Archiv der Kategorie: Norwegen mit dem Camper

Logbucheintrag vom 12. Juli 2022

Standort: Freier Stellplatz auf der Halbinsel Grimsöy
Wetter: morgens sonnig, nachmittags bewölkt bei 20 Grad, Nachmittag bis Windstärke 6
Sonnenuntergang: 22:18 Uhr
Sonnenaufgang: 4:21 Uhr

Wir haben den letzten Zipfel von Norwegen erreicht, die Halbinsel Grimsöy. Bis zur schwedischen Grenze sind es noch etwa 15 Kilometer und hier endet auch mein Blog. Wir haben noch einen schönen Platz an der Schärenküste erwischt, es gibt überall Picknickbänke und Badestellen am Wasser. Zum Baden fehlt jetzt allerdings die Sonne, aber wir picknicken und faulenzen, während wir gedanklich Abschied nehmen von Norwegen, ein Land, dessen Natur uns schwer beeindruckt hat. Berge ohne Ende, enge Fjorde, unendliche Küstenlandschaften und raue Hochebenen. Das Wetter war besser als gedacht, natürlich geht es nicht ohne Regen ab, aber der hielt sich in Grenzen. Wir hatten auch sehr warme Abende, ungewöhnlich warmes Wetter gerade auch auf den Lofoten, der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar. Zum Campen ist das Land gut geeignet, es gibt überall Picknickplätze mit sauberen Toiletten, auf denen das Übernachten meistens gestattet ist. Mit Glück findet man auch einsame Stellen, wo man allein ist mit sich und der Natur. Es gibt auch wunderschön gelegene kommerzielle Campingplätze, die vollgestellten mit den Dauercampern kann man meiden. Für den Fahrer, und das war in diesem Urlaub nur Martin, sind die Straßen herausfordernd. Ich passe, wenn es keine Mittellinie gibt und trotzdem jederzeit ein LKW kommen kann. Manchmal war es eng, es gab Ausweichmanöver und Martin beherrschte unseren Camper perfekt. 

Fazit: tolle Reise, viel gesehen und erlebt und jetzt fahren wir nach Südschweden zu einer Geburtstagsfeier und dann über Trelleborg-Rostock und Berlin zurück nach Hause. Schön, dass ihr uns wieder begleitet habt auf unserer Reise und danke für eure Kommentare. Bis bald!

Isa und Martin

Schärenküste an der Halbinsel Grimsöy

Logbucheintrag vom 11. Juli 2022

Standort: Freier Stellplatz in Fredrikstad an der Festung Kongsten
Wetter: 24 Grad und sonnig, kaum Wind 
Sonnenuntergang: 22.22 Uhr
Sonnenaufgang: 4:20 Uhr

Abschied von Oslo und weiter Kurs Süd. Mit Fredrikstad haben wir ein Kleinod entdeckt. Das Städtchen hat einen neuen Teil mit teils modernen Gebäuden, Geschäften und einem Einkaufszentrum. Ungleich schöner ist aber der Stadtteil Gamlebyen, auf der anderen Flussseite gelegen und mittels kostenlosen Booten mit dem Zentrum verbunden. Das nehmen wir jedenfalls an, denn bezahlt haben wir nichts und es wollte auch niemand eine Fahrkarte sehen.

Gamle heißt übrigens alt und das trifft auf den kleinen Stadtteil auf jeden Fall zu, gegründet wurde er Ende des 17. Jahrhunderts als Festungsstadt. Ein Wassergraben wurde angelegt und so lag das Städtchen auf einer Insel. Es gab eine Zugbrücke, die abends hochgezogen wurde. 500 Meter weiter östlich entstand die Festung Kongsten mit bombensicheren Gewölben. An deren Fuß haben wir einen schönen Übernachtungsplatz gefunden.

Das Festungsstädtchen Gamlebyen am anderen Ufer des Glama Flusses gegenüber von Fredrikstad gelegen

Der Marktplatz mit dem Stadtgründer Fredrik II.

Der Wall rings um das Städtchen ist erhalten geblieben so wie auch der gesamte Ort kaum Veränderungen erfahren hat

Unser feiner Platz am Fuße der Festung

Die Kanonen sind frisch poliert aber nicht mehr auf die Schweden gerichtet.

Logbucheintrag vom 10. Juli 2022

Standort: Bogstad Campingplatz in Oslo
Wetter: 22 Grad und sonnig, Windstärke 4, gegen Abend kaum noch Wind
Sonnenuntergang: 22:31 Uhr
Sonnenaufgang: 4:12 Uhr

Oslo ist eine interessante Stadt, da ist ein Nachmittag natürlich viel zu wenig. Wir haben jetzt noch einen ganzen Tag Zeit für die Stadtbesichtigung. Es gibt mehr Museen, als man gewöhnlich anschauen kann. In den letzen Jahren hat Oslo noch ein paar moderne Stadtviertel dazubekommen, vorzugsweise in Wassernähe. Dabei werden Wohn-und Geschäftsbereiche gemischt, was die Stadt lebendig macht. Und die Lage am Wasser wird mitgeplant, es gibt überall Badestellen mitten in der Stadt und vor allem in den neu erbauten Gebieten. Heute am Sonntag herrschte überall reger Badebetrieb.

Wir hatten heute Museumstag, zuerst das Munch Museum, das erst voriges Jahr eröffnet wurde und erstmalig eine umfassende Schau seiner Werke zeigt. Munch hatte seinen gesamten Nachlass der Stadt Oslo vermacht und jetzt kann man die wichtigsten Werke an einem Ort sehen. Er war ja nicht gerade ein Optimist, aber seine Werke sind ausdrucksstark und bleiben in Erinnerung. Das gilt nicht nur für sein wohl berühmtestes Werk, den „Schrei“. 

Kurzer Stadtbummel zum königlichen Schloß, das in einer Achse mit der Fußgängerzone auf einem Hügel liegt. Im europäischen Vergleich hat es eher bescheidene Ausmaße und liegt in einem großen Park. In den Sommermonaten kann man es auch besichtigen, aber wir wollen Wikingerschiffe sehen und fahren mit einem  Boot hinüber zur Halbinsel Bygdöy. Leider ist das Museum mit den original Wikingerschiffen geschlossen, aber im Maritimen Museum gibt es einen Nachbau. Trotzdem interessant, die Entwicklung der Passagierschifffahrt, dargestellt an vielen Modellen berühmter Schiffe, darunter natürlich auch Hurtigrutenschiffe, anzuschauen.

Schon sehr eigenwillig das Munch Museum

Übrigens sind die “Leitplanken“ von innen transparent, sieht gar nicht so schlecht aus

Selbstbildnis

Es gibt auch monumentale Werke von Edvard Munch

Und er hat bestimmt die Mitternachtssonne gesehen

Bei dem schönen Wetter wird überall gebadet

Sozusagen die “Royal Mile“ von Oslo

Das königliche Schloß

Logbucheintrag vom 9. Juli 2022

Standort: Bogstad Campingplatz in Oslo
Wetter: Wechselnd bewölkt bei 20 Grad, frischer Wind der Stärke 5
Sonnenuntergang:  22:32 Uhr
Sonnenaufgang:  4:11 Uhr

Wir haben die Hauptstadt erreicht! Campingtechnisch ein Luxus, den wir uns erlauben. In einer Großstadt ist es schwierig, ein kostenfreies Plätzchen zu finden, das war klar, und auch das Parken ist in Oslo problematisch, denn man verbannt die PKW aus der Innenstadt. Also macht es Sinn, einen Campingplatz auszusuchen, der an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist. So weit, so gut, das ist alles möglich, aber zu welchem Preis? Bislang haben wir im Schnitt 35 Euro für einen Platz mit Stromanschluss bezahlt. Hier in Oslo zahlen wir 75 Euro! Toiletten und Duschen sind funkelnagelneu und großzügig bemessen, aber dafür den doppelten Preis? Also entweder will man nach Oslo oder nicht, basta! Und außerdem ist die Bushaltestelle direkt vor der Tür.

