns herüber in Form von riesigen blau schimmernden Eisbergen. Das hat schon etwas von Arktis, wenn man hier am Strand steht.

Aber es wäre nicht Patagonien, wenn sich das Wetter nicht ebenso rasch wieder ändern würde. Eine Regenfront zieht beinahe schneller herauf, als wir gucken können.

Also wieder unter Deck, den Regen abwarten, und dann mal wieder einen Gletscher fotografieren. Ihr müsst jetzt stark sein, es wird wieder eisig.

Auf der Rückfahrt werfe ich noch einen letzten Blick auf die geliebten Berge, ein versöhnliches Abschiedsbild sozusagen.

Der Tage hat uns entschädigt mit dem Wetter der vergangenen Tage, jetzt fahren wir  weiter in Richtung Süden, bis es nicht mehr weiter geht. Hier noch ein Foto vom Speiseraum unserer Estancia.

 

 

 

 

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Von Gletschereis und Wetterscheiß

Leider konnten wir uns von unserem Lieblingsberg Fitz Roy nicht mehr verabschieden. Nach 18 Stunden Dauerregen hat er sich nicht mehr gezeigt. Aber damit muß man in Patagonien rechnen, entweder deutet sich ein Wetterumschwung an oder er bricht plötzlich herein. Wir vertrauen ja auch im Ausland immer auf den norwegischen Wetterdienst http://www.yr.no  Und der hat für übermorgen Dauerregen am Perito Moreno Gletscher, unserem nächsten Ziel, vorausgesagt. Also machen wir diesen Ausflug gleich am Ankunftstag.

Gesagt, getan. Eingecheckt in der Posada Larsen, unsere bisher beste Unterkunft, Zimmer mit Blick auf den Lago Argentino, geräumig, genügend Ablageflächen und als Highlight Fußbodenheizung, was für ein Luxus! Und auch nicht teurer als der Durchschnitt bisher. Hier der Blick vom Bett aus dem Fenster:

Aber jetzt fahren wir erstmal 71 Kilometer zu Argentiniens berühmtesten Gletscher. Er heißt Perito Moreno und kann zu Lande oder mit einem Boot besucht werden, wir entscheiden uns für den Landweg. Die sogenannte Kalbungsfront ist 2,3 Kilometer lang. Damit ist die Kante gemeint, an der Teile des Eises abbrechen und in den See plumpsen, das nennt man kalben. Direkt gegenüber dieser Kante liegt ein Felsen, der mittels Metallstegen auf mehreren Ebenen für die Besucher zugänglich gemacht wurde. So kann man auf verschiedenen Etagen die Aussicht auf den insgesamt über 30 Kilometer langen Gletscher genießen. Natürlich möchte man live erleben, wie so ein riesiger Eisbrocken abbricht und ins Wasser fällt, doch das passiert nicht ständig. Wir sehen nur, wie kleine Stückchen herunterfallen. Aber das ganze Eisfeld ist imposant und wenn man weiß, dass dieser  Gletscher nicht zurückgeht, jedenfalls momentan nicht, so ist das schon ein außergewöhnliches Erlebnis, dies aus nächster Nähe zu betrachten.

Das Eis ist wirklich so blau, wie auf den Fotos! Wenn es abbricht, schwimmt es noch eine lange Zeit im Wasser und nimmt bizarre Formen an. Im Restaurant am Gletscher kann man Whiskey auf Gletschereis trinken, aber keine Angst, wir trinken ja kein Alkohol!

Eigentlich hätten wir dieses Naturwunder gern noch einmal besucht, aber für heute ist Dauerregen am Gletscher vorhergesagt. Also bleiben wir in El Calafate, bummeln durch den Ort, wechseln Geld, trinken Kaffee und derlei Dinge mehr. Es gibt eine Lagune mit Flamingos, die lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Bis uns das patagonische Wetter einholt, beinahe von einer Minute auf die nächste zieht ein Sturm herauf und Regen peitscht auf uns herab. Gut dass wir warm genug und regendicht angezogen sind.

Das nächste Highlight wartet schon auf uns: morgen fahren wir nach Torres del Paine, das ist in Chile und ebenfalls ein Highlight in den südlichen Anden. Wir werden drei Tage auf einer Estancia verbringen, die Wettervorhersagen sind nicht toll. Wir hoffen, dass wir diese berühmten Bergspitzen wenigstens einmal zu Gesicht bekommen. Und wandern würden wir auch gern im Nationalpark. Na ja, haltet uns mal die Daumen. Eventuell kann ich mich erst von Punta Arenas aus melden, weil die Estancia Tercera Barranca vermutlich kein Wlan hat.

 

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Durch die Einsamkeit in die Berge

Der Weg bis zu den Anden ist weit und die Pampa extrem dünn besiedelt. Aber wir lieben den unendlichen Himmel über uns und die wechselnden geologischen Formationen. Aber manchmal ist es auch nur eine weite Ebene mit blassgrünen stacheligen Grasbüscheln bewachsen. Und dann muss ich feststellen, dass ich in der Reiseplanung eine Kleinigkeit übersehen habe. Ich habe die Tagesetappen mit Google Maps ermittelt, um nicht zu große Entfernungen zurücklegen zu müssen. Nur über die Beschaffenheit der Straßen weiß Google nichts. Wir folgen die nächsten Tage der Ruta 40, eine der längsten Fernstraßen in Argentinien, aber sie ist nicht durchgehend asphaltiert. Man kann diese Strecken zwar mit dem PKW befahren, besser wäre aber ein SUV oder ein Pick Up. Da wir einen Mittelklasse-Chevrolet fahren, bedeutet es, die Geschwindigkeit anpassen. Da braucht man schonmal für 70 Kilometer zwei Stunden. Aber wir haben ja Zeit!

Dafür ist das Ankommen umso schöner, wir werden immer herzlich begrüßt, wenn wir Glück haben, sogar mit einem Happen zu essen. Denn da es hier keine größeren Ansiedlungen mehr gibt, sondern nur verstreut liegende Estancia, können wir uns unterwegs nicht verköstigen. Und manchmal sind die Tankstellen sogar geschlossen. Das Prinzip heißt, immer tanken, wenn eine Tankstelle da ist.

Wir verbringen zwei entspannte Tage in Lago Posadas und schauen uns den gleichnamigen See auch an, vor allem die Naturbrücke hat es uns angetan und die verschiedenen Farben der Felsen.

Am Abreisetag mussten wir tanken, aber es war kein Tankwart da, obwohl wir während der Öffnungszeit da waren. Wir hatten Glück, ein Einheimischer musste auch tanken, er wusste wo der Tankwart wohnt. Der war aber nicht zu Hause, sondern bei der Gemeinde mit wichtigen Dingen befasst. Nach 45 Minuten kam er dann, wir hatten uns inzwischen sehr angeregt mit dem jungen Dorfbewohner unterhalten.

Dann wieder auf die Piste. Doch schaut mal, wie abwechslungsreich eine Fahrt sein kann:

Aber nicht jeder schafft es…

Als wir an unserer Estancia ankommen, glauben wir zunächst an eine Fata Morgana, wie aus dem Nichts haben wir diese Oase vorgefunden.

Da hätten wir es auch noch länger ausgehalten, aber wie schön es tatsächlich ist, weiß man manchmal erst hinterher. Und da wir ja alle Quartiere gebucht hatten, ging es am nächsten Tag weiter, mitten in die Berge. El Chaltén heißt unser nächstes Ziel, ein Bergsteigerdorf und Ausgangspunkt zu Expeditionen auf den pittoresken Fitz Roy, der ist 3.400 Meter hoch. Das Bergmassiv mit seinen vielen Spitzen zieht eine Menge Besucher an, also Schluß mit der Einsamkeit!

Es gibt viele Wanderwege hier in der Gegend, wir haben uns den zur Lagune Capri ausgesucht, denn von dort hat man eine tolle Sicht auf das Fitz Roy Massiv.

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Durch die Pampa

Schweren Herzens haben wir die Halbinsel Valdés verlassen und bewegen uns zunächst an der Küste entlang nach Süden. Unser Ziel ist Bahia Bustante, eine Lodge direkt am Meer in einem Nationalpark gelegen und nur über eine Schotterpiste zu erreichen. Unterwegs machen wir noch einmal Halt an einer Pinguin Kolonie. Belohnt werden wir von einem kleinen Tierparadies, denn nicht nur Pinguine sind hier, sondern sie vertragen sich anscheinend gut mit Guanacos, die geschickt zwischen ihnen umherlaufen. Ab und zu sehen wir Nandus, das sind die südamerikanischen Verwandten des Vogel Strauß.

Etwas weiter weg gibt es eine große Kolonie von Seelöwen. Übrigens fällt die Unterscheidung zwischen Seelöwen und See-Elefanten schwer, letztere sind größer. Aber den charakteristischen elefantenähnlichen Rüssel und die „Mähne“ sieht man nur bei den ausgewachsenen Männchen. Davon gibt es ja immer nur eins pro Gruppe. Hier waren sie so weit weg, dass wir nur wegen des Hinweisschildes wussten, dass es sich um Seelöwen handelte.

Unsere Unterkunft erreichen wir erst am späten Nachmittag und werden von einem sensationellen Sonnenuntergang belohnt. Begrüßt wurden wir von einem Nandu mit seinen Jungen. Die Männchen leisten sich einen Harem und sorgen sich persönlich um den Nachwuchs. Sie graben ein Loch, in welches die Weibchen ihre Eier legen und dann werden sie auch von dem Männchen ausgebrütet. Wer hier das Kindermädchen war, weiß ich allerdings nicht.

Am nächsten Morgen geht es weiter, wir verlassen jetzt die Küste und fahren in westlicher Richtung, geradewegs auf die Anden zu. Aber das dauert noch zwei Tage, zunächst fahren wir bis Rio Mayo. Auf dem Weg dorthin… nein, diesmal keine Pinguine, sondern etwas lebloses, nämlich versteinerte Bäume. Diese hier sind besonders groß und noch älter als wir, viele Millionen Jahre alt. Sie sehen aus, als wären sie gerade gefällt worden, aber wenn man ein Stück in die Hand nimmt, ist es Stein. Ein chemischer Prozess machte das möglich, der geht in etwa so: eine hohe Lavaschicht bedeckte die Bäume und dann kam noch Wasser dazu und verschiedene Mineralien… besser kann ich es nicht erklären, fragt einen Geologen, wenn ihr es genauer wissen wollt. Uns hat die bunte Bergwelt gefallen und zu einer kleinen Fotosession angeregt.

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Tiere auf der Halbinsel Valdes – Fortsetzung

Auch zu Lande gibt es Tiere zu sehen, die Halbinsel Valdes ist Naturschutzgebiet, das über Staubpisten zu erreichen ist. Das mit dem Staub wäre ja nicht so schlimm, wenn man ein Auto hätte, das gut abgedichtet ist. Haben wir aber nicht. Also Feuchttücher raus und wenigstens die Griffe abstauben, wir hoffen auf eine Tankstelle mit Staubsauger. Aber nun zu den Tieren.

Das erste Tier rast wieselflink über den Parkplatz: ein Gürteltier. Es hofft anscheinend auf Abfälle von den Touristen, in unserem Fall Fehlanzeige.

Am ersten Aussichtspunkt könne wir ausgiebig See-Elefanten beobachten (weiß jemand, ob man das mit drei  „e“ schreibt?). Das heißt, wir können ihnen beim Schlafen zusehen. Aber der Höhepunkt sind die Pinguine, da kann ich mich nur schwer trennen. Es sind Mangellan-Pinguine, die ohne Schnee und Eis auskommen können. Sie stehen am Strand oder erklimmen die Klippen und verkriechen sich in Erdhöhlen. Manchmal strecken sie den Kopf in die Höhe und geben quietschende Laute von sich.

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Tiere auf der Halbinsel Valdes

Die erste Station unserer Patagonien-Rundreise heißt Puerto Piramides auf der Halbinsel Valdes. Ich hatte den Ort ausgewählt, weil er mitten im Naturschutzgebiet liegt. Aber dass es so beschaulich sein würde, hatte ich nicht gewußt. Tagsüber werden viele Besucher aus Puerto Madryn hergebracht, sie kommen her, um Wale zu beobachten. Immer wieder sieht man sie mit angelegter Schwimmweste in kleinen Gruppen zum Strand laufen und dort in die Boote steigen. Jedes Boot wird von einem Traktor ins Meer geschoben und später auch wieder herausgezogen, auf einem speziellen Anhänger. Gute Idee, wenn man keinen Hafen hat aber Bootstouren zu den Glattwalen anbieten möchte, die hier zwischen März und November in großer Zahl leben. Sie bringen in dieser geschützten Meeresbucht ihre Jungen zur Welt und wenn diese groß genug sind, ziehen sie weiter in Richtung Süden.

Wir bummeln durch den kleinen Ort, der alles bietet, was der Tourist braucht, also Cafés und Restaurants, kleine Läden und natürlich die Tourveranstalter. Aber ich hatte nicht erwartet, dass es doch sehr gemütlich zugeht, abends wird es richtig einsam hier. Da treffen sich die wenigen, die hier übernachten, in den zwei oder drei Restaurants. Also der  richtige Ort zum Ankommen und Eingewöhnen. Ein Bummel am Strand entlang, den haben wir nach einer Weile ganz für uns.

Für den Nachmittag haben natürlich auch wir eine Walbeobachtungstour gebucht und werden nicht enttäuscht. Es gibt wirklich viele Wale hier, es handelt sich um den Südkaper, diese Art gehört zu den Glattwalen und wird um die 16 Meter lang. Und wir schippern hier durch ihre Kinderstube, wir sehen die Kälber immer ganz nah bei der  Mutter schwimmen. Zum Thema Fotografieren sei gesagt, es ist wie immer eine Herausforderung, auf einem schwankenden Boot zu fotografieren, wenn man sich mit einer Hand festhalten muß. Und der Wal taucht  plötzlich aus dem Nichts auf und verschwindet meistens genauso schnell wieder, kaum hat man die Kamera auf ihn gerichtet. Aber mit der Zeit erwischt man doch den einen oder anderen Schnappschuß.

 

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Reise ans Ende der Welt

Der Begriff ist vermutlich ein Allgemeinplatz, aber im Falle von Patagonien stimmt es tatsächlich, wenn wir vom südlichen Ende der Erde sprechen. Am Kap Horn ist Ende Gelände, danach kommt die Antarktis. Ob wir es zum Kap Horn schaffen, ist fraglich und hängt vom Wetter ab, aber in Ushuaia sind wir auf dem 54. Breitengrad, das sind 21 Breitengrade südlicher als Kapstadt. Oder in Kilometern ausgedrückt ca. 2.300 km südlicher als am Kap der Guten Hoffnung. Also weiter runter geht es nicht mehr, wenn wir das ewige Eis ausschließen.

Aber Patagonien bietet noch viel mehr, wild zerklüftete Bergspitzen, riesige Gletscher und an der Atlantikküste große Robben-Kolonien, Pinguine und Wale. Also können wir uns auch auf Tierbeobachtungen freuen. Die Herausforderung wird das Wetter sein, wir rechnen mit einem frischen Wind und einstelligen Temperaturen, und das, obwohl in Patagonien der Sommer vor der Tür steht. Aber wir sind gut vorbereitet und wissen, was uns erwartet.

Die Entfernungen in Patagonien sind riesig, wir werden auch mal längere Strecken in absoluter Einsamkeit überwinden müssen, aber das kennen wir ja. Es gilt wieder das Prinzip, an jeder Tankstelle wird getankt, egal wieviel noch im Tank ist. Wir beginnen unsere Rundreise in Trelew, das liegt ca. 1.400 km südlich von Buenos Aires. Wir haben einen Mietwagen und werden in einfachen Häusern übernachten, manchmal auf einer Estancia, so heißen hier die „Bauernhöfe“.

