Archiv der Kategorie: Durch den Wilden Westen

Zu guter Letzt

Ich sitze am Flughafen und habe Zeit. Meine Gedanken sind bei den letzten Wochen, und es ist Zeit für ein Resümee. Wir haben großartige Landschaften gesehen und nur Trump-Gegner getroffen. Keine Ahnung, woran das liegt. Sind Camper die besseren Menschen? Haben sich die Trump-Anhänger nicht geoutet, weil sie die harsche Kritik der Europäer kennen? Was bedeutet es, wenn an einem Einfamilienhaus eine überdimensionale US-Flagge weht? Übrigens haben wir auch Camper gesehen, die gleich mal ihre Flagge hissen, wenn sie ihren Stellplatz beziehen.

Zum American Way of Life ist zu sagen, dass es noch immer zu viel Einwegmüll gibt, wenn auch ganz zaghaft Mülltrennungsversuche unternommen werden. Das Problem sind vor allem die Fastfood Läden. Ein Restaurant-Besuch ist relativ teuer, und manch ein Schnellimbiss liefert ganz leckere Gerichte. Aber selbst wenn man dort am Tisch sitzt und isst, kommt alles auf Plastik. Der legendäre Tellerwäscher ist arbeitslos. Wir selbst haben ungeheure Müllberge produziert, im Supermarkt ist alles so praktisch verpackt, dass man ungefähr die gleiche Menge wegwirft, die man gekauft hat. Ist dann nur leichter.

Unser Wohnmobil war zuverlässig und komfortabel, nur einmal waren wir in einer Werkstatt, weil sich die Halterung für die Microwelle gelöst hatte. Auch als Trockenraum funktioniert so ein Wohnmobil wunderbar, wenn man unterwegs in einem Waschsalon wäscht.

Und ich hatte noch ein Bild vom Badezimmer versprochen. Die Dusche war tatsächlich praktisch für uns, weil wir doch meistens auf Einfach-Campingplätzen ohne Facilities waren. Die Toilette ist rechts, passte nicht aufs Bild.

Apropos Toilette, hier noch ein Bild speziell für Christina. So schön kann ein Plumsklo sein. Die werden täglich sauber gemacht und es ist immer Klopapier da. Riecht übrigens gar nicht so schlimm, wie man befürchten könnte.

Wenn man über die amerikanischen Highways fährt, fällt auf, dass in einer der fortschrittlichsten Industrienationen der Welt die Strommasten durchweg aus Holz sind. Sieht natürlich schön aus, ist aber für uns eher ungewohnt. Aber man kennt ja auch die Meldungen, wenn es zu flächendeckenden Stromausfällen kommt…

Man kann einen Highway übriges auch adoptieren. das bedeutet aber nicht, dass man ihn gut erziehen sollte und eine Ausbildung finanzieren muss, es bedeutet einfach, dass man ihn sauber halten darf. Dazu melden sich Firmen oder Privatpersonen, die dann als Danke schön für ihre Mühe auf dem Schild genannt werden.

Der Westen der USA und auch wir leiden derzeit unter einer Hitzewelle. Wir sind am größten Thermometer der Welt vorbeigefahren, das zeigte 115 Grad Fahrenheit, das sind mal locker 46 Grad Celsius. Da freut man sich, dass das Auto eine Klimaanlage hat.

Was man unterwegs auch oft beobachten kann, ist eine gewisse Landflucht. Es gibt Ortschaften, die wirklich 100 Kilometer vom nächsten Supermarkt entfernt sind. Es gab früher überall Einzelhandel, aber Walmart und Co. haben diesen wohl verdrängt. Auch die charmanten Motels gibt es nur noch selten, sind heutzutage auch alles Ketten wie Travelodge oder Best Western. Übrigens finde ich den Namen Royal Hawaiian auch sehr gewagt, für ein staubiges Nest mitten in der Wüste.

Die beiden letzten Tage haben wir in Las Vegas verbracht, weil man sich da fast durchweg in klimatisierten Räumen aufhalten kann. Das hat dann aber Folgen.

Hat aber alles noch in die Reisetaschen gepasst. Las Vegas hat uns zum Schluss noch einen Höhepunkt beschert: wir haben noch einmal den Cirque du soleil besucht, die Show KA ist außergewöhnlich, mit einer unvorstellbaren Bühnentechnik. Nur als Beispiel: da wurde eine Schlacht auf einer senkrechte Wand dargestellt, so dass man als Zuschauer die Draufsicht hatte. Darauf muss man erstmal kommen und dann noch die Umsetzung, einfach genial. Dass Martin  ganz zum Schluss noch einen Jackpot geknackt hat, passte zu diesem außergewöhnlichen letzten Abend unserer Reise. War aber nicht viel drin, 250 Dollar, ihr braucht erst gar nicht fragen, ob wir mit euch teilen.

Euch allen recht herzlichen Dank, dass ihr meinem Blog wieder so treu gefolgt seid. Über eure Kommentare habe ich mich immer sehr gefreut, auch dafür ein großes Danke schön. Das letzte Bild habe ich ausgesucht, weil wir einfach so viele schöne Abende am Lagerfeuer verbracht haben, dass ich mich auch daran immer besonders gern erinnere.

Euch allen eine gute Zeit und vielleicht bis wieder einmal hier an dieser Stelle. Nach der Reise ist vor der Reise….

 

 

Zwei National Parks mit großen Bäumen

In den Redwoods haben wir die höchsten Bäume gesehen, im Kings Canyon und Sequoia National Park stehen die mächtigsten. Die Redwoods sind so schlank, dass man manchmal Bedenken hat, ob sie den nächsten Sturm überstehen. Ganz anders die Sequoias, sie stellen das Längenwachstum ein, wenn sie die umliegenden Bäume überragen. Dann bilden sie eine dichte Krone aus und die braucht viel Sonne. Die Sequoias werden um die 90 Meter hoch und haben einen Umfang von bis zu 30 Metern. Sie legen jedes Jahr an Umfang zu, auch wenn sie nicht mehr in die Länge wachsen. Aber nicht nur die Bäume haben es uns angetan, die Wälder sind sonnendurchflutet, die Bäume stehen weit auseinander und lassen viel Licht durch. Momentan bilden die Lupinen einen blauen Blütenteppich soweit das Auge reicht. Und dann haben wir auf unserer Wanderung auch noch einen jungen Bären gesehen, der sich friedlich durch eine Blumenwiese gefuttert hat.

