Dabei ist Martin so vorsichtig gefahren. Und wir wollten doch nur eine kurze Stichstraße zu einem Wasserfall fahren und da blinkt doch plötzlich die Warnung auf, dass der hintere linke Reifen Luft verliert. Nun kommt noch erschwerend hinzu, dass wir hier gerade einen heftigen Wintereinbruch erleben. Gestern Abend haben wir noch gegen 23 Uhr die Schäfchen rund um unsere Hütte beobachtet und sie taten uns leid. Standen da im Sturm mit waagerechtem Schneefall, der allerdings nicht liegen blieb. Heute Morgen um sieben war dann ringsum alles weiß und die Schäfchen fort. Die müssen noch in der Nacht in den Stall gebracht worden sein.
Wir machen uns Gedanken wegen der Weiterfahrt. Es gibt im Internet sehr ausführliche Straßenzustandsberichte, so dass wir herausfinden, dass wir lediglich auf einer Strecke von 40 km mit einem Anstieg auf 400 Meter Höhe schwierige Straßenverhältnisse haben werden. Das war eigentlich schon Herausforderung genug, die Sicht wurde immer schlechter und dann hatten wir eine geschlossene Schneedecke unter uns. Auf einmal war alles weiß. Mit angepasster Geschwingkeit und Martins umsichtiger Fahrweise hatten wir diese Hürde gerade genommen, als der Reifen schlapp machte.
Martin konnte den Reifen mit einem speziellen Reifenreparatur Set notdürftig reparieren, allerdings im Schneesturm bei Windstärke neun! Und ich konnte ihm gar nicht helfen, musste so lange im Warmen sitzen und zuschauen. Der Reifen hielt dann bis zur nächsten Werkstatt, dort konnten sie den Reifen flicken. Wir haben unsere Reiseroute verändert und sind nicht die landschaftlich interessantere Strecke an der Küste entlang gefahren, da wären etliche Kilometer Schotter dabei gewesen. Wir haben lieber einen Umweg von 120 km in Kauf genommen.
Noch ein Wort zu den Preisen hierzulande: wir mussten warten, bis die Werkstatt nach der Mittagspause wieder öffnete. Im Café nebenan saßen wir warm und trocken bei Cappuccino und Kuchen. Dieser wurde uns wärmstens empfohlen, da Home made. Schmeckte gar nicht mal so schlecht. Und dann kam die Rechnung, zwei Cappuccini und zwei Stück Kuchen zusammen 34 Euro. Und das ist doch hier gar nicht der Markusplatz in Venedig. Dafür war die Reifenreparatur direkt günstig, sie hat in etwa genauso viel gekostet.

Das Highlight heute ist unsere Hütte in Drangsnes. Gemütlich eingerichtet, mitten in der Natur gelegen und ein Hot Tub auf der Terrasse mit 46 Grad warmem Wasser dank Geothermik.





Hallo Ihr Beiden,
das liest sich ja wie ein Abenteuerurlaub! Armer Martin, alleine Reifenpanne beheben …
Wir wünschen Euch eine störungsfreie Weiterfahrt und noch viele (schöne) Erlebnisse auf Island.
U&U
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