Archiv der Kategorie: Ecuador und Galapagos

Die versprochenen Fotos

Die Reise ist rum aber das Nachbereiten macht mir immer fast genauso viel Spaß wie die Reise selbst. Die Tierwelt von Galapagos hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir konnten sie ausgiebig beobachten und dabei filmen und fotografieren. Die Auswahl der Fotos für den Blog war nicht einfach, weil es eben so viele davon gibt. Die fotografierten Tiere sind übrigens endemisch, bis auf die Klippenkrabbe.

Eine eigene Rubrik habe ich den Ecuadorianern eingeräumt. Das Tragen der bunten Trachten ist vor allem in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Dabei tragen die Frauen immer Röcke mit Blusen und schmückendem Beiwerk, oft auch einen Hut. Die Männer tragen weiße Hosen, lassen die Haare lang wachsen und flechten sie zu einem Zopf. Wir haben oft auf einer Bank gesessen und haben uns die farbenfroh gekleideten Menschen angeschaut.

Die Fotogalerie findet ihr oben im schwarzen Balken unter „Foto-Nachlese Ecuador“, sie ist nach Rubriken sortiert. Für eine Vergrößerung klickt ihr auf das Foto, dann kann man auch blättern mittels der Pfeiltasten unter den Fotos.

Na denn viel Spaß beim Foto-Stöbern!

 

Guayaquil, die 3- Millionen-Metropole

Als ich 1969 meine Lehre im Reisebüro begann, war ich zunächst in der Abteilung für Seereisen. Da kam mein Chef eines morgens um die Ecke und sagte: „Hafenstädte Südamerika Westküste von Nord nach Süd“ und ich sagte gar nichts. Aber abends habe ich sie alle aufgeschrieben und in der Straßenbahn auswendig gelernt. Damals lernte ich auch die Hafenstadt Ecuadors auswendig: Guayaquil. Fünfzig Jahre später stehe ich am Ufer der breiten Flußmündung, den Hafen kann ich von der Innenstadt aus nicht zu sehen. Wir gehen den Malecon entlang, so nennt man die Uferpromenade auf spanisch. Am Sonntagmittag tun das hier die meisten Familien. Für uns heißt es Abschied nehmen von einem gastlichen und vielseitigen Reiseland. Der Schritt auf den südamerikanischen Kontinent macht Lust auf mehr – eines Tages kommen wir wieder.

Von zu Hause aus werde ich noch Fotos online stellen, die ich mit der „richtigen“ Kamera aufgenommen habe.

Ich danke euch allen, die ihr unermüdlich unseren Spuren gefolgt seid und über eure Kommentare habe ich mich immer sehr gefreut. Herzliche Grüße noch aus Guayaquil sendet euch Isa.

Der Malecon am Montag Vormittag, sonntags sind hier Tausende unterwegs.

Nochmal in die andere Richtung.

Das prächtigste Gebäude ist die Stadtverwaltung.

Im Park gleich bei unserem Hotel leben Landleguane, immer wieder schön, diese urzeitlichen Tiere zu beobachten.

In Guayaquil verabschieden wir uns von Ecuador.

Cuenca, die schöne Kolonialstadt

Die vorletzte Station unserer Reise führt uns in eine Stadt, die mit ihren gepflasterten Straßen und reich verzierten, historischen Gebäuden ihren Ruf als schönste Kolonialstadt verdient hat. Allerdings hat sie nicht das beste Wetter. Wir erleben hier zwei Regentage und mit 13 Grad ist es auch nicht besonders warm. Dafür essen wir zweimal sehr lecker im italienischen Restaurant unserer Posada. Cuenca ist mit 335.000 Einwohnern nicht gerade klein, aber die Auswahl an Restaurants ist überschaubar. Wir wollten eigentlich die Nationalspeise hier probieren, mutig wie wir sind. Diese besteht nämlich – Vegetarier bitte diesen Satz überspringen – aus einem am Spieß gegrillten Meerschweinchen, cuy heißt das Gericht. Leider haben wir keinen Platz mehr bekommen und schlimmstenfalls müssen wir heimfahren, ohne cuy gegessen zu haben. Hier noch ein paar Stadtansichten bei schlechtem Fotolicht.

Typisches Straßenbild, allerdings sind die Bürgersteige normalerweise nicht so breit wie hier.

Die größte Kirche der Stadt, erbaut von einem deutschen Architekten, mit dem Anspruch, die größte Kirche Südamerikas zu bauen. Mit der Statik hatte er es wohl nicht so, denn die beiden Glockentürme hören abrupt auf und auch die Glocken fehlen, sicherheitshalber.