Wir haben den Bären so lange beobachtet, bis wir ihn dressiert hatten.

Die Anfahrt in denn Kings Canyon ist nicht ohne, aber Martin beherrscht unser 7-Meter-Wohnmobil perfekt, auch wenn die Kurven noch so eng sind.

Die Bäume lassen viel Sonne durch, war echt schön, dort zu wandern.

An Volumen ist das der größte bekannte Baum mit 1489 Kubikmetern. Manche bezeichnen ihn auch als das größte Lebewesen.

Hier werden die Größenverhältnisse deutlich, Martin ist nicht so klein…

Zum Thema think big: natürlich sind auch die Tannenzapfen entsprechend groß.

Hier passt die Straße so grade eben zwischen den Bäumen durch.

Ein Teppich aus Lupinen.

 

Vom Kratersee zu Methusalem

Nachdem wir die Sierra Nevada über den Tioga Pass überquert haben, fahren wir an deren Ostseite weiter in Richtung Süden. Das Gebirge zeigt hier eine klare Kante von Nord nach Süd und mündet in ein ebenso langes Tal, das sich allerdings auf einer Höhe von um die 2.000 Meter befindet. Bei guter Sicht blickt man sowohl nach rechts als auch nach links auf etwa 50 Kilometer schneebedeckter Berge. Und die sind alle über 3.000 Meter hoch. Hier befindet sich auch Mt. Whitney, mit 4.421 Metern der zweithöchste Berg der USA. Der höchste ist der Denali in Alaska. Entlang der Berghänge gibt es Kiefernwälder, nach Osten hin geht alles in Wüste über, da befindet sich auch das Death Valley, das wir bereits am Anfang unserer Reise besucht haben. Da sind es jetzt tagsüber permanent 50 Grad. Wir suchen gern Regionen um die 3.000 Meter auf, dort sind es nur Anfang dreißig Grad. Es gibt hier durchaus Sehenswertes, meist abseits der touristischen Hauptrouten.

Sehenswert ist der Mono Lake, mit 150 qkm weltgrößter Kratersee. An seinen Ufern haben sich Tuffsteinsäulen gebildet, als Quellwasser nach oben sprudelte. Natürlich nicht von heute auf morgen, aber jetzt sind sie fertig und geben gute Fotomotive ab. Im Hintergrund die schneebedeckte Sierra Nevada. Warum die so heißt, wo wir doch in Kalifornien sind, weiß ich auch nicht.

So sieht es aus, wenn man am Independence Wochenende keinen freien Campingplatz mehr findet. Hier durften wir offiziell stehen, ist eigentlich mehr ein Parkplatz. Immerhin haben sie uns dafür auch gleich mal 23 Dollar abgeknöpft. Hier sieht man die Sierra Nevada noch schön klar, in der Nacht wurde durch ein Gewitter ein Waldbrand entfacht, der das ganze Tal in dichten Rauch hüllt.

Jetzt seht euch diesen Baum mal genau an und ratet, wie alt der ist. Kleine Hilfe: Babylon stand in voller Blüte und in Ägypten wurde das erste Reich gegründet. Just zu dieser Zeit keimte das Samenkorn einer Grannenkiefer und daraus entwickelte sich dieser Baum, der heute über 4.000 Jahre alt ist. Und er lebt weiter, auch wenn Teile bereits abgestorben sind, so treiben einige Äste auf der linken Seite noch immer aus. An dieser Stelle ist Demut angesagt.

So schön kann sich nur eine Grannenkiefer verwinden. Übrigens ist der älteste Baum in diesem Hain (Ancient Bristlecone Pine Forest, falls ihr mal vorbeischauen wollt) 4.750 Jahre alt und heißt Methusalem. Es wird aber nicht verraten, wo er steht, um Souvenirjägern das Handwerk zu legen.

Das sind die Alabama Hills. Erkennt ihr sie wieder? Habt ihr den Film „Django Unchained“ gesehen? Szenen für diesen Film wurden hier gedreht, darüber hinaus noch unzählige Western, oder auch  „Iron Man“. Für uns einfach ein toller Spot für Foto- und Filmmotive.

Und hier Mt. Whitney, der Vize. Leicht verraucht durch den Waldbrand auf der anderen Seite.

 

 

 

Ein berühmter Park und ein halber Berg

Er gehört zu den berühmtesten Landschaftsparks im Westen der USA und darf auch auf unserer Route nicht fehlen: der Yosemite National Park. Spricht sich übrigens Jo-sé-mi-ti aus, also blamiert euch bitte nicht. Charakteristisch sind die riesigen Felsendome aus Granit, der berühmteste davon ist der Half Dome. Wie der Name schon sagt, fehlt ihm ein riesiges Stück, und das machte ihn vermutlich weltberühmt. Besonders der Panoramablick vom Glacier Point aus ist umwerfend schön, da steht man ihm auf über 2.000 Metern Höhe fast gegenüber.

Zu seinen Füßen liegt das Yosemite Valley, ein grün bewaldetes Tal, das die Besuchermenge auch nicht annähernd verkraftet. Trotz kostenlosem Shuttle Bus und immer neuen Parkflächen gibt es im Sommer Staus und lange Wartezeiten. Ich will mich nicht beschweren, auch wir gehörten zu den Besuchern des Tals und wir wussten auch, was uns erwartet. Umso mehr haben wir die Ruhe genossen auf unserem Campingplatz außerhalb des Parks mitten im Wald bei absoluter Stille. Wir hatten Glück, einen Tag, nachdem wir den Park erreicht hatten, wurde der Tioga Pass geöffnet. Er bildet die einzige West-Ost Verbindung hier und führt auf eine Höhe von 3.031 Meter über die Sierra Nevada, übrigens mit 640 km die längste Gebirgskette Nordamerikas ausgenommen Alaska. Die Rocky Mountains sind zwar berühmter, bestehen aber aus mehreren einzelnen Gebirgszügen.

Normalerweise wird der Pass zwischen Mitte Mai und Anfang Juni geöffnet, nach dem schneereichen Winter hat es dieses Mal bis zum 29. Juni gedauert. Natürlich haben wir die Chance genutzt und nochmal richtig viel Schnee gesehen, glatte Granitfelswände, die im Gegenlicht glänzen und mächtige Wasserfälle.

