Vom Kratersee zu Methusalem

Nachdem wir die Sierra Nevada über den Tioga Pass überquert haben, fahren wir an deren Ostseite weiter in Richtung Süden. Das Gebirge zeigt hier eine klare Kante von Nord nach Süd und mündet in ein ebenso langes Tal, das sich allerdings auf einer Höhe von um die 2.000 Meter befindet. Bei guter Sicht blickt man sowohl nach rechts als auch nach links auf etwa 50 Kilometer schneebedeckter Berge. Und die sind alle über 3.000 Meter hoch. Hier befindet sich auch Mt. Whitney, mit 4.421 Metern der zweithöchste Berg der USA. Der höchste ist der Denali in Alaska. Entlang der Berghänge gibt es Kiefernwälder, nach Osten hin geht alles in Wüste über, da befindet sich auch das Death Valley, das wir bereits am Anfang unserer Reise besucht haben. Da sind es jetzt tagsüber permanent 50 Grad. Wir suchen gern Regionen um die 3.000 Meter auf, dort sind es nur Anfang dreißig Grad. Es gibt hier durchaus Sehenswertes, meist abseits der touristischen Hauptrouten.

Sehenswert ist der Mono Lake, mit 150 qkm weltgrößter Kratersee. An seinen Ufern haben sich Tuffsteinsäulen gebildet, als Quellwasser nach oben sprudelte. Natürlich nicht von heute auf morgen, aber jetzt sind sie fertig und geben gute Fotomotive ab. Im Hintergrund die schneebedeckte Sierra Nevada. Warum die so heißt, wo wir doch in Kalifornien sind, weiß ich auch nicht.

So sieht es aus, wenn man am Independence Wochenende keinen freien Campingplatz mehr findet. Hier durften wir offiziell stehen, ist eigentlich mehr ein Parkplatz. Immerhin haben sie uns dafür auch gleich mal 23 Dollar abgeknöpft. Hier sieht man die Sierra Nevada noch schön klar, in der Nacht wurde durch ein Gewitter ein Waldbrand entfacht, der das ganze Tal in dichten Rauch hüllt.

Jetzt seht euch diesen Baum mal genau an und ratet, wie alt der ist. Kleine Hilfe: Babylon stand in voller Blüte und in Ägypten wurde das erste Reich gegründet. Just zu dieser Zeit keimte das Samenkorn einer Grannenkiefer und daraus entwickelte sich dieser Baum, der heute über 4.000 Jahre alt ist. Und er lebt weiter, auch wenn Teile bereits abgestorben sind, so treiben einige Äste auf der linken Seite noch immer aus. An dieser Stelle ist Demut angesagt.

So schön kann sich nur eine Grannenkiefer verwinden. Übrigens ist der älteste Baum in diesem Hain (Ancient Bristlecone Pine Forest, falls ihr mal vorbeischauen wollt) 4.750 Jahre alt und heißt Methusalem. Es wird aber nicht verraten, wo er steht, um Souvenirjägern das Handwerk zu legen.

Das sind die Alabama Hills. Erkennt ihr sie wieder? Habt ihr den Film „Django Unchained“ gesehen? Szenen für diesen Film wurden hier gedreht, darüber hinaus noch unzählige Western, oder auch  „Iron Man“. Für uns einfach ein toller Spot für Foto- und Filmmotive.

Und hier Mt. Whitney, der Vize. Leicht verraucht durch den Waldbrand auf der anderen Seite.

 

 

 

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Eine Antwort zu Vom Kratersee zu Methusalem

  1. Angelika schreibt:

    Wirklich imposante Fotos und Landschaften! Der Mono Lake erinnert mich an das Pink Floyd Album „Wish yo were here“, wo das Innencover einen Taucher zeigt, der im völlig ruhigen Wasser vor den Tuffsteinsäulen einen Kopfstand macht.
    Viele Grüße!
    Angelika

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