Hier kommen die Bilder vom ersten Stadtrundgang, morgen geht es weiter.

Das Rathaus in der Innenstadt nahe am Wasser, so etwas wie das Wahrzeichen von Oslo.

In diesem ehemaligen Bahnhofsgebäude gibt es eine Ausstellung zum Friedensnobelpreis, verliehen wird er im Großen Saal des Rathauses.

Die Festung Akerhus

Rund um den alten Rathausplatz gibt es einige schöne, ältere Gebäude im sonst sehr von modernen Bauten geprägten Oslo

Es gibt auffällig viele Irish Pubs in Oslo, warum, weiß ich auch nicht

Der komplett neu erbaute Stadtteil Tjuvholmen mit sehenswerter moderner Architektur, hier das Fearnley-Museum mit Werken von Andy Warhol und Anselm Kiefer

Das Highlight moderner Architektur ist meiner Meinung nach das Opernhaus. Die Form soll an eine Eisscholle erinnern. Kein Besucher verpasst es, das großzügig angelegte Gebäude zu besuchen und auf die Aussichtsplattform zu steigen.
Gegenüber liegt das erst im letzten Jahr eröffnete Edvard Munch Museum. Kritiker nennen das Gebäude die größte Leitplankensammlung der Welt. Vielleicht ist es ja von innen ganz schön, mal sehen.

Logbucheintrag vom 8. Juli 2022

Standort: Picknickplatz in der Nähe von Tisleidalen
Wetter: Wechselnd bewölkt, nachmittags bewölkt, 16 Grad, auf dem Fjell 8 Grad, Windstärke 5
Sonnenuntergang:  22:49 Uhr
Sonnenaufgang:  4:06 Uhr

Wir haben es gemütlich angehen lassen und sind ein wenig in und um Vagamo herumgebummelt. Das Örtchen hat uns ausgesprochen gut gefallen, kleine Geschäfte, Cafés und eine Stabkirche, deren Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Kirche war baufällig geworden, da hat man sie auseinandergenommen und wieder aufgebaut, wobei soviel von dem ursprünglichen Material verwendet wurde, wie möglich. Auf den Wiederaufbau wartet ein halb verfallener Bauernhof noch, der etwas abseits steht und tolle Fotomotive liefert.

Am Nachmittag hatten wir unsere aktive Phase, eine Wanderung auf 1.200 Metern Höhe bei 8 Grad und starkem Wind im Jotunheimen Nationalpark. Übersichtliche Landschaft auf baumloser Hochebene und gute Fernsicht. 

Die Stabkirche von Vagamo

Eine Buchhandlung mit Bäckerei und Speisenangebot, interessante Mischung

Wer hier einen Kaffee bestellt, kann kostenlos nachfassen

Das halb verfallene Bauernhaus

Wanderung im Jotunheimen Nationalpark

Auch die kleinen Dinge sind interessant. Wenn sich ein Gletscher zurückzieht, kommt blankes Gestein zum Vorschein. Dann tut sich erstmal gar nichts, aber kaum sind 250 Jahre rum, wachsen die ersten Flechten. Sie haben nach dieser Zeit einen Durchmesser von etwa 5 cm und wachsen fleißig weiter… Da sieht man Steine mit ganz anderen Augen an.

Die Schneeschmelze dauert noch an, überall fließen Bäche und reißende Ströme

Wir verlassen den Jotunheimen Nachtionalpark in Richtung Süden.

Logbucheintrag vom 7. Juli 2022

Standort: Holungsöy Camping in Vagamo
Wetter: Wechselnd bewölkt bei 14 Grad, Windstärke 6
Sonnenuntergang:  23:02 Uhr
Sonnenaufgang:  3:52 Uhr

Wir sind dem Regen davongefahren! Heute nochmal 277 Kilometer nach Süden und es ist trocken geblieben, teilweise sonnig mit einem böig starken Wind. Wir haben das Dovrefjell passiert und eine kleine Wanderung zu einer Aussichtshütte unternommen. Diese Hütte wurde vor zwei Jahren errichtet in erster Linie als Beobachtungsposten für die hier lebenden Moschusochsen. In diesem Gebiet wurde einmal Kupfer abgebaut, aber die Mine ist stillgelegt und komplett zurückgebaut worden. Das erklärt vielleicht die äußere Gestaltung der Hütte unter Einbezug der Historie des Gebietes, aber kombiniert mit natürlichem Material. Das Holz für die Ruhebänke wurde bewusst ausgewählt, die Form entstand auf natürlichem Weg durch Erosion. Nur eines hatte die Hütte nicht: Gastronomie. Das hatten wir natürlich erwartet, und auch einen Souvenirshop, denn unterhalb gibt es einen großen Parkplatz und viele Besucher klettern hinauf zur Hütte. Also nur Moschusochsen in weiter Entfernung aber einen tollen Ausblick auf das Dovrefjell, das war den Ausflug auf jeden Fall wert. 

Die Aussichtshütte im Dovrefjell, von aussen gewöhnungsbedürftig, aber…

… von innen gemütlich durch die geschwungenen Holzbänke und im Ofen knisterte ein Feuerchen

Tolle Sicht auf die Hochebene des Dovre-Fjells

Irgendetwas blüht immer am Wegesrand

Heute mal wieder ein kommerzieller Platz, es ist Waschtag!

Logbucheintrag vom 6. Juli 2022

Standort: Kjelstad Camping bei Lundamo
Wetter: Regen bei 10 Grad und leichtem Wind
Sonnenuntergang:  23:19 Uhr
Sonnenaufgang:  3:27 Uhr

Ein kompletter Regentag heute – was macht man da? Wir legen einen Fahrtag ein, die Strecke zwischen Mo i Rana und Trondheim bietet ohnehin keine Highlights außer einer Stromschnelle. Da springen die Lachse flussaufwärts zu ihren Laichplätzen, heute allerdings nicht. Wir legen rekordverdächtige 500 Kilometer zurück und benötigen dafür 7 Stunden. Was einige unserer Politiker nicht verstehen wollen, klappt in Norwegen anstandslos: die erlaubte Geschwindigkeit auf gut ausgebauten Straßen beträgt 80 km/h und auf den wenigen Autobahnkilometern dürfen sogar 100 km/h gefahren werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen. Wer ausserhalb geschlossener Ortschaften mehr als 20 km/h zu schnell fährt, ist mit 750 Euro dabei. Gut, dass wir einen Tempomat haben.

Wir stehen 40 km südlich von Trondheim und sind dem Regen jetzt weitgehend ausgewichen. Unsere weitere Reiseroute richtet sich ein wenig nach dem Wetter: wenn wir uns morgen noch einmal 200 km nach Süden bewegen, haben wir wieder Sommer.

Der Wasserfall bei Trofors ist zwar nur 17 m hoch, transportiert aber 700 Kubikmeter Wasser die Sekunde, das macht ihm in Europa kein Wasserfall nach. Lachse haben wir leider keine gesehen, nur auf den Tellern im angeschlossenen Restaurant.

