Viel Platz für Himmel

Von Ushuaia nach Trelew sind es 1.734 Kilometer, bis dorthin muss unser Auto noch halten. Wir haben die Strecke in vier Etappen eingeteilt, von denen zwei reine Fahrtage sind. Aber  wir haben noch einen kleinen, wenig besuchten Nationalpark auf unserer Route und eine Estancia mit Überraschung. Aber der Reihe nach. In Ushuaia gestartet, geht es zunächst durch eine dramatische Bergwelt, vorbei an Seen, Hochmooren und niedrig wachsenden Wald. Es ist alles saftig grün, es regnet ja genug. Der Rest von Feuerland ist Steppenlandschaft, wellig und nur noch blassgrün, karger Bewuchs, das macht der Regenschatten. Trotzdem gibt es Tiere, die angepasst sind und hier überleben, zum Beispiel diese kamelähnlichen Guanacos, die es hier in großer Anzahl gibt.

Wir verlassen Feuerland, nachdem wir noch einmal ein Stück von Chile durchquert haben, über die Magallenstraße, dauert nur eine halbe Stunde mit der Fähre. Und dann wieder Pampa. Wir wissen jetzt wirklich, was „mitten in der Pampa“ bedeutet. Stellt euch vor, ihr dreht euch einmal um euch selbst, und ihr seht immer das Gleiche: Ebene bis zum Horizont, kein Hindernis, rein gar nichts, nur diese mit dem Lineal gezogene Straße. Klingt vielleicht langweilig, aber der Star ist hier der Himmel. Wir konnten schon Stunden vorher die Schlechtwetterfronten beobachten, wie sie aufzogen, sich über uns abregneten und dann über dem Meer verschwanden. So eine Fahrt hat etwas Meditatives.

Und dann Monte Leon, dieser Nationalpark liegt abseits der Touristenrouten und sie nehmen noch nicht einmal Eintritt. Dabei hat er viel zu bieten: Pinguine, Seelöwen, eine große Kolonie von Kormoranen, Guanacos und Nandus. Seht selbst.

Die Pinguine haben es auch nicht leicht, sie nisten oberhalb des Meeres in kleinen Erdhöhlen und müssen immer den weiten Weg bis zum Strand hinunter und natürlich auch wieder hinauf watscheln, das sieht drollig aus, ist aber bestimmt anstrengend. Sie bleiben oft stehen und gucken sich auch mal die Menschen an, die hier herumlaufen. Natürlich bleibt man auf den eingezäunten Wegen, aber die Pinguine sind auch neugierig.

Ein Pinguinweibchen brütet in der Regel zwei Eier aus und momentan schlüpften die Kücken. Keine Sorge, wir haben die drei hier nicht gestört, das Nest lag unmittelbar am Weg und die Mutter schien durch unsere Anwesenheit nicht beunruhigt.

Auch landschaftlich war der Park ein Highlight, da biegt man von der Straße ab, immer noch Pampa, und nach 30 Kilometern wird es auf einmal  hügelig und am Meer eine dramatische Steilküste. Das wechselnde Licht durch Regen und Sonne tat ein Übriges.

 

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