Die Plazas sind immer sehr gepflegt und bei den Einwohnern beliebter Treffpunkt. Außerdem kann man sich für 50 Cent die Schuhe polieren lassen.

Bein besserem Wetter ein schöner Platz zum Verweilen und Kaffee trinken.

Unsere Herberge mit dem tollen Restaurant aber ohne cuy.

Mit dem Zug zur Teufelsnase

Zugegeben, dies war ein eher touristisch geprägter Ausflug, aber er war trotzdem spannend und führte uns durch eine dramatische Andenlandschaft. Um 1900 war es sehr schwierig, von Guayaquil an der Küste zur Hauptstadt Quito zu kommen. Warensendungen und auch die Post brauchten oft wochenlang. So entstand der Plan, eine Eisenbahnstrecke zu bauen. Ein Teilstück bereitete den Eisenbahningenieuren besonderes Kopfzerbrechen. Zwischen Simbambe und Alausi musste eine steile Felsklippe überwunden werden. Da kamen die findigen Herren auf die Idee, den großen Höhenunterschied im Zick-Zack-Kurs zu überwinden. Der Zug fährt in eine Spitzkehre, dann wird die Weiche gestellt und er rollt rückwärts weiter abwärts. Das wird zweimal wiederholt und dann ist der Hang überwunden. Diese Tour sind wir gefahren und es ist nichts für Leute mit Höhenangst. Die Gleise verlaufen knapp am Abgrund entlang und wenn man sich ein wenig aus dem Fenster lehnt, sieht man senkrecht unter sich den weiteten Streckenverlauf, da fährt man kurze Zeit später in umgekehrter Richtung lang. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, die Sonne ließ die Berghänge grün leuchten und es war eine gemächliche Fahrt. OK, die Tanzgruppe am Zielbahnhof wirkte natürlich gestellt, aber immerhin handelt es sich um ein soziales Projekt und einige Familien haben ein schönes Zubrot.

Unser Ausblick beim Frühstück in Alausi, dem Ausgangspunkt der Bahnfahrt.

Historische Waggons wurden restauriert und sind jetzt mit bequemen Polstersitzen ausgestattet.

Durch einen Fehler im Reservierungssystem hatten wir einen ganzen Waggon für uns allein und konnten beliebig die Seiten wechseln, je nach Aussicht.

Die Landschaft zuckelte im Zeitlupentempo an uns vorbei, und man konnte anders als bei der DB die Fenster öffnen. Und pünktlich war der Zug auch noch, im Gegensatz zur …

Nostalgie pur, allerdings ohne Dampflok. Die waren wohl alle schon ausrangiert.

Und hier das touristische Highlight: die Volkstanzgruppe.

Ins Herz des Dschungels

Ecuador ist ein vielseitiges Reiseland und wir wollen auch den östlichen Landesteil kennenlernen. Die Anden fallen in steilen Abhängen hinab ins Amazonasgebiet. Ausgangsort für einen Besuch des Oriente, so wird das Amazonasgebiet hier auch genannt, ist Tena, das wir nach einer vierstündigen Busfahrt erreichen. Noch eine Dreiviertelstunde mit dem Auto, dann geht es per Boot zur Liana Lodge. Diese wurde von einem Ecuadorianer und einer Schweizerin errichtet, nachdem sie hier an einem Nebenarm des Rio Napo, der in den Amazonas mündet, eine Tierauffangstation gegründet hatten. Diese ist eine Stiftung und die Lodge sollte dem Paar den Lebensunterhalt sichern. Bis zu 15 Freiwillige aus verschiedenen Ländern arbeiten in der Tierstation und organisieren Führungen. Sie wissen zu vielen Tieren die traurige Vorgeschichte zu erzählen, die meisten wurden skrupellosen Tierhändlern weggenommen oder ausgesetzt, weil sie als Haustier nicht taugten. Nach Möglichkeit werden die Tiere wieder ausgewildert, oft ist dies aber nicht mehr möglich. Dann bleiben sie für immer hier.

Wir haben drei interessante Tage im Dschungel verbracht, sind durch den schlammigen Regenwald gestapft, gut daß wir mit Gummistiefeln ausgestattet wurden. Wir haben viel erfahren über Pflanzen, deren Heilwirkung, kurioses wie die wandernde Palme gesehen und meine Lieblingstiere im Dschungel, die Blattschneideameisen. Wir haben Kaimane beobachtet und eine Tarantel, schön haarig und handtellergroß. Hier war die Höhe nicht das Problem, allerdings ist alles sehr schweißtreibend und die Klamotten alle feucht. Zum Glück hatten wir das große Gepäck in Banos zurückgelassen, da konnten wir uns nach der Rückkehr wieder trockenlegen.