Ihr könnt uns wieder virtuell begleiten, die Beiträge kommen vielleicht nicht ganz regelmäßig, aber schreiben und fotografieren werde ich natürlich, das Hochladen erfolgt eventuell etwas später. Wie immer freue ich mich in der Einsamkeit über eure Kommentare. Bis bald in Argentinien!

 

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New York, New York

Über New York ist eigentlich schon alles geschrieben worden. Denkt man. Aber mir scheint es so, als müsste die Geschichte ständig neu geschrieben werden. Die Stadt verändert sich rasend schnell. Die augenscheinlichste Veränderung geschah nach den Anschlägen vom 11. September, aber es gibt auch andere Beispiele. Ich dachte, in Manhattan ist jeder Quadratmeter Grund bebaut oder verplant, kein Platz für Neues mehr. Weit gefehlt. Zwischen Chelsea und Greenwich Village  waren Schlachthöfe, Lagerhallen und Kühlhäuser angesiedelt, zuletzt war diese Gegend als Rotlicht Milieu bekannt. Meatpacking District war der passende Name. Die Umwandlung des Stadtteils begann mit der Stilllegung einer Hochbahntrasse, über diese wurde Schlachtvieh transportiert. In den Siebziger Jahren wurde die Strecke stillgelegt und es entstand ein Verein zur Rettung dieses Industriedenkmals. Die Bahngleise wurden begehbar gemacht, bepflanzt und mit Kunstwerken bestückt. Im Jahre 2014 eröffnete mit der High Line die neueste New Yorker Attraktion. Die knapp drei Kilometer lange Strecke ist sehr beliebt, wir waren allerdings auch an einem Sonntag da. Unaufhörlich schieben sich Menschenmassen die Trasse entlang, es ist aber nicht so überfüllt wie der Fußweg über die Brooklyn Bridge, dazu später mehr.

Durch die veränderte Nutzung entstand in West Chelsea ein komplett neuer, hypermoderner Stadtteil, mit einer nagelneuen Metrostation, atemberaubenden Wolkenkratzern aus glänzendem Stahl und Glas. Natürlich auch ein Einkaufszentrum, Hudson Yard genannt. Es ist ein spannenden Nebeneinander von Industriebrachen und modernster Architektur. Den Wert der alten Backsteinbauten scheint man erkannt zu haben, sie werden aufwändig restauriert und umgebaut, schon siedeln sich Modelabels, schicke Cafés und Kreative hier an. Ein neues Szeneviertel entsteht.

Unser Weg führte uns zum Sonnenuntergang nach Brooklyn. Wir wollten zu Fuß den East River überqueren, die Brooklyn Bridge hat eine Fußgängerspur. Wir waren nicht die einzigen, um es harmlos auszudrücken. Denn es war ein einziges Geschiebe über die Brücke, ständig mussten wir warten, weil hier offenbar jeder bemüht ist, so viele Selfies von sich und der Brücke zu schießen wie möglich. Trotzdem, der Weg hat sich gelohnt, denn wir haben ein weiteres neues Viertel entdeckt, Dumbo genannt. Bis vor wenigen Jahren kannten wir das Ufer des East River auf der Brooklyn Seite nur aus Krimis, hier wurden immer die Leichen entsorgt oder gefunden, je nachdem. Das ist vorbei, auch hier erlebt die Backsteinarchitektur eine Renaissance, coole Läden und Kneipen wechseln sich ab. Am Wasser zieht sich eine Promenade entlang und da Samstag ist, finden sich die Brautpaare vor der untergehenden Sonne ein und werden zigfach fotografiert. Ist auch ein schönes Motiv, wenn die Abendsonne durch das durchsichtige Brautkleid schimmert.

Das Thema Essen gehen muß ich noch einmal aufgreifen, denn wir haben das ultimative Steak-Restaurant gefunden. In einer Seitenstraße des Broadway versteckt, habe ich dort das beste Steak ever  gegessen. Bevor man das Restaurant betritt, fällt der Blick in den Kühlraum, der ein Schaufenster zur Straße hat. Da liegen feinste Rinderteile und reifen vor sich hin. Die Regale vom Boden bis zur Decke gut gefüllt, so etwas habe ich noch nie gesehen. Das Restaurant Gallagher ist sehr gut besucht, wir hatten einen Tisch reserviert. Die Steaks waren butterzart und saftig, haben keinen Tropfen Fleischsaft beim Anschneiden verloren. Bevor ihr jetzt alle dahin rennt, es ist nicht billig. Es ist teuer, ein Steak kostet um die 40 Dollar, aber die Beilagen gehen extra, und da gibt es nichts unter 11  Dollar. Und ein Glas Wein kostet so viel wie bei uns eine ganze Flasche. Es war unser Abschlußabend dieser wunderbaren Reise und das Geld hat uns nicht gereut, weil es eben ein außergewöhnlich gutes Essen war.

Viel zu schnell ist die Zeit vergangen, was uns nicht wirklich wundert, denn in drei Tagen kann man natürlich nur kurze Einblicke gewinnen. Für einen nächsten Besuch in New York hätten wir einige Ideen, was man unbedingt noch tun könnte. Auf Wiedersehen New York!

 

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Die Queen trifft Big Apple

Wir haben wieder festen Boden unter den Füßen. Eigentlich dachten wir, wir hätten jetzt den typischen Seemannsgang. Ist aber nicht, hat einfach nicht genug geschaukelt an Bord. Was uns natürlich sehr recht war, denn somit haben wir keine Mahlzeiten verpasst. Um die entgangenen Gaumenfreuden wäre das wirklich schade gewesen.

In den letzten Stunden an Bord fieberten wir natürlich der Einfahrt in den New Yorker Hafen entgegen. Allerdings mussten wir dafür auch etwas tun, nämlich sehr früh aufstehen. Bereits um 3 Uhr nachts wurden die Lotsen an Bord genommen und um 4 Uhr sind wir unter der Verrazano Brücke hindurchgefahren. Sie ist mit 1298 Metern die längste Brücke Amerikas und damit länger als die Golden Gate. Die lichte Höhe beträgt 70 Meter und da passte unser Schiffchen gerade so durch. Es waren noch 4 Meter Luft. Das Ganze ereignete sich bei völliger Dunkelheit, daher ist die Brücke auf dem Foto nicht ganz scharf geworden:

Leider haben wir kurz darauf die Freiheitsstatue  passiert, bei dieser fotografischen Herausforderung  bin ich gescheitert. Bei Dunkelheit muss man sehr lange belichten und dieses Schiff bewegte sich stoisch auf sein Ziel zu, da nützt dann auch das Stativ nichts mehr. Pech gehabt. Also ich meine, ihr habt Pech gehabt. Denn ich habe dieses Erlebnis für alle Zeiten auf meiner internen Festplatte gespeichert und behalte es für mich.

Wir haben sehr lange an Deck und auf dem Balkon unserer Kabine gestanden und das erste zaghafte Licht des Tages erlebt. Hinter Brooklyn ging kurz vor sieben die Sonne auf, da hatten wir schon längst festgemacht. Die ersten Sonnenstrahlen verfingen sich in den Glasfassaden von Manhattan. Ich würde jetzt gerne schreiben, die Stadt erwachte langsam. Aber das stimmt nicht, denn die schläft  ja nie. Die Schnellstraßen waren schon nachts um vier belebt und die Staten Island Fähre fährt die ganze Nacht hindurch nach Manhattan und zurück.

Die Skyline von Manhattan im ersten Morgenlicht, die Gruppe am Eck sind die Teilnehmer der Gruppenreise, die von der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ organisiert wurde. Das hatte für uns den Vorteil, dass wir deutschsprachige Vorträge von Zeit-Journalisten anhören konnten.

Unser Hotel liegt sehr zentral in Midtown, das heißt, Times Square, Theaterdistrikt und 5th Avenue liegen in Fußentfernung. Das bedeutet, wir haben unbegrenzt Auslauf. Aber ab sofort müssen wir uns selbst um unser Essen kümmern. Wir ernähren uns auf unseren Reisen ja bekanntlich vorzugsweise landestypisch, also haben wir gleich mal mit einem Hotdog begonnen, natürlich nur von Nathans, das ist sozusagen das Original.

Hier noch ein paar Schnappschüsse vom ersten Stadtbummel. Übrigens haben wir zum Dinner die ultimativen Hamburger von „burger joint“ gegessen. Stellt euch ein schickes Hotelfoyer vor mit weißen Säulen, glänzendem Boden und vielen Spiegeln und dann an einer Ecke, dicht an einen Vorhang gedrängt, eine illustre Warteschlange. Nach zwei Ecken steht man plötzlich in einer engen Pommesbude mit Graffitti an den Wänden und sechs Leuten, die einen Burger nach dem anderen braten. Und wir hatten Riesen Glück, dass gerade rechtzeitig einer der wenigen Tische frei wurde, sonst hätten wir mit unserer Burgertüte auf die Straße gemusst. Ich habe natürlich nicht verraten, dass ich im Internet einen Tisch reserviert hatte.

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Kochkunst und Augenschmaus

Wenn man sechs Seetage erlebt, sind es die einfachen und elementaren Dinge, die den Tag strukturieren. Also so etwas wie Sonnenaufgang, Essenszeiten, die Ansprache des Kapitäns jeden Tag Punkt 12 oder der Beginn der Abendshow. Das Meer ist die einzige landschaftliche Attraktion und da gibt es tatsächlich immer etwas zu gucken, denn wir haben uns eine unruhige Zeit ausgesucht. Allein an Deck zu kommen, ist nicht immer einfach bei einer Windstärke zwischen 6 und 8 Beaufort. Entweder sind manche Decks gleich gesperrt oder man muss sich mit voller Kraft gegen die Tür lehnen, um hinaus zu gelangen. Mit 16 bis 18 Grad ist es nicht zu kalt, wenn auch der Wind entsprechende Kleidung erfordert. Und sogar einfordert, Alex hatte ein perfekt zur Kleidung passendes Stirnband, das fest um den Kopf saß, das hat sich der Wind auf dem Achterdeck einfach geholt. Es verschwand für immer in den Weiten des Nordatlantiks. Sie hofft noch, dass der Delphin, der längs ihrer Balkonkabine auftauchte, das leuchtend gelbe Stirnband zurückbringt. 

Unvergesslich der Seegang während unseres gestrigen Abendessens, bei Windstärke 9. Wir haben einen schönen Tisch direkt am Fenster und können uns kaum aufs Essen konzentrieren, denn wir sind uns sicher, noch nie solche gewaltigen Wellen in einem aufgewühlten Meer gesehen zu haben. Die Meerestiefe beträgt hier etwa 3.000 Meter, da bauen sich Wellen auf, die beinahe bis an unser Fenster auf Deck 3 heranreichen. Der ganze Ozean ist in Aufruhr. Unser Oceanliner wackelt kein bisschen, die Weingläser stehen fest auf der Damasttischdecke und der Wein schwappt nicht einen Millimeter im Glas.

Was mich jetzt zum Thema Essen bringt. Man ist ja schon etwas verwöhnt, und entsprechen hoch sind die Erwartungen, wenn man sich an Bord der Queen Mary 2 befindet. Und ich kann ohne nachzudenken sagen, dass wir nicht enttäuscht wurden. Die Küche liefert excellentes Essen, egal, ob man sich im Buffet-Restaurant ernährt oder sich im Britannia Restaurant mit einem Menü verwöhnen lässt. Ein paar Zahlen verdeutlichen, was es bedeutet, jeden Tag die 2.497 an Bord befindlichen Gäste satt zu kriegen. Es sind 146 Köche, die hier beinahe rund um die Uhr arbeiten. Auch ein interessantes Thema: die Bevorratung. Nur drei Beispiele: wir haben bei der Abfahrt in Southampton 64.000 Eier an Bord, 2.400 Melonen, sortiert nach drei Reifegraden, sowie 1.700 Bananen. Und auch die Blumen auf den Tischen werden regelmäßig erneuert.

Ein Beispiel, wie wir gestern Abend auf hoher See schlemmen konnten.

Entenleber mit Artischocken, Entenkonfit Terrine und Safran Kräuter Aioli

Geräucherte Makrele mit Gurke, Rettich und Toast

Filetsteak vom grasgefütterten Rind mit Reis, Jambalaya Gemüse und Cajun Senfsoße

Im Ofen gebratener Truthahn mit Bratkartoffeln, Würstchen im Schlafrock, Karottenwürfel und Cranberrysoße

Himbeer-Schokoladenkuchen mit Chantilly Sahne

Weißer Schokoladen Panna Cotta mit Himbeersoße

Wir genießen hier an Bord ohne Reue, fasten können wir zu Hause wieder.

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Das Leben an Bord

Der dritte Tag auf See. Und wir haben noch nicht die Hälfte bis New York. Bei uns geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Genuss. Die einen genießen das Essen, für andere zählen die Abendveranstaltungen mit Musik und Tanz, wieder andere lieben das Bridge Spiel oder Joggingrunden auf Deck 7. Baden kann man in beheizten Pools auf beiden Achterdecks oder bei schlechtem Wetter im überdachten Schwimmbad. Massage oder Sauna, Friseur oder Fitnessstudio, jeder kommt auf seine Kosten. Es gibt ruhige Lounges fürs gute Buch oder Klavierkonzerte beim Mittagessen in der Carinthia Lounge. Abends geht es hier etwas ruhiger zu, dann kann man seinen Portwein zu den Klängen einer Harfe trinken. Und wenn es zur Nachtruhe geht, wird man mehr oder weniger sanft in den Schlaf gewiegt. 

Wenn Gala-Abend angesagt ist, putzen sich alle auf und es funkelt und glitzert den ganzen Abend. Der Kapitän lässt es sich nicht nehmen, an einem der Gala-Abende einen Willkommens-Champagner auszugeben und die Gäste mit einer launigen Rede zu begrüßen. Er habe eine gute und eine schlechte Nachricht für uns, meinte er. Die schlechte sei, wir hätten es die nächsten Tage mit den Ausläufern eines Hurrikans zu tun. Aber die gute Nachricht sei, unser Schiff ist ein Oceanliner, der ist für die schwersten Stürme gerüstet. Das hat uns natürlich ungemein beruhigt. Überhaupt trauen wir dem nautischen Personal einiges zu. Nachdem wir Le Havre verlassen hatten und dem nächsten Morgen entgegen schlummerten, wurden wir vom Kapitän geweckt. Es gab einen medizinischen Notfall an Bord und das Schiff hatte seinen Kurs bereits verlassen und fuhr in Richtung englische Küste. Die Küstenwache schickte einen Hubschrauber, der noch im Dunkeln bei einer Windstärke von 8 auf dem Schiff landete und den Passagier aufnahm. Es ginge ihm jetzt wieder gut, meinte der Kapitän, innerhalb von 15 Minuten sei er im Krankenhaus gewesen. 

Eine solche Aktion wäre jetzt nicht mehr möglich, wir befinden uns mitten auf dem Atlantik und  Neufundland, Grönland und Westeuropa sind von uns aus in etwa gleich weit entfernt, jeweils ein paar hundert Kilometer. Wir bewegen uns mit ungefähr 38 km/h vorwärts und in einem hatte derKapitän auf jeden Fall recht: dieses Schiff ist für raue See gebaut. Selbst bei Windstärke 8 liegt es wie ein Brett im Wasser und wir spüren nur ein leichtes, gemächliches Schwanken. Auch von Seekrankheit ist nicht die Rede, die Plätze sind zu den Mahlzeiten gut gefüllt. 

Nur die Sonne könnte etwas öfter scheinen, heute haben wir zum ersten mal ein Stündchen auf Liegestühlen an Deck gelegen, bislang hatten wir neben Sturm auch Regen, da wurden manche Decks zeitweilig gesperrt. Aber wir hoffen auf die nächsten Tage, unser Kurs verläuft etwas weiter südlich als normal, um besagtem Hurrikan auszuweichen. Hoffentlich verschwinden wir da nicht im Bermuda-Dreieck. Also hofft einfach auf den nächsten Blog.

