Endlich! Nachdem ich zwei Tage lang die Annehmlichkeiten unseres Zimmers mit Aussicht schätzen lernte, habe ich einen fiebrigen, grippalen Infekt hinter mir gelassen und wir konnten endlich unseren Ausflug auf die Seiser Alm starten. Bereits vor 20 Jahren haben die Tourismus-Verantwortlichen gemerkt, dass sie etwas gegen die von Jahr zu Jahr steigende Zahl von Tagesbesuchern auf der Alm unternehmen mussten. Die Parkplätze wurden immer größer und der Verkehr belastete die idyllische Hochalm zusehends. Die Lösung war eine Seilbahn und ein Verbot, jawohl, man kann tatsächlich für das Gemeinwohl auch mal etwas verbieten, wenn es sinnvoll erscheint. Seit Eröffnung der Seilbahn dürfen Touristen nur dann mit ihrem PKW auf die Alm fahren, wenn sie dort eine Unterkunft gebucht haben. Und es funktioniert tadellos. An der Talstation gibt es genügend kostenfreie Parkplätze und die kostenlosen Busse fahren natürlich auch hierhin. Auf der Seiser Alm gibt es zusätzlich noch einen Shuttlebus, der bis an andere Ende der Alm fährt.
Wir haben uns für heute die Puflatsch-Runde vorgenommen, ein 9 km langer, moderater Rundweg mit wunderbaren Ausblicken in die umliegende Bergwelt. Theoretisch. Wenn es nicht so diesig wäre. Es ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit, bis 28 Grad in Seis und schwül. Ein nettes Gespräch mit dem Hotelier macht immer schlauer, denn nun wissen wir, dass Saharasand angeflogen kam, der seinen Teil zur schlechten Sicht beigetragen hat. Leider konnten wir die etwas entfernter liegenden Dreitausender nicht sehen und die Fotoausbeute bedarf einer Nachbearbeitung. Ich habe mit Bordmitteln versucht, den Dunstschleier wegzubekommen, aber so richtig klappt das erst zu Hause mit Lightroom. Also guckt euch die Fotos an, sie vermitteln jedenfalls einen kleinen Eindruck von der wunderschönen Berglandschaft.

Das Postkartenmotiv schlechthin, der Schlern mal aus einer ganz anderen Perspektive. Dieses Bergmassiv sieht immer wieder anders aus, je nachdem, wo man steht.

Die Almwiesen stehen in voller Blüte, im Vordergrund seht ihr die Alpenrosen-Teppiche.

Hier die Alpenrosen noch einmal von Nahem, da fällt dem Kenner doch sofort auf, dass sie aussehen wie Rhododendren. Genau so ist es, nur der Volksmund nennt sie Alpenrosen.

Und es geht weiter in der Botanik, hier seht ihr die Alpen-Anemone.

Und dann steht da plötzlich ein Pferd im Flur – äh – auf dem Weg. Kein Problem, wir verstanden uns gut und sind dann einfach weitergewandert.

Und dann die Kühe, aber die waren eingezäunt. Martin hat sie schon die ganze Zeit gerochen, also ihre Hinterlassenschaften.

Almhütten liegen verstreut auf den Wiesen, einige davon kann man auch mieten. Und das komische Ding etwas unterhalb der Bildmitte gehört zu Beschneiungsanlage. Ohne künstlichen Schnee gäbe es keine Wintersaison mehr auf der Seiser Alm.

Hier gab´s guten Kaiserschmarrn.

Viel Alm und im Hintergrund links der Langkofel und rechts, wie könnte es anders sein, der Plattkofel.

Jetzt muss ich doch mal überlegen, wann ich das letzte Mal dort war… vor 30 oder 40 Jahren? Damals war ich mit der Familie da, und wir sind über die Alm, von einer ausgedehnten Bergwanderung kommend, ins Tal hinab gestiegen. Da war es wirklich noch recht idyllisch. Ich hatte ja keine Ahnung, dass der Tourismus solche Ausmaße angenommen hat.
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