Das letzte Stück zur Lodge haben wir im Kanu zurückgelegt.

Unser Zimmer in der Liana Lodge, es gibt keine Fenster, nur Fliegengitter und keinen Strom. Nach Sonnenuntergang nur noch Kerzenlicht, auch beim Abendessen, sehr romantisch.

Das Restaurant mit Blick zum Fluß

Die Bar, ein wunderbarer Ort für den Sundowner.

Schweißtreibende Wanderung zu einem Aussichtspunkt, im Hintergrund sieht man den Rio Napo.

Hier haben wir illustre Vögel beobachtet, aber zu weit weg fürs Smartphone. Wer aufmerksam hinschaut, wird Kaimane im Wasser entdecken.

Martin beim Filmen der Blattschneideameisen.

Abendstimmung am Rio Napo. Die Wolken an Horizont haben sich in der Nacht zu einem Gewitter aufgebaut. Aber das Dach aus Palmwedeln hat auch im stärksten Regen dicht gehalten.

Auf dem Lande

Wir lernen eine bergige Gegend kennen, die von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt ist. Und bergig bedeutet immer sehr steile Hänge, tief zerklüftet und von kleinen Canyons durchzogen. Es gibt Dörfer, aber anscheinend leben die meisten Menschen sehr verstreut in kleinen, niedrigen und teilweise ärmlichen Häuschen. Die Schulkinder müssen weite Wege zurücklegen, wir sehen am Nachmittag viele von ihnen auf den Nachhauseweg. Da die Busverbindung hier relativ schlecht ist, werden wir zu unserem Hostal gebracht, auf einer holprigen Piste. Wir dachten, daß wir nach der Ankunft noch ein bißchen durchs Dorf bummeln, aber das war nach fünf Minuten erledigt. Es soll 3000 Einwohner haben, aber die scheinen alle verstreut zu leben. Unser Hostal war sehr gemütlich und wir haben hier viele Backpacker getroffen. Zu den Mahlzeiten hatte es was von einer Jugendherberge, alle an einem großen Tisch und das Essen in der Mitte. Und gemeinsam abräumen natürlich. Aber spülen mußten wir nicht. Die Runde war international, also haben wir nur englisch gesprochen, auch mit den Deutschen, aus Höflichkeit, damit jeder etwas versteht.

Der Grund, warum wir diese abgelegene Gegend besucht haben: es gibt eine dreitägige Wanderung zu einem Kratersee, der liegt auf 3900 Meter Höhe. Wir haben es den jungen Leuten überlassen, dorthin zu wandern, in der Höhe und ständig rauf und runter, da haben wir uns lieber Rundwege ums Dorf ausgesucht, die waren auch schön und nicht so atemraubend. Den Kratersee haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen, den haben wir auf der Weiterfahrt nach Banos mitgenommen. Banos ist der Ausgangspunkt für unseren Trip ins Amazonasgebiet, davon später mehr.

Die Hauptstraße von Insilivi, so heißt das Dorf, wo wir zweimal übernachtet haben.

Unser Hostal, sehr gut geführt von einem Ecuadorianer und einer Holländerin. Hier hat man sich voll auf die Bedürfnisse der Backpacker eingestellt, es gibt selbstverständlich vegane Kost, morgens um sieben vor dem Frühstück Yoga sowie einen Whirlpool mit Aussicht. Übrigens hatte auch unser Zimmer wieder unverbauten Fernblick.

Und das ist die Umgebung, die wir bei herrlichem Sonnenschein erkundet haben. Übrigens immer so knapp unter 4000 Metern Höhe.

Hier sieht man das ganze Dorf. Das unförmige längliche Gebilde in der Mitte ist ein überdachter Sportplatz.

Und hier der Kratersee Quilotoa, das Highlight hier in der Gegend.

Auf der Straße der Vulkane

Wir verlassen Otavalo und fahren auf der Panamericana in Richtung Süden. Dabei passieren wir noch einmal Quito und kommen nun in eine ländlichere Gegend. Die Bezeichnung Straße der Vulkane stammt übrigens von Alexander von Humboldt, auf dessen Spuren wir uns bewegen. Allerdings werden wir nicht wie er einen Vulkan besteigen, denn dazu reicht die Luft nicht. Wir haben uns für zwei Tage in einer Hacienda einquartiert, die auf 3700 Meter Höhe liegt. Da kommt man schon mal aus der Puste, wenn man normales Tempo geht. Also alles schön langsam.