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Blumen in Honfleur

Letzte Station in Europa ist Le Havre in der Normandie. Die Stadt gibt nicht viel her, sie wurde nach dem Krieg komplett neu aufgebaut. Aber das Luftlinie nur 5 Kilometer entfernte Honfleur hat seinen mittelalterlichen Stadtkern bis heute bewahren können. Es liegt wie Le Havre an der Seinemündung, hat einen kleinen Fischereihafen und eine pittoreske Altstadt. Wir bummeln durch enge Gassen, lassen uns einen Café au Lait schmecken und kaufen lose Schokolade aus Schütten. Erfrischend das Gläschen Cidre, dann geht es wieder an Bord.

Noch befinden wir uns nicht auf dem offenen Atlantik, aber der Wind hat zugenommen. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen bekommen wir die volle Breitseite, auf Deck werden die Auflagen weggeräumt und die Liegestühle angebunden, damit sie nicht über Bord gehen. Unser Gang wird schwankend, nicht was ihr denkt. Vor dem Abendessen trinken wir keinen Alkohol, auch wenn es jetzt so aussieht.

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Kreuzfahrt Feeling

Wir wollten eine Atlantik-Überquerung, aber da auf dem Weg von Hamburg nach New York noch Southampton und Le Havre angelaufen werden, gehen wir natürlich von Bord. Und haben auch gleich einmal einen Ausflug gebucht, die Besichtigung von Stonehenge bot sich an. Und schon fühlen wir uns wie auf einer Kreuzfahrt, wir werden in Gruppen eingeteilt und laufen hinter einem Schild mit der Nummer 5 her. Rein in den Bus, durchzählen und los gehts. Schon beschwert sich jemand, weil die Reiseleiterin schlecht zu verstehen ist. Und dann bleibt auch noch der Bus stehen, scheinbar ist die Kühlwasserleitung unterbrochen und wir können nicht weiterfahren. Doch stellt es sich als schwierig heraus, Hilfe zu holen, denn wir stehen mitten im Waldgebiet des Nationalparks und haben kein Netz. Natürlich regnet es jetzt auch in Strömen. Das trifft nun aber unsere Reiseleiterin, die mit ihrem Handy den nächsten Hügel erklimmt und dort auf Netz hofft. Erinnert mich mehr die deutsche Provinz. Aber es klappt, sie kehrt zwar durchnässt zurück, hat aber einen Ersatzbus bestellt. Nach einer guten Stunde können wir unsere Fahrt fortsetzen. Und siehe da, bis wir Stonehenge erreichen, hat der Regen aufgehört und ab und zu zeigt sich die Sonne.

Alle in unserer kleinen Reisegruppe hatten sich den Steinkreis weitläufiger vorgestellt. Beeindruckend sind die Steine schon, vor allem die Vorstellung, wie es die Menschen vor 5.000 Jahren bewerkstelligt haben, sie aufzurichten und auch noch Querverbindungen zu schaffen. Man darf übrigens nicht mehr hindurchlaufen, der Bereich ist abgesperrt und der Rundweg führt in unterschiedlicher Entfernung um den Steinkreis herum. Auch wenn es durch die hohe Besucherzahl viel Trubel gibt, kann jeder sein Selfie machen. Und dann müssen wir wieder der Nummer 5 folgen. Fazit: Gruppenreisen sind nicht unser Ding, aber der Ausflug hat sich gelohnt und wir haben auch noch ein wenig von Englands Parklandschaft gesehen.

Da ich es noch immer nicht geschafft habe, meine Fotos hochzuladen, gibt es bis auf weiteres Fotos vom iPad. Sieht zwar komisch aus beim Fotografieren , aber so gibt es wenigstens Bilder von der Reise.

 

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Der Oceanliner nimmt Fahrt auf

Die Reise hat begonnen. An einem Ort, der im letzten Jahrhundert das Tor zur Neuen Welt und zur Freiheit war. Es hat schon etwas nostalgisches, im Zeitalter der Schnelligkeit in ein Schiff zu steigen, dass sich mit einer Geschwindigkeit von maximal 50 km/h vorwärts bewegt. Für die Hamburger scheint die Queen Mary 2 etwas Besonderes zu sein, obwohl es schon dunkel war, standen gestern Abend viele am Ufer und haben uns mit ihren leuchtenden Handys gewinkt. Manche machen einen richtigen Event daraus, am Jacobs Hotel schossen Leuchtraketen in die Luft, von der Terrasse wurden Bettlaken geschüttelt und dazu ertönte, very british, „Hope and Glory“ aus den Lautsprechern. Für diese tolle Abschiedszeremonie ließ unser Kapitän dreimal das Schiffshorn ertönen. Hört man nicht oft, so einen tiefen und satten Baßton.

Die ersten Stunden haben wir uns bemüht, die Orientierung an Bord nicht zu verlieren. Es gibt 13 Decks und drei große Treppenhäuser mit jeweils sechs Lifts. Das Schiff ist über 300 Meter lang und wenn man einmal in die falsche Richtung gelaufen ist, guckt man das nächste mal doch noch mal genau nach, ob man zum Heck oder Bug möchte. 

Die ersten 80 Kilometer haben wir auf der Elbe zurückgelegt, bis wir nachts die offene See erreicht haben. Jetzt passieren wir bereits die niederländische Küste und es bläst ein heftiger Wind. Ganz schnell lernt man, wo die windabgewandte Seite ist und dass es am Heck windgeschützt ist. Die Sonne zeigt sich kaum, aber es ist weitgehend trocken, aber der Wind nimmt zu und jetzt haben wir bereits Windstärke 6. Das macht der eher behäbigen Queen kaum etwas aus. Wir müssen schon richtig darauf achten, um zu merken, dass wir uns auf dem Wasser befinden. 

Lukullisch werden wir sehr verwöhnt, im Restaurant faltet der Kellner die Serviette auf und legt sie jedem Gast auf den Schoß. Ich habe Hochachtung vor den Köchen, die es fertig bringen, für dreitausend Passagiere kreative und äußerst schmackhafte Gerichte zuzubereiten. Gemütlich im Restaurant zu sitzen und dabei die passende Kleidung zum festlichen Rahmen zu tragen, erleben wir als Teil unseres Urlaubes. Eben mal etwas anderes tun als im Alltag. Wenn es schneller gehen soll, suchen wir auch gern das Selbstbedienungsrestaurant auf, wo es beinahe rund um die Uhr leckere Speisen für jeden Geschmack gibt. 

Derzeit habe ich ein technisches Problem, die Fotos meiner Kamera aufs iPad zu bringen. Ich arbeite daran. Heute gibt es nur ein Foto, das ich mit dem iPad gemacht habe: Heute morgen der erste Blick von unserem Balkon auf die Weite des Meeres. Demnächst hoffentlich mehr.

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Mit der Königin nach New York

Den Traum gibt es schon sehr lange. Einmal mit dem Schiff den Atlantik überqueren, den ganzen Weg erleben und nicht in wenigen Stunden überfliegen. Die salzige Luft spüren und dem Wind in den Haaren freies Spiel lassen. Jeden Tag ein wenig Zeit gewinnen, um sie auf dem Rückweg wieder zu verlieren. Den Gedanken ihren Lauf lassen und die Wolken beobachten, wie sie sich ständig neu formen. Vielleicht im Liegestuhl, wenn das Wetter mitspielt. So viel Komfort hatten die Auswanderer vor hundert Jahren nicht, da gab es eine Klassengesellschaft und die Überfahrt war kein reines Vergnügen.

Ein wenig hat es auch mit unserer Familiengeschichte zu tun, dass ich unbedingt einmal den gleichen Weg mit dem Schiff nehmen wollte wie so viele Glücksritter im 19. Jahrhundert. Mein Urgroßvater hatte bereits eine Familie gegründet, als er sich entschloss, das Glück in der Neuen Welt zu suchen. Als Landmaschinenvertreter hatte er gar nicht mal so schlechte Chancen dort und schon bald konnte er nach Hause telegrafieren, dass die Frau und die drei Töchter, darunter auch meine Großmutter, nachkommen könnten. Doch die Urgroßmutter telegrafierte zurück, dass das Wasser keine Balken habe und dass sie nicht kommen werde. Eine weitreichende Entscheidung für unsere Familie. Mein Urgroßvater entschied sich für Frau und Kinder und kehrte zurück. Die beiden bekamen noch sechs weitere Kinder.

Doch zurück in die Gegenwart: wir haben eine Arrangement gebucht, dieses beinhaltet eine Übernachtung in Hamburgs Elbphilharmonie, also im darin befindlichen Westin Hotel, am nächsten Tag dann mit der Queen Mary 2 über Southampton und Le Havre nach New York. Allein sechs Tage sind wir auf dem Atlantik, reine Seetage. Endlich mal Zeit für ein gutes Buch! Oder eine anregende Unterhaltung, wir sind zu viert, meine Freundin Alex aus Aschaffenburger und Erfurter Tagen und ihr Mann Rüdiger werden uns begleiten. In New York verbringen wir noch drei Tage, bevor wir für den Rückweg den Flieger nehmen.

Gern könnt ihr uns wieder virtuell begleiten auf unserer Reise. Allerdings werde ich nicht jeden Tag einen Blog absetzen können, mitten auf dem Atlantik wird das nicht möglich sein. Ahoi!

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Killarney ist das Zentrum des Irland Tourismus

Und das hat gute Gründe. Das kleine, malerische Städtchen liegt an einer Seenplatte am Fuße eines Gebirges, das auch den höchsten Berg Irlands umfasst. Große, internationale Hotels haben sich im Laufe der Zeit hier angesiedelt, saftig grüne Golfplätze bieten sich an sowie ein kleiner Nationalpark mit Wanderwegen. Lohnende Ziele für Tagesausflüge sind neben dem King of Kerry die nördlich davon gelegene Halbinsel Dingle oder weiter südlich die Halbinsel Beara, letztere haben wir allerdings nicht besucht.

Unser Cottage lag etwas außerhalb von Killarney, aber an den Abenden haben wir natürlich unsere Erkundungstour durch Irlands Pubs fortgesetzt. Es gibt sie hier in allen Größen, mehr oder weniger urig, aber immer mit Live-Musik. Die Musiker werden an der Tür platziert, so kann mal gleich hören, ob man bleibt oder weiterzieht.

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir kurz Station in Limerick gemacht. Jeder denkt dabei an lustige Fünfzeiler, diese haben aber eigentlich ihren Ursprung gar nicht in dieser Stadt. Viel wichtiger ist die wechselvolle Stadtgeschichte und die Verbindung zu England. King John errichtete 1210 hier an der Mündung des Flusses Shannon eine mächtige Burg, die heute aufwändig restauriert ist. Eine sehr sehenswerte Ausstellung gibt anschauliche Informationen zur Geschichte der Stadt.

Am Ende eines Reiseberichts steht meist das Fazit: Irland ist wirklich eine durch und durch grüne Insel, hat tolle Küstenlandschaften, malerische Orte, wo die Zeit stehen geblieben scheint und überall mehr oder weniger gut erhaltene Burgen, Schlösser und mittelalterliche Wohntürme. Es gibt viel zu sehen und zu erleben, aber einen Wermutstropfen gibt es doch: das Wetter. Das wussten wir natürlich und hatten wetterfeste Kleidung dabei, aber Dauerregen über Tage oder stündliche Regengüsse sollte man aushalten können. Es gab auch Sonne, aber insgesamt waren die Temperaturen doch niedriger als erwartet, so zwischen 10 und 13 Grad, was bei dem starken Wind, der eigentlich immer bläst, doch recht kühl ist. Aber die Pubkultur ist Klasse!

Hier noch die letzten Fotos.

Aussicht von O´Connor Pass auf der Dingle Halbinsel

Die Strände sind immer fotogen, wenn das Licht passt.

Aber zum Baden zu kalt. Jedenfalls für uns Weicheier.

Typisches Straßenbild von Killarney

In den typisch irischen Städtchen gibt es noch einen funktionierenden Einzelhandel, hier ein Bonbonladen.

Muckross House bei Killarney

Im Killarney National Park

King John´s Castle in Limerick

Vom Wehrturm aus hat man den Überblick

 

 

 

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Der „Ring of Kerry“

Hat nichts zu tun mit dem Herrn der Ringe und auch nicht mit den Nibelungen. Es  ist einfach eine Küstenstraße, die die Halbinsel Iveragh im County Kerry umrundet. Aber was für eine Straße, beliebt schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Meist ist die Vegetation niedrig, so hat man weite Ausblicke aufs Meer und auf umliegende Berge. Und was soll ich euch sagen: wir hatten Traumwetter heute. Es fing regnerisch an und wir dachten uns nichts weiter dabei, halt wieder so ein Regentag wie zuvor. Aber dann, je weiter wir in Richtung Meer fuhren, desto häufiger ließ sich die Sonne blicken. Es war zwar kalt, meist zwischen 10 und 14 Grad und dabei sehr windig, aber dagegen kann man kleidungstechnisch etwas tun.

Wir hatten bisher als Unterkunft ein Hotel, ein Bed&Breakfast, ein modernes Ferienhaus und jetzt verbringen wir die letzten vier Nächte in einem typisch irischen Cottage. In der Nähe von Killarney.In der Mitte ein Wohn-Essraum mit Küche, rechts und links jeweils ein Schlafzimmer mit Bad. Hinten gibt es eine Terrasse. Sehr kuschelig, es gibt einen Kaminofen und viel Holz!

Morgens wechselten Regen und Sonne noch ab, hier fahren wird durch das Dunloe Gap, wir würden sagen, eine Scharte. Aber nur 200 Höhenmeter.

Gott sein Dank kam nur selten ein Auto entgegen, das bedeutete immer rangieren.

Und wieder erfreuen wir uns an den blühenden Rhododendren.

Der Ring of Kerry führt uns an traumhaften Orten vorbei.

Das Baden ist allerdings nur etwas für ganz Mutige, das Wasser hat maximal 15 Grad.

Wer die Einsamkeit mag – oder ein Buch schreiben will…

Steilklippen gibt es auf der Insel Valentia und dazu freie Sicht nach Amerika.

Blick zurück ins Landesinnere – einfach nur schön.

 

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Nichts ist so beständig wie der Wechsel

Und damit meine ich das Wetter in Irland. Es gibt durchaus Lichtblicke, sonnige Perioden, aber auch immer wieder Regen. Man muß also immer für alle Wetter gerüstet sein, auch wenn man bei Sonnenschein losmarschiert. Wir hatten jetzt für drei Tage unser Quartier in Doolin, ganz in der Nähe der landschaftlichen Hauptattraktion, den Cliffs of Moher. Es gibt einen Weg am Rand der Klippen entlang, der immer wieder traumhafte Ausblick auf Meer und Felsen bietet. Wer Adrenalin mag, kann sich zur Kante vorwagen und bis zu 214 Meter in die Tiefe blicken. Bei Regen allerdings nicht zu empfehlen, denn dann wird’s sehr rutschig. Wir hatten Glück mit dem Wetter und nur auf dem Rückweg einen Schauer.

Doolin ist auch Ausgangspunkt für einen Besuch der Aran Inseln.  Derer gibt es drei, wir haben uns für die größte Insel Inishmore entschieden. Dort gibt es eine der am besten erhaltenen prähistorischen Siedlungen zu entdecken. Und scheinbar stricken hier alle Einwohner um die Wette, denn nicht nur hier, sondern überall in Irland werden diese normalerweise naturfarbenen Pullover mit Zopfmuster verkauft. Zwei davon befinden sich jetzt im Reisegepäck unserer kleinen Gruppe.