Der berühmte Blick vom Glacier Point zum Half Dome

Der El Capitain zählt zusammen mit dem Half Dome zu den größten, exponierten Granitmonolithen der Welt.

Der Bridalveil Fall stürzt 620 Meter in die Tiefe und gehört mit zwei weiteren Wasserfällen des Parks zu den zehn größten weltweit.

Groveland vor den Toren des Parks hat uns besonders gut gefallen, ein typisches Westernstädtchen mit einem berühmten Saloon.

Er wurde 1852 gegründet und ist der älteste Saloon Kaliforniens. Des ist auch ein Suchbild, ratet mal, wo Martin sitzt.

Auf der Wanderung zum Mirror Lake im Yosemite Valley.

Granitfelsendome von der Tioga Road aus

Ein eisfreier See auf fast 3.000 Meter Höhe.

Andere Seen waren noch fast zugefroren. Wir sind zum Campen doch lieber ins Tal gefahren,  bei Temperaturen um den Gefrierpunkt campen wir nicht freiwillig.

 

 

 

Auf dem Highway Number One

Für Viele ist sie eine der Traumstraßen der Welt: der Highway Number One, der an der Westküste Kaliforniens entlangführt. Einst war sie der Highway der Aussteiger, einige davon findet man noch heute. Zum Beispiel in Garberville, früher die Marihuana Metropole, denn  in den dunklen Redwoodwäldern wächst das Kraut wohl besonders gut. Und nein, wir haben nichts geraucht.

San Francisco und Los Angeles liegen auf der Route und landschaftliche Highlights wie die Redwoods und Big Sur. Wir haben diese Route für die Strecke von den Redwoods nach San Francisco gewählt. In unzähligen Kurven schlängelt sich die schmale Straße an der Küste entlang, überwindet immer wieder Höhenzüge und gibt den Blick frei auf eine wild zerklüftete Steilküste mit Treibholzstränden. Es gibt nur wenige, meist kleinere Orte, in denen die Zeit anscheinend stehen geblieben ist. Auch etliche State Parks liegen an den schönsten Stellen, nur wird es immer schwieriger, dort einen Platz zu erhaschen. Jetzt in der Hochsaison sind viele Amerikaner unterwegs und nutzen die Möglichkeit, bereits sechs Monate im Voraus zu reservieren. Ich versuche immer wieder, online einen freien Platz zu finden, habe aber keine Chance. Zweimal sind wir schon auf einen kommerziellen Platz ausgewichen und einmal konnten wir auf einem Parkplatz in einem State Park nördlich von San Francisco stehen, auch dafür haben wir stolze 25 Dollar bezahlt. Mal sehen, wie es weitergeht. Was uns etwas beunruhigt, ist das kommende verlängerte Wochenende, Montag ist ja Independence Day, da ist wirklich das ganze Land unterwegs. Das wird spannend.

Das Städtchen Ferndale hat uns am besten gefallen, da lebt der alte Westen wieder auf.

Beim Bummeln hat uns der Dorfsheriff angesprochen und es stellte sich heraus, dass er in Würzburg stationiert war.

Dann  weiter auf dem Number One, Kurve für Kurve.

Und dann eine Baustelle, einstreifige Verkehrsführung. Statt Ampel steht hier den ganzen Tag der Flagman.

Sein Pendant auf der Gegenseite.

Und dann wieder der Highway

Die Küste ist sehenswert, aber zum Baden eher nicht geeignet. Es sei denn, man schwimmt gerne bei 17 Grad.

Hier gabs ein Lunch und den besten Kartoffelsalat der Welt, selbst gemacht…

Das Wetter ist abwechslungsreich, aber bei Anfang zwanzig Grad und ohne Regen fühlen wir uns wohl.

Ich schreibe diesen Blog übrigens oberhalb der Golden Gate Bridge. Wir warten hier schon seit Stunden, dass der Nebel verschwindet. Seht selbst.

 

 

 

 

 

 

Go West!

Jetzt kommen drei Tage, an denen wir in erster Linie Strecke machen. Vom Zion National Park bis zur Pazifik-Küste sind es ganz grob gerechnet 1.500 Kilometer. Wir haben uns dafür den einsamsten Highway in den USA ausgesucht, die Nummer 50 führt quer durch den Norden von Nevada, durch das Colorado-Plateau. Eine sogenannte „Kalte Wüste“ mit heißen Sommern, aber Kälte im Winter. Also doch wieder Wüste – aber unterwegs warten einige Überraschungen, zum Beispiel der Great Basin National Park. Da gibt es auf einmal Berge, die über 4.000 Meter hoch sind und eine alpine Vegetation aufweisen. Bäume stehen hier noch in einer Höhe von 3.000 Metern.

Der Gipfel rechts ist über 4.000 Meter hoch, wir wandern hier auf einer Höhe von etwa 3.000 Metern.

 Aber es ist schön warm, wie ihr seht.

Nach diesem Kleinod wieder Wüste, wir durchqueren etliche weite Ebenen, dann wieder Höhenzüge, die meist in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Dann kommt die nächste Ebene. Das geht fast den ganzen Tag so und am Abend gab es den Campingplatz nicht mehr, den wir für die Übernachtung ausgesucht hatten. Ein Sandsturm tobte über uns hinweg und unser Auto zeigte eine Fehlermeldung am Motor. Bis zum Abend hatte sich alles wieder beruhigt. Glücklicherweise hatten wir die Zivilisation erreicht. In der Werkstatt meinte man, wir hätten etwas zu viel Motoröl, könnten aber  weiterfahren. Einen Campingplatz haben wir dann auch noch gefunden, an einem Stausee, wo wir ganz allein waren. Und der Sturm hat sich wieder gelegt und wir haben erst einmal unser Wohnmobil ausgefegt.

The Loniest Road, so steht es im Autoatlas, wir können es bestätigen.

Die einzige nennenswerte menschliche Ansiedlung auf 500 Kilometer ist Ely, wirkt aber sehr verlassen, die meisten Geschäfte auf der Hauptstraße sind geschlossen. Wir sind die einzigen Fußgänger.