Logbucheintrag vom 5. Juli 2022

Standort: Stellplatz bei Mo i Rana
Wetter: Wolkig und am Nachmittag Regen, zunächst noch 19 Grad, später 12 Grad, Windstärke 6
Sonnenuntergang: 0:49 Uhr
Sonnenaufgang: 1:27 Uhr

Geographisch hat sich heute viel getan, ihr seht es am Sonnenstand. Wir haben die Polarregion verlassen, als wir den Polarkreis in südlicher Richtung überquert haben und damit auch den Bereich der Mitternachtssonne. Und wir haben den Kurs Nord verlassen, nachdem wir den nördlichsten Punkt bei Gullesfjord erreicht hatten. Ab jetzt nur noch in Richtung Süden. Auch die Lofoten haben wir hinter uns gelassen, sind mit der Fähre von Lödingen nach Bognes gefahren und sind nun wieder auf dem Festland unterwegs.

Was euch aber sicher am meisten interessiert, ist die Frage, ob wir gestern die Mitternachtssonne gesehen haben. Das habe ich fotografisch dokumentiert:

22:33 Uhr
Wir versuchen abzuschätzen, wo genau die Sonne den Horizont berühren wird, sieht doch gar nicht so schlecht aus.

23:01 Uhr
Ein Regenschauer ging über uns nieder, wir hoffen, dass die Wolken jetzt nicht vor die Sonne ziuehen.

Aber man sollte auch mal nach hinten schauen, Regen und Sonne machen – na klar, einen Regenbogen oder zwei

23:23 Uhr
Langsam wird es spannend. Wir hoffen, dass die Sonne links von diesen Bergen am Horizont untergeht

23:50 Uhr
Jetzt ist sie doch noch hinter die Berge gerückt

0:00 Uhr
Mist! Hinter dem einzigen Berg weit und breit versteckt!

0:31
Der neue Tag hat begonnen und wir sind nicht wirklich enttäuscht, denn der Himmel hat heute Nacht so eine tolle Show abgezogen, das fanden wir doch sehr beeindruckend und sind versöhnt mit der Mitternachtssonne ins Bett gegangen.
Good bye Lofoten, ihr habt uns bei super Wetter richtig gut gefallen, es war, wie Martin sagt, gar nicht so lofotig, wie befürchtet, mit Sturm und Regen, ganz im Gegenteil, wir hatten richtig Sommer.

Am Polarkreis habe ich so gerade noch den Regenbogen erwischt, bevor es richtig ungemütlich wurde

Logbucheintrag vom 4. Juli 2022

Standort: Stellplatz am Meer in der Nähe von Straumnes auf der Insel Austvagöya
Wetter: Zuerst bewölkt, dann sonnig bei 21 Grad und kaum Wind
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Wir setzen unsere Lofoten-Rundreise auf der E 10 fort und umrunden die Inseln Gimsöya und Austvagöya. Diese sind mit Brücken untereinander verbunden, nur von Flakstadöya nach Austvagöya gibt es einen Tunnel durch den Nappstraumen, das ist ein Meeresarm. Die Hauptstraße ist sehr gut ausgebaut, besonders die großzügigen und modernen Picknickanlagen. Meist an landschaftlich schönen Stellen, mit pieksauberen Toiletten, großen Abfalltonnen und Picknickbänken. 

Hin und wieder nehmen wir kleine Umwege, zum Beispiel die schöne Umrundung der Insel Gimsöya oder die Stichstraße nach Henningsvaer. Dieser kleine Ort wird auch das Venedig des Nordens genannt, der Vergleich hinkt natürlich wie die meisten Vergleiche. Aber die Lage ist sehenswert, viele Häuser stehen auf Stelzen an einem größeren Kanal und es gibt neben ein paar Fischrestaurants tatsächlich zwei Cafés. Außergewöhnlich ist die Lage des Fußballplatzes, der auf einer Anhöhe liegt und an drei Seiten von Wasser umgeben ist.

Auf unserem Weg liegt jetzt Svolvaer mit einem kleinen, hübschen Zentrum mit viel moderner Architektur und von einer mächtigen Felsenwand geschützt. Zur Auswahl unseres Schlafplatzes benötigen wir heute einen Kompass, denn wir wollen endlich die Mitternachtssonne sehen! Dazu brauchen wir freie Sicht nach Norden und natürlich einen wolkenlosen Himmel. Der Platz haben wir gefunden, wunderbare Sicht aufs Meer und noch sonnig. Die Stative sind ausgerichtet, Filme eingelegt, ach so, nee, aber die Akkus geladen und wir sind gespannt. Morgen werdet ihr sehen, ob es fotografisch auswertbares Material zur Mitternachtssonne gab.

Zuerst gab es noch mehr Schatten als Licht

Langsam setzt sich der blaue Himmel durch und die satten Farben sind wieder da

Henningsvaer strahlend schön

Der bunte Zebrastreifen führt direkt zum Cappuccino

Das nenne ich mal einen außergewöhnlichen Fußballplatz

Schöner Blick von Henningsvaer auf die Lofotenkette

Svolvaer ist mit 5.000 Einwohnern größte Stadt auf den Lofoten

Aussicht vom Picknickplatz am Austnesfjorden

Logbucheintrag vom 3. Juli 2022

Standort: Stellplatz am Ytterpollen südlich von Eggum
Wetter: Erst noch wolkig, dann sonnig und am Abend wieder bewölkt bei 18 Grad, mäßiger Wind
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Heute Nacht hat uns das Wetter geweckt, heftiger Regen und starker Wind, das Auto hat sogar gewackelt, aber nix passiert. Am nächsten Morgen war alles wieder friedlich und im Laufe des Tages ist es immer sonniger geworden. Wir haben eine Landschaftsfahrt unternommen und den pittoresken ehemaligen Fischerort Nusfjord besucht. Um mal einen Kaffee trinken zu können, haben wir das Wikingermuseum besucht. Na ja, ein bißchen auch wegen der Ausstellung und dem Nachbau des Langhauses. Aber es gibt so gut wie keine Gastronomie auf den Lofoten, in Nusfjord hat um halb elf das einzige Café noch geschlossen und dann kam keins mehr. Bis eben das Museum auftauchte. 

An der Westküste der Lofoten gibt es einige  ausgezeichnete Strände mit türkisfarbenem Wasser und die Chance auf Mitternachtssonne. Heute hätten wir zwar freie Sicht aufs Wasser, aber die Sonne versteckt sich jetzt wieder hinter Wolken. Wir geben die Hoffnung nicht auf.

Wenn nicht Tunnels oder Fähren, dann gibt es viele Brücken

Der wunderschöne Strand von Ramberg

Die Straße nach Nusfjord führt direkt auf die Felswand zu, knickt aber im letzten Moment doch noch nach links ab

Auch hier wurden die Fischerhäuser zu Ferienunterkünften umgebaut

Das rekonstruierte Haus des Wikinger-Häuptlings

Küste bei Haukland

Unser Übernachtungsplatz am Ytterpollen

Logbucheintrag vom 2. Juli 2022

Standort: Bauernhof Innersand
Wetter: meist bedeckt, erst am Nachmittag aufgeklart, 21 Grad und böiger Wind der Stärke 6
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Wir wechseln heute unseren Standort und bewegen uns in nördlicher Richtung entlang der E 10. Bei bedecktem Himmel verblassen die Farben und unsere Fotomotive leiden etwas darunter. Aber unsere Laune nicht, wir starten wie geplant zu unserer Wanderung zur Kvalvika Bucht. Wie meistens in Norwegen, geht es steil nach oben auf felsigem Untergrund. Die Sicht auf die Bucht ist auch nicht so toll, man müsste einen steilen Felshang bis zum Meer hinabsteigen, das sparen wir uns heute mal, zumal wegen fehlender Sonne das Wasser nicht smaragdgrün ist, sondern einfach nur grau.