Für die Abendunterhaltung ist bestens gesorgt, hier gibt es einige legendäre Musikpubs. Übrigens kann man in jedem Pub auch „gut bürgerlich“ essen, da haben wir von Fish and Chips über Pulled Pork  und Irish Stew schon sehr gut gegessen. Die Bands haben nicht so ganz den Sound getroffen, den wir uns erhofft hatten und den wir in Clifden eigentlich immer entdeckt haben. Mal ist es zu viel Country oder Main Stream, mal eine Art Irish Folk, der leicht nervig ist, zu viel Fiedel und ohne Gesang. Wir suchen weiter.

Apropos suchen. Gestern war mein Handy weg, wir haben stundenlang alles abgesucht. Die Ortung ergab, dass es im Auto sein musste. Zu dritt haben wir mit Taschenlampe das Auto auseinander genommen, aber nichts gefunden. Am nächsten Morgen haben ich dann entdeckt, dass man bei der Ortung am Handy auch einen Ton auslösen kann. Und dann tauchte es auf einmal auf, hochkant unter dem Vordersitz bestens getarnt. Es stand übrigens auf lautlos, deshalb war anrufen nicht zielführend. Wir froh man doch ist, wenn es wieder da ist!

Die Cliffs of Moher noch bei Sonne, auf dem Rückweg gab es wieder ein Paar Regenschauer.

Wir sind bis zum Turm gelaufen, immer an der Kante entlang.

Leamaneagh Castle, das Stammhaus der O ´Briens. Es gab Dramen im Laufe der Jahrhunderte, so starb Coonor O ´Briens im Krieg gegen die Protestanten. Seine Witwe heiratete kurzerhand einen gegnerischen Offizier und wahrte ihren Besitzstand. Allerdings starb der Offizier kurz darauf…

Das prähistorische Steinfort Duin Aengus liegt am höchsten Punkt der Insel Inishmore.

Der Klippenrand ist nur etwas für Schwindelfreie.

Kirche aus dem 8. Jahrhundert, das erklärt, warum das Dach fehlt.

Zwischen den Jahrhunderte alten Gräbern werden auch heute noch Einwohner von Inishmore beerdigt.

 

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Als der Regen aufhörte

Zweieinhalb Tage haben wir den Unbilden des Wetters getrotzt und am letzten Nachmittag in Connemara wurde es plötzlich trocken. Wir haben die Zeit genutzt für einen Strandspaziergang und anschließend noch eine kleine Wanderung im Connemara National Park. Das hat für die letzten Tage etwas entschädigt und wir konnten endlich die karge Heide- und Moorlandschaft entdecken. Das Grün ist wirklich so leuchtend wie in der Werbung. Die Böden eignen sich nicht für Ackerbau, aber dafür sehr gut für Viehhaltung. Meist sind es Schafe, die in den typischen, von niedrigen Steinmauern eingerahmten Weiden gehalten werden. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist durchwachsen, aber wir gewöhnen uns langsam daran, dass es feucht und windig ist. Wetterunabhängig sind unsere Pub-Besuche und wir erleben jeden Abend andere Bands. Irish Folk hören wir am liebsten, vor allem wenn eine Fiedel und Flöten dabei sind. Unsere beiden Lieblingslieder  „Wild Rover“ und „Molly Malone“ könne wir beinahe schon mitsingen. Außerdem gehört die Sperrstunde um 23 Uhr der Vergangenheit an, „last orders please“ haben wir noch nicht gehört.

Roundstone ist ein beschaulicher Fischerort in Connemara.

An diesem traumhaften Strand baden offenbar nur die Einheimischen, für uns Warmduscher ist es allemal zu kalt.

Wenn man nicht weiß, wohin mit dem Fahrrad.

Clifden ist der Ausgangspunkt für Touren im County Connemara, hier haben wir drei Tage verbracht. Und kennen nun alle Pubs.

Endlich kein Regen mehr. Im Connemara National Park haben sie die Wanderwege so präpariert, dass sie sogar nach drei Tagen Dauerregen begehbar sind.

Wanderung mit Aussicht, die letzten Wolken hängen noch am Horizont.

Die Berge sind bis zu 600 Meter hoch und sanft gewellt.

So stellt man sich Irland vor, Schafe und Steinmauern. Und so ist es tatsächlich.

Dunguaire Castle war eigentlich ein mittelalterlicher Wohnturm für etwas wohlhabendere Bauern und Grundbesitzer. Ursprünglich gab es noch Befestigungsanlagen rings herum.

 

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Raindrops keep falling on my head …

Dublin hat uns wettermäßig verwöhnt. Mit jedem Meter, den wir nach Westen gefahren sind, wurde es trüber und nun regnet es beinahe ununterbrochen. Schon den zweiten Tag. Aber wir machen tapfer unsere Ausflüge und ignorieren den Regen. Allerdings haben wir heute die Wanderung im Connemara National Park dann doch abgebrochen. Starker Regen und Wind bei 13 Grad waren zu ungemütlich. Da haben wir den Nachmittag doch lieber im Kaminzimmer unserer Unterkunft verbracht. Und morgen soll der Regen um 15 Uhr aufhören. Hm, da kann sich der Wetterbericht mal bewähren!

Half Penny Bridge, damit haben sich die reichen Dubliner die arme Bevölkerung von der anderen Flussseite vom Hals gehalten, denn diese konnten sich den halben Penny nicht leisten.

Die Temple Bar, eine echte Touristenfalle in Dublin.

Live Musik in der Temple Bar, da geht auch mittags schon ein Guiness.

Es gibt viel altes Gemäuer in Irland, hier Aughnanure Castle.

Die blühenden Rhododendron sorgen für Farbkleckse in der regengrauen Landschaft.

Kylemore Abbey, eines der am meisten fotografierten Motive in Connemara. Ein Schloß mit 32 Schlafzimmern, das von einer Industriellen Familie im 19. Jahrhundert bewohnt wurde.

Die Parkanlagen von Kylemore Abbey sind sehenswert, leider hat es in Strömen geregnet, freundlicherweise hat mir Rita den Schirm gehalten beim Fotografieren.

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Dublin in the Green

Wir starten unsere Irland-Reise in Dublin, denn irgendwie gehört die Hauptstadt dazu, ohne sie wäre Irland nicht komplett. Und wir machen es mal ganz anders als sonst, wir nehmen einen Hop-on-Hop-off-Bus. Und im Nachhinein betrachtet war das gar nicht so dumm. Die Hauptsehenswürdigkeiten rings um das Trinity College bekommt man sicherlich auch zu Fuß hin. Aber insgesamt dauert die Rundfahrt zwei Stunden und man sieht auch etwas abgelegenere Ziele wie dass ehemalige Royal Hospital, heute das Museum  of Modern Art. Oder das Alte Gefängnis von 1795, das beim Osteraufstand von 1916 traurige Berühmtheit erlangte. Noch einen Schlenker durch den Phoenix Park mit der Residenz des Präsidenten. Dass der amerikanische Botschafter gegenüber das schönere Grundstück hat, ist vielleicht nur eine Randnotiz in dieser verrückten Welt. Zum Abendessen geht es natürlich in einen Pub und anschließend noch Live-Musik einen Pub weiter. Und das Guiness schmeckt gar nicht mal so schlecht.

Unsere kleine Reisegruppe

Unser Hotel in der Talbot Street

Pubs gibt es beinahe an jeder Ecke

Angeblich das mit 123 Metern Höhe größte, freistehende Monument der Welt, heißt offiziell Spire, im Volksmund aber Drogen-Nadel.

Irischer Rasen im Trinity College, kann mit dem Englischen mithalten.

Die Bibliothek im Trinity College mit dem Book of Kells aus dem 8. Jahrhundert.

Dublin Castle

Vor der Christ Church

    Die Milleniums-Kinder
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Bergen die Regenreiche

Mit 240 Regentagen im Jahr ist Bergen die regenreichste Stadt in Europa. Für uns ist es der Endpunkt unserer Postschiffsreise. Wir nähern uns von See und können nicht einmal ein kleines Regenwölkchen erkennen. Das tolle Wetter begleitet uns bis zum Schluß der Reise.

Gefühlt haben wir auf den letzten Seemeilen den Winter hinter uns gelassen. Man kann jetzt sogar eine Runde auf Deck drehen, ohne sich vorher wetterfest zu verpacken. Ganz Mutige rücken sich schon einen Deckstuhl in die Sonne, Augen zu und vom Frühling träumen. Der Schnee ist beinahe völlig verschwunden, Reste auf den höheren Bergen glänzen in der Sonne. Vor unseren Augen zieht eine leicht hügelige Schärenlandschaft vorüber. Viele kleine Inseln, manchmal stehen Häuser darauf, für Leute, die nicht so oft Besuch haben wollen. Oder für solche, die ein Buch schreiben wollen. Oder beides.

Dann geht alles ganz schnell, Deck für Deck verlassen alle Passagiere das Schiff und ab jetzt wird nur noch geschwankt, wenn es Alkohol gibt. Wir haben eine Übernachtung in Bergen geplant, um uns die zweitgrößte Stadt Norwegens anzuschauen. Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick und fahren mit der Standseilbahn auf den Fløyen, das ist der Hausberg von Bergen. Dann noch ins historische Bryggen-Viertel mit den schönen alten Holzhäusern. Den Abschiedsabend verbringen wir in einer Sportsbar, um Bayern München beim Ausscheiden aus der Champions League zuzuschauen.

Und jetzt das Fazit der Reise: wir können die Hurtigruten auf der Wintertour uneingeschränkt empfehlen. Die Polarlys ist ein gemütliches Schiff mit viel Raum für Ruhe und Entspannung. Bei knapp 400 Passagieren sind Landgänge problemlos und ohne Massenbetrieb möglich. Das Essen an Bord hat unsere Erwartungen übertroffen, es ist schmackhaft und abwechslungsreich und dazu noch nachhaltig. Aber unübertroffen ist das Erlebnis der Winterlandschaft Nordnorwegens. Das ist außergewöhnlich, vor allem auch, weil die Route nah an der Küste verläuft und beim Anlaufen der vielen Häfen geht es durch Sunde hindurch mitten hinein in die Fjorde. Das Licht  ändert sich  rasch durch schräg einfallende Sonnenstrahlen im arktischen Winter. Man könnte ständig draußen stehen und staunen, wenn es nicht so kalt wäre. Aber das ist ja das Schöne an der Schiffsreise: man kann sich jederzeit aufwärmen und dann wieder raus! Und um noch einen  draufzusetzen: wir haben dreimal tolles Nordlicht erlebt, kurz und gut: es blieb kein Wunsch offen.

Ich bedanke mich bei euch allen, dass ihr uns wieder begleitetet habt auf unserer Reise, über eure Kommentare habe ich mich sehr gefreut. Bis zum nächsten Mal!

Eure Isa

Erster Rundgang am Morgen, ich kann es gar nicht fassen, dass wir schon wieder so schönes Wetter haben.

 

Der Winter schwächelt, es gibt nur noch Puderzuckerschnee

 

Unser schnuckeliges Schiff fährt mit Marinediesel, nicht mit Schweröl. Die meisten Schiffe werden aber in den nächsten Jahren auf Gashybrid Motoren umgestellt.

 

Wir haben wieder Land unter den Füßen und müssen uns jetzt den Seemannsgang abgewöhnen. Hier seht ihr das historische Bryggen-Viertel von Bergen.

 

Hier könnt ihr euer Augenlicht testen: unser Schiff liegt links!

 

Kaufmannshäuser aus der Hansezeit

 

Zwischen den Häusern bleibt nur wenig Platz zum Durchgehen

 

 

 

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Trondheim sonnig

Kaum hatte ich gestern Abend den Blog abgesetzt, da kam schon die Durchsage, daß Nordlicht an der Backbordseite zu sehen sei. Natürlich habe ich mir sofort den bereitliegenden Fotoapparat und das Stativ geschnappt, dicke Jacke an und nix wie raus aufs zugige Deck. Kein Nordlicht gleicht dem anderen und diesmal  breitete es sich halbkreisförmig  über den gesamten Horizont aus. Ich deutete es schon an: es war bitterkalt, der Fahrtwind bläst kräftig, da bekommt man sofort klamme Finger. Gut, daß ich an den Fernauslöser gedacht hatte, da konnte ich die Hände beim Auslösen in den Taschen aufwärmen. Nordlicht sehen bedeutet naturgemäß klarer Himmel und der Sternenhimmel ist durchaus sehenswert, den sollte man vor lauter Nordlicht nicht vergessen.

Landgang heute morgen in Trondheim, ein Déjà-vu  sozusagen, aber heute hat jemand die Sonne angeschaltet, da gab es wieder tolle Motive für die Camera. Hier hätten wir gern etwas mehr Zeit gehabt, aber das Schiff legte bereits um 10 Uhr wieder ab. Es ist also wieder Entspannung im Panorama Salon angesagt, und wir müssen uns langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass unsere Reise morgen in Bergen zu Ende geht.

Für dieses Schauspiel verlasse ich gern das kuschelig warme Bett

 

Das Bahnhofsgebäude von Trondheim

 

Der Winter hat die Stadt noch fest im Griff

 

Es gibt noch richtig viele von den alten Holzhäusern

 

Fahrradfahrern geht hier auch im Schnee

 

Blasse Wintersonne

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Gen Süden

Gerade haben wir den Polarkreis überquert, das wird an Bord natürlich gebührend gefeiert. König Neptun höchst persönlich kommt und kippt den Passagieren eine Schippe Eiswürfel in den Nacken. Diese Art von Mutprobe brauche ich nicht, ich muß meinen Mut niemanden beweisen. Nur so viel: ich stand an der Reling und fotografierte die schön in der Sonne glänzende Weltkugel als plötzlich und völlig unerwartet das Signalhorn unseres Schiffes ertönte, da bin ich so erschrocken, dass mir beinahe der Fotoapparat aus der Hand gefallen wäre.

Bei strahlendem Sonnenschein bewegt sich unser Postschiff langsam aber stetig nach Süden, die Arktis liegt hinter uns und wir erfreuen uns an der mittelnorwegischen Küstenlandschaft. Sie ist nicht mehr so tief verschneit, aber immer noch mehr Schnee, als wir in den letzten Jahren zusammengerechnet bei uns gesehen haben. Also dösen wir so vor uns hin, als eine Durchsage uns plötzlich wachrüttelt: es seien Grindwale backbord gesichtet worden, heißt es. Da springen wir natürlich auf und richten unsere Cameras aufs Meer und tatsächlich sehen wir sie. Es sind ziemlich viele, die sich hier tummeln. Grindwale sieht man häufig in großen Gruppen, sie werden zur Familie der Delphine gerechnet.

Und dann kommt auch noch der Felsen mit dem Loch in der Mitte, also man hat an Bord immer etwas zu tun. Langeweile gibt es eigentlich nicht. Denn mit der Camera bewaffnet eine Runde ums Schiff zu drehen bringt eigentlich immer eine gute Ausbeute.

Selbst wenn man dann zur wohlverdienten Ruhe im Bett liegt, gibt es immer noch die Möglichkeit des Weckrufes, wenn Nordlicht gesichtet wird. Deshalb steht die Camera immer schußbereit auf dem Stativ, mal sehen, was diese Nacht noch bringt.

Egal wann man sich an Deck aufhält, ein lohnendes Fotomotiv gibt es fast immer

 

Auch auf dem Rückweg passieren wir noch einmal den Polarkreis

 

Und dann kommen plötzlich Grindwale vorbei

 

Kurzer Landgang in Brønnøysund

 

Der Torghatten Felsen mit dem Loch in der Mitte

 

Ihr habt es nicht gesehen? Hier nochmal in groß

 

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Kaiserwetter zum Landausflug

Das Wetter ändert sich hier beinahe so schnell wie die Jahreszeiten, wenn man den Worten unseres Reiseführers glaubt. Scherzhaft sagt der Norweger, wenn du aufs Klo gehst, ist Frühling und wenn du fertig bist, ist er vorbei. Wir lassen uns gern jeden Tag überraschen, wenn wir den ersten Blick nach draußen wagen. Besser hätte es heute nicht sein können. Wir haben eine Panoramafahrt mit dem Bus gebucht. Dazu verlassen wir unser Schiff in Harstadt und steigen in Sortland wieder zu. Es ist schön, mal die Perspektive zu wechseln und die Wintermärchenlandschaft an Land zu erleben. Der Schnee kam verhältnismäßig spät in diesem Jahr, erst Mitte Januar, und vor einer guten Woche stiegen die Temperaturen und es regnete sogar. Aber danach kam noch einmal gut ein Meter Schnee und deshalb ist jetzt alles so tief verschneit.