Hier eine Chance für Existenzgründer…

Ruhiger Abend am Stausee bei Fallon.

Auf dem Weg zur Küste liegt der Lassen Volcanic National Park, den nehmen wir natürlich mit. Aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Parkstraße wegen Schnee noch gesperrt ist. Wir sind schon auf 3.000 Meter Höhe gewandert und hier liegen auf etwa 2.ooo Meter Höhe noch fünf Meter Schnee. Man ist dabei, ihn wegzuräumen, für uns aber zu spät. Wir kommen bis zum Manzanita Lake und haben von dort einen wunderschönen Blick zum Lassen Peak.

Ein Abendspaziergang um den Manzanita Lake, der Blick entschädigt für den verpassten Parkbesuch!

Wir haben den Pazifik erreicht! Eine wilde Küste begrüßt uns mit heftigen Wellen und viel Treibholz an den Stränden Nordkaliforniens.

Unser Ziel ist der Redwood National Park. Hier wachsen unglaublich hohe Bäume, man bekommt mit der Zeit Genickstarre. Die Redwood Trees, die dem Park den Namen gaben, wachsen vorzugsweise im Küstenbereich, denn sie lieben viel Feuchtigkeit. Oftmals liegen morgens Nebelbänke vor der Küste, die sich erst im Laufe des Tages auflösen. Genau das Richtige für die Waldriesen. Natürlich wurden früher viele Bäume gefällt, im 19. Jahrhundert benötigten fünf Männer fünf Tage, um einen solchen Baum mit der Axt zu fällen. Durch den technischen Fortschritt wurden die Redwoods großflächig abgeräumt und wären heute verschwunden, wäre nicht der National Park gegründet worden.

Wir kamen uns armselig klein vor zwischen diesen riesigen Bäumen.

Beinahe unmöglich, die Bäume komplett zu fotografieren.

Blick nach oben, die Bäume bilden erst in großer Höhe Zweige.

 

 

Schluss mit Canyons

Einer geht noch – der Zion National Park, wieder einmal ein Hotspot auf unserer Tour. Was bedeutet, wir waren nicht allein hier. Shuttlebusse bringen die Menschenmassen unaufhörlich in das enge Tal des Canyons, die roten Felswände ragen beinahe senkrecht bis zu 400 Metern empor, nach hinten verengt sich das Tal immer mehr. Dort, wo es nicht mehr weitergeht, muss man durch den Fluss waten, durch eiskaltes, knietiefes Wasser, das gibt auf die Dauer kalte Füße. Wir hatten leider keine Neoprenausrüstung dabei, also sind wir irgendwann umgekehrt. Aber trotzdem ein tolles Erlebnis in einer unglaublichen Landschaft.

Ihr sagt bestimmt, schon wieder rote Felsen, was gibt es denn sonst noch? Keine Sorge, das Landschaftsbild wird sich in den kommenden Tagen grundlegend ändern. Wir werden auf einsamen Straßen Nevada durchqueren, unser Ziel sind die Küstenwälder im Norden Kaliforniens. Dann wird’s grün statt rot, wirklich!

Aber hier zunächst die Bilder aus dem Zion National Park.

Blick in den Zion Canyon

Blick auf den West Temple

Noch immer blühen hier die Frühlingsblumen

Der Kolob Canyon gehört auch zum Zion Park

Unser Campingplatz mitten im Park

Manchmal bekamen wir Besuch

 

 

Die Mutter aller Canyons

Am Grand Canyon führt für den Reisenden im Westen der USA kein Weg vorbei. Hier hat der Colorado ganze Arbeit geleistet, er hatte allerdings auch 50 Millionen Jahre Zeit dazu, sich 1.600 Meter tief in die Erde zu graben. Und wo er einmal dabei war, hat er gemäß des amerikanischen Prinzips „Think big“ gleich mal auf einer Länge von 450 Kilometern und einer Breite von bis zu 29 Kilometern das Hochplateau grundlegend umstrukturiert. Man traut es dem Flüsschen heute gar nicht mehr zu, wie er so unschuldig dahinfließt, aber der Colorado war damals ungefähr zehnmal so breit wie heute.

Es gibt zwei Stellen, um den Grand Canyon zu besuchen. Die meisten Reisenden wählen die Südseite, dort ist es in der Hauptreisezeit entsprechend überlaufen. Wir beide haben den Grand Canyon schon einmal auf früheren Reisen besucht und wollen dem Rummel am South Rim entgehen. Genau gegenüber von Grand Canyon Village liegen die nördlichen Aussichtspunkte und hier geht es wesentlich entspannter zu. Ma kann die Viewpoints bequem mit dem Auto erreichen und die Aussicht in aller Ruhe genießen. Wir haben uns dafür einen ganzen Tag Zeit genommen.

Unser Campingplatz lag ganz in der Nähe des National Parks, auf einer Höhe von 2.800 Metern. Ein Traumplatz, aber aufgrund der Höhe etwas frisch. Das Lagerfeuer hat uns schön gewärmt, zumindest von vorne und in der Nacht haben wir noch eine Decke zusätzlich aufgelegt. Am Morgen hatte es 5 Grad Celsius. Ein Kontrastprogramm, drei Autosunden entfernt waren es noch 18 Grad in der Nacht.

Unser Campingpatz auf 2.800 Metern Höhe – für einen kühlen Kopf. Der lichte Wald zieht sich bis an den Rand des Grand Canyons hin, und dann geht es abrupt nach unten.

Die Bright Angel Lodge, unmittelbar am Rim gelegen, bietet beste Fernsicht. Wir haben die Sonnenterrasse für ein Mittagsschläfchen genutzt.

Blick in den Grand Canyon von der Nordseite aus. Auch auf der gegenüberliegenden Seite kann man gut erkennen, wie der flache Wald plötzlich zur Abbruchkante wird.

Auch in den Seitenarmen des Colorado bildeten sich die terrassenförmigen Abbrüche aus.

Man kann auch bis zum Colorado hinunterlaufen, allerdings muss man dann auch 1.800 Meter in der Mittagshitze wieder hinauf, das war uns dann doch zu viel.

Mit dem Stand der Sonne verändert sich das Licht im Canyon,  im Gegenlicht wirkt er besonders plastisch.

