Die Canyons so tief

Bevor wir in den Canyonlands National Park in der Gegend um Moab aufgebrochen sind, haben wir noch einen Hausarbeitstag in Flagstaff eingelegt. Waschen war angesagt und dazu fahren wir gewöhnlich auf einen kommerziellen Campingplatz. Der ist mehr als doppelt so teuer wie ein Platz in einem Park, dafür herrscht drangvolle Enge, noch Auswirkungen des Memorial Day Wochenendes. Immerhin sind wir mit dem Bus nach Downtown gefahren und durch das kleine historische Viertel Flagstaffs an der alten Route 66 gebummelt. Natürlich ist auch ein Kneipenbesuch dabei rausgesprungen.

Aber zwei Begebenheiten zum American Way of Life möchte ich euch nicht vorenthalten. Das Wetter war warm, es wehte eine leichte Brise, also ideales Wetter zum Wäschetrocknen. Ich habe mich schon gewundert, warum es bei den Waschmaschinen keine Wäscheleinen gab. Martin hat mir zwischen zwei Bäumen eine schöne Leine gespannt und dort wehte unsere frisch gewaschene Wäsche duftend im Wind. Und das hat für Aufsehen gesorgt. Die Amerikaner haben anscheinend vergessen, dass man Wäsche auch im Freien trocknen kann, ganz ohne Maschine.

Später fragt mich ein Amerikaner, als er hört, dass wir Deutsche sind, warum wir denn sein Land besuchen, jetzt, mit diesem Präsidenten. Und entschuldigt sich gleich für ihn. Seine Erklärung: sehr viele seiner Landsleute hätten ihn aus Protest gewählt, weil sie sicher waren, dass er es nicht wird. Jetzt haben sie den Salat.

Nun müssen wir uns mit dem nächsten Ziel befassen, den Canyonlands. Ich könnte euch jetzt mit einer längeren geologischen Abhandlung über die Entstehungsgeschichte erfreuen. Ich lasse es aber lieber. Hier die Kurzfassung: wir befinden uns auf dem Colorado Plateau, das vor 300 Millionen Jahren ein flaches Meer war, das trocknete aus, Salz blieb zurück und darauf wurde viel Sand geweht. Darüber lagerten sich weitere Schichten ab und aus dem Sand wurde Stein. Eben der schöne, rote Sandstein. Richtig los ging es dann vor 10 Millionen Jahren, also gar nicht mal so lange her. Da hob sich die nordamerikanische Platte 2000 Meter nach oben und das Chaos begann. Es entstanden Abbrüche, es regnete viel, reißende Wasserläufe drangen in die Spalten ein, große Ströme wie der Colorado und der Green River entstanden. Und die haben ganze Arbeit geleistet, zusammen mit Wind und Sonne haben sie das schöne Plateau zerstört. Aber zugegeben, auf eine sehr malerische Art zerstört, sie ließen Felsnadeln stehen und schufen riesige Felswände und Dome, in den Canyons wurde unser schöner , roter Sandstein wieder freigelegt. Ein Traumland aber nicht nur für Geologen, sondern auch für uns. Hier die Bilder zu dieser einmaligen Landschaft.

Auf dem Weg ins Canyonland, Tempomat rein und Lenker festklemmen!

Der Klassiker, wir beide und das Monument Valley.

Bei den Dreharbeiten

Senkrechte Felsabbrüche an jeder Ecke.

Kraxelei am Elephant Hill

Lohn der Wanderung ist dieses Panorama

Campingleben in den Felsen am Elephant Hill

Unser Haustier, ein Streifenhörnchen, wieselflink und nur zehn Zentimeter lang.

Hier gräbt sich der Colorado eine 400 Meter tiefe Schlucht.

Green River und Colorado treffen sich bald.

 

 

 

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