Am Nachmittag, wieder auf dem Schiff, kommen die Berge sehr nahe und unser Kapitän fädelt das Schiff in Zentimeterarbeit durch den engen  Raftfjord. Da ist unser Lieblingsplatz natürlich im Panorama Salon mit Rundumsicht.

Sonnenaufgang – der Tag beginnt

 

Bestes Fotolicht

 

Die letzten Wolken, die wir heute sehen

 

Fester Boden unter den Füßen, aber manchmal etwas glatt

 

Zu viele Motive, die Auswahl fällt schwer

 

Ein Rentier am Wegesrand

 

Überzeugt von Norwegen im Winter?

 

Blau weiß einmal nicht bajuwarisch

 

Eine Begenung der besonderen Art, wir stehen auf einer Brücke und unser Schiff fährt unter uns durch

 

Und alle winken – aber wir kommen doch gleich wieder!

 

 

 

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Schnee satt

Der Tag beginnt mit heftigem Schneetreiben, aber wir sitzen ja warm und trocken. Da bleibt Zeit, mal wieder die Speisekarte ausgiebig zu studieren. Über Schnee kann ich nicht so viel schreiben, daher zitiere ich aus der Speisekarte. Und das soll kein Lückenbüßer sein, sondern ich finde das Verpflegungskonzept wirklich toll und ich versichere euch, es schmeckt alles ganz hervorragend.

Das Motto des heutigen Tages lautet „Das Licht aus dem Norden“, damit ist das Nordlicht gemeint. Und es wird auch gleich eine Erklärung geliefert, die so einfach wie einleuchtend ist: Nordlichter entstehen aus Sonnenwinden, die mit den Erdmagnetfeldern kollidieren. Hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können.

Doch nun zu den Speisen. Als Vorspeise gibt es Bottarga-Risotto. Ich zitiere: „Jedes Jahr schwimmt der nordatlantische Kabeljau, genannt Skrei, in den sauberen, klaren Gewässern der arktischen Küste Norwegens, um dort zu laichen. Der handverlesene Rogen aus diesem Skrei wird gesalzen und im kalten Winter draußen auf traditionellen Trockengestellen aufgehängt, wodurch der langsame Trocknungsprozess initiiert wird, der den Rogen so schonend  und behutsam reifen lässt. Nach einer  Trocknungszeit von 10 bis 15 Wochen wird der Rogen abgenommen, kontrolliert und als Bottarga Borealis verpackt, der mit seinem intensiven Umami-Aroma für einen überraschend anderen Meeresgeschmack sorgt“. Da freut man sich doch den ganzen Tag lang aufs Abendessen. Es gibt dann übrigens noch Rind aus Trøndelang und als Nachtisch Schokoladenkuchen mit handverlesenem Löwenzahnsirup.

Aber einen Hafen haben wir doch noch angelaufen, wo der Aufenthalt für einen Landgang gereicht hat: Hammerfest. Das haben wir früher alle in der Schule gelernt, von wegen nördlichste Stadt, und heute erkunden wir sie bei dichtem Schneetreiben. Aber wir sind mit unserem Klamotten gut gerüstet und ich finde Schnee im Winter schön, im Gegensatz zu Regen im Sommer. Mir gefällt auch das Geräusch, wenn man durch frischen Tiefschnee stapft. Mit Sehenswürdigkeiten geizt die Stadt, aber wir hatten ja ohnehin nur eine gute Stunde Zeit.

Dann suchen wir uns einen gemütlichen Platz im Panoramasalon und lassen den Nachmittag an uns vorüberziehen. Und nach dem Dessert wird noch ein Nordlicht serviert. Wir haben wirklich Glück auf unserer Tour.

Wintersonne

 

Der Winter hat Hammerfest in seiner eisigen Hand

 

Die Form der Kirche ist den Gestellen für Stockfisch nachempfunden

 

Schnell wieder an Bord bei dem Wetter

 

Pünktlich zum Sonnenuntergang reißt der Himmel auf

 

Das Grüne ist das Nordlicht, die Orangefärbung ist Umgebungslicht

 

 

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Arktische Vergnügungen

Soweit nördlich war noch nie, wir sind eingetaucht in die Welt der Arktis mit ihren Naturwundern und Wetterphänomenen. Bei Arktis denkt man an Grönland oder Spitzbergen, aber der äußerste Norden Norwegens gehört auch dazu. Normalerweise wäre der Seeweg auf dem 71. Breitengrad auch nicht mehr eisfrei, aber das haben wir dem Golfstrom zu verdanken, der dafür sorgt, daß die Küste und damit alle Häfen Norwegens im Winter eisfrei bleiben. Wir haben heute aber doch Eis gesehen, unser Schiff musste sich den Weg in den Varangerfjord freibrechen, denn so weit reicht der Golfstrom nicht. Und die Außentemperatur beträgt minus 15 Grad! Am Ende des Fjords liegt Kirkenes, hier ist der Wendepunkt unserer Reise, ab jetzt geht es südwärts.

In Kirkenes haben wir einen Ausflug zu den Schlittenhunden gebucht. Erster Programmpunkt war die Besichtigung eines Schneehotels, aber beim Betrachten der Eisbetten kam doch nicht so richtig Wohlfühlatmosphäre auf. Auch wenn man auf Eisbärfellen liegt und die besten Schlafsäcke bekommt, ist es doch nicht Jedermanns Sache, bei minus 4 Grad zu nächtigen. Den Schlaftrunk gibt es an der Eisbar.

Endlich können wir zu den Huskies, die zerren schon ganz ungeduldig an den Leinen. Diese Hunde wollen unbedingt Auslauf und ziehen dabei gerne noch einen Schlitten hinter sich her. Das können sie hier unentwegt tun, denn Touristen bringen nicht nur die Hurtigruten her, sondern auch Hotels, die Übernachtungsgästen ein abwechslungsreiches Winterprogramm bieten. Ich sagte es ja schon, minus 15 Grad, da muß man sich warm anziehen, wenn man auf einen Schlitten will. Natürlich sind wir bestens ausgerüstet mit langärmliger Unterhose und Fellmütze, aber vorsorglich bekommen wir noch Overalls, die wir, wie der Name sagt, über alles obendrüber anziehen. Ich fühle mich wie ein Michelin-Männchen mit fünf Lagen dicker Kleidung. Auf dem Schlitten bin ich froh, es gibt keine Felldecken und der Fahrtwind schneidet ins Gesicht, das ist die einzige unbedeckte Stelle. Martin und ich sitzen hintereinander auf dem Hundeschlitten, hinter uns steht der Musher auf Kufen und kennt hoffentlich den Weg. Wir haben übrigens Glück mit dem Wetter, vor einer Woche hat es geregnet und der ganze Schnee war weg. Aber dann kam neuer angeschneit und so macht das Schlittenfahren natürlich Spaß. Zuerst dachte ich, die Fahrt könnte eigentlich etwas länger dauern, aber nach einer halben Stunde wird es doch langsam etwas schattig und die Zehenspitzen beginnen zu frieren. Der Musher schießt noch das Erinnerungsfoto und dann schnell zurück zum Schiff, das wir punktgenau zur Abfahrt erreichen.

Nachtragen möchte ich zum gestrigen Abend, dass wieder Nordlichtalarm war, mitten im Doppelkopfspiel. Natürlich haben wir alles stehen und liegenlassen, die dicken Jacken angezogen und raus in die arktische Kälte. Und wir erleben ein außerwöhnlich  schönes Nordlicht. Es breitet sich vor uns, weit über uns und eigentlich fast überall aus. Ständig ändern sich die Formen, werden heller und wieder dunkler, verschwinden und tauchen anderswo wieder auf. Wir stehen alle auf dem Aussichtsdeck und staunen, hören Begeisterungsrufe. Anmerken möchte ich nur noch, dass wir mitten auf der Barentssee bei gefühlt Windstärke acht unterwegs waren, was für die Fotografen eine besondere Herausforderung war, denn ein Stativ nutzt wenig, wenn sich das Schiff ständig hebt und senkt. Aber das nur nebenbei, das Erlebnis war einzigartig und ein paar Bilder zur Erinnerung sind da.

Es wird eisiger und die Fenster werden nicht mehr frei

 

Der Tag geht und der nächste Hafen kommt bestimmt

 

Manchmal wird das Schiff nur von zwei, drei Leuten erwartet

 

Die Überraschung des Abends: ein fulminantes Nordlicht!

 

 

 

Am nächsten Morgen wieder Sonnenschein

 

Die Einfahrt nach Kirkenes ist vereist

 

Ist aber für unser Schiff kein Problem

 

Nur der Fotografin frieren die Finger ein

 

Auch im Schneehotel wird einem nicht warm ums Herz

 

Unterwegs auf dem Hundeschlitten

 

So weiß der Schnee

 

 

 

 

 

 

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Das richtige und das falsche Nordkap

Es ist mal an der Zeit, einige Fehler zu berichtigen. Hammerfest ist nicht die nördlichste Stadt der Welt, das Nordkap nicht der nördlichste Punkt Europas und überhaupt liegt es auf einer Insel. Doch der Reihe nach. Und Schuld sind mal wieder die Engländer. 1553 machte sich Richard Chancellor auf den Weg, um die Nordostpassage nach China zu finden. Er umsegelte einen Felsen, den die Einheimischen „Steile Klippe“ nannten und taufte ihn kurzerhand „Nordkap“. Keiner hat es nachgeprüft und es waren schon viele Touristen hierher gereist, bis man endlich mal nachgemessen hat.  Eine westlich des „Nordkaps“ gelegene Halbinsel endet 1300 Meter weiter nördlich im Meer, aber eigentlich gehört auch Spitzbergen zu Europa und das liegt nördlicher. Aber egal, aus touristischer Sicht eignet sich das Kap perfekt, es liegt 308 Meter auf einem Plateau direkt über der Barentssee.

Nun zu Hammerfest, das war tatsächlich einmal die nördlichste Stadt der Welt, bevor Honningsvøg gegründet wurde. Und diese Gründung hat vor allem mit dem „Nordkap“ zu tun, denn hier legen alle Schiffe an. Eine 30 Kilometer lange Straße verbindet den Hafen mit dem „Nordkap“. Und mit Hammerfest wurde ein Gentleman Agreement getroffen und es durfte den Titel behalten, denn die haben ja dort sonst nichts.

Wir erleben heute ein Potpourrie an Wettervariationen, von Sonne bis Schneesturm, und das in ständigem Wechsel. Und wir haben mal wieder verdammtes Glück, dass wir bis zum Nordkap kommen, denn gestern ist der Ausflug wetterbedingt ausgefallen. Aber heute klappt es mit dem Konvoi, es fährt ein Schneepflug voraus, dann kommen Busse und sonstige Fahrzeuge und ein Begleitfahrzeug, nach welchem die Straße wieder gesperrt wird. Die Fahrt führt uns durch ein unberührtes Schneeparadies und die Sonne sorgt für Licht, das ist Winter, wie er mir gefällt. Am Kap dann die üblichen Fotos an der Weltkugel und Füße vertreten im Schnee. Bis die nächste Wetterfront heraufzieht und uns beinahe wegbläst.

Neuschnee an Bord

 

Deine Spuren im Schnee

 

Beweissicherungsfotos

 

Unsere kleine Reisegruppe

 

Auf dem „Nordkap“ Plateau

 

Soweit die Füße tragen

 

Der Kampf gegen die Elemente

 

Nah am Ort eingeparkt

 

Hafenausfahrt Honningsvåg

 

 

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Hier ist richtig Winter

Wenn man es mal über den Polarkreis geschafft hat, dann kann es nur noch kalt werden. Und der Winter hat eine andere Farbe als bei uns, hier gibt es kein Einheitsgrau. Die Farbe des Winters in Nordnorwegen ist weiß, sieht irgendwie freundlicher aus. Man kann sich gar nicht satt sehen an den tief verschneiten Bergen. Und immer, wenn ich denke, hier lebt  bestimmt niemand mehr, stehen mitten in der Einöde ein paar tief im Schnee versunkene Häuser. Und dann passieren wir auch mal die E 8, an deren Verlauf immer wieder kleine Ansiedlungen stehen. Imposante Brückenbauten schließen auch entlegene Inseln an das Straßennetz des Festlandes an.

Unser heutiger Landgang führt uns nach Tromsø, manche nennen sie die Pforte zum Eismeer. Von hier aus starteten große Expeditionen in die Arktis und auch heute ist die Stadt ein Zentrum der Polarforschung. Unser Schiff steht wieder zentral im Stadtzentrum und so kämpfen wir uns durch dichtes Schneetreiben. Es geht sich ganz gut auf dem festgetretenen Schnee und da werden wir mutiger. Die berühmte Eismeerkathedrale liegt auf der anderen Seite des Sunds, verbunden durch eine dieser hohen, geschwungenen Brücken, unter denen die Schiffe durchfahren.  Natürlich haben wir uns wetterfest angezogen und trotzen den Unbilden des Wetters. Zur Belohnung gibt es ein Bierchen in Macks Ølhallen. Eine traditionsreiche Brauerei, also so etwas wie das Hofbräuhaus von Tromsø. Habt ihr übrigens gemerkt, dass ich jetzt auch dieses komische ö auf der Tastatur gefunden habe?

Schnee am Kabinenfenster

 

Der Anleger in Finnsnes, unser Schiff ist ja eigentlich eine Fähre und Leute steigen aus und ein.

 

Neben moderner Bauweise sieht man auch noch malerische Holzhäuser

 

Über diese Brücke musst du gehen… wenn du zur Kathedrale willst

 

Die Eismeerkathedrale erinnert in seiner Form an Packeisschollen, sagt man.

 

Feierabendverkehr in der Einkaufsmeile

 

Die Zeit läuft

 

Wenn’s draußen kalt ist, trinkt man was Kaltes, ist doch klar!

 

Die Tage sind kurz im nordischen Winter

 

Licht in dunkler Winternacht

 

 

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Die Sache mit dem Nordlicht

Es gibt mindestens zwei Gründe für die Winterreise mit den Hurtigruten: tief verschneite Landschaften in kristallklarer Polarluft und das Nordlicht. Letzteres gibt es naturgemäß nur im Dunkeln, vorzugsweise zu nachtschlafender Zeit. Damit man nur ja nichts verpasst, kann man sich die Borddurchsagen rund um die Uhr in die Kabine durchstellen lassen. Der Nordlichtalarm kommt natürlich genau dann, wenn man sich gerade das Nachtgewand überstreifen möchte. Also alles zurück, schnell anziehen was wärmt, die Camera geschnappt und raus in die Eiseskälte, kurz vor Mitternacht. Dann beginnt der Kampf mit dem Equipment im Stockdunkeln. Und wo ist eigentlich dieses Nordlicht? Das Auge muß sich zunächst an die Dunkelheit gewöhnen und dann tauchen die ersten hellen Schimmer am Himmel auf. Nicht so bunt wie auf den Werbefotos, eher fahl. Das erste Foto mißlingt, ich sehe vor lauter Dunkelheit nichts im Sucher und auf dem Foto erscheint – nichts, ein paar Sterne höchstens. Der kalte Wind schneidet ins Gesicht und ich finde die eine Feststellschraube am Stativ nicht. Die Finger werden steif vor Kälte. Nächster Versuch, auslösen und erstmal Hände in die Taschen. Und siehe da, es wird so langsam. Das Wunder des Nordlichts hat meine Camera vollbracht. Was für meine Augen wie fahles Licht aussieht, verwandelt sie in grüne und rote Farbflächen. Der Bildausschnitt ist noch nicht optimal, aber es macht Spaß zu fotografieren, jedes Bild ein Unikat. Und vielleicht sehen meine Augen beim nächsten mal auch dieses tolle Farbspektakel. Nach einer knappen halben Stunde ist der Spuk vorbei und ab in die Koje.