Unser Übernachtungsplatz befindet sich auf einer Wiese bei einem Bauernhof, wo ein schlauer Bauer gemerkt hat, dass man an Touristen ganz gut verdient. Man kann von hier aus zum Meer laufen, was wir später auch machen, denn tatsächlich klart es auf und wir bekommen heute doch noch mal türkisfarbenes Wasser zu sehen.

Hamnöya

Auf dem Weg zur Kvalvika-Bucht

Da unten liegt die sagenhafte Bucht

Der weite Strand von Sandbotnen

Links hinten liegt unser Bauernhof und die Sonne lacht wieder!

Jetzt nochmal die Bucht Sandbotnen im Sonnenlicht

Logbucheintrag vom 1. Juli 2022

Standort: Moskenes Camping
Wetter: kein Wölkchen am Himmel, 24 Grad und kaum Wind
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Für unseren Bootsausflug hätten wir keinen schöneren Tag erwischen können, sommerlich warm und ruhige See. Wir fahren 20 Minuten mit einem kleinen Schiff von Reine aus in den Reinefjord und steigen in Vindstad aus. Von dort laufen wir am Fjord entlang bis zum Ende und gehen über einen Sattel zur Westküste, wir gucken also in Richtung Grönland. Nein, ganz so weit kann man nicht sehen, aber der Blick zu dem einsamen Bunes Strand ist vom Feinsten. 

Das Boot geht erst sechs Stunden später zurück, daher haben wir viel Zeit, die wir uns mit einer ausgiebigen Foto- und Filmsession vertreiben. Bitte schön.

Angekommen in Vindstad

Das Wasser war wirklich so grün!

Wir haben das Ende vom Fjord erreicht

Und dann dieser Ausblick!

Die blühenden Wiesen sind einfach toll!

Und dann hatten wir noch Zeit, die Möwenfamilie zu beobachten

Logbucheintrag vom 30. Juni 2022

Standort: Moskenes Camping
Wetter: sonnig und warm bei 19 Grad, in Böen auffrischender Wind der Stärke 5
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Die Wolken haben sich verzogen und wir erleben einen strahlend sonnigen Tag auf den Lofoten. Es geht zwar ein frischer Wind, aber wenn man geschützt in der Sonne sitzt, wird es richtig warm. Wir erkunden den südlichen Teil der Inselgruppe, die nennt sich Moskenesöya. Ein kurzer Spaziergang durch unseren Übernachtungsort A und dann geht es weiter zum Postkartenmotiv schlechthin – dem kleinen Ort Reine. Es herrscht reges Treiben, jeder Besucher der Lofoten möchte diesen malerischen Ort sehen und einige wandern auf den Reinebringen, von dort oben hat man eine unvergleichliche Aussicht auf Reine und die gewaltige Bergkette der Lofoten. Ursprünglich wollten wir diese Tour auch gehen, aber über 1500 steile, felsige Stufen, teilweise nahe am Abgrund, haben uns abgeschreckt. Und ich finde die Bilder von unten auch ganz hübsch.

Wir haben für zwei Tage einen kommerziellen Campingplatz genommen, um nicht jeden Tag mühselig einen Stellplatz suchen zu müssen. Morgen wollen wir einen Ausflug per Boot machen, da wären wir recht spät dran mit der Stellplatzsuche. Und wir haben einen schönen Platz mit Meerblick bekommen, da machen wir jetzt mal Urlaub.

Morgenspaziergang durch Reine

Es gibt etwa 150 denkmalgeschützte ehemalige Fischerhütten, Rorbuer genannt, die werden in erster Linie an Touristen vermietet. Und jedes ist mit einer Tesla-Ladestation ausgestattet.

Sie haben ein Herz für Möwen hier

Es blüht überall, der Flieder zusammen mit allen Wiesenblumen

Und hier Reine, die meistfotografierteste

Hier werden Fischköpfe getrocknet und nach Nigeria verschickt, dort kocht man eine Fischsuppe daraus, die als Delikatesse gilt. Stockfisch haben wir nicht mehr gesehen, der ist wohl schon “abgeerntet“

An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala von Fotografen steht Hamnöya

Unser Übernachtungsplatz in Moskenes

Logbucheintrag vom 29. Juni 2022

Standort: Stellplatz an „Land´s End“ nahe der Ortschaft A
Wetter: nur noch 14 Grad, morgens Regen, später mehr Wolken als Sonne, Windstärke bis 6
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Innerhalb von sechs Stunden haben sich die Temperaturen halbiert, das Wettergeschehen ändert sich hier sehr schnell. Mit einem neuen Wasserhahn setzen wir jetzt unsere Reise fort, zunächst schauen wir uns ein Naturwunder an, das weltweit einmalig ist: der Gezeitenstrom bei Saltstraumen. Die Gezeiten drücken das Wasser durch einen engen Eingang in den Skerstadfjord und das mit einer solchen Gewalt, dass sich bis zu vier Meter tiefe Wasserstrudel bilden. Nicht ganz ungefährlich für kleine Boote, wir betrachten das Ganze von einer Brücke aus, die genau hier den Fjord überquert. Angler haben leichtes Spiel, da die Fische der Strömung nicht standhalten können.

Unsere Fähre geht um 18:45, also bleibt noch etwas Zeit für einen Stadtbummel mit Kaffee und Zimtschnecken, bevor wir an Bord gehen. Die Überfahrt ist ruhig, nur etwas Dünung bewegt das Schiff und lässt die meisten Passagiere dahinschlummern. Nach eineinhalb Stunden erkennt man die ersten Silhouetten der markanten Lofotenberge. Die Sicht ist noch etwas wolkenverhangen, aber man erkennt die schroffen Felsenhänge der Lofoten. Am allerletzten Zipfel, also ganz im Süden, erwischen wir gerade so noch einen Stellplatz nahe der Ortschaft A. Kein Schreibfehler, der Ort besteht aus einem Buchstaben, allerdings hat er im norwegischen noch einen Kringel obendrauf und wird wie ein langes, kehliges O ausgesprochen.

Ein Nachtrag zu gestern: wir haben die Tropennacht kurzärmlig verbracht und wollten gar nicht ins Bett, das Foto ist gegen Mitternacht aufgenommen

Hier stehen wir auf der Brücke bei Saltstraumen, um die Strudel anzuschauen

Ebenfalls von oben sieht man ganz gut, dass sich manche Norweger den Dachdecker sparen

Abfahrt von Bodö

Moskenes auf den Lofoten in Sicht

Kurzer Abendspaziergang bis der Weg aufhört

Logbucheintrag vom 28. Juni 2022

Standort: Stellplatz am Strand nördlich von Bodö mit Strom
Wetter: heißester Tag bisher, 30 Grad mit in Böen auffrischendem Wind
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Ein Tag am Meer könnte die passende Überschrift heute sein. Wir haben für morgen die Fähre nach Moskenes auf den Lofoten gebucht und daher den ganten Tag Freizeit in Bodö. Die haben wir für einen Einkaufsbummel im sehr überschaubaren Zentrum Bodös genutzt. Für fünf Euro einen Cappuccino getrunken und für morgen früh einen Termin in der Werkstatt vereinbart, ein Wasserhahn muß getauscht werden. Am Mittag haben wir mit Ach und Krach noch einen Stellpatz am Meer erwischt. Und dann hatten wir Urlaub. Die einzige Tätigkeit neben dem Überleben war, den Blog zu schreiben. Voilá.

