Im Reich der Nabatäer

Die Felsenstadt Petra ist ein lohnendes Ziel sowohl für Kultur- als auch für Naturliebhaber. Die einmalige Lage zwischen hoch aufragenden Felsen ist beeindruckend. Der einzige Zugang führt durch eine enge Schlucht, deren Seitenwände bis zu 100 Meter steil aufragen und die an der engsten Stelle nur zwei Meter breit ist. Somit war die Stadt gut zu verteidigen und das Reich der Nabatäer konnte sich 400 Jahre lang halten. Ursprünglich waren die Nabatäer Beduinen, die Handel betrieben und sich von der Arabischen Halbinsel kommend einen neuen Siedlungsplatz suchten. Petra liegt auf dem Kreuzungspunkt verschiedener Handelsrouten und war daher ideal gelegen.

Der Handel machte die Nabatäer unendlich reich und das erklärt auch, warum sie so viel Zeit und Energie in die Bautätigkeit steckten. Den Ackerbau überließen sie den umliegenden Siedlern, sie konnten es sich erlauben, Nahrungsmittel zu kaufen, um den Anbau konnten sich andere kümmern. Allerdings sorgten sie für die Bewässerung, die Nabatäer entwickelten ein ausgeklügeltes Wassersystem. Kein Tropfen Regen wurde vergeudet, es gab offene und verdeckte Wasserleitungen, viele kleine Stauseen und Zisternen. Trockene und heiße Sommer waren kein Problem, es gab immer genug Wasser für die bis zu 30.000 Einwohner, die sich in Petra ansiedeln sollten. Die Blütezeit währte etwa 400 Jahre, dann kamen die Römer und übernahmen alles, aber ohne die Nabatäer zu vertreiben oder zu vernichten, man lebte friedlich zusammen und war nun eine Provinz Roms.

Wir haben uns zwei volle Tage Zeit genommen, um das weitläufige Gelände zu erkunden. Man läuft zuerst mal 4 Kilometer, bis man im Stadtzentrum angekommen ist. Allerdings sind 1,2 Kilometer davon ein landschaftliches Highlight erster Güte. Man geht durch einen Canyon, der an der engsten Stelle nur zwei Meter breit ist. Der Sandstein nimmt verschiedene Farben an, je nachdem, ob er mit Eisen, Schwefel, Kobald oder Mangan gemischt ist. Wir sind in den beiden Tagen insgesamt knapp vierzig Kilometer gelaufen, davon etliche über mehr oder weniger ausgetretene Stufen oder durch unwegsame Felsenlandschaft. Jetzt pflegen wir in Ruhe unseren Muskelkater und freuen uns auf das nächste Highlight – die Wüste Wadi Rum. Dort haben wir drei Tage lang keine Verbindung zur Aussenwelt, also wundert euch nicht, wenn der nächste Blogeintrag auf sich warten lässt. Hier nun die Bilder zu Petra.

Am Anfang geht es immer durch die Schlucht, genannt Siq.

Plötzlich öffnet sich die Schlucht und man steht vor der berühmtesten Sehenswürdigkeit, dem Al Khazna, auch Schatzkammer genannt. Wobei der Name irritiert, denn es handelt sich wie bei allen Bauten, um eine in den Fels gehauene Grabkammer. Man hat allerdings vermutet, dass sich ein Schatz darin befindet, was nicht der Fall war.

Nur frühmorgens ist es hier so leer, wir sind immer um sieben Uhr aufgebrochen, um die morgendliche Ruhe zu genießen.

Die Ausmaße sind gewaltig, das Schatzhaus ist vierzig Meter hoch.

Kurz hinter dem Schatzhaus öffnet sich das Gelände und die eigentliche Stadt dehnt sich auf der weiter Hochebene aus, umschlossen von zerklüfteten Felsen.

Tempelanlagen sind nur zum Teil erhalten geblieben oder noch nicht ausgegraben, man schätzt, dass erst 30% von Petra zugänglich sind. Die Kamele dienen als Transportmittel für nicht so gehfreudige Touristen.

Es gibt auch abgelegene Grabmale, die muss man sich erkämpfen. Zum Beispiel Ad Deir genannt Kloster, weil sich hier später Christen ansiedelten. Achthundert Stufen führen hinauf, daher der Muskelkater, man muß ja auch wieder hinunter. Aber es hat sich gelohnt.

Das Kloster gehört zu den größten Gebäuden in Petra, es mißt 40 mal 40 Meter. An der Maserung der Säulen kann man die Struktur des Gesteins sehr gut erkennen, man kann sie durchgehend verfolgen, weil eben alles in den Fels gehauen wurde. Übrigens hat der Name der Stadt nichts mit dem deutschen Mädchennamen zu tun, es bedeutet einfach “Fels“.

Und dann die achthundert Stufen wieder zurück, vorbei an unzähligen Händlern, die alle dasselbe verkaufen.

Nach dem Schatzhaus sind die Königsgräber wohl die berühmtesten Gebäude. Sie liegen nebeneinander an einer riesigen Felswand und sind bis zu vier Stockwerke hoch.

Hier sieht man, wie vorausschauend die Nabatäer gebaut haben, die Größe passt genau für die heutigen Pick Ups.

Der Weg zum Opferplatz, diesmal nur 200 Stufen, also Peanuts. Allerdings muß man aufpassen, die Stufen sind im Laufe der Jahrtausende doch etwas ausgewaschen.

Der Opferplatz bietet einen Überblick über das gesamte Stadtgebiet und darüber hinaus.

Martin hat es sich gemütlich gemacht und lässt die Beine baumeln, der Preikestolen lässt grüßen.

Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die Gräber der ärmeren Leute an.

Unvermittelt tauchen immer wieder sehenswerte Gebäude auf, hier der Gartentempel.

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Eine Antwort zu Im Reich der Nabatäer

  1. Alex schreibt:

    Wahnsinnig, was die früher ohne Maschinen in den Fels gehauen haben!!!

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