Ein Beispiel für ein sogenanntes Hoodoo, diese pilzförmigen Säulen bleiben stehen, wenn der Rest des Gesteins längst Opfer der Erosion geworden ist. Leider stehen sie in Gebieten, die nur mit Allradfahrzeugen erreichbar sind. Diese hier standen ausnahmsweise in Fußentfernung zu einem Highway.

 

 

 

Ein Canyon wie kein zweiter

Womit wir mal wieder bei den Superlativen wären. Welcher Canyon der größte ist, steht fest, das ist der Grand Canyon. Für uns ist der Schönste ganz klar der Bryce Canyon. Ein Platz, an dem man auf jeden Fall einmal gewesen sein sollte, um den Buchtitel „100 Places to see before you die“ aufzugreifen. Man vergleicht den Ausblick gern mit einem Amphitheater, denn man schaut von oben in ein halbrundes Areal, in welchem unzählige, nadelförmige Felsen stehen. Von puderrosa bis zartorange. Für die Indianer sind dies einmal böse Menschen gewesen, die jetzt versteinert da herumstehen müssen.

Wir wählen für den Abstieg in dieses Felsenlabyrinth die sogenannte Wall Street. Ich dachte gleich: na klar, böse Menschen gibt es dort bestimmt genug. Aber es ist wohl eher der Weg gemeint, der in engen Serpentinen steil nach unten führt, immer tiefer hinein in die Felsen, bald bleibt nur noch ein Spalt zum Hindurchgehen. Man muss den Kopf schon weit in den Nacken legen, um noch ein Stückchen vom tiefblauen Himmel sehen zu können. Und dann wächst ganz tief unten in der Schlucht auch noch ein Baum dem Licht entgegen.

Es gelingt mir kaum, die Finger von Auslöser zu lassen, nicht auszudenken, wenn ich jetzt noch mit Diafilmen haushalten müsste. Ein Segen, diese Digitaltechnik! Hier für euch eine kleine Auswahl, und die fiel mir schon schwer genug. Übrigens sind alle Bilder hier im Blog unbearbeitet, ihr bekommt sie sozusagen druckfrisch aus der Camera. Nix Photoshop.

 

 

 

Eine Schatztruhe der Erdgeschichte

Das Colorado Plateau umfasst etliche interessante Gebiete, die mehr oder weniger touristisch erschlossen sind. Eines davon ist der Capitol Reef National Park. Die bizarren Felsformationen entstanden, als sich ein Hochplateau anhob, wie sich der Deckel einer Truhe an einer Seite öffnet. In diesem Fall hier war die Truhe 180 km lang und hob Gesteinsschichten aus der Tiefe empor. Und dann begann die Feinarbeit: Erosion setzte ein und modellierte hohe Felswände und Canyons. Diese Arbeit geht immer weiter, wir sehen heute erdgeschichtlich nur einen Zwischenstand. Am Fuße dieser Felskante haben sich im letzten Jahrhundert Mormonen angesiedelt und den Boden landwirtschaftlich genutzt. Davon profitieren wir noch heute, mitten in einem grünen Tal mit Obstplantagen liegt der Campingplatz. Man darf hier sogar Obst selber pflücken, aber der Frühling hat ja gerade erst begonnen. Übrigens versteht man hier unter Frühling etwas Anderes als wir. Zwar blühen hier überall die Wildblumen, aber die Temperaturen steigen bereits auf über 30 Grad an. Und wir werden jeden Tag von der Sonne verwöhnt.

Die Aufbruchkante des Capitol Reef National Parks, so geht das  180 km lang, die Stichstraße hat nur 30 Kilometer, der Rest ist weitgehend unerschlossen.

Unser Ford E 350 Achtzylinder bringt uns zuverlässig überall hin. 

Immer wieder eine Augenweide

Wir haben den Cohab Canyon durchwandert.

In diesem schönen grünen Tal liegt unser Campingplatz.

Eigentlich wollte ich nur die Diestelblüte fotografieren und da kam dieser schöne Schwalbenschwanz vorbeigeflattert.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel ganz überraschend ein leuchtender Espenwald in den Boulder Mountains.

Nur wenige Kilometer weiter der Calf Creek Canyon.

Und hier das Ziel unserer Wanderung, ein farbenfroher Wasserfall.

Zurück an unserem Campingplatz haben wir dieses Hörnchen beim Naschen erwischt.

 

 

Arches oder Windows?

Einen Park habe ich euch noch vorenthalten: den Arches National Park. Hier gibt es über 2000 Natursteinbögen, wir haben aber nicht nachgezählt. Wir blicken jetzt also nicht mehr nach unten in die Erdspalten, sondern heben den Blick gen Himmel. Hier erschufen Wind, Regen, Sonne und Eis eine Wunderwelt in sandsteinrot. Der Prozess ist natürlich noch in vollem Gange, so entstehen in riesigen Felswänden erst kleine Löcher, die von den Naturgewalten immer weiter geformt werden, manchmal brechen ganze Brocken heraus. Nur eines konnten wir nicht klären: wann ist es noch ein Window und wann schon ein Arch? Urteilt selber!

Der Delicate Arch von Süden gesehen

und hier von Osten

Und dies sind zwei „Windows“

Hier der Broken Arch

Und der hier: Arch oder Window???

Hier geht es um small talk…

Und der Mond schaut zu

 

Die Canyons so tief

Bevor wir in den Canyonlands National Park in der Gegend um Moab aufgebrochen sind, haben wir noch einen Hausarbeitstag in Flagstaff eingelegt. Waschen war angesagt und dazu fahren wir gewöhnlich auf einen kommerziellen Campingplatz. Der ist mehr als doppelt so teuer wie ein Platz in einem Park, dafür herrscht drangvolle Enge, noch Auswirkungen des Memorial Day Wochenendes. Immerhin sind wir mit dem Bus nach Downtown gefahren und durch das kleine historische Viertel Flagstaffs an der alten Route 66 gebummelt. Natürlich ist auch ein Kneipenbesuch dabei rausgesprungen.

Aber zwei Begebenheiten zum American Way of Life möchte ich euch nicht vorenthalten. Das Wetter war warm, es wehte eine leichte Brise, also ideales Wetter zum Wäschetrocknen. Ich habe mich schon gewundert, warum es bei den Waschmaschinen keine Wäscheleinen gab. Martin hat mir zwischen zwei Bäumen eine schöne Leine gespannt und dort wehte unsere frisch gewaschene Wäsche duftend im Wind. Und das hat für Aufsehen gesorgt. Die Amerikaner haben anscheinend vergessen, dass man Wäsche auch im Freien trocknen kann, ganz ohne Maschine.