Wir befinden uns im Zentralen Hochland Ecuadors und die genannten Vulkane, alle zwischen 5000 und 6000 Metern hoch, gehören zu den höchsten Bergen dieses Landes. Wirken aber nicht so hoch, wenn man selbst schon auf 3700 Metern steht. Nicht alle sind das ganze Jahr über schneebedeckt und auch hier geht das ewige Eis zurück. Überhaupt ist das Klima hier sehr besonders. Es schneit zum Beispiel nie in Quito, obwohl es fast 3000 Meter hoch liegt. Aufgrund der Lage direkt am Äquator sinkt das Quecksilber praktisch nie unter 10 Grad, steigt aber auch nicht über 20 Grad. Jahreszeiten in unserem Sinne gibt es nicht, es regnet nur mal mehr oder mal weniger. Wir reisen in der Zeit mit weniger Regen, allerdings haben wir gestern den ersten richtig sonnigen Tag erwischt. Die Berge waren bis dahin eigentlich immer in Wolken. An der Küste dagegen herrscht tropisches Klima, das von zwei Meeresströmungen beeinflusst wird. Ganz anders im Dschungel im Westen des Landes, wo sich die Flüsse von den Andenhängen ins Amazonasgebiet ergießen, dazu später.

Noch eine Anmerkung zum Thema Heizung. Gibt es hier nämlich nicht, da es nicht richtig kalt wird. Allerdings wird es auf 3700 Metern doch recht frisch. In den Höhenlagen heizt man mit Holz in offenen Feuerstellen. Unser Zimmer in der Hacienda verfügt über einen Kaminofen, der vom Personal am späten Nachmittag angefeuert wird. Für Warmduscher gibt es einen elektrisch betriebenen Heizofen. Ich sage jetzt nicht, wer von uns beiden das ist. Unser Bett, übrigens breiter als lang, habe ich noch nie gesehen, hat eine mollig warme Überdecke. Die Bettwäsche ist kuschelig warm, eine Mischung aus Fleece und Biberwäsche, gibt es so bei uns nicht. Ihr müsst euch also keine Sorgen um uns machen. Tagsüber ziehen wir alles an, was wir haben und nachts ist es warm genug.

Dieses Bild von Quito möchte ich nachreichen, weil im Vorbeifahren bei wunderbar klarem Wetter die Sicht auf die Stadt so gut war. Stellt euch diesen Ausschnitt noch zehnmal hintereinander vor, dann habt ihr ungefähr die Ausdehnung dieser 2-Millionen-Stadt.

Voilà – unsere Hacienda am Fuße des Cotopaxi, dem zweithöchsten Berg Ecuadors. Perfekte Lage, perfektes Wetter, da muß Petrus wieder einmal seine Hände im Spiel gehabt haben.

Zimmer mit Aussicht, eigentlich kann man im Bett liegen bleiben und die Tageseiten an sich vorüberziehen lassen.

Uns zieht es natürlich in die Natur. Hier kann man wunderbar über samtweiche Bergwiesen laufen, die übersät sind mit kleinen Blümchen. Sozusagen die Miniaturausgaben unserer Wildkräuter.

Seht euch mal diesen Baum an hier auf fast 4000 Metern, da gibt es in den Alpen nur noch Fels und Geröll.

Der Speiseraum bietet direkten Bergblick. Viele Besucher erleben den Berg nur in Wolken, wir haben da echt Glück.

Hier stehen oft Lamas, bloß nicht, wenn ich mit dem Smartphone unterwegs bin. Ich hoffe, ich kann euch diese wolligen Genossen mit dem Kamelgesicht noch nachliefern, sonst eben bei den Fotos nach der Reise.