Unser Stellplatz 10 km nördlich von Bodö

Partieller Meerblick

Ein Strandspaziergang in Norwegen bei 30 Grad, wer hätte das gedacht!

Die Wassertemperatur – na ja, ich war dann noch schwimmen, das hat aber niemand fotografiert.

Und am Abend war das Meer auf einmal weg

Logbucheintrag vom 27. Juni 2022

Standort: Camp Saltstraumen Elvegard bei Bodö
Wetter: sonnig mit leichter Bevölkung, bis 26 Grad, kein Wind
Sonnenuntergang: gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang: daher geht sie auch nicht auf

Heute stand der zweitgrößte Gletscher Norwegens auf dem Programm: der Svartisen. Wir waren schon früh auf, um genügend Zeit für die Wanderung zur Gletscherzunge zu haben. Um dorthin zu gelangen, mussten wir zwei Fähren nehmen, die erste Fahrt dauerte gleich eine Stunde. Wir haben tatsächlich die erste Fähre um 07:20 Uhr geschafft und den Ausgangspunkt Holandsfjorden kurz nach zehn erreicht. Von dort aus brachte uns ein kleines Boot in 15 Minuten auf die andere Seite des Fjords. Bis zum Gletscher läuft man knapp sechs Kilometer, davon vier Kilometer über Felsen mit Kletterpassagen. Und das Ganze natürlich wieder zurück. 

Wir sind bei traumhaften Wetter losgelaufen und es ist einfach toll, im Gebirge zu wandern, es gibt immer wieder neue Ein- und Ausblicke. Die Kletterpartie war anstrengend, woran die Hitze einen gewissen Anteil hatte. Der Weg war anspruchsvoll, aber gut markiert. Und dann sind wir dem Gletscher ganz nahe gekommen, das ist schon ein tolles Erlebnis, vor allem weil man wirklich Angst haben muß um unsere Gletscher in Europa. Wenn wir die Gletscherzunge des Svartisen 2003 besucht hätten, wäre die Wanderung nach zwei Kilometern und ohne Kletterei bereits beendet gewesen. 

Lust auf was Kaltes: bitte schön, hier die Bilder vom Gletscher Svartisen.

Zuerst mit dem Boot auf die andere Seite des Holandsfjords
Ganz hinten sieht man unser Ziel: eine Gletscherzunge des Svartisen

Einmal um den See und dann wird geklettert

Das ewige Eis, das gar nicht mehr so ewig ist

Auf dem Rückweg bleibt auch Zeit für die Blümchen am Wegesrand

Logbucheintrag vom 26. Juni 2022

Standort: Picknickplatz bei Kleivhalsen
Wetter: sonnig und warm bis zu 28 Grad, gegen Abend auffrischender Wind
Sonnenuntergang:  gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang:  daher geht sie auch nicht auf

Heute ist Ausflugstag, wir lassen unseren Camper stehen und fahren mit der Fähre zweieinhalb Stunden zur Insel Lovund. Die ist berühmt wegen der Papageientaucher, die hier zu zehntausenden in den Felsen brüten. Sie kommen jedes Jahr pünktlich am 14. April hier an und zwar alle gleichzeitig. Niemand weiß, warum, das gehört zu den vielen ungelösten Rätseln der Natur. Im Laufe des Augusts verlassen sie die Insel wieder. Leider haben wir diese beschaulichen Vögel nur von weitem sehen können, man darf nicht näher herangehen, um die Tiere beim Brüten nicht zu stören. Fotos gibt es keine.

Aber trotzdem war der Ausflug toll, denn der Weg zu den Brutplätzen war wunderschön und wäre auch ohne die Vögel auf jeden Fall die Anreise wert. Die Insel Lovund ist sehenswert, sie wird geprägt von einem über 600 Meter hohen, steilen Felsen. Sonst ist nicht viel los hier, eine Fischfabrik und schmucke Häuser, aber immerhin eine Kneipe. Hat um 16 Uhr aufgemacht, gerade noch rechtzeitig für uns, denn die Fähre zurück ging um 18:20 Uhr. Hat für ein Bier und Fish and Chips gereicht. Das Glas Bier hat gut geschmeckt, auch für den stolzen Preis von 10 Euro für 0,5 Liter. Wir hatten eben Durst!

Die Vogelinsel Lovund

Im Hintergrund ist das Festland zu erkennen und unser Ziel für morgen: der Gletscher Svartisen

Wollgras soweit das Auge reicht

Unser Stellplatz für die Nacht

Das letzte Bild des Tages, aufgenommen um 23:15 Uhr. Leider ist jetzt der Berg im Weg, so dass wir die Mitternachtssonne nicht sehen können.

Logbucheintrag vom 25. Juni 2022

Standort: Wohnmobilstellplatz am Sionafjord
Wetter: richtig Sommer, ungelogen heute 28 Grad bei leichtem Wind der Stärke 1 
Sonnenuntergang:  gibt es nicht, sie geht nicht unter
Sonnenaufgang:  daher geht sie auch nicht auf

Aufwachen im Wohnmobil und zuerst mal die Fenster aufstellen, weil es zu warm ist! Das hatten wir bisher noch nicht. Wir freuen uns über den ersten richtigen Sommertag. Morgens um zehn Uhr haben wir bereits 24 Grad. Das Programm für heute ist klar, wir folgen weiter der Atlantikküstenstraße 17, die nicht die kürzeste und nicht die schnellste Verbindung nach Bodö ist, aber zweifelsohne die schönste,. immer am Wasser entlang und das bedeutet heute, drei Fahrten mit der Fähre. Darunter die landschaftlich äußerst reizvolle Strecke von Forvik nach Tjötta. Da passieren wir die sieben Schwestern, das sind diesmal aber Berge. Die Zahl sieben scheint eine mystische zu sein in Norwegen, und mit unverheirateten Schwestern lassen sie ihrer Phantasie freien Lauf. Nur soviel: Es waren diesmal Königstöchter, der Freier nicht gut gelitten und der König warf noch schnell einen Hut dazwischen, aber es ging für alle schlecht aus. 

Wie auch immer, diese Bergkette liegt malerisch am Meer und ist vom Schiff aus besonders gut zu sehen. Die Berge werden langsam wieder etwas höher, Schneereste machen sie  fotogen. Wir finden auch wieder einen schönen Stellplatz oberhalb des Sionafjords, der mit Picknickbänken und einer modernen Toilettenanlage speziell für die Bedürfnisse der Wohnmobilisten gebaut wurde.