Später fragt mich ein Amerikaner, als er hört, dass wir Deutsche sind, warum wir denn sein Land besuchen, jetzt, mit diesem Präsidenten. Und entschuldigt sich gleich für ihn. Seine Erklärung: sehr viele seiner Landsleute hätten ihn aus Protest gewählt, weil sie sicher waren, dass er es nicht wird. Jetzt haben sie den Salat.

Nun müssen wir uns mit dem nächsten Ziel befassen, den Canyonlands. Ich könnte euch jetzt mit einer längeren geologischen Abhandlung über die Entstehungsgeschichte erfreuen. Ich lasse es aber lieber. Hier die Kurzfassung: wir befinden uns auf dem Colorado Plateau, das vor 300 Millionen Jahren ein flaches Meer war, das trocknete aus, Salz blieb zurück und darauf wurde viel Sand geweht. Darüber lagerten sich weitere Schichten ab und aus dem Sand wurde Stein. Eben der schöne, rote Sandstein. Richtig los ging es dann vor 10 Millionen Jahren, also gar nicht mal so lange her. Da hob sich die nordamerikanische Platte 2000 Meter nach oben und das Chaos begann. Es entstanden Abbrüche, es regnete viel, reißende Wasserläufe drangen in die Spalten ein, große Ströme wie der Colorado und der Green River entstanden. Und die haben ganze Arbeit geleistet, zusammen mit Wind und Sonne haben sie das schöne Plateau zerstört. Aber zugegeben, auf eine sehr malerische Art zerstört, sie ließen Felsnadeln stehen und schufen riesige Felswände und Dome, in den Canyons wurde unser schöner , roter Sandstein wieder freigelegt. Ein Traumland aber nicht nur für Geologen, sondern auch für uns. Hier die Bilder zu dieser einmaligen Landschaft.

Auf dem Weg ins Canyonland, Tempomat rein und Lenker festklemmen!

Der Klassiker, wir beide und das Monument Valley.

Bei den Dreharbeiten

Senkrechte Felsabbrüche an jeder Ecke.

Kraxelei am Elephant Hill

Lohn der Wanderung ist dieses Panorama

Campingleben in den Felsen am Elephant Hill

Unser Haustier, ein Streifenhörnchen, wieselflink und nur zehn Zentimeter lang.

Hier gräbt sich der Colorado eine 400 Meter tiefe Schlucht.

Green River und Colorado treffen sich bald.

 

 

 

Der Hitze entflohen

Ich will mich auf keinen Fall über das Wetter beschweren, seit knapp zwei Wochen sind wir in diesem Land und jeden Tag schien 14 Stunden lang die Sonne. Und das immer aus einem tiefblauen Himmel. Bei uns wird er nie so blau, bilde ich mir ein. Aber bei über 40 Grad hört das Sonnenanbeten auf. Es ist einfach zu schade, wenn man an interessanten Orten die schönsten Wanderungen nicht machen kann, weil es zu heiß ist.

Mit einem Zwischenstopp in der Nähe von Phoenix, dort auch noch mal 41 Grad und Kakteen, sind wir zum Oak Creek Canyon gefahren, südlich von Flagstaff,  in Arizona gelegen. In einer Höhe von 1.500 Metern und bei Mitte 20 Grad sieht die Welt wieder erfrischender aus. Wir hatten nur ein Problem: das Memorial Day Weekend nutzen Amerikaner gern für einen Ausflug ins Grüne und alle Stellplätze sind im Nu belegt. Mit viel Glück haben wir einen Platz erwischt, für den gerade eine Absage eingetroffen war. Und den haben wir dann gleich für drei Tage genommen. Die Gegend hier um Sedona ist abwechslungsreich und wir freuen uns auf interessante Wanderungen.

Der Canyon entstand wie die meisten anderen auch durch Erosion. In Urzeiten war das Gelände eine flache Hochebene. Flüsse haben sich in das Gestein gegraben und was sie übrig gelassen haben, ist äußerst pittoresk. Rote Sandsteinklippen, dichter Kiefernwald und Wasserläufe, die von den Anglern geliebt werden. Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen, die wir nicht für uns alleine haben, denn tatsächlich fallen am Wochenende hier Kurzurlauber ein wie die Fliegen. Die meisten Besucher sind übriges Amerikaner und zwar aus Arizona. Zumindest auf unserem Campground. Es gab nämlich an einem Abend eine Lehrstunde von einer Rangerin, freiwillig natürlich. Viele Mitcamper waren gekommen, die überwiegende Mehrheit sogenannte Hispanics aus Arizona. Auf anschauliche Weise hat die Rangerin Sinnesorgane von Menschen und Tieren verglichen.

In Tuscon gibt es diesen Flugzeugfriedhof. Hier warten an die 5.000 Militär- und Zivilmaschinen entweder auf eine Wiederverwertung oder die Verschrottung.

Der letzte Campingplatz in der Gluthitze, am Superstition Mountain bei Phoenix.

Bei der Arbeit

Nur zwei Fahrstunden liegen zwischen diesen beiden Bildern. Nach dem ersten Anstieg eine Stunde hinter Phoenix waren die Kakteen auf einmal weg, nur noch Mischwald.

Der Oak Creek Canyon ist was fürs Auge

Hier kann man nach Herzenslust wandern

Und am Wegesrand blühen die Blümlein

The Cathedral, der Hausberg von Sedona

Eine blühende Yucca vor dem Courthouse Butte. Die Amerikaner lieben es, ihren Naturdenkmälern aussagekräftige Namen zu geben.

 

Jetzt wird´s stachelig

Denkt man an eine Wüste, so kommt bestimmt auch ein Kaktus vor. Wir sind mittlerweile in Arizona angekommen und hier ist der Kaktus Symbol auf allen möglichen Werbetafeln und Nummernschildern. Betrachtet man die ganz großen Kakteen, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene. Die Saguaros sind schlank, werden bis zu 16 Metern hoch und brauchen 65 Jahre, bis der erste Seitenarm wächst. Also nix für den Vorgarten, ist dann eher was für die Enkel. Der Organ Pipe Cactus hingegen teilt sich schon am Boden in mehrere Arme. Die Blüten zeigt er nicht jedem, sie öffnen sich nur nachts und schließen sich bei Tagesanbruch wieder. Für beide Kakteenarten wurde je ein Park errichtet. Wir besuchten zunächst das Organ Pipe Cactus National Monument.