Im Hochland

Von Quito aus setzen wir unsere Rundreise fort. Ich möchte euch heute mal ein wenig erläutern, wie wir hier reisen. Am besten ist es umschrieben als Rucksacktour mit Extras. Da wir noch viele Reisen machen wollen, müssen wir aufs Budget schauen und haben uns im Falle Ecuador für die Billigvariante entschieden. Das bedeutet, wir bewegen uns im Land mit Linienbussen von Ort zu Ort. Die kosten pro Person und gefahrene Stunde einen Dollar. Wir sind heute von Quito aus 90 Kilometer nach Norden in die Stadt Otavalo gefahren und haben zusammen 5 Dollar bezahlt. Unsere Unterkünfte heißen Hostal, nicht zu verwechseln mit den Backpacker Hostels mit Schlafsälen und Gemeinschaftsbad. Wir würden unsere Unterkünfte als 1-Sterne- Hotel bezeichnen. Die Zimmer sind immer sauber und haben ein eigenes Bad. Manchmal sind sie sehr klein und spärlich möbliert. Also kein Stuhl, kein Nachttisch und nur drei Kleiderbügel. Macht uns nichts aus, wir leben ohnehin aus dem Rucksack oder Rollkoffer. Durch die enge Bauweise in den Städten gibt es Innenhöfe, die teilweise sehr malerisch sind. Wenn die Fenster nach innen gehen, ist es aber recht dunkel und man sieht die Sonne nicht. Aber man kann auch Glück haben, wenn ihr euch an das Bild von der Insel Isabela erinnert. Heute haben wir den Vogel abgeschossen, riesiges Zimmer, genügend Ablagemöglichkeiten, kleiner Schreibtisch und Stuhl. Und sogar eine große Terrasse mit zwei Liegestühlen. Nur fehlt bislang die Sonne. Besonders erwähnen möchte ich das Frühstück. Bisher jedes Mal Spitzenklasse. Immer frisch zubereitet, die Eier nach Wunsch, dazu Brötchen oder Toast, Butter und Marmelade, ein frischer Obstsalat aus tropischen Früchten und ein frisch gepresster Obstsaft. Kaffee oder Tee natürlich auch. Da bleibt bei mir kein Wunsch offen, Wurst und Käse kann ich auch zu Hause essen. Und da wir gerade beim Essen sind: es gibt hier, wir würden sagen gutbürgerliche Restaurants, die ein Mittagsmenü für 3 Dollar pro Person anbieten. Ich hatte eine kräftige, gebundene Rindfleischsuppe, dann Hähnchen mit Reis, Pommes, Kochbanane und einen kleinen Salat, als Nachtisch eine gelbe Tomate als Kompott gedünstet und dazu einen frisch gepressten Ananassaft. Und alles hat sehr lecker geschmeckt. Wir waren da übrigens die einzigen Touristen, hier geht der normale Ecuadorianer essen. All das gilt nicht für Galapagos und Quito, da zahlt man für Nudeln mit Tomatensoße schon mal 15 Dollar. Nun zu den Extras. Ihr wundert euch sicher, daß wir bei der Wanderung ans Händchen genommen werden. In den Naturschutzgebieten ist dies teilweise Pflicht, man möchte den Touristen die Natur näherbringen und dafür sorgen, daß sie erhalten bleibt und keiner Unfug anstellt. Einen Fahrer brauchen wir immer dann, wenn kein öffentlicher Bus fährt. Und Taxis sind günstig, vom Busbahnhof zum Hostal haben wir heute 1 Dollar bezahlt.

Otavalo haben wir angesteuert, weil es hier einen Kunsthandwerkermarkt gibt und einen Kratersee, um den herum man wandern kann. Und beides hat sich gelohnt. Ich besitze jetzt eine Strickjacke aus Alpakawolle für 22 Dollar und wunderbar weiche Schals. Und die Wanderung hat sich auch gelohnt. Erst wollten wir gar nicht losgehen, weil alles nebelverhangen war. Aber schon nach kurzer Zeit klarte es immer mehr auf, zum Schluß konnten wir sogar den ganzen Kratersee namens Cuicocha sehen. In unseren Reiseunterlagen war vermerkt, daß wir von einem spanisch sprechenden Fahrer hingebracht werden und dann von einem Guide auf der Wanderung geführt werden, der Englisch spricht. War dann genau umgekehrt und meine rudimentären Spanischkenntnisse waren nützlich. War für mich wie ein kleiner Sprachkurs. Jetzt aber zu den Fotos.

Im komfortablen Bus zwei Stunden von Quito nach Otavalo. Störend war nur der Fernseher, da lief eine Bollywood Produktion mit viel Pathos, Schlacht und so, und auch noch extrem laut.

Der zentrale Platz von Otavalo, Stichwort Rentnerbank. Hier kann man in Ruhe die Einheimischen beobachten, viele tragen die Kichwa Tracht. Allerdings leider nicht die auf dem Bild.

