Landung mit Hindernissen

Langsam wird das Ankleiden vor einer Landexpedition zur Routine. Die Reihenfolge ist wichtig, sonst muss man wieder von vorne anfangen. Also zuerst die Thermounterwäsche, dann die dicken Socken, dann Hose und atmungsaktives Oberteil, darüber kommt Fleece, Schal und dann die rot-gelbe Expeditionsjacke. Wenn man jetzt erst die Gummistiefel anzieht, die Pflicht sind an Land, ist man schweißgebadet, in diese also gleich nach der Hose hineinschlüpfen. Die Jacken bekommen wir geschenkt und ich denke, sie dient in erster Linie dem schnellen Auffinden der Gruppe an Land. Irgendwie erinnert das rot-gelbe Outfit auch an Sanitäter. Zurück zum Anziehen, es folgen die Kopfbedeckung und die Rettungsweste. Diese ist nicht sehr sperrig und muss während des gesamten Aufenthaltes an Land getragen werden. Die Rückfahrt muss manchmal schnell gehen, wenn der Eisbär im Anmarsch ist. Dann bleibt eventuell keine Zeit mehr, um an der Schwimmweste zu nesteln. Die Reederei hat praktische Westen besorgt, sie tragen nicht sehr auf und man vergisst, dass man eine Schwimmweste anhat.

Wir schauen gern vom Oberdeck zu, wie die ersten Gruppen zu Wasser gelassen werden, denn wir sind Gruppe drei. Heute kam der gesamte Ablauf durcheinander, weil wir nicht an Land durften, tatsächlich konnten wir von Bord aus eine Eisbärin mit ihrem Jungen beobachten. Waren ziemlich weit weg, aber mit Fernglas sehr gut zu beobachten. Das bedeutete aber auch, kein Landgang möglich. Also haben wir stattdessen eine Rundfahrt mit dem Zodiac gemacht, da waren die Eisbären zwar schon wieder weg, aber dafür konnten wir in Ruhe die gewaltigen Walrosse beobachten, wie sie faul am Strand liegen und sich ab und zu aus dem Wasser wuchten.

Unsere Nachmittagsanlandung führt uns zu einer ehemaligen Walfängerstation. Man sieht nicht mehr viel davon, lediglich zwei Gräber und eine Holzhütte sind zu besichtigen. Das Wetter wird ungemütlich, ein leichter Schneeschauer geht nieder. Die Berge bekommen gezuckerte Spitzen und wir halten uns nicht allzu lange hier auf. Die Schlauchboote fahren permanent hin und her, so kann jeder individuell zurückfahren.

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