Der Sonnenaufgang gegen sieben Uhr fällt zusammen mit der Überquerung des Polarkreises. Kein Wölkchen am Himmel, also wieder alles anziehen, was warm ist und raus in die Kälte. Bei jedem Schritt knirscht es und der Fahrtwind lässt die Gesichtszüge erstarren. Und wieder Fotomotive ohne Ende. Gegen Mittag laufen wir Bodö an und wir sind neugierig auf die südlichste Stadt nördlich des Polarkreises. Häh? Also ich hab mir das nicht ausgedacht, das stammt von den Marketing Experten des Tourismusbüros.

Der Charme Bodös ist etwas spröde, Zweckbauten neueren Datums und kein richtiges Zentrum. Der kleine Fischereihafen ist ganz schön und wir genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Wir erwarten einen Wetterumschwung, eine steife Brise und Schneefall.

Erster Versuch mit dem Nordlicht

 

Wo kommt bloß dieses Grün her?

 

Kurz nach Sonnenaufgang passieren wir den Polarkreis

 

Kleine Kurve um das Polarkreiszeichen

 

Begegnung mit einem Schwesterschiff

 

Imposante Wohnlage

 

Unser Schiff im Hafen von Bodö

 

Fischerboot in Bodö

 

Da läuft mir doch glatt das Wasser im Munde zusammen

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Kulinarisches mit Prosa

Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch einmal auf unser Essen an Bord richten. Ihr wißt schon, die typisch norwegische Küche. Der Küchenchef legt viel Wert darauf, regionale Produkte zu verwenden. Das Schiff legt ja ständig an irgendeiner Milchkanne an, da kann man natürlich auch immer frische Lebensmittel an Bord nehmen. Die Reederei hat sogar alle Erzeuger entlang der Küste aufgerufen, ihre Erzeugnisse vorzustellen und hat daraus 45 Anbieter ausgewählt, die nun ihre Produkte regelmäßig anliefern. Damit wir Reisenden das auch mitkriegen, werden die Hauptgerichte auf der Speisekarte eingehend beschrieben. Das möchte ich euch nicht vorenthalten.

„Carpaccio vom Klippfisch aus Dybvik“

Der Zucker-Seetang wurde heute von Angelita und Tamara und ihren Freunden gepflückt. Die Seaweed Company wurde 2016 gegründet und basiert auf dem Erbe zweier Inselmädchen mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Angelita, geboren und aufgewachsen auf den Lofoten, war bereits früh im Fischereibetrieb ihres Vaters tätig. Vom Meer konnte man als Familie leben und überleben. Auf der anderen Seite der Erde, in Neuseeland, hatte der Seetang in Tamaras Leben bereits seinen Platz gefunden, da ihre japanische Mutter ihn in fast jeder Mahlzeit einsetzte.

Soweit das Zitat aus der Speisekarte. Läuft einem da nicht schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen? Und ich Banause dachte, das Grünzeug über dem Fisch sei so was wie Ruccola. Klippfisch ist übrigens ähnlich wie Stockfisch, wird zum Trocknen nicht auf die Wäscheleine gehängt, sondern gesalzen und dann, wie der Name schon sagt, auf die Klippen gelegt. Gut, daß es hier keine Bären gibt, sonst wär es nix geworden mit dem Klippfisch. Man braucht nicht viel Lektüre an Bord, allein die Speisekarte bietet jeden Tag lehrreiche und erhellende Prosa.

Heute haben wir Trondheim erreicht, die drittgrößte Stadt Norwegens. Der Reiseleiter hatte in einem seiner launigen Vorträge erwähnt, was Winter in Norwegen genau bedeutet. Jedenfalls keine Sonne und Temperaturen über 5 Grad. Prompt hatten wir heute  das richtige Wetter für die Jahreszeit. Drei Stunden hatten wir Zeit, die Festung zu erobern, was den Schweden nicht gelungen war,  uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen und dann ins Detail zu gehen. Es gibt eine Kathedrale zu bestaunen und bunte Holzhäuser, auch von den historischen Lagerhäusern haben etliche die Zeit überdauert. Zwar gab es auch in Trondheim größere Brände, aber es hat hier nicht die alle Häuser erwischt.

Der Nachmittag zeigte sich gnädig mit uns,  die Sonne beschien die malerische Küstenlandschaft. Die Berge sind Hügeln gewichen, die eine abgerundete Form haben, da haben die Gletscher ganze Arbeit beim Abschleifen geleistet.

Die Festung Kristiansten in Trondheim wurde erbaut, um die Stadt gegen Schweden zu verteidigen.

 

Blick von der Festung auf die Stadt

 

Die typischen alten Holzhäuser

 

Die historischen Lagerhäuser am Nidelva Fluss

 

Die alten Lagerhäuser werden heute zum Wohnen und für kommerzielle Zwecke genutzt

 

Der Nidaros Dom, der größte Sakralbau Norwegens, dies ist auch die Krönungskirche der norwegischen Könige.

 

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Frühlingssonne in Alesund

Beim Frühstück sah der Tag noch gar nicht so toll aus, grau verhangener Himmel und auch mal ein paar Regentropfen. Es ist ja nicht der Süden, das war klar, aber da war wettermäßig noch Luft nach oben. Erstmal wurden wir etwas durchgeschaukelt aber dann riß der Himmel immer weiter auf und Alesund lag im milden Sonnenlicht vor uns. Drei Stunden wurden wir von der Leine gelassen mit der Empfehlung, 10 Minuten vor Abfahrt des Schiffes zurück zu sein. Es würde nicht auf uns warten.

Alesund war sehr verschlafen an diesem Sonntag Mittag, da konnten wir uns in Ruhe umschauen. Im Reiseführer stand, daß man unbedingt vom Berg Aksla die Aussicht genießen sollte. Haben wir natürlich gemacht, bei herrlichem Sonnenschein! Dann noch mal die Jugenstilhäuser bewundert, die das Stadtbild prägen. Dazu muß man wissen, dass 1904 in einer Margarinefabrik eine Petroleumlampe umfiel und das gesamte Gebäude in Brand steckte. Weil auch noch ein starker Wind wehte, griff die Feuersbrunst um sich und zerstörte 85 % der Häuser, die damals typischerweise aus Holz gebaut waren. Als großzügiger Helfer tat sich unser Kaiser Wilhelm hervor, der Norwegen liebte und hier oft seine Ferien verbrachte. Er schickte 4 Schiffe mit Hilfsgütern und stellte sie als Notunterkünfte zur Verfügung. Als Dank hat man eine Straße nach ihm benannt. Und man hatte aus dem Unglück gelernt, fortan wurden nur noch Steinhäuser gebaut. Und da gerade Jugendstil in Mode war, gibt es heute sehr viele Bauwerke dieser Stilrichtung anzuschauen.

Den Nachmittag verbringen wir gemütlich an Bord und lassen die Küste wie einen Film an uns vorbeiziehen.

Zugegeben, so haben wir die Landschaft nicht gesehen, das kriegt man nur mit Filtern hin. War aber wirklich noch nicht eitel Sonnenschein heute morgen.

 

Martin auf dem Weg zur Arbeit

 

Norwegische Bilderbuchlandschaft

 

Das winterliche Alesund

 

Alesund beeindruckt mit Jugendstilbauten, die Innenstadt ist von Wasser umgeben

 

Blick vom Aussichtsberg, in der Bildmitte unser Schiff

 

Schneeberge bei Alesund

 

Als hätte jemand Puderzucker gestreut

 

Unser Schiff ganz vorne

 

Man kann kaum den Finger vom Auslöser lassen

 

Drama am Himmel vor dem Sonnenuntergang

 

Es verspricht eine kalte Nacht zu werden

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Leinen los!

Den Wunsch, einmal mit einem Postschiff die norwegische Küste entlang zu fahren, habe ich schon sehr lange. Ich kann auch genau sagen, wie lange. Nämlich seit ich 1969 meine Lehre im Reisebüro begann und Kunden genau diese Reise schmackhaft machte. Es hat also genau 50 Jahre gedauert, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Aber immerhin, seit einer halben Stunde begleitet uns ein leises Brummen, unser Schiff hat in Bergen bei leichtem Regen abgelegt. Knapp 400 Mitreisende sind an Bord und natürlich waren die meisten mit  Cameras bewaffnet beim Ablegemanöver auf dem zugigen Deck. Wir werden noch sehr oft ablegen, insgesamt erleben wir dieses Manöver 66 mal, denn wir haben die komplette Rundreise bis zum Nordkap und zurück nach Bergen gebucht. Manchmal werden wir auch schon in der Koje liegen, denn das Schiff fahrt pausenlos und legt zwischen 15 Minuten und 6 Stunden an. Ursprünglich wurde in erster Linie Post befördert, als der Liniendienst 1893 aufgenommen wurde. Heute steht eher die Mitnahme von Passagieren in Vordergrund, obwohl auch immer noch Waren befördert werden. Die Häfen an der norwegischen Küste sind durch den Golfstrom eisfrei, was man von den Straßen im hohen Norden nicht unbedingt behaupten kann.

Beim deutschen Publikum sind die Reisen mit den Hurtigschiffen sehr beliebt, was ganz praktisch ist, denn unser norwegisch ist nicht wirklich gut. Es gibt genügend deutschsprachiges Personal an Bord, englisch wird natürlich auch gesprochen. Der erste Eindruck ist sehr gut, die Kabine ist gemütlich, wenn auch größenoptimiert, am Bett kommt man nur vorbei, wenn man seitwärts geht. Aber wir sind ja durch unsere Wohnmobiltouren an wenig Platz gewöhnt. Das Abendessen  war sehr gut, es wird Wert gelegt auf landestypische Küche. Die Spezialität heute war Smalahove. Hört sich zunächst harmlos an, es handelte sich um einen Schafskopf, der gesalzen, getrocknet, geräuchert und dann gekocht wird. Hat richtig gut geschmeckt.

Nun sind wir gespannt, was wir im ersten Morgenlicht sehen werden. Die Reise lebt in erster Linie von eindrucksvollen Landschaften, die langsam an uns vorüberziehen werden.  Morgen werden wir für 3 Stunden in Alesund anlegen, da ist natürlich ein Landgang angesagt. Nun noch ein paar Fotos von den ersten Stunden an Bord.

Bergen macht seinem Namen als regenreichste Stadt alle Ehre.

 

Unsere Kabine mit Blick auf Bergen

 

Nicht mehr viel los in Bergen nach Anbruch der Dunkelheit

 

Die Ausfahrt aus dem Hafen lässt man sich natürlich auch bei nicht ganz idealem Wetter nicht entgehen

 

Langsam nimmt das Schiff Fahrt auf

 

 

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Glamping

Wir haben unser Ziel Toronto erreicht. Die Fahrt war noch einmal eine Herausforderung, weil es im Großraum Toronto nur so von Autobahnkreuzen und sechsspurigen Fahrbahnen, die sich plötzlich teilen, wimmelt. Unser von zu Hause mitgebrachtes Navi war dabei sehr hilfreich. Das war heute eine Ausnahme, normalerweise fährt man die nordamerikanischen Highways völlig entspannt bei 100 km/h. Die LKW fahren dieses Tempo auch und so rollt der Verkehr störungsfrei vor sich hin. Martin hat unser riesiges Fahrzeug souverän beherrscht. Und es war diesmal richtig groß.

Wir hatten ein Sonderangebot gebucht ohne Garantie für ein bestimmtes Modell. Und sie haben uns das am besten ausgestattete Fahrzeug gegeben, das wir je hatten. Es ist aber auch 8,40 Meter lang, da bin ich lieber nicht gefahren, ein guter Beifahrer ist ja auch wichtig! Seitlich hat es zwei automatisch ausfahrbare Nischen, Slider genannt, die für viel zusätzlichen Platz im Innenraum sorgen. Bei der Länge von über 8 Metern gibt es den Luxus einer separaten Toilette, eines begehbaren Kleiderschrankes und einer Dusche mit Abtrennung. So viel Komfort war noch nie, aber wetterbedingt haben wir uns mehr innen aufgehalten als sonst und waren ganz froh darüber. Vor allem die Heizung wussten wir zu schätzen, als die Nächte um die Null Grad hatten und die Tage einstellige Werte. Es ist aber kein Camping im eigentlichen Sinne mehr, das ist entbehrungsreicher. Man nennt das heute Glamour Camping oder abgekürzt Glamping.

Wir haben in Nova Scotia, New Brunswick und Quebec wunderschöne Landschaften erlebt und würden jederzeit wieder in der Nachsaison fahren. Auf den Campingplätzen konnten wir uns den schönsten Stellplatz aussuchen und Ausflüge wie die Walbeobachtungstouren zu buchen, war kein Problem. Die Temperaturen schwanken sehr, momentan haben wir wieder Mitte 20 Grad. Regentage waren eigentlich nur zwei dabei, aber es war öfter bewölkt als sonnig. Wir haben längst nicht alles gesehen, die Entfernungen sind teilweise doch ganz erheblich.Vielleicht kommen wir eines Tages wieder – in den Osten Kanadas.

Unser Camper fahrbereit

Slider sind herausgefahren, jetzt kommt der gemütliche Teil des Tages

So sieht es innen während der Fahrt aus

Jetzt ist richtig Platz im Wohnzimmer

Küche mit Herd, Backofen, Kühl- und Gefrierschrank sowie Dunstabzugshaube

Das Bett klappt sich automatisch zusammen, wenn der Slider eingefahren wird, hinten Schiebetür zum Bad mit Duschkabine

Separates WC mit Schiebetür

Und der Clou: ein begehbarer Kleiderschrank

 

 

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Wasser Marsch

„Wie jetzt, ihr wart noch nicht an den Niagarafällen?“ Das haben wir oft gehört, als wir von unseren Reisevorbereitungen berichtet haben. Ja, wir waren tatsächlich noch nicht hier und da wir von Toronto zurückfliegen, haben wir die Fälle eingebaut. Damit ihr alle beruhigt seid.

Den Wasserfall an sich finde ich normalerweise eher nicht so aufregend, doch was die Niagaras angeht, so muss ich zugeben, dass die ganz schön eindrucksvoll sind. Am besten, man nähert sich von der amerikanischen Seite, da hat man sozusagen schon mal die halbe Show. Die amerikanischen Fälle sind nicht ganz so tief und auch nicht so breit wie die kanadischen. Hier haben die Amis mal nicht die Größten.

Wenn man dann am Table Rock an den sogenannten Horseshoefällen auf der kanadischen Seite steht, sieht man die volle Wucht dieser unglaublichen Wassermassen. Und dazu noch tolles Wetter – man kann leicht einen ganzen Tag hier verbringen. Natürlich ist alles touristisch mundgerecht aufbereitet, es gibt Shuttlebusse, Aufzüge bis zum Boden und auch hinter die Fälle, Bootsfahrten zum Nasswerden und Aussichtstürme. Das war wirklich kurzweilig – und hier die Bilder dazu.

Die amerikanischen Fälle mit der Rainbowbridge im Hintergrund

Und hier die volle Ladung an den kanadischen Fällen

„Story behind the Falls“ nennt sich dieser Ausflug. Mit dem Aufzug geht es 30 Meter durch die Felsen nach unten, dort wird man dann nass. Näher an den Fällen geht nicht.