Am Kunsthandwerkermarkt

Das links ist Alfonso, unser Wanderführer. Als wir gefragt haben, ob er mit aufs Selfie will und dann sah, daß wir keinen Selfie Stick haben, hat er gleich einen aus dem Rucksack gezogen. Er gehört zu der hier ansässigen Volksgruppe der Kichwa. Er trägt wie alle Kichwa Männer ein weißes Hemd unter der Funktionsjacke und hat einen langen geflochtenen Zopf, den man hier leider nicht sieht.

Die Landschaft um Otavalo, man sieht die landwirtschaftliche Nutzung. Was man nicht sieht, wir sind hier wieder knapp 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Und die Vulkane verstecken sich immer in den Wolken, sie sind hier an die 5000 Meter hoch. Auch in der Bildmitte, wo sich die Wolken sammeln.

Another day in paradise

Für den letzten Tag auf Galapagos haben wir uns frei genommen. Auf San Cristobal, der letzten Insel, die wir besuchen, gibt es einige Aktivitäten, die man ohne Guide machen darf. Da wir uns gerne ausgiebig mit der Natur beschäftigen, freuen wir uns auf einen Tag, den wir frei gestalten können. Wir beginnen mit einer Küstenwanderung. Die Badebucht lassen wir hinter uns und klettern über große Lavabrocken auf eine Klippe, in der Gabelschwanzmöwen nisten. In der fischreichen See sind natürlich auch Fregattvögel und der Rotschnabel Tropikvogel unterwegs. Wir verbringen viel Zeit an diesem Spot. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, zum Beispiel ist das Wasser so klar, daß man von hier oben Meeresschildkröten sehen kann. Bilder von der großen Kamera gibt es nach der Reise.

Unterwegs auf der Küstenwanderung nach La Loberia

Hier kann man mit Seelöwen schwimmen oder surfen, wenn der Wind etwas kräftiger weht.

Und den hätten wir beinahe übersehen, so schwarz, wie der ist.

Später waren wir hier in der Bucht von Las Tijeretas schnorcheln. Wieder waren Schildkröten im Wasser und putzige Seelöwen.

Der Abschied von Galapagos fällt uns echt schwer. Es gibt so viel zu entdecken, hier kann man ohne Probleme auch zwei Wochen verbringen. Allerdings geht es ins Geld, vom Bier bis zu den Hotelzimmern ist alles erheblich teurer als auf dem Festland. Galapagos-Aufschlag halt. Aber einen Trost gibt es: 25 Prozent der Einnahmen aus dem Tourismus fließen in den Naturschutz. Ich habe gleich noch ein Bier bestellt, als ich das gelesen habe. Man tut ja gerne etwas für den Naturschutz. Übrigens – am Stadtstrand von San Cristobal tummeln sich vor der untergehenden Sonne jede Menge Seelöwen, schaut mal genau hin.

Schnorcheln in Los Tuneles

Dort wo Lava ins Meer fließt und oben schneller erkaltet als in den unteren Schichten, können sich Lavatunnel bilden. Wir waren in einem solchen Gebiet schnorcheln. Nichts für klaustrophobisch veranlagte Leute. Man hat das Gefühl, den Kopf einziehen zu müssen, so hoch steht das Wasser in den Tunnels. Um es gleich zu sagen: es gibt jetzt leider keine Bilder von diesem Ausflug, denn das hätte das Smartphone nicht überlebt. Martin hat mit der Gopro gefilmt, Bilder davon gibt es nach der Reise. Und es gab viel zu Filmen, Meeresschildkröten zum Greifen nahe und unsere Freunde, die Weißspitzen Riffhaie. Sie tauchen aus dem Nichts auf und genauso schnell sind sie auch wieder verschwunden. Sie sind völlig ungefährlich und nur etwa zwei Meter lang. Man darf sich nur nicht von Stephen Spielberg verleiten lassen und an den Weißen Hai denken. Die Sicht war nicht hundertprozentig, aber dafür waren wir im flachen Gewässer sehr nahe an den Fischen dran. Und die Meeresschildkröten sind unglaublich groß, eine schwamm direkt unter mir und ich konnte die schöne Zeichnung ihres Panzers sehen. Hinterherschwimmen geht nicht , so plump sie auch aussieht, ist sie doch unglaublich schnell.