Dieser Park liegt unmittelbar an der Grenze zu Mexiko. Die Orgelpfeifenkakteen wachsen  hauptsächlich in Mexiko, auf dem Gebiet der USA umfasst das Verbreitungsgebiet nur diesen kleinen Park hier. Mehr würden momentan auch nicht über die Grenze kommen, die Kontrollen der Border Patrol sind hier allgegenwärtig.

Bisheriger Hitzerekord auf dieser Reise: 41 Grad Celsius. Im fahrenden Wohnmobil gibt es eine Klimaanlage, wenn wir stehen, öffnen wir alle Fenster, mehr geht nicht. Und Schatten gibt es auch nicht, stellt euch mal vor, wieviel Schatten so ein Kaktus wirft. Und sonst gibt es hier nichts. Also gilt: kleiner Spaziergang kurz vor Sonnenuntergang oder gleich morgens um sechs. Dazwischen Agonie. Oder Autofahren. Trotzdem, diese Kakteenlandschaft ist sehr beeindruckend, und als Kulisse gibt es zerklüftete Bergzüge. Und wenn man den Scenic Drive mit dem Auto abfährt, lässt sich auch die Hitze aushalten.

Wir wechseln dann in den Saguaro National Park, der liegt fast am Stadtrand von Tucson und bietet – Kakteen von der schlanken, ranken Sorte.

Übrigens, falls ihr euch wundert, warum die Beiträge so unregelmäßig kommen, so liegt das daran, dass ich Strom und Netz brauche und beides nicht immer zur Verfügung habe. Dann schreibe ich schon mal auf Vorrat und lade dann nur noch hoch. Bis bald!

Diese Straße führt direkt nach Süden, zum Organ Pipe Cactus National Monument – und nach Mexiko.

Hier ein Prachtexemplar des Orgelpfeifenkaktus.

Majestätisch dagegen die Saguaros. Übrigens 2017 von der deutschen Kakteengesellschaft zum Kaktus des Jahres gewählt.

Der Saguaro zeigt seine Blüten auch tagsüber, den Touristen zuliebe.

Blick vom Campingplatz nach Süden, der Ort im Hintergrund liegt bereits in Mexiko.

Wenn einem dieses Missgeschick passiert, hat man zwei Probleme. Erstens: wie bekomme ich den Kaktus vom Bein, ohne mir in die Finger zu stechen? Zweitens: wie bekomme ich die Stacheln wieder aus dem Bein  heraus? Nur soviel: wir haben immer eine Pinzette dabei und Smartphones sind ja heutzutage die perfekten Lupen. Es floss allerdings Blut, denn diese Stacheln haben extreme Widerhaken. Und dann möchte ich mal den kennenlernen, der diesem Kaktus den Namen „Teddybear  Cholla“ gab. Mein dringender Rat: nicht kuscheln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Nationalpark für einen Baum

Genau genommen ein Park für viele Bäume von der gleichen Sorte und zwar für die Joshua Trees. Ein Baum aus der Familie der Yuccas, der seinen Namen den Mormonen verdankt. Ich weiß nicht, ob es die Hitze war, die ihnen zu Kopf gestiegen ist – im Park wird es im Sommer dauerhaft um die 50 Grad heiß – jedenfalls dachten die Mormonen beim Anblick dieser Yuccas gleich an Joshua, der die Arme gen Himmel streckt und sein Volk ins gelobte Land führt. Ich denke bei Joshua Tree natürlich zuerst an U2, schon immer mein Lieblingsalbum dieser Band.

Und auch eine geologische Besonderheit macht diesen Park interessant: rund geformte Granitfelsen, die von der gelben Farbe her eher an Sandstein erinnern. Die ungewöhnlichen Formen entstanden durch Erosion. Tatsächlich war die Oberfläche zunächst eben, dann bildeten sich wabenförmige Einschlüsse und kaum waren 250 Millionen Jahre rum, blieben kugelförmige Brocken übrig. Irgendwann sind die auch weg, aber das erleben wir nicht mehr.

Besonders schön gelegene Campingplätze direkt an diesen malerischen Felsen machen den Park für einheimische Wochenendtouristen interessant, immerhin liegt Los Angeles nicht allzu weit weg. Wir mussten die erste Nacht, es war auch noch die Samstagnacht, auf einen weniger malerisch gelegen Platz ausweichen. Der hatte allerdings den Vorteil, dass man den Sternenhimmel besonders gut beobachten kann. Um uns herum wurden riesige Spektive ausgepackt und wir haben uns das Lagerfeuer verkniffen, denn zum Sternegucken kann man kein Streulicht gebrauchen. Und dann haben wir eine riesige Sternschnuppe gesehen, vielleicht war es auch ein Komet. Und prompt ging mein Wunsch in Erfüllung: am nächsten Tag  bekamen wir den erträumten Campingplatz direkt in den Felsen.

Mit dem Wandern haben wir uns etwas zurückgehalten, bei knapp 40 Grad wird auch davon abgeraten. Gegen Abend gab es einen malerischen Rundweg, der war nur 800 Meter lang, den haben wir gerade noch geschafft. Eigentlich sollte es im Mai noch nicht so heiß sein, aber wir haben hier eine kleine Hitzewelle erwischt. Immerhin kühlt es nachts etwas ab, so dass man trotzdem gut schläft.

Die Hände, zum Himmel….

Die Blütezeit der Joshua Trees war schon vorbei, also habe ich die Fruchtstände fotografiert.

Hier hat sich eine Agave hineingemogelt.

Voilà: unser Traumcampingplatz

Während ich fotografiere,  ist Martin für die bewegten Bilder zuständig.