Die sieben Schwestern von Osten aus gesehen

Und hier von Westen aus fotografiert, da habe ich nur sechs aufs Bild bekommen

Die Helgelandbrücke
Blick auf den Sionafjord

Logbucheintrag vom 24. Juni 2022

Standort: Campingplatz in Brönnöysund am Torghatten
Wetter: Sonnenschein ab mittags, 18 Grad bei mäßigem Wind der Stärke 4
Sonnenuntergang:  0:27 Uhr
Sonnenaufgang:  2:01 Uhr

Der heutige Tag hat uns versöhnt, seit Mittag scheint die Sonne und wir haben unsere Wanderung zum Torghatten wie geplant machen können. Er ist ein besonderer Berg, denn in der Mitte ist ein Loch. Wie das da hinkommt? Naturwissenschaftler erklären das Phänomen damit, dass der Berg zu Urzeiten unter Wasser lag und die Strömung das Loch geformt hat. Um sich das Ausmaß vorstellen zu können, hier einige Daten: der Berg ist 258 Meter hoch, das Loch ist 35 Meter hoch und rund 160 Meter lang, denn es geht durch den Berg hindurch und kommt auf der anderen Seite wieder raus. Wir klettern also auf der einen Seite hoch, die letzten Meter sind steil und felsig und der Untergrund ist aufgeweicht und glatt, wegen des Regens gestern. Also muß man etwas vorsichtig gehen. Oben angekommen, steht man in einer mächtigen Höhle und die Kraxelei geht weiter, denn der Boden ist nicht etwa eben, sondern genauso unwegsam und felsig wie der Anstieg. Wir gehen bis zur anderen Seite, Holzleitern erleichtern die Passage. Und dann der Blick aufs Meer, einfach toll und all der Mühen wert. Wir haben uns für den Durchstieg entschieden und gehen an der anderen Seite hinunter. Auch nicht ganz einfach, aber man muß sich Zeit lassen. Bald lässt man die Felsen hinter sich und es wird grün, die Wiesenblumen blühen um die Wette und bald schon sind wir am Strand. Noch ein paar Fotos von dieser Seite mit ein paar schönen roten Gebäuden im Vordergrund und dann gehen wir um den Berg herum zurück zu unserem Campingplatz. Als Schmankerl kommt kurz vor sechs ein Hurtigschiff direkt an unserem Platz vorbeigefahren. Ein toller Tag und laut Vorhersage soll es jetzt ein paar Tage so bleiben. Da haben wir nichts dagegen!

Unser Campingplatz bei schönem Wetter

Der Aufstieg zum Torghatten

Der Blick zur anderen Seite

Da gehen wir jetzt runter

Blick zurück von der anderen Seite

Strand in der Nähe vom Campingplatz

Logbucheintrag vom 23. Juni 2022

Standort: Campingplatz in Brönneysund am Torghatten
Wetter: bedeckt, tiefhängende Wolken, später Regen, sehr windig bei Windstärke 7
Sonnenuntergang: 0:27 Uhr
Sonnenaufgang: 2:00 Uhr

Wir fahren heute nur eine gute Stunde bis nach Brönneysund, weil wir uns den Campingplatz am Berg Torghatten ausgesucht haben, um dort morgen zu wandern. Das Wetter wird sich bessern, genau richtig für unsere geplante Tour mit Überraschungseffekt, ihr dürft gespannt sein.

Heute kümmern wir uns um profane Dinge wie Wäsche waschen und Bevorratung. Im Ort waren wir in einem Spar Markt einkaufen. Es war ein gute Idee, viele Grundlebensmittel mitzubringen, denn das Einkaufserlebnis wird durch die hohen Preise etwas getrübt. Ein Pfund Erdbeeren kostet 8 Euro und eine Dose 0,33 l Heineken Bier 2,50 Euro. Da haben wir manchmal nicht so viel Durst und Tee schmeckt ja ohnehin besser!

Der Lachs allerdings ist hier im Verhältnis preiswert zu haben, in etwa zu unseren Preisen zuhause. Auch Brot ist sehr teuer, da kostet ein Kilo 6 bis 7 Euro. Übrigens ist auch tanken nicht gerade preiswert, der Liter Diesel kostet zwischen 2,40 und 2,70 Euro. Das hat mich überrascht, weil Norwegen doch eine eigene Ölindustrie hat. Aber tatsächlich sieht man auf den Straßen sehr viele E-Autos und genügend E-Säulen zum Aufladen. Wir sind ja nun schon etliche Kilometer Landstraße gefahren, auch oft Nebenstrecken, aber immer haben wir die Haltebuchten der Linienbusse gesehen. Sieht so aus, als wären die ländlichen Gegenden gut angebunden. Also für die Infrastruktur vergeben wir eine glatte eins.

Nach dem Regen ist vor dem Regen. Hier seht ihr unseren Campingplatz für die nächsten beiden Tage.
Das ist unsere Aussicht, vor dem Regen.

Logbucheintrag vom 22. Juni 2022


Standort: Bindalseidet am Lysfjord, bei den Fischerhütten
Wetter: zunächst sonnig, am Nachmittag bewölkt bei 14 Grad und Windstärke 5
Sonnenuntergang: 0:17 Uhr
Sonnenaufgang: 02:08 Uhr

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen versöhnt uns mit dem Wetter.Die Sonne wärmt schon und wir frühstücken auf einer Picknickbank im Freien. Auf der Fahrt heute zeigt sich Norwegen von seiner schönsten Seite, zumindest seit wir den Großraum Trondheim verlassen haben. Ich frage mich schon die ganze Zeit, warum auf unserer Autokarte die landschaftlich schönen Strecken nicht grün markiert sind. Jetzt weiß ich die Antwort: man müsste alle Straßen grün anmalen! 

Die Geologie Norwegens stellt die Straßenbauer vor große Herausforderungen. Der Staat hat aber auch viel Geld, um in die Infrastruktur zu investieren. Wir fahren so oft durch Tunnels wie sonst nirgends außer in der Schweiz. Es gibt sogar Tunnels, die unter Fjorden hindurchführen und 250 Meter tief sein können. Manchmal werden aber auch ganz normale Brücken gebaut. Wo sich solche Bauwerke nicht lohnen, gibt es Fähren. Das funktioniert richtig gut, wir hatten uns vor der Reise im Mautsystem registriert und so wird auf den Fähren nur unser Nummernschild gescannt. Abgebucht wird zum Schluß von der Kreditkarte.

Nach Tierbeobachtungen unterwegs haben wir uns wieder bei Fischerhütten einquartiert, hier haben wir die Übersicht über den Lysfjord und können in Ruhe das nächste Regengebiet abwarten. Das dauert morgen noch den ganzen Tag, aber dann ist für die nächsten Tage erst einmal Ruhe mit Naß von oben. Dann hoffen wir, unsere geplanten Wanderungen machen zu können.

Leider habe ich mein Brehm´s Tierleben nicht dabei, vielleicht können die Jäger unter euch helfen, ist das ein Rentier?

Fähre von Lund nach Hofles

Logbucheintrag vom 21. Juni 2022

Standort: Freier Stellplatz am Stadtrand von Trondheim direkt am Trondheimfjord
Wetter: nur ein Wort, Regen! Erst am späten Nachmittag nachlassend, 10 Grad und Windstärke 4
Sonnenuntergang:  23:37 Uhr
Sonnenaufgang: 03:03 Uhr

Wir waren mental darauf vorbereitet: einmal musste ein Regentag kommen. Das war heute. Und zwar den ganzen Tag. Da an Besichtigungen und Wanderungen nicht zu denken war, haben wir einen Fahrtag daraus gemacht und sind bis Trondheim gekommen. Es hat zwar noch getröpfelt, aber für einen Stadtrundgang hat es natürlich gereicht. Wir kannten uns bereits aus, von unseren Besuchen während der Postschiffsreise, allerdings war das im Winter. Die Temperaturen waren gefühlt ähnlich, aber diesmal ohne Schnee. 

Aber ein Highlight gab es heute: wir haben den Nidaros-Dom besichtigt, es waren kaum Besucher da und so konnten wir uns alles in Ruhe anschauen, Fotografieren war ausdrücklich erlaubt. Ein wirklich imposantes Bauwerk, das im Jahr 1070 natürlich in bescheideneren Ausmaßen und als Holzbauwerk begonnen wurde und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder angebaut und nach Bränden auch wiederaufgebaut wurde. Die letzen Verschönerungen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen, vor allem die Skulpturen der Westfassade. Anschließend kurzer Rundgang durch die gemütlichen Gassen, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind. Ein versöhnlicher Abschluß dieses Schlechtwettertages. 