Vom Skylon Tower aus kann man sich einen tollen Überblick verschaffen.

Die amerikanischen Fälle von oben. Wer noch nicht nass genug geworden ist, kann mit einem der Boote in die Gischt fahren, das Boot unten fährt alle Viertelstunde und befördert hunderte von Passagieren.

Die letzten Kilometer bis zum Lake Ontario schiesst das Wasser durch eine enge Schucht und bildet zwischen drei und fünf Meter hohe Wellen. Nicht, weil der Untergrund felsig ist, sondern weil es so viel Wasser ist, mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h

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Kein Regen ist genug Sonne!

Bei unserem Abstecher in den Adirondack Park im Staate New York – jawohl, wir sind in die USA gewechselt – wollten wir noch einmal die ganze Farbenpracht des Herbstwaldes erleben. Und es gibt hier viel Mischwald, der sich auf sehr malerische Weise verfärbt hat. Aber es ist nur das halbe Vergnügen, wenn die Sonne nicht scheint. Schade, aber dadurch erleben wir einen authentischen Herbsttag mit Bewölkung und Nebel. Nicht so das langweilige Bilderbuchwetter. Bei Sonne fotografieren kann jeder.

Auf unserer Route lag übrigens Lake Placid, schon zweimal Austragungsort der olympischen Winterspiele. Ein belebter Touristenort, hübsch gelegen zwischen zwei Seen, aber ohne gigantische Bauwerke, deren Nutzung nach den Spielen fraglich ist. Einzig die Sprungschanzen ragen etwas heraus.

In der ersten Nacht in den Adirondacks trommelte der Regen auf unser Wohnmobildach, da waren wir schon froh, dass es am nächsten Tag wenigstens nicht mehr regnete. Man wird bescheiden. Ich kann also nur Bilder ohne Sonnenlicht liefern, es ist nicht zu ändern. Wir können auch nicht beliebig verlängern, weil wir ja nur noch wenige Tage bis zu unserem Rückflugort Toronto haben.

Im südlichen Teil des Parkes änderte sich plötzlich das Wetter, als hätten wir eine Wetterscheide passiert. Auf einmal sonnig, aber nun kein Herbstwald mehr! Anscheinend ist es hier wärmer, die typische Rotfärbung des Laubes tritt ja vor allem nach dem ersten Frost ein, den gab es hier wohl noch nicht. Im übrigen sind die Adirondacks nicht auf Wohnmobile vorbereitet, hier übernachtet man in Lodges oder man zeltet. Wanderparkplätze waren beispielsweise für uns unerreichbar, weil sie schon für die PKW kaum ausreichend waren. Da hatten wir mit unserem 8,40 Meter langen Wohnmobil keine Chance. Auch für die Fotos mussten wir lange suchen, bis wir einen geeigneten Platz gefunden hatten. Aber ein paar Bilder sind schon dabei rumgekommen, also schaut selbst!

Typischer Ort in den Adirondacks, davon gibt es allerdings nur sehr wenige. 

Es gibt nicht viele Straßen in dem geschlossenen Waldgebiet von etwa 200 mal 200 Kilometern. Nach Alaska ist es das größte Naturschutzgebiet der USA.

Der Herbst zieht alle Register!

Bunt sind schon die Wälder…

Unser Campingplatz in Lake Placid

Feierabendbier muss sein!

 

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Quebec die Schöne

Natürlich muss man im Herbst mit Regen rechnen, auch in Kanada. Wir versuchen immer, die Regentage so zu nutzen, dass wir eine größere Fahrstrecke zurücklegen. Wir wären gern noch einen Tag am Saguenay Fjord geblieben, hätten da aber im Regen gesessen. Also fahren wir weiter nach Quebec, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Kanadas. Unterwegs machen wir in einer Regenpause Halt im Künstlerstädtchen Baie St. Paul und an einem Vogelschutzgebiet. Da hatten wir richtig Glück, denn den Rest des Tages hatten wir Regen.

In Quebec haben wir einen stadtnahen Campingplatz gefunden, der in einem Waldgebiet liegt und außerdem noch einen Shuttle-Service in die Innenstadt anbietet. Das ist für Wohnmobiltouristen wie uns eine tolle Sache, denn die Parkplatzsuche in der Altstadt mit einem über acht Meter langen Fahrzeug wäre zum Scheitern verurteilt.

Quebec ist eine Stadt, wie es sie in Nordamerika nicht noch einmal gibt. Sie hat eine vollständig erhaltene Altstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und ist von französischer Lebensart geprägt. Wir trinken Café au Lait und lassen uns Croissants schmecken. Und wenn wir keine Lust zum Kochen haben, gibt es Baguette und Camenbert. Wir haben den ganzen Tag in der Stadt verbracht, die dominiert wird vom Hotel Château Frontenac, das 1883 errichtet wurde und aussieht wir ein Märchenschloss. Prominente gaben sich die Klinke in die Hand und im 2. Weltkrieg fanden wichtige Konferenzen hier statt. Komplett erhalten ist auch die Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert, von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf die Altstadt und den St.-Lorenz-Strom. Der älteste Teil der Stadt liegt unterhalb des Château und umfasst nur ein paar Gassen sowie den Place Royal. Hier wurde 1608 der Grundstein für die spätere Stadt gelegt und auf diesen Platz ist man hier besonders stolz. Wenn man allerdings einen Tag erwischt, an dem Kreuzfahrtschiffe zu Besuch sind, dann ist man nicht allein in den engen Gassen. Um nicht zu sagen, dass dann drangvolle Enge herrscht. Aber wenigstens verstopfen die Kreuzfahrttouristen nicht die Straßen mit ihren Wohnmobilen. Sie kommen zwar mit einen sehr großen Schiff, sind dann aber zu Fuß unterwegs. Wir haben es jedenfalls genossen, nach viel Natur einen Tag in einer tollen Stadt verbracht zu haben, gefühlt waren wir einen Tag in Frankreich. Französisch ist ja hier auch die Muttersprache, Englisch ist für die hier ansässigen Kanadier die erste Fremdsprache.

Das Städtchen Baie St.Paul wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen, da haben wir uns wohl gefühlt.

Viele Künstler haben sich hier angesiedelt, Galerien und urige Lädchen dominieren das Stadtbild.

Im Vogelschutzgebiet am Cap Tourmente sammeln sich bis zu 30.000 Schneegänse auf dem Weg in wärmere Gefilde. Martin hat sie gezählt, es waren heute 2.456 Gänse am Ufer des St.-Lorenz-Stromes.

Unser naturnaher Campingplatz am Stadtrand von Quebec.

Das alles überragende Wahrzeichen von Quebec, das Château Frontenac.

In der Oberstadt fühlt man sich nach Frankreich versetzt.

In der Unterstadt stehen die ältesten Gebäude von Quebec.

Heute war ein schöner Tag, sonnig aber kühl bei maximal 10 Grad. Die Regenschirme wurden nicht gebraucht und hingen zum Trocknen aus.

Der Place Royal ist der älteste Teil der Stadt, sieht aber nicht so aus, weil die Häuser im Laufe der Jahre renoviert wurden.

Das Kreuzfahrtterminal liegt direkt an der Altstadt, da wirkt so ein großes Schiff schon mal ein wenig deplatziert. Für die Falks: hat nichts mit euch persönlich zu tun, ist nur so eine Anmerkung.

Das Château von der Altstadt aus.

Blick von der Zitadelle auf die Stadt und den St.-Lorenz-Strom.

 

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Es wird Herbst

Wie jeder National Park hat auch der Fundy ein gutes angelegtes und beschildertes Netz von Wanderwegen. Wir haben uns die Küstenwanderung ausgesucht, aber meist sind wir durch dichten Wald gelaufen. War ein bisschen anstrengend zu gehen, weil wir nur über Wurzeln gelaufen sind. Zur Belohnung sind wir dann in Alma in die Kirche gegangen. Aber nicht, um dem Herrgott für diesen schönen Tag zu danken, sondern um ein Bierchen zu zischen. Die Kirche ist jetzt nämlich eine Brauerei. Es gibt acht verschiedene Biere, wir durften probieren und haben uns ein leckeres ausgesucht. Unser Campingplatz im National Park liegt in Fußentfernung zu Alma, das haben wir ausgenutzt und sind abends landestypisch essen gegangen, es gab Hummer. Der wird hier frisch gefangen und man muss ihn einfach mal probieren. Ist viel Arbeit, aber es war zum Sattwerden. Allerdings haben die Hummersandwiches am Mittag genauso gut geschmeckt, ohne die ganze Arbeit. Dann sind wir nochmal in die Kirche, da gab es Live-Musik. Es wurde ein kurzweiliger Abend, wir hatten tagsüber ein Pärchen aus Köln kennengelernt und uns hier wieder getroffen.

Vom Fundy National Park aus sind wir stramm nach Norden gefahren, in Richtung St.-Lorenz-Strom. Und es war, als hätte jemand das Herbstlicht angeknipst. Als wir den Nadelwald hinter uns gelassen hatten, war auf einmal alles gelb, orange und rot. Die Sonne schien dazu, wir konnten uns an den Farben gar nicht sattsehen. Eine Stunde dauerte die Überfahrt mit der Fähre auf die Nordseite des Stromes. Der ist hier so breit, dass man das andere Ufer gerade noch erahnen kann. Wir haben uns wieder einen National Park ausgesucht, und zwar den Fjord-du-Saguenay. Etwa 150 Kilometer erstreckt sich der Fjord ins Landesinnere. Ausgangspunkt ist der hübsche Ferienort Tradoussac, berühmt für seine Walbeobachtungstouren. Der St.-Lorenz-Strom ist hier sehr fischreich und entlang der Küste ist ein marines Schutzgebiet ausgewiesen. Leider ist es nicht mehr so sonnig, die Farben leuchten nicht ganz so bunt, aber Wale haben wir gesehen, Finnwale, Minkwale und einen Buckelwal. Aber viel haben sie nicht von sich gezeigt, die Rückenflossen konnte man aber gut erkennen.

Viele Wurzeln queren den Wanderweg

Marschwiesen am Wasser

De Leuchttürme sind hierzulande viereckig und dieser hier ist nicht mehr in Betrieb, seht aber schön aus.

Wir haben uns getraut, Hummer zu essen ohne zu wissen, wie man das macht. Aber die Bedienung hat freundliche Hinweise gegeben.

Lobster Roll, einfach zu essen und mindestens genauso lecker

Sieht aus wie eine Kirche, ist aber keine!

Bei Sonnenschein zu fahren ist ein Augenschmaus

Wir überqueren de St.-Lorenz-Strom von Rivière-du-Loup nach St. Simeon, der Strom ist hier 24 Kilometer breit

Hier fehlt die Sonne, trotzdem gibt es einen Eindruck von der Farbenpracht

Steilufer am St.-Lorenz-Strom

Ein Minkwal sehr nah an unserem Boot

 

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Wie alles anfing

Am 15.September 1773 erreichte das erste Schiff aus Schottland die Küste des heutigen Nova Scotia, und zwar in Pictou. An Bord der Hector befanden sich 200 Passagiere und es sollten noch Tausende folgen. Sie hatten alle die eine Hoffnung: ein Stück Land zu finden, das sie bewirtschaften konnten und das ihnen gehörte. Ihre Pläne gingen auf und der Grundstein für Nova Scotia war gelegt.Geschichtsbewusste Einwohner von Pictou starteten eine Sammelaktion und finanzierten so den originalgetreuen Nachbau der Hector. Noch heute finden Feiern zu diesem Ereignis in Pictou statt.

Ist mir schleierhaft, wie 200 Personen auf dieses Schiff gepasst haben sollen

Der alte Leuchtturm von Pictou, allerdings auch nachgebaut

Das historische Cunard-Haus

Wann kommt die Flut

Den Regentag nutzen wir, um die Strecke von Pictou zu unserem nächsten Ziel zurückzulegen, der Bay of Fundy. Dies ist weltweit der Ort mit dem höchsten Pegelunterschied zwischen Ebbe und Flut. Er beträgt bis zu 16 Meter, die Nordsee bringt es auf maximal drei Meter. Dies bedeutet hier, dass ganze Felsen auf einmal im Trockenen stehen und Boote auf dem Trockenen liegen. Bekanntester Ort, um dieses Phänomen zu bestaunen, sind die Hopewell Rocks in New Brunswick. Bei Ebbe darf man zwischen den Felsen herumlaufen, bei auflaufendem Wasser wird der Strand gesperrt. Es ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in dieser Provinz und somit herrscht auch in der Nachsaison noch viel Betrieb. Wahrscheinlich haben alle den Regentag gestern abgewartet, entsprechend viel Betrieb herrscht bei den Felsen. Wir stapfen durch Sand und Schlick und schauen uns die Blumentopffelsen an. Die heißen so, weil auf ihnen Bäume wachsen. Die Besuchszeiten sind streng reglementiert, denn das Wasser kommt rasch und im Nu ist man eingeschlossen.

Campingplatz mit Aussicht auf die Fundy Bay

Das Wasser ist weg, aber keine Angst, es wird zuverlässig in fünf Stunden zurück sein

Die berühmten Hopewell Rocks an der Bay of Fundy

Ganz schön hoch, wenn man so zwischen ihnen hindurchgeht

Die Häuser am Wegesrand sind allesamt aus Holz gebaut und meistens wunderschön hergerichtet

Und der Rasen ist immer frisch gemäht

Halloween kann kommen

Langsam erröten die Bäume

 

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Rund um Cape Breton

Vollmundig wird die 300 Kilometer lange Strecke als schönste Küstenroute der Welt gelobt, vielleicht haben das aber auch die Marketing-Experten des Tourismusbüros geschrieben. Mit den Superlativen ist das ja immer so eine Sache. Aber toll ist die Route auf jeden Fall. Die Straße führt meistens nah am Wasser entlang und das Gelände ist hügelig. Bis zu 400 Meter hoch erheben sich die Berge und bilden an der Küste entsprechend hohe Klippen aus. Nur wenige Menschen lassen sich in dieser entlegenen Gegend nieder und einige davon leben vom Tourismus. Zum Beispiel die Anbieter von Walbeobachtungstouren. Hier am Cape Breton haben Pilotwale ihr Revier, je nach Jahreszeit ziehen aber auch Buckelwale und Blauwale vorbei. Wir haben Glück mit dem Wetter und die Tour startet bei strahlendem Sonnenschein um 10 Uhr. Der rothaarige Kapitän kann seine schottischen Vorfahren ebenso wenig verleugnen wie der Tourguide und die beiden machen ihren Job mit Leidenschaft. Sie freuen sich richtig, als sie die ersten Pilotwale aufgespürt haben. Und dann sehen wir noch eine Meeresschildkröte, was äußerst selten ist, da diese hier vom Aussterben bedroht sind. Wir hatten viel Glück mit dieser Tour, denn gestern fand keine statt wegen zu hohem Seegang und die beiden nächsten Tage ist Regen angesagt.

Ganz im Norden des Cape Breton liegt ein Campinglatz direkt an den Klippen und den steuern wir natürlich an. Meat Cove heißt das Nest, drei Häuser, ein Ausflugslokal und eben dieser Campingplatz mit der einmaligen Lage. Und die ist tatsächlich so toll wie auf den Bildern. Nach Sonnenuntergang wird es frisch hier oben, aber der Vollmond spiegelt sich im Meer, das müssen wir uns natürlich anschauen. Etwas durchgefroren freuen wir uns wieder über unser komfortables Wohnmobil mit der tollen Heizung.

Küstenlandschaft am Cape Breton

Küste vom Wasser aus

Ein Pilotwal nah an unserem Boot, leider hat er uns nicht mehr von sich gezeigt als seine Rückenflosse. Wir haben ihn und seine Feunde noch ein paar Mal gesehen, ist ja immer aufregend den größten Meeressäugern zu begegnen.

