Im Hochland

Von Quito aus setzen wir unsere Rundreise fort. Ich möchte euch heute mal ein wenig erläutern, wie wir hier reisen. Am besten ist es umschrieben als Rucksacktour mit Extras. Da wir noch viele Reisen machen wollen, müssen wir aufs Budget schauen und haben uns im Falle Ecuador für die Billigvariante entschieden. Das bedeutet, wir bewegen uns im Land mit Linienbussen von Ort zu Ort. Die kosten pro Person und gefahrene Stunde einen Dollar. Wir sind heute von Quito aus 90 Kilometer nach Norden in die Stadt Otavalo gefahren und haben zusammen 5 Dollar bezahlt. Unsere Unterkünfte heißen Hostal, nicht zu verwechseln mit den Backpacker Hostels mit Schlafsälen und Gemeinschaftsbad. Wir würden unsere Unterkünfte als 1-Sterne- Hotel bezeichnen. Die Zimmer sind immer sauber und haben ein eigenes Bad. Manchmal sind sie sehr klein und spärlich möbliert. Also kein Stuhl, kein Nachttisch und nur drei Kleiderbügel. Macht uns nichts aus, wir leben ohnehin aus dem Rucksack oder Rollkoffer. Durch die enge Bauweise in den Städten gibt es Innenhöfe, die teilweise sehr malerisch sind. Wenn die Fenster nach innen gehen, ist es aber recht dunkel und man sieht die Sonne nicht. Aber man kann auch Glück haben, wenn ihr euch an das Bild von der Insel Isabela erinnert. Heute haben wir den Vogel abgeschossen, riesiges Zimmer, genügend Ablagemöglichkeiten, kleiner Schreibtisch und Stuhl. Und sogar eine große Terrasse mit zwei Liegestühlen. Nur fehlt bislang die Sonne. Besonders erwähnen möchte ich das Frühstück. Bisher jedes Mal Spitzenklasse. Immer frisch zubereitet, die Eier nach Wunsch, dazu Brötchen oder Toast, Butter und Marmelade, ein frischer Obstsalat aus tropischen Früchten und ein frisch gepresster Obstsaft. Kaffee oder Tee natürlich auch. Da bleibt bei mir kein Wunsch offen, Wurst und Käse kann ich auch zu Hause essen. Und da wir gerade beim Essen sind: es gibt hier, wir würden sagen gutbürgerliche Restaurants, die ein Mittagsmenü für 3 Dollar pro Person anbieten. Ich hatte eine kräftige, gebundene Rindfleischsuppe, dann Hähnchen mit Reis, Pommes, Kochbanane und einen kleinen Salat, als Nachtisch eine gelbe Tomate als Kompott gedünstet und dazu einen frisch gepressten Ananassaft. Und alles hat sehr lecker geschmeckt. Wir waren da übrigens die einzigen Touristen, hier geht der normale Ecuadorianer essen. All das gilt nicht für Galapagos und Quito, da zahlt man für Nudeln mit Tomatensoße schon mal 15 Dollar. Nun zu den Extras. Ihr wundert euch sicher, daß wir bei der Wanderung ans Händchen genommen werden. In den Naturschutzgebieten ist dies teilweise Pflicht, man möchte den Touristen die Natur näherbringen und dafür sorgen, daß sie erhalten bleibt und keiner Unfug anstellt. Einen Fahrer brauchen wir immer dann, wenn kein öffentlicher Bus fährt. Und Taxis sind günstig, vom Busbahnhof zum Hostal haben wir heute 1 Dollar bezahlt.

Otavalo haben wir angesteuert, weil es hier einen Kunsthandwerkermarkt gibt und einen Kratersee, um den herum man wandern kann. Und beides hat sich gelohnt. Ich besitze jetzt eine Strickjacke aus Alpakawolle für 22 Dollar und wunderbar weiche Schals. Und die Wanderung hat sich auch gelohnt. Erst wollten wir gar nicht losgehen, weil alles nebelverhangen war. Aber schon nach kurzer Zeit klarte es immer mehr auf, zum Schluß konnten wir sogar den ganzen Kratersee namens Cuicocha sehen. In unseren Reiseunterlagen war vermerkt, daß wir von einem spanisch sprechenden Fahrer hingebracht werden und dann von einem Guide auf der Wanderung geführt werden, der Englisch spricht. War dann genau umgekehrt und meine rudimentären Spanischkenntnisse waren nützlich. War für mich wie ein kleiner Sprachkurs. Jetzt aber zu den Fotos.

Im komfortablen Bus zwei Stunden von Quito nach Otavalo. Störend war nur der Fernseher, da lief eine Bollywood Produktion mit viel Pathos, Schlacht und so, und auch noch extrem laut.

Der zentrale Platz von Otavalo, Stichwort Rentnerbank. Hier kann man in Ruhe die Einheimischen beobachten, viele tragen die Kichwa Tracht. Allerdings leider nicht die auf dem Bild.

Am Kunsthandwerkermarkt

Das links ist Alfonso, unser Wanderführer. Als wir gefragt haben, ob er mit aufs Selfie will und dann sah, daß wir keinen Selfie Stick haben, hat er gleich einen aus dem Rucksack gezogen. Er gehört zu der hier ansässigen Volksgruppe der Kichwa. Er trägt wie alle Kichwa Männer ein weißes Hemd unter der Funktionsjacke und hat einen langen geflochtenen Zopf, den man hier leider nicht sieht.

Die Landschaft um Otavalo, man sieht die landwirtschaftliche Nutzung. Was man nicht sieht, wir sind hier wieder knapp 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Und die Vulkane verstecken sich immer in den Wolken, sie sind hier an die 5000 Meter hoch. Auch in der Bildmitte, wo sich die Wolken sammeln.

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2 Antworten zu Im Hochland

  1. Geffke schreibt:

    Es ist immer wieder schön zum Frühstück eure Reiseberichte zu lesen. Vielen Dank an euch- gute Weiterreise
    Herzlich
    Birgit

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  2. Alex schreibt:

    Liebe Rentner-Mini-Reiesegruppe, bei euren Frühstücksbericht läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Die frischen exotischen Früchte und die Säfte, wie herrlich. Habt weiterhin viel Spaß und schöne Eindrücke. Und Danke fürs bloggen/teilen, es ist so herrlich euch zu folgen. Liebe Grüße aus Erfurt

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