 

Von der Spielhölle in das Tal des Todes

Einen Höhepunkt in Las Vegas haben wir uns für den letzten Abend aufgehoben: den Besuch einer Show des Cirque du Soleil. Sie sind hier in mehreren Casinos vertreten, wir haben uns Mystère ausgesucht. Ich weiß, man schreibt nicht dauernd in Superlativen, aber hier passt nichts Anderes: artistische Höchstleistungen, phantasievolle Kostüme und eine Live-Band, die Teil dieses Gesamtkunstwerkes ist. Dazu eine Prise Humor und ein Theater, das beste Plätze zum angemessenen Preis bietet. Die Bühnen sind hier extra für den Cirque du Soleil gebaut und so ist die Technik Teil der Show, wie man sie eben nur hier erleben kann. Viva Las Vegas!

Szenenwechsel, jetzt wird alles anders. Wir haben unser rollendes Heim bezogen und sind nun auf dem Einsamkeitstrip. Die Wüste wird uns noch eine ganze Weile begleiten, denn mit dem Great Basin, der Mojave, der Sonora und der Colorado Desert nimmt diese einen großen Teil des Westens der USA ein. Wir sind ausgesprochene Fans der Ödnis, denn diese Landschaftsform ist unglaublich abwechslungsreich, Formen und Farben kennen keine Grenzen. Und dann noch der weite Blick, Straßen bis zum Horizont und darüber hinaus. Ihr werdet ja sehen…

Wir fangen mal mit dem ersten Stopp an, dem Red Rock Canyon. Noch nahe bei Las Vegas gelegen und daher gut besucht, gibt es einen ersten Eindruck, hier in roter Farbe aufgrund des eisenhaltigen Gesteins, also Rost sozusagen.

Erstes Frühstück in der Freiheit.

Fahrt ins Death Valley, hier am sogenannten Badwater ist der tiefste Punkt der USA mit 85 Metern unter dem Meeresspiegel. Ich dachte bisher, Trump sei der Tiefpunkt!

Abendspaziergang bei 38 Grad Hitze im Golden Canyon.

Ein Blick vom Esszimmer aus in den Flur, die Küche und das Schlafzimmer. Bad zeige ich euch später mal.

Der berühmte Zabriskie Point kurz nach Sonnenaufgang.

 

 

 

 

Las Vegas – verrückt und einzgartig

Es ist 17 Jahre her, seit wir zum letzten Mal in Las Vegas waren. Und das ist für diese Stadt eine sehr lange Zeit. Hier hat sich seitdem irgendwie alles potenziert, die Anzahl der Gäste, die Größe der Hotels, die Kosten in den Restaurants. E gab einmal eine Zeit, da verdienten die Hoteliers an den Gamblern und sozusagen als Gegenleistung boten sie günstige Hotelzimmer sowie preiswerte und hochwertige Buffets. Heute überbieten sich die Hotelneubauten in Bezug auf Größe und Luxus. Hinzu kommen unendlich viele Malls, Shopping auf höchstem Niveau. Die Restaurants bieten exquisite Küche und entsprechende Preise. Nur die Shows sind konstant geblieben – oder waren früher schon hochpreisig.

Wir laufen staunend durch diese Glitzerwelt und freuen uns über typisch amerikanische Annehmlichkeiten wie ein riesiges Hotelzimmer mit zwei Kingsize-Betten und dickem Teppichflor. Jeder erkundigt sich nach dem Wohlbefinden und wenn man mal etwas länger warten musste, gibt´s gleich mal etwas umsonst dazu.

Und jetzt lasse ich einfach die Bilder sprechen.

Hotel Bellagio, unverändert mit italienischem Charme und tollen Wasserspielen

Auch innen eine Klasse für sich.

Das Aria, atemberaubende Architektur zum Staunen.

Eigentlich geht es doch nur ums Spielen, Slotmachines ohne Ende!

Wer an diesen Schalter geht, hat vermutlich sehr viel gewonnen… wir arbeiten noch daran.

Das ist nicht von mir, ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Hier zitiere ich den Dalai Lama. Es drückt aber sehr treffend aus, was Reisen für mich bedeutet. Mit vier Jahren wollte ich allein Straßenbahn fahren und bei meiner ersten Berufswahl mit 15 Jahren entschied ich mich für den des Reisebürokaufmanns. Doch das ist alles lange her, die Reiselust ist nicht nur geblieben, sondern eher gewachsen, seit die zeitliche Unabhängigkeit mehr Möglichkeiten eröffnet.

Am 15. Mai ist es wieder soweit: der Kühlschrank ist leergeräumt, die Post umgeleitet, genügend Bücher auf den Reader geladen und zwei Reisetaschen gepackt. Unser Ziel: der Westen der USA. Wir lieben weite Landschaften, Blicke bis zum Horizont und darüber hinaus, Abende am Lagerfeuer unter einem funkelnden Sternenhimmel. Starten werden wir in Las Vegas, was genau das Gegenteil von alldem ist. Gehört aber dazu zu diesem großen Land voller Widersprüche.

Ich lade euch alle ein, uns in den kommenden acht Wochen wieder zu folgen auf unserem Weg durch den Wilden Westen der USA. Wer mag, kann sich als Follower eintragen (Spalte auf der rechten Seite), dann kommt immer eine Benachrichtigung per Mail, wenn es etwas Neues im Blog gibt. Mein nächster Eintrag kommt aus Las Vegas, jetzt heben wir erstmal ab.

 

Das Fernweh hat uns wieder gepackt

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Reiseplanung hat nichts mit der aktuellen politischen Lage in den USA zu tun! Eigentlich sollte schon unsere erste große Reise als Rentner nach Amerika führen, wir haben aber Australien vorgezogen, weil dies die anstrengendere Tour ist. Man wird ja nicht jünger. Und nun haben sie doch tatsächlich einen rüpelhaften Milliardär zum Präsidenten gewählt. Auch wir haben uns entschieden: wir fahren trotzdem.

Die Flüge sind gebucht, Start- und Endpunkt unserer Tour durch den Westen der USA wird die Glitzermetropole Las Vegas sein. Wir nehmen uns 8 Wochen Zeit und werden wieder in einem Campmobil unterwegs sein. Ein komfortables diesmal: zwei Zimmer, Küche, Diele, Bad.

Die Zeit bis zum Abflug werde ich nutzen, um ein bisschen an meinem Blog herumzubasteln. Also schaut ab und an mal vorbei, wenn ihr mehr über unsere Reisen wissen wollt.

Eure „Reiseisa“