Ein anderer Ausflug führte uns an den Rand der Caldera des Vulkans Sierra Negra, aber wir haben nur Nebel gesehen. Interessant waren die Erläuterungen unseres Guides, was der Mensch so anrichtet, wenn auch unbewußt. Die ersten Siedler brachten Guaven mit auf die Insel, welche sie nach dem Verzehr achtlos wegwarfen. Vögel pickten die Samen auf und verteilten sie auf der ganzen Insel. Jetzt gibt es hier einen Guavenwald, der die heimischen Farne verdrängt. Jetzt verstehe ich etwas besser, warum unser Gepäck ständig auf Lebensmittel untersucht wird.

Hier noch einige Bilder von Isabela und von Las Plazas, von einen Bootsausflug, den wir gestern unternommen haben.

Frisch eingetroffen zur jetzt beginnenden kälteren Jahreszeit: die Galapagos Pinguine. Die einzigen Pinguine, die in Äquatornähe leben können. Deshalb sind sie auch etwas kleiner geraten.

Die Fahrt zu Los Tuneles war ruppig, das Boot knallte bretthart auf die Wellen. Nichts für Weicheier.

Der Abschied von Isabela ist uns nicht leicht gefallen. Es ist so eine total entspannte Atmosphäre hier, viele Sandstraßen und direkt am Ort ein großer Traumstrand. Dort kann man besonders gut Pelikane bei der Jagd beobachten.

Hier auf der Isla La Plaza Sur haben wir die ersten Landleguane gesehen.

Man kann sich ihnen nähern, bis sie mit dem Kopf nicken. Das bedeutet allerdings nein und man sollte sich zurückziehen.

Diese Entfernung ist ok. Tierfilmer Martin hatte alle Hände voll zu zu .

Isla Isabela die beschauliche

Sie ist die größte der Galapagos Inseln, hat aber viel weniger Einwohner als Santa Cruz. Es gibt nur eine kurze Piste zum Vulkan, alle anderen Ausflüge gehen per Boot. Man darf sich eigentlich nur in den Ortschaften auf eigene Faust bewegen, über Land oder auf dem Wasser muß immer ein lizenzierter Guide dabei sein. Er soll die einzigartige Natur erläutern und aufpassen, daß keiner Dummheiten macht. Zum Beispiel Echsen streicheln oder von den kleinen, giftigen Äpfelchen essen. Mit der ebenfalls geforderten Sprachkenntnis hapert es manchmal etwas, aber mit meinen rudimentären Spanischkenntnissen klappt es meistens. Wir sind jetzt drei Tage hier, vor allem zum Schnorcheln. Hier gibt es Meeresschildkröten, die niedlichen Riffhaie mit den weißen Spitzen an den Flossen, Mantas und Fischlein in allen Größen und Farben. Wir werden gleich abgeholt und zu dem spektakulärsten Schnorchelplatz der ganzen Insel gebracht. Davon später mehr. Erwähnen möchte ich noch, daß der Naturschutz natürlich Geld kostet und Ecuador zu den Entwicklungsländern gehört. Also werden die reichen Touristen zur Kasse gebeten, was völlig in Ordnung ist. Man zahlt am Flughafen schon mal 100 Dollar pro Person, sonst darf man die Inseln nicht betreten. Und Isabela verlangt auch noch mal 10 Dollar. Aber es wird wirklich viel getan, denn dumme Unachtsamkeiten haben hier verheerende Folgen. So wurden zum Beispiel von den ersten Siedlern Ziegen mitgebracht, die sich auswilderten und für das Aussterben einiger Spezies verantwortlich sind. In einem aufwändigen Programm werden sie zu zehntausenden gejagt, verwilderte Hausschweine konnten schon ausgerottet werden. Dann gibt es viele Aufzuchtstationen, mit dem Ziel, vom Aussterben bedrohte Arten, zum Beispiel die Riesenschildkröte, zu vermehren und dann in die Freiheit zu entlassen. Hier nun die ersten Eindrücke von Isabela.

Kleiner Landspaziergang durch Lavafelder nach dem ersten Schnorchelausflug.

Die Riffhaie haben nicht mit uns geschnorchelt, die hatten gerade Pause.

Man muß immer aufpassen, daß man nicht auf eine Echse tritt, die sind genauso schwarz wie die Lava.

Auf der Mauer liegt es sich gut, da kann man alles runterhängen lassen.

Zimmer mit Aussicht, bisher unser schönstes Hostal.

Gestern Abend haben wir uns mal was Leckeres gegönnt, Martin hatte Pulpo und ich Shrimps, beides sehr schmackhaft auf ecuadorianisch zubereitet.

