Norwegen ist noch nicht zu Ende

Wir wollen nun auch den äußersten Norden erkunden. Spitzbergen heißt das Ziel, es hat zwar einen Sonderstatus mit Rechten für die Anrainerstaaten Russland, USA, Kanada, Dänemark, Island und Norwegen, gehört aber verwaltungstechnisch zu Norwegen. Unser Flug von Oslo nach Longyearbyen, so etwas wie die Hauptstadt Spitzbergens, galt als internationaler Flug.

Longyearbyen liegt auf dem 78. Breitengrad von 90 Breitengraden, wobei der 90. Breitengrad bereits der Nordpol ist. So weit wollen wir nicht, aber wenn wir morgen auf das Hurtigruten Schiff „Spitsbergen“ gehen und zu einer 11 tägigen Umrundung des Archipels aufbrechen, werden wir voraussichtlich den 80. Breitenkreis überqueren. So viel Norden war noch nie!

Wir verbringen noch eine Nacht an Land und haben jetzt zum letzten Mal Netz, denn wenn unser Schiff morgen ablegt, beginnt unsere Expeditionsreise in unbewohnte, archaische Naturlandschaften, natürlich ohne Internet. Ich werde mich also erst am 5. September wieder zurückmelden in die Zivilisation. Ein nachträglicher Blog sozusagen. Ihr müsst euch also jetzt etwas gedulden und glaubt mir, wir sind mindestens so gespannt wie ihr. Hier schon mal ein kleiner Eindruck von unserem ersten kurzen Spaziergang durch Longyearbyen.

Gegründet wurde der Ort als Bergbausiedlung, hier wird seit 1905 Kohle abgebaut, allerdings ist heute nur noch eine Mine aktiv, die versorgt in erster Linie das hiesige Kohlekraftwerk und darüber hinaus noch die deutsche Metallindustrie. Dem Stadtbild sieht man deutlich an, dass hier ein langer Winter vorherrscht und lieblich war nur das Wollgrad am Wegesrand. Die Gebäude sind in erster Linie zweckmäßig, es lohnt sich einfach nicht, hier Gärten anzulegen. Lustigerweise steht vor jedem Haus ein Auto, obwohl es keine Straßen gibt, die zu anderen Orten führen, man kann also nur innerorts fahren. Die wenigen ehemaligen Bergbausiedlungen, sind nur per Schiff zu erreichen. Oder über den zugefrorenen Fjord, allerdings ist dies in den letzten Jahren nicht mehr passiert, der Klimawandel hinterlässt hier sehr deutlich seine Spuren.

Im Hintergrund schon der erste Gletscher

Die alte Seilbahn, durch sie wurde die Kohle zum Hafen befördert

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3 Antworten zu Norwegen ist noch nicht zu Ende

  1. Roland Simon schreibt:

    Dann viel Spaß und tolle Eindrücke auf eurer „Expedition“ und wir freuen uns schon heute auf Martins Dokumentarfilm bei einem oder zwei guten Gläsern Rotwein.

    Viele Grüße
    Roland und Christina

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  2. Alex schreibt:

    Ich wünsche euch beiden ganz viel Spaß und tolle Erlebnisse und Eindrücke, freue mich jetzt schon auf den verzögerten Blog und auf den späteren Film, bis bald, Alex

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  3. Sylvia Bauer schreibt:

    Dann wünsche ich Euch eine spannende Reise mit vielen tollen Eindrücken.
    LG Sylvia

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