Ein freundlicher Mitreisender hat uns fotografiert.

Unser Traumplatz in Meat Cove

Scheinbar sind wir so fotogen, dass mir beinahe die Camera aus der Hand gerissen wurde. Oder da wollte jemand unbedingt mal eine Olympus halten…

Unser Traumplatz am nächsten Morgen

Kurzer Stopp in Neills Harbour, ein Kaff fast am Ende der Welt. Pittoresk steht im Reiseführer!

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Alles in Grün

Tut mir leid, dass ich mich erst heute melde, aber die Netzabdeckung in Nova Scotia ist nicht wirklich gut. Aber jetzt geht´s los.

Auf einmal ist der Rasen wieder grün, im Osten Kanadas war der Sommer weder so trocken noch so heiß wie bei uns. Und die Kanadier lieben ihren Rasen – um jedes Haus herum ist vorbildlich gemäht. Vielleicht gibt es auch ein Gesetz, dass samstags der Rasen gemäht werden muss. Das Auge freut sich natürlich über so viel Grün.

Eigentlich hatten wir ja Rottöne erwartet, aber die Herbstfärbung lässt noch ein wenig auf sich warten. Nur vereinzelt sehen wir buntes Laub, aber das soll sich in den nächsten Wochen ändern. Es hängt auch von den Temperaturen ab, denn nur wenn die Blätter Frost bekommen haben, beginnen sie sich rot zu färben.

Wir haben ein sehr komfortables Wohnmobil bekommen, das sich gut heizen lässt, nicht unwichtig bei einstelligen Temperaturen nachts. Tagsüber sind es im Schnitt 15 Grad, je nachdem, ob sich die Sonne blicken lässt. Also perfekt zum Wandern. Hier nun die ersten Fotos aus der Provinz Nova Scotia. Übrigens leben hier tatsächlich viele schottischstämmige Kanadier, die ihre Vorfahren teilweise bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen können. Und die haben auch gleich die Namen ihrer Heimatorte mitgenommen, heute sind wir zum Beispiel durch Inverness gefahren.

Kleine Städtchen am Wegesrand, aber keine Cafés.

Dafür hübsche, bunte Holzhäuser.

Straßenrestaurants nehmen hier die gesamte Breite des Bürgersteigs ein. Die Fußgänger werden kurzerhand auf die Straße geleitet.

Den Indian Summer gibt es bislang nur in den Geschäften.

Oder vor dem Visitor Center. Aber das wird ja vermutlich noch besser.

Stellplatz im Grünen

Wanderung durch borealen Wald auf dem Skyline Trail

Dramatische Küstenlandschaft am Cape Breton

Und dann tatsächlich eine Elchkuh im Gebüsch

Und kurz drauf ihr Bruder, der kam gerade vom Elchtest.

 

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Wir konnten nicht widerstehen

Unser Wohnmobilvermittler hat ein Sonderangebot geschickt und da haben wir zugeschlagen, eine dreiwöchige Tour durch den Osten Kanadas bis nach Toronto. Wir starten in Halifax und werden teilweise der Küstenlinie folgen, durch die maritimen Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und dem St.-Lorenz-Strom folgend über Quebec nach Toronto am Lake Ontario fahren. Und weil es fast auf dem Weg liegt, noch einen Abstecher zu den Niagara Fällen. Nein, die haben wir noch nicht gesehen, das hat uns zwar niemand geglaubt, stimmt aber trotzdem.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff Indian Summer überhaupt noch politisch korrekt ist. Die Herkunft ist nicht ganz geklärt, manche Quellen behaupten, er bezeichne eine Zeit im Herbst, die durch eine beständige Wetterlage vor dem Wintereinbruch geprägt wird und die früher von den Indianern zur Jagd genutzt wurde. Vielleicht hat es auch mit dem Sternbild des Großen Bären zu tun, in welchem sich die Jäger wiederfanden. Ich finde Indian Summer jedenfalls viel netter als Altweibersommer.

Wir freuen uns sehr auf diese Tour, die Freiheit, dort zu bleiben, wo es uns gefällt und mitten in der Natur zu sein. Zwischen Halifax und Quebec City gibt es vor allem verschlafene Fischerorte und Farmland, also so richtig zum Erholen und Durchatmen nach diesem anstrengenden Sommer. Ich melde mich das nächste Mal aus Halifax, morgen früh um zehn geht der Flieger. Und wie immer freue ich mich auf eure Kommentare. Grüße von der Reiseoma.

 

 

 

 

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Die versprochenen Fotos

Die Reise ist rum aber das Nachbereiten macht mir immer fast genauso viel Spaß wie die Reise selbst. Die Tierwelt von Galapagos hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir konnten sie ausgiebig beobachten und dabei filmen und fotografieren. Die Auswahl der Fotos für den Blog war nicht einfach, weil es eben so viele davon gibt. Die fotografierten Tiere sind übrigens endemisch, bis auf die Klippenkrabbe.

Eine eigene Rubrik habe ich den Ecuadorianern eingeräumt. Das Tragen der bunten Trachten ist vor allem in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Dabei tragen die Frauen immer Röcke mit Blusen und schmückendem Beiwerk, oft auch einen Hut. Die Männer tragen weiße Hosen, lassen die Haare lang wachsen und flechten sie zu einem Zopf. Wir haben oft auf einer Bank gesessen und haben uns die farbenfroh gekleideten Menschen angeschaut.

Die Fotogalerie findet ihr oben im schwarzen Balken unter „Foto-Nachlese Ecuador“, sie ist nach Rubriken sortiert. Für eine Vergrößerung klickt ihr auf das Foto, dann kann man auch blättern mittels der Pfeiltasten unter den Fotos.

Na denn viel Spaß beim Foto-Stöbern!

 

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Guayaquil, die 3- Millionen-Metropole

Als ich 1969 meine Lehre im Reisebüro begann, war ich zunächst in der Abteilung für Seereisen. Da kam mein Chef eines morgens um die Ecke und sagte: „Hafenstädte Südamerika Westküste von Nord nach Süd“ und ich sagte gar nichts. Aber abends habe ich sie alle aufgeschrieben und in der Straßenbahn auswendig gelernt. Damals lernte ich auch die Hafenstadt Ecuadors auswendig: Guayaquil. Fünfzig Jahre später stehe ich am Ufer der breiten Flußmündung, den Hafen kann ich von der Innenstadt aus nicht zu sehen. Wir gehen den Malecon entlang, so nennt man die Uferpromenade auf spanisch. Am Sonntagmittag tun das hier die meisten Familien. Für uns heißt es Abschied nehmen von einem gastlichen und vielseitigen Reiseland. Der Schritt auf den südamerikanischen Kontinent macht Lust auf mehr – eines Tages kommen wir wieder.

Von zu Hause aus werde ich noch Fotos online stellen, die ich mit der „richtigen“ Kamera aufgenommen habe.

Ich danke euch allen, die ihr unermüdlich unseren Spuren gefolgt seid und über eure Kommentare habe ich mich immer sehr gefreut. Herzliche Grüße noch aus Guayaquil sendet euch Isa.

Der Malecon am Montag Vormittag, sonntags sind hier Tausende unterwegs.

Nochmal in die andere Richtung.

Das prächtigste Gebäude ist die Stadtverwaltung.

Im Park gleich bei unserem Hotel leben Landleguane, immer wieder schön, diese urzeitlichen Tiere zu beobachten.

In Guayaquil verabschieden wir uns von Ecuador.

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Cuenca, die schöne Kolonialstadt

Die vorletzte Station unserer Reise führt uns in eine Stadt, die mit ihren gepflasterten Straßen und reich verzierten, historischen Gebäuden ihren Ruf als schönste Kolonialstadt verdient hat. Allerdings hat sie nicht das beste Wetter. Wir erleben hier zwei Regentage und mit 13 Grad ist es auch nicht besonders warm. Dafür essen wir zweimal sehr lecker im italienischen Restaurant unserer Posada. Cuenca ist mit 335.000 Einwohnern nicht gerade klein, aber die Auswahl an Restaurants ist überschaubar. Wir wollten eigentlich die Nationalspeise hier probieren, mutig wie wir sind. Diese besteht nämlich – Vegetarier bitte diesen Satz überspringen – aus einem am Spieß gegrillten Meerschweinchen, cuy heißt das Gericht. Leider haben wir keinen Platz mehr bekommen und schlimmstenfalls müssen wir heimfahren, ohne cuy gegessen zu haben. Hier noch ein paar Stadtansichten bei schlechtem Fotolicht.

Typisches Straßenbild, allerdings sind die Bürgersteige normalerweise nicht so breit wie hier.

Die größte Kirche der Stadt, erbaut von einem deutschen Architekten, mit dem Anspruch, die größte Kirche Südamerikas zu bauen. Mit der Statik hatte er es wohl nicht so, denn die beiden Glockentürme hören abrupt auf und auch die Glocken fehlen, sicherheitshalber.

Die Plazas sind immer sehr gepflegt und bei den Einwohnern beliebter Treffpunkt. Außerdem kann man sich für 50 Cent die Schuhe polieren lassen.

Bein besserem Wetter ein schöner Platz zum Verweilen und Kaffee trinken.

Unsere Herberge mit dem tollen Restaurant aber ohne cuy.

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Mit dem Zug zur Teufelsnase

Zugegeben, dies war ein eher touristisch geprägter Ausflug, aber er war trotzdem spannend und führte uns durch eine dramatische Andenlandschaft. Um 1900 war es sehr schwierig, von Guayaquil an der Küste zur Hauptstadt Quito zu kommen. Warensendungen und auch die Post brauchten oft wochenlang. So entstand der Plan, eine Eisenbahnstrecke zu bauen. Ein Teilstück bereitete den Eisenbahningenieuren besonderes Kopfzerbrechen. Zwischen Simbambe und Alausi musste eine steile Felsklippe überwunden werden. Da kamen die findigen Herren auf die Idee, den großen Höhenunterschied im Zick-Zack-Kurs zu überwinden. Der Zug fährt in eine Spitzkehre, dann wird die Weiche gestellt und er rollt rückwärts weiter abwärts. Das wird zweimal wiederholt und dann ist der Hang überwunden. Diese Tour sind wir gefahren und es ist nichts für Leute mit Höhenangst. Die Gleise verlaufen knapp am Abgrund entlang und wenn man sich ein wenig aus dem Fenster lehnt, sieht man senkrecht unter sich den weiteten Streckenverlauf, da fährt man kurze Zeit später in umgekehrter Richtung lang. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, die Sonne ließ die Berghänge grün leuchten und es war eine gemächliche Fahrt. OK, die Tanzgruppe am Zielbahnhof wirkte natürlich gestellt, aber immerhin handelt es sich um ein soziales Projekt und einige Familien haben ein schönes Zubrot.

Unser Ausblick beim Frühstück in Alausi, dem Ausgangspunkt der Bahnfahrt.

Historische Waggons wurden restauriert und sind jetzt mit bequemen Polstersitzen ausgestattet.

Durch einen Fehler im Reservierungssystem hatten wir einen ganzen Waggon für uns allein und konnten beliebig die Seiten wechseln, je nach Aussicht.

Die Landschaft zuckelte im Zeitlupentempo an uns vorbei, und man konnte anders als bei der DB die Fenster öffnen. Und pünktlich war der Zug auch noch, im Gegensatz zur …

Nostalgie pur, allerdings ohne Dampflok. Die waren wohl alle schon ausrangiert.

Und hier das touristische Highlight: die Volkstanzgruppe.

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Ins Herz des Dschungels

Ecuador ist ein vielseitiges Reiseland und wir wollen auch den östlichen Landesteil kennenlernen. Die Anden fallen in steilen Abhängen hinab ins Amazonasgebiet. Ausgangsort für einen Besuch des Oriente, so wird das Amazonasgebiet hier auch genannt, ist Tena, das wir nach einer vierstündigen Busfahrt erreichen. Noch eine Dreiviertelstunde mit dem Auto, dann geht es per Boot zur Liana Lodge. Diese wurde von einem Ecuadorianer und einer Schweizerin errichtet, nachdem sie hier an einem Nebenarm des Rio Napo, der in den Amazonas mündet, eine Tierauffangstation gegründet hatten. Diese ist eine Stiftung und die Lodge sollte dem Paar den Lebensunterhalt sichern. Bis zu 15 Freiwillige aus verschiedenen Ländern arbeiten in der Tierstation und organisieren Führungen. Sie wissen zu vielen Tieren die traurige Vorgeschichte zu erzählen, die meisten wurden skrupellosen Tierhändlern weggenommen oder ausgesetzt, weil sie als Haustier nicht taugten. Nach Möglichkeit werden die Tiere wieder ausgewildert, oft ist dies aber nicht mehr möglich. Dann bleiben sie für immer hier.

Wir haben drei interessante Tage im Dschungel verbracht, sind durch den schlammigen Regenwald gestapft, gut daß wir mit Gummistiefeln ausgestattet wurden. Wir haben viel erfahren über Pflanzen, deren Heilwirkung, kurioses wie die wandernde Palme gesehen und meine Lieblingstiere im Dschungel, die Blattschneideameisen. Wir haben Kaimane beobachtet und eine Tarantel, schön haarig und handtellergroß. Hier war die Höhe nicht das Problem, allerdings ist alles sehr schweißtreibend und die Klamotten alle feucht. Zum Glück hatten wir das große Gepäck in Banos zurückgelassen, da konnten wir uns nach der Rückkehr wieder trockenlegen.

Das letzte Stück zur Lodge haben wir im Kanu zurückgelegt.

Unser Zimmer in der Liana Lodge, es gibt keine Fenster, nur Fliegengitter und keinen Strom. Nach Sonnenuntergang nur noch Kerzenlicht, auch beim Abendessen, sehr romantisch.

Das Restaurant mit Blick zum Fluß

Die Bar, ein wunderbarer Ort für den Sundowner.

Schweißtreibende Wanderung zu einem Aussichtspunkt, im Hintergrund sieht man den Rio Napo.

Hier haben wir illustre Vögel beobachtet, aber zu weit weg fürs Smartphone. Wer aufmerksam hinschaut, wird Kaimane im Wasser entdecken.

Martin beim Filmen der Blattschneideameisen.

Abendstimmung am Rio Napo. Die Wolken an Horizont haben sich in der Nacht zu einem Gewitter aufgebaut. Aber das Dach aus Palmwedeln hat auch im stärksten Regen dicht gehalten.

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Auf dem Lande

Wir lernen eine bergige Gegend kennen, die von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt ist. Und bergig bedeutet immer sehr steile Hänge, tief zerklüftet und von kleinen Canyons durchzogen. Es gibt Dörfer, aber anscheinend leben die meisten Menschen sehr verstreut in kleinen, niedrigen und teilweise ärmlichen Häuschen. Die Schulkinder müssen weite Wege zurücklegen, wir sehen am Nachmittag viele von ihnen auf den Nachhauseweg. Da die Busverbindung hier relativ schlecht ist, werden wir zu unserem Hostal gebracht, auf einer holprigen Piste. Wir dachten, daß wir nach der Ankunft noch ein bißchen durchs Dorf bummeln, aber das war nach fünf Minuten erledigt. Es soll 3000 Einwohner haben, aber die scheinen alle verstreut zu leben. Unser Hostal war sehr gemütlich und wir haben hier viele Backpacker getroffen. Zu den Mahlzeiten hatte es was von einer Jugendherberge, alle an einem großen Tisch und das Essen in der Mitte. Und gemeinsam abräumen natürlich. Aber spülen mußten wir nicht. Die Runde war international, also haben wir nur englisch gesprochen, auch mit den Deutschen, aus Höflichkeit, damit jeder etwas versteht.

Der Grund, warum wir diese abgelegene Gegend besucht haben: es gibt eine dreitägige Wanderung zu einem Kratersee, der liegt auf 3900 Meter Höhe. Wir haben es den jungen Leuten überlass