Es war eine dramatische Flucht von Paris nach Elba. Napoleon sollte unerkannt bleiben auf der Fahrt durch Frankreich und es musste schnell gehen. Der abgesetzte Kaiser musste quasi mit der Aktentasche unterm Arm fliehen. Auf Elba allerdings wurde er mit offenen Armen empfangen, wer kann schon einen Kaiser aufnehmen, vor allem wenn man wie die Elbaner eher im Schatten von Glanz und Gloria lebte. Doch wo bringt man auf die Schnelle einen Kaiser a.D. unter? Die ersten Nächte musste sich Napoleon mit einer eilig hergerichteten Kammer im Rathaus zufrieden geben. Aber sofort wurde mit dem Bau einer Stadtvilla begonnen, oberhalb von Portoferraio. Nach nur vier Wochen Bauzeit soll Napoleon eingezogen sein, allerdings waren da noch längst nicht alle Räume fertig. Aus Paris wurde Mobiliar herangeschafft und auch 2.000 Bücher aus seiner Bibliothek, der Mann war gebildet und belesen.
Und er machte sich auch nützlich, so ein Kaiser ist es ja gewohnt, Anweisungen zu geben. Zum Wohle des Volkes natürlich. Er sorgte zum Beispiel für den Bau einer Kanalisation und gab der Landwirtschaft Impulse. Aus seiner Heimat Korsika ließ er Setzlinge kommen und forstete auf.

Freundlicher Empfang auf Elba

Die kaiserliche Stadtvilla mit Blick zum Meer und zum Hafen hinunter.

Natürlich braucht so ein Kaiser auch repräsentative Empfangsräume und da muss es gülden glänzen.

Das intime Speisezimmer, Bankette konnte er nicht mehr ausrichten.

Des Königs Bett, das er seiner Schwester überließ, als diese von der Toskana zu Besuch kam. Mittlerweile war die Schlafstatt mit kaiserlichem Baldachin aus Paris angekommen.


Das Arbeitszimnmer mit Bücherwand.

Aber so ein Kaiser braucht natürlich auch einen Landsitz, wohin er sich an heißen Tagen zurückziehen kann. Es gab nur ein Problem: er hatte kein Geld. Seine vereinbarte Apanage war nicht eingetroffen, aber da sprang seine wohlhabende Schwester ein und kaufte ihm ein stadtnahes Grundstück und ließ darauf eine Landvilla errichten. Auf dem Foto ist ein Gebäude mit Säulen zu erkennen, welches erst einige Jahre später als Galerie errichtet wurde. Das Gebäude dahinter ist Napoleons Villa.

Eher bescheiden, der Landsitz, im Untergeschoß Küche und Wirtschaftsräume, im oberen Stockwerk Empfangsräume und zwei Schlafgemächer.

Tolle Aussicht bis nach Portoferraio. Eigentlich hätten der Kaiser hier seinen Lebensabend verbringen können, doch was ein echter Imperator ist, gibt keine Ruhe. Nur gut 10 Monate hielt er es auf Elba aus, dann wollte er es nochmal wissen. Aber er scheiterte gründlich und die nächste Verbannung war endgültig und so weit weg wie es ging: nach St. Helena im Südatlantik, wo er auch verstarb.

Danke für die spannende Geschichtsstunde…gut aufgepasst. Mit einem Referat über Napoleon hab ich mir mal meine Eins in Geschichte gesichert. Wünsche euch eine weiterhin schöne Reise und bin schon gespannt auf weitere Blogs. Liebe Grüße Christa
LikeLike
Toll, selbst ein älterer Esel kann immer wieder was lernen. Danke.
LikeLike