Der pittoreske Fischereihafen von Bud

Der Nidaros-Dom von Trondheim

Die alten Speicherhäuser am Nidelva-Fluss

Logbucheintrag vom 20. Juni 2022

Standort: Zwischen Fischerhütten in der Nähe von Molde
Sonniger Tag, wir haben die 20 Grad gesehen bei Windstärke 1
Sonnenuntergang:  23:36 Uhr
Sonnenaufgang: 3:29 Uhr

Tiefblauer Himmel über dem Geirangerfjord und ein letzter Blick zurück vom Adlerstig. Wir fahren in Richtung Andalsnes durch ein Hochtal, vorbei an Erdbeerfeldern. Mit läuft das Wasser im Munde zusammen, aber es gibt keine Verkaufsstände, wie im Reiseführer erwähnt, obwohl es doch schon Ende Juni ist. Ich kaufe mir dafür ein Erdbeereis.

Das nächste Highlight wartet schon auf uns: der Trollstigen, die wohl berühmteste Serpentinenstraße Norwegens. Noch berühmter ist nur noch der Aussichtspunkt, von dem aus man die 12 Serpentinen aus der Vogelperspektive sehen kann. Ein aufwändiges Besucherzentrum wurde errichtet, das in erster Linie ein Souvenirladen ist. Aber die weit nach vorne ragenden Plattformen sind schon toll, damit man auch wirklich die letzte Kurve von oben sehen kann. 

Weiter geht´s via Andalsnes nach Molde, wo wir einen schönen Platz zwischen Fischerhütten finden. Mit einer weiten Aussicht auf schneebedeckte Berge und vorbeifahrende Schiffe. Die Picknickbank können wir allerdings nicht benutzen, da ein Möwen-Junges dort seine Kinderstube hat und die Eltern so aufgeregt mit uns schimpfen, dass wir uns Sorgen um sie machen. Wir haben uns arrangiert, wir halten Abstand von der Picknickbank und sie akzeptieren unsere Anwesenheit.

Der letzte Blick auf Geiranger

Kaum bist du 800 Meter hoch, ist schon wieder Winter

Trollstigen Overlook, bestens erschlossen
Manchmal kann es eng werden

Blick auf Andalsnes

Unser Platz für die Nacht, rechts von der Picknickbank das Junge

Näher komme ich leider nicht heran, ohne dass die Möweneltern Angriffe fliegen

Logbucheintrag vom 19. Juni 2022

Standort: Vinje Camping in Geiranger
Sonne setzt sich immer mehr durch, 19 Grad bei Windstärke 0
Sonnenuntergang: 23:26 Uhr
Sonnenaufgang: 3:39 Uhr

Heute ist Ausflugstag. Pünktlich zu unserer Bootstour auf dem Geiranger Fjord scheint die Sonne – Kaiserwetter! Im Örtchen, Geiranger hat 250 Einwohner, geht es heute gemütlich zu, kein Kreuzfahrer legt an. Pünktlich um halb drei kommt das Postschiff vorbei, legt für 20 Minuten an und verschwindet dann wieder. Wie sind bereits auf der Fähre nach Hellesylt, die wir hin- und zurück gebucht haben, ohne Auto. So durchfahren wir den 15 km langen Geirangerfjord in ganzer Länge, vorbei an den sieben Schwestern. Das sind die berühmten Wasserfälle, um die sich eine Saga rankt. Diese besagt, dass die Schwestern unverheiratet geblieben sind und ihren Freier, einen Wasserfall auf der gegenüberliegenden Seite, verschmäht haben. Na ja, so haben die Reiseleiter wenigstens etwas zu erzählen. Das war ein gemütlicher Tag und wir haben durchaus mal ein kurzes Sonnenbad genommen.

Geiranger im Ruhemodus

Die Kong Harald von den Hurtigruten läuft ein

Der Geiranger Fjord hat einige enge Stellen, rechts und links ragen die Berge bis zu 1.700 m empor

Die sieben Schwestern kommen in Sicht

Abfahrt von Hellesylt und zurück nach Geiranger

Unser Campingplatz mit Fjordblick

Logbucheintrag vom 18. Juni 2022


Standort: Vinje Camping in Geiranger
Morgens sonnig, dann bewölkt und nachmittags kurze Schauer, zwischen 6 und 19 Grad
bei Windstärke 2
Sonnenuntergang: 23:25 Uhr
Sonnenaufgang: 3:39 Uhr

Ein perfekter Morgen, Sonne und blauer Himmel und auf unserer Route liegt der Reinheimen Nationalpark. Wir suchen uns eine Rundwanderung aus, die „Kultursteig“ heißt. Man solle auf den Weg achten stand da und es war die Rede von einer außergewöhnlichen Steinbrücke. Eigentlich wollten wir in leichtem Schuhwerk los, aber wir haben dann doch die Bergstiefel angezogen. Der Weg begann harmlos, allerdings stetig und steil ansteigend und zunehmend felsig. Wir sind bis zur Baumgrenze gelaufen, da pfiff der Wind ganz schön. Und dann kam die interessante Steinbrücke.

Mal ganz abgesehen davon, dass es kein Geländer gab, fehlt hier der Größenvergleich. Wir kamen von rechts und man erkennt eine Felskante, die etwa 1,5 m hoch war, also höher als meine Schrittlänge. Es gab einen schmalen Griff im Felsen, an dem musste man sich festklammern und dann hochziehen. Das war für einen Nicht-Kletterer wie mich ganz schön knifflig.

Hier noch die restlichen Bilder von der Wanderung, die uns übrigens ausgesprochen gut gefallen hat, sehr abwechslungsreich und eben auch ein wenig aufregend.

Und das haben wir auf der Wanderung gelernt: Gehe grundsätzlich in Bergschuhen los, auch wenn es zuerst nach einem Spaziergang aussieht, nimm zusätzlich warme Sachen mit und vor allem immer eine warme Mütze, auch wenn es sonnig und warm ist, denk an Regenkleidung, auch wenn der Himmel blau ist und nimm was zu trinken mit. Jetzt wissen wir es auch!

Jetzt aber los zum Geirangerfjord. Wir fahren den sogenannten Adlerweg, machen aber noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt Dalsnibba, der liegt auf 1400 Meter Höhe und bietet eine tolle Aussicht bis nach Geiranger, wenn die Sicht gut ist. Das war sie ja die ganze Zeit, aber als wir oben ankamen, standen wir in dichtem Nebel. Wir hatten sowieso Hunger, haben uns in unserem Camper ein Vesper zubereitet und siehe da, langsam wurde sie Sicht besser. Das Schiff ist die Europa 2, und das ist auch der einzige Kreuzfahrer heute und morgen kommt gar keiner. Wir haben uns für zwei Tage hier einquartiert und planen morgen einen Bootsausflug auf dem Geirangerfjord.

