Kulinarisches mit Prosa

Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch einmal auf unser Essen an Bord richten. Ihr wißt schon, die typisch norwegische Küche. Der Küchenchef legt viel Wert darauf, regionale Produkte zu verwenden. Das Schiff legt ja ständig an irgendeiner Milchkanne an, da kann man natürlich auch immer frische Lebensmittel an Bord nehmen. Die Reederei hat sogar alle Erzeuger entlang der Küste aufgerufen, ihre Erzeugnisse vorzustellen und hat daraus 45 Anbieter ausgewählt, die nun ihre Produkte regelmäßig anliefern. Damit wir Reisenden das auch mitkriegen, werden die Hauptgerichte auf der Speisekarte eingehend beschrieben. Das möchte ich euch nicht vorenthalten.

„Carpaccio vom Klippfisch aus Dybvik“

Der Zucker-Seetang wurde heute von Angelita und Tamara und ihren Freunden gepflückt. Die Seaweed Company wurde 2016 gegründet und basiert auf dem Erbe zweier Inselmädchen mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Angelita, geboren und aufgewachsen auf den Lofoten, war bereits früh im Fischereibetrieb ihres Vaters tätig. Vom Meer konnte man als Familie leben und überleben. Auf der anderen Seite der Erde, in Neuseeland, hatte der Seetang in Tamaras Leben bereits seinen Platz gefunden, da ihre japanische Mutter ihn in fast jeder Mahlzeit einsetzte.

Soweit das Zitat aus der Speisekarte. Läuft einem da nicht schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen? Und ich Banause dachte, das Grünzeug über dem Fisch sei so was wie Ruccola. Klippfisch ist übrigens ähnlich wie Stockfisch, wird zum Trocknen nicht auf die Wäscheleine gehängt, sondern gesalzen und dann, wie der Name schon sagt, auf die Klippen gelegt. Gut, daß es hier keine Bären gibt, sonst wär es nix geworden mit dem Klippfisch. Man braucht nicht viel Lektüre an Bord, allein die Speisekarte bietet jeden Tag lehrreiche und erhellende Prosa.

Heute haben wir Trondheim erreicht, die drittgrößte Stadt Norwegens. Der Reiseleiter hatte in einem seiner launigen Vorträge erwähnt, was Winter in Norwegen genau bedeutet. Jedenfalls keine Sonne und Temperaturen über 5 Grad. Prompt hatten wir heute  das richtige Wetter für die Jahreszeit. Drei Stunden hatten wir Zeit, die Festung zu erobern, was den Schweden nicht gelungen war,  uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen und dann ins Detail zu gehen. Es gibt eine Kathedrale zu bestaunen und bunte Holzhäuser, auch von den historischen Lagerhäusern haben etliche die Zeit überdauert. Zwar gab es auch in Trondheim größere Brände, aber es hat hier nicht die alle Häuser erwischt.

Der Nachmittag zeigte sich gnädig mit uns,  die Sonne beschien die malerische Küstenlandschaft. Die Berge sind Hügeln gewichen, die eine abgerundete Form haben, da haben die Gletscher ganze Arbeit beim Abschleifen geleistet.

Die Festung Kristiansten in Trondheim wurde erbaut, um die Stadt gegen Schweden zu verteidigen.

 

Blick von der Festung auf die Stadt

 

Die typischen alten Holzhäuser

 

Die historischen Lagerhäuser am Nidelva Fluss

 

Die alten Lagerhäuser werden heute zum Wohnen und für kommerzielle Zwecke genutzt

 

Der Nidaros Dom, der größte Sakralbau Norwegens, dies ist auch die Krönungskirche der norwegischen Könige.

 

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