Die Küstenstraßen sind gut gefüllt und Parkplätze rar, also nehmen wir das Schiff als Beförderungsmittel. Vom Wasser aus hat man auch noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge. Mit der Tageskarte schippern wir zunächst vorbei an Surfern und Seglern nach Limone, der Zitronen wegen. Obwohl der Ortsname gar nichts mit Zitronen zutun hatte, sondern abgeleitet ist vom Begriff „Limen“ für Grenze. Auch die Kelten verwendeten bereits den Namen Limon, aber die ersten Zitronenbäume wurden erst im 17. Jahrhundert gepflanzt. Übrigens möchte ich an dieser Stelle aufräumen mit den Meldungen über einen austrocknenden Gardasee. Natürlich will ich den Klimawandel nicht in Abrede stellen, aber das Niedrigwasser des Frühjahrs ist mittlerweile nach etlichen Regenfällen wieder aufgefüllt, die Isola del Garda wird wieder mit dem Schiff angefahren und wenn man sich die Hafenbecken ansieht, sieht man eine Wasserlinie im normalen Bereich.

Bei Wassersportlern ist der Gardasee sehr beliebt, die Windverhältnisse kommen den Seglern und Surfern entgegen. Aber noch beliebter ist er bei den Radfahrern, sie tauchen überall mit ihren Mountainbikes auf, auf vollbesetzten Schiffen und in den engen Fußgängerzonen, wo manch ein Biker es nicht für nötig hält, mal abzusteigen. Nichts gegen den Radsport, ist auf jeden Fall die ökologisch beste Fortbewegungsart, nur manchmal eben nicht ganz passend.

Nach gut einer Stunde Fahrt erreichen wir Limone.

Die Zitrone ist hier allgegenwärtig, die Andenkenläden kennen nur die Farbe gelb, erstaunlich, was man alles zum Thema Zitronen produzieren kann.

Die Zitronen aus Limone gelten als besonders saftig und werden größer als die Früchte von anderswo.

In den engen Gassen drängeln sich die Besucher, aber das ist eben so, wenn sich auf engem Raum viele Menschen aufhalten. Die Schiffe sind zwar sehr voll, aber irgendwie schafft es doch jeder auf ein Boot und ergattert auch noch einen Platz im Ristorante oder einer schattigen Bar. Wir haben jetzt Hochsaison, aber noch mehr Touristen sollten es besser nicht mehr werden. Wir sind über unsere Wahl von Riva del Garda als Standort übrigens sehr zufrieden, denn hier ist viel mehr Platz für all´ die Besucher, natürlich ist der Ort auch größer und liegt nicht direkt an steilen Felsen.

Ein weiteres Highlight direkt gegenüber von Limone ist Malcesine, mit einem sanft ansteigenden Hinterland.

Blickfang ist das Castello Scaligero. Es war ursprünglich eine Langobardenburg, wurde aber mehrfach umgebaut, zuletzt von den Österreichern im 19. Jahrhundert.

Sehr beeindruckend, wie die Burg auf dem Fels erbaut wurde.

Der Palazzo dei Capitani wurde auf römischen Ruinen errichtet und später im venezianischen Stil umgebaut.

Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man Limone.