Logbucheintrag vom 17. Juni 2022

Standort: Gjeilo Camping am Ottasee
Bewölkt, später sonnig, ab Nachmittag Regen, bis zu 19 Grad bei Windstärke 2
Sonnenuntergang: 23:15 Uhr
Sonnenaufgang: 03:38 Uhr

Auch heute bestimmt das Wettergeschehen den Tagesablauf. Am Nachmittag erwarten wir eine größere Regenfront, die sich bis in den Abend hinein abregnen soll. Wir wollen heute eine der schönsten Passstraßen Norwegens fahren, die Sognefjellfeien. Frühes Aufstehen und kleines Frühstück, dann brauchen wir etwa eine Stunde, um das Jostedal wieder zurückzufahren auf die Hauptroute. Die Passstraße beginnt mit steilen Serpentinen und durchquert in einer Höhe von maximal 1440 Metern das Sognefjell. Mit Fjell bezeichnet man übrigens eine alpine Hochebene oberhalb der Baumgrenze. Und genauso sieht es hier aus, eine felsige Ebene ohne Bewuchs aber mit tollem Rundblick und vielen Schneeresten. Im Winter ist der Pass gesperrt, er wird erst gegen Anfang Juni wieder geöffnet. 

Wir sind früh genug losgefahren, die Sicht ist noch gut und ab und zu lässt sich ein Sonnenstrahl blicken. Am Horizont erkennt man bereits die ersten dunklen Wolken. Der Betrieb hält sich noch in Grenzen, man kann jeden Haltepunkt anfahren und die Aussicht genießen. Wandern ist schwierig, zu viele Schneereste und aufgeweichte Böden. Also gibt es heute eine Autowanderung. In der Nähe von Lom im Lagendal finden wir einen Campingplatz im Grünen an einem See. Hier können wir in Ruhe den Regen abwarten.

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Logbucheintrag vom 16. Juni 2022

Standort: Jostedal, unterhalb des Styggevatn
Wechselnd bewölkt, kurze Schauer, 12 Grad bei Windstärke 3
Sonnenuntergang: 23:19 Uhr
Sonnenaufgang: 3:48 Uhr

Erstes Ziel heute ist die zweitälteste, aber am besten erhaltene Stabkirche Norwegens in Borgund. Vom 12. bis 14. Jahrhundert entstanden etwa tausend dieser kunstvoll und komplett aus Holz erbauten Kirchen im ganzen Land. Der Begriff Stabkirche beschreibt die Bauweise: die tragenden Stäbe wurden in einen Grundrahmen gestellt, verzapft und dann aufgerichtet. Die Kirche von Borgund ist 800 Jahre alt und noch original erhalten. Nur das Holz wird immer wieder gestrichen, um es zu schützen. Die Schnitzereien im Innenraum konnte ich nicht fotografieren, denn Stabkirchen hatten keine Fenster und Blitzlicht ist nicht erlaubt.

In Sogndal habe ich im fünften Anlauf einen Cardreader gekauft, somit gibt es jetzt auch wieder Fotos von der großen Camera im Blog. Das weitere Tagesprogramm haben wir um das Wetter herum geplant. Um eine trockene Phase abzupassen, haben wir uns beeilt, zum Gletscher Jostedalsbreen zu kommen. Wir fahren ins Jostedal-Tal bis zum Parkplatz in der Nähe der Gletscherzunge. Im Reiseführer steht lapidar, dass der Weg dorthin klettern über manchmal rutschige Felden bedeutet und „ein lustiges Hüpfen über wackelige Steine in Bachläufen“. Wir hatten natürlich unsere Bergschuhe an, aber lustig fand ich das trotzdem nicht, ständig balancierend und die Angst, auszurutschen. Na ja, wir haben es letztendlich doch geschafft. Beeindruckend war vor allem, die Auswirkungen des Klimawandels zu sehen. Die Abbildung in unserem Reiseführer zeigt den Gletscher noch in der Nähe des Seeufers, jetzt hat er sich schon mehrere hundert Meter zurückgezogen.

Die Stabkirche von Borgund

Der Nigardsbreen, eine Gletscherzunge des Jostedalsbreens. Seit dem Jahr 2000 hat er sich um 450 Meter zurückgezogen

Unser hochalpiner Übernachtungsplatz

Logbucheintrag vom 15. Juni 2022

Standort: Boflaten Camping
Sonnig, später mehr Wolken und ein paar Tropfen Regen, 19 Grad bei Windstärke 7
Sonnenuntergang: 23:04 Uhr
Sonnenaufgang: 03:49 Uhr

Ich weiß nicht, wie die Norweger das machen, aber die Fähre hat um Punkt 10:00 Uhr in Oslo angelegt. Unser Camper stand auf Deck drei und dieses wurde zuerst entladen. Wir standen sehr weit vorne und sind um 10:03 Uhr von Bord gerollt, das nenne ich mal hurtig. Auf der Stadtautobahn waren wir schnell aus der Stadt raus und hatten uns vorgenommen, etwa 200 Kilometer auf der E 16 in nördlicher Richtung zu fahren und dann einen Campingplatz zu suchen. Oslo werden wir uns für den Schluß aufheben. 

Hier nur zwei Bilder vom Campingplatz, die restlichen Fotos kommen wie gesagt morgen.

Logbucheintrag vom 14. Juni 2022

Standort: an Bord der Color Fantasy von Kiel nach Oslo
Wechselnd bewölkt, aber trocken, um die 18 Grad bei Windstärke 5
Sonnenuntergang: 22:41 Uhr
Sonnenaufgang: 03:54 Uhr

Die Entscheidung hatten wir schon im Januar getroffen und die Schiffsreise nach Oslo gebucht. Mit Blick auf die Preise für einen Liter Diesel sind wir heute froh, dass wir uns für den Seeweg entschieden haben. Wir sind in 20 Stunden in Oslo, mit dem Camper hätten wir drei Tage eingeplant. Diese Fahrt wird von der Reederei auch als Minikreuzfahrt verkauft und entsprechend ist das Schiff ausgestattet. Von Spa bis Ladenpassage, Gourmet-Restaurant mit einer Glaswand über zwei Stockwerke, Pub und eine Cocktail Lounge im 15. Stock mit Bug-Blick, alles da! Gediegene Kabine mit großem Bullauge, ich sitze, während ich schreibe, auf dem Bett und lasse dänische Inseln lautlos vorbeigleiten. Sehr entspannend. Wir ernähren uns von Krabben und Lachs, anschließend gibt es noch ein Pint Hansa Bier im Pub, mit Live-Musik gratis. Eine sanfte Dünung schaukelt uns in den Schlaf. Man wacht aber sehr früh auf, weil es mitten in der Nacht schon wieder hell wird!

Es gibt ein technisches Problem mit meinen Fotos, das ich vermutlich morgen lösen kann. Daher jetzt nur Handy-Fotos!

Auslaufen in Kiel mit der Color Fantasy

Kompass auf Nord

Wir wollen nach Norwegen, und das ist das Gegenteil von Süden. Keine lauen Sommernächte, planschen im Meer nicht mit uns, Goretexjacke statt Spaghetti-Träger. Aber dafür freuen wir uns auf eine beeindruckende Berglandschaft, Fjord und Fjell, dramatischer Himmel statt immer nur blau und eine Sonne, die nicht richtig untergeht. Na, Lust bekommen, uns zu begleiten? Bitte schön, heute beginnt mein Norwegen Logbuch.


Logbucheintrag vom 13. Juni 2022
Standort Brasilien am Schönberger Strand
Wechselnd bewölkt bei bis zu 20 Grad, Windstärke 5

Wir haben für morgen die Fähre von Kiel nach Oslo gebucht und verbringen jetzt die Nacht an der Ostsee in der Nähe von Kiel. Wir haben schon ausgiebig Meeresluft geschnuppert und freuen uns auf morgen und eine 20 stündige Schiffsreise.