Es wird Herbst

Wie jeder National Park hat auch der Fundy ein gutes angelegtes und beschildertes Netz von Wanderwegen. Wir haben uns die Küstenwanderung ausgesucht, aber meist sind wir durch dichten Wald gelaufen. War ein bisschen anstrengend zu gehen, weil wir nur über Wurzeln gelaufen sind. Zur Belohnung sind wir dann in Alma in die Kirche gegangen. Aber nicht, um dem Herrgott für diesen schönen Tag zu danken, sondern um ein Bierchen zu zischen. Die Kirche ist jetzt nämlich eine Brauerei. Es gibt acht verschiedene Biere, wir durften probieren und haben uns ein leckeres ausgesucht. Unser Campingplatz im National Park liegt in Fußentfernung zu Alma, das haben wir ausgenutzt und sind abends landestypisch essen gegangen, es gab Hummer. Der wird hier frisch gefangen und man muss ihn einfach mal probieren. Ist viel Arbeit, aber es war zum Sattwerden. Allerdings haben die Hummersandwiches am Mittag genauso gut geschmeckt, ohne die ganze Arbeit. Dann sind wir nochmal in die Kirche, da gab es Live-Musik. Es wurde ein kurzweiliger Abend, wir hatten tagsüber ein Pärchen aus Köln kennengelernt und uns hier wieder getroffen.

Vom Fundy National Park aus sind wir stramm nach Norden gefahren, in Richtung St.-Lorenz-Strom. Und es war, als hätte jemand das Herbstlicht angeknipst. Als wir den Nadelwald hinter uns gelassen hatten, war auf einmal alles gelb, orange und rot. Die Sonne schien dazu, wir konnten uns an den Farben gar nicht sattsehen. Eine Stunde dauerte die Überfahrt mit der Fähre auf die Nordseite des Stromes. Der ist hier so breit, dass man das andere Ufer gerade noch erahnen kann. Wir haben uns wieder einen National Park ausgesucht, und zwar den Fjord-du-Saguenay. Etwa 150 Kilometer erstreckt sich der Fjord ins Landesinnere. Ausgangspunkt ist der hübsche Ferienort Tradoussac, berühmt für seine Walbeobachtungstouren. Der St.-Lorenz-Strom ist hier sehr fischreich und entlang der Küste ist ein marines Schutzgebiet ausgewiesen. Leider ist es nicht mehr so sonnig, die Farben leuchten nicht ganz so bunt, aber Wale haben wir gesehen, Finnwale, Minkwale und einen Buckelwal. Aber viel haben sie nicht von sich gezeigt, die Rückenflossen konnte man aber gut erkennen.

Viele Wurzeln queren den Wanderweg

Marschwiesen am Wasser

De Leuchttürme sind hierzulande viereckig und dieser hier ist nicht mehr in Betrieb, seht aber schön aus.

Wir haben uns getraut, Hummer zu essen ohne zu wissen, wie man das macht. Aber die Bedienung hat freundliche Hinweise gegeben.

Lobster Roll, einfach zu essen und mindestens genauso lecker

Sieht aus wie eine Kirche, ist aber keine!

Bei Sonnenschein zu fahren ist ein Augenschmaus

Wir überqueren de St.-Lorenz-Strom von Rivière-du-Loup nach St. Simeon, der Strom ist hier 24 Kilometer breit

Hier fehlt die Sonne, trotzdem gibt es einen Eindruck von der Farbenpracht

Steilufer am St.-Lorenz-Strom

Ein Minkwal sehr nah an unserem Boot

 

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2 Antworten zu Es wird Herbst

  1. Sylvia Bauer schreibt:

    Tolle Eindrücke und Bilder. Reise in der Phantasie mit😊😊😊

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  2. Peter Heller schreibt:

    Mich frisst der Neid. Weiterhin gute Reise !

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