Die Meerechsen und wir

Galapagos – schon lange unser Sehnsuchtsziel. Jetzt ist es wahr geworden. Wir logieren in Puerto Ayora auf Santa Cruz und sind zur Tortuga Bay gelaufen. Eine der schönsten Buchten, die wir gesehen haben. Und man kann sie nur zu Fuß erreichen, was natürlich niemanden abhält. Denn dort kann man mit Meerechsen schwimmen und schnorcheln. Wassertemperatur sehr angenehm und für Schatten sorgen die Mangroven. Es ist und bleibt hoffentlich ein Naturstrand, Proviant muß mitgebracht werden.

Man muß schon bis zum Ende der Bucht stapfen, um zu den Echsen zu gelangen.

Die Meerechsen sind die länglichen Schwarzen.

Schwimmen, Riffhaie aufspüren, Fregattvögel aus der Nähe beobachten, Urlaub kann ja so aufregend sein.

Aber auch an Land gibt es viel zu sehen. Der Tierfilmer bei der Arbeit. Diese Riesenschildkröten leben hier in freier Wildbahn und weglaufen geht ja eh nicht.

Zurück im Ort, war unsere Rentnerbank schon besetzt.

Quito am zweiten Tag

Die höchstgelegene Hauptstadt der Welt einmal von oben sehen, das muß sein. Wir haben uns einen Hügel oberhalb der Altstadt ausgesucht. Die Sicht war nicht ganz optimal, daher konnten wir die fünf umliegenden Vulkane nicht sehen, die alle über 5000 Meter hoch sind. Aber von hier oben bekommt man eine Ahnung von der ungeheuren Ausdehnung der 2-Millionen-Stadt. Sie ersteckt über 30 km in der Nord-Süd-Ausdehnung. Hier nun die Bilder von heute.

Blick über die Altstadt nach Norden.

Und immer geht es hoch und runter, unser Fitnessparkur im Urlaub.

La Ronda, eine Vergnügungsgasse mit unzähligen Kneipen und Livemusik. Warum man davon nichts sieht? Ganz einfach, das spielt sich alles am Wochenende ab und heute ist Donnerstag.

Die Iglesia la Compania – hier ist alles Gold was glänzt.

Höhenluft und koloniales Erbe

Man fühlt sich gleich ein paar Jährchen älter, wenn man schon beim Treppensteigen aus der Puste kommt. Warum sich die Inkas ausgerechnet in 3000 Meter Höhe angesiedelt hatten, ist nicht bekannt. Als die Spanier kamen, haben sie eine von den Inkas vollständig zerstörte Stadt übernommen. Daher bietet das heutige Weltkulturerbe eine Vielzahl von Kathedralen und Kolonialbauten. Keine Spur mehr von den Inkas. Wir haben uns heute einen ersten Überblick verschafft und die Altstadt zu Fuß erkundet.

Die Kathedrale an der Grande Plaza.

Der Erzbischofspalast auch an der Grande Plaza.

Da kommt unser Hostal schon etwas bescheidener daher. Gemütlich und sauber mit blanken Holzfußböden. Wir wussten ja, daß es die Südamerikaner bunt mögen. Aber so farbenfroh??? Hier ein schönes Beispiel dazu, es handelt sich um das Kaminzimmer unseres Hostals.

Auf den Spuren von Humboldt und Darwin

Wie so oft sind es Naturerlebnisse, die uns motivieren, lange Flüge auf uns zu nehmen, um neue Welten zu entdecken. Für uns beide ist es eine Premiere: zum ersten Mal in Südamerika. Die Reiseberichte von Alexander vom Humboldt haben es uns angetan, wir wollen der Straße der Vulkane folgen, alte Kolonialstädte besuchen und bis ins Amazonasgebiet abtauchen. Aber besonders freuen wir uns auf die einmalige Tierwelt der Galapagos Inseln. Meerechsen und Leguane aus nächster Nähe, die Tiere glauben hier noch an das Gute im Menschen.

Wir beginnen in Ecuadors Hauptstadt Quito. Morgen früh starten wir via Amsterdam und der Landeanflug wird recht kurz werden, denn Quito liegt immerhin auf etwa 3.000 Meter Höhe. Da wird die Luft schon etwas knapp, also wird alles ganz gemütlich angegangen. So der Plan. Wie es dann wirklich wird, erfahrt ihr regelmäßig hier. Wir reisen mit kleinem Gepäck, also gibt es auch nur ein Smartphone für den Blog. Und auch nur, wenn wir WLAN haben. Fotos von meiner Kamera werde ich nach der Reise hochladen.

Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare. Ich melde mich dann aus Quito.