Gibraltar very british

Wie ein Wachturm ragt der über 400 Meter hohe Felsen aus dem Meer und seine strategische Bedeutung erklärt sich von selbst, denn hier kontrolliert man alles, was ins Mittelmeer hinein- oder herausfährt. Das wusste schon die Kolonialmacht England, als sie den Felsen im 18. Jahrhundert zur Kronkolonie machte. Und den Spaniern war natürlich diese zur Festung ausgebaute Militärbasis ein Dorn im Auge. Immer wieder versuchten sie, den Felsen zu erobern, aber die Engländer wehrten sich erfolgreich. Sie konnten sogar jahrelanger Belagerung standhalten. Neuerlich wären die Briten geneigt gewesen, die Halbinsel an Spanien zurückzugeben, aber die Bevölkerung stimmte im Jahr 2002 zu 98% dagegen. Es ist sogar in der Verfassung von Gibraltar verankert, dass ein Anschluß an Spanien nur möglich ist, wenn eine Mehrheit der Gibraltanesier dafür stimmt. Infolge des Brexits gab es Verhandlungen über den Status und man konnte sich darauf einigen, dass die Grenze offen bleibt, die Einreise ist einfach mit Personalausweis möglich.

Es wird angeraten, den PKW auf der spanischen Seite zu parken und die Grenze zu Fuß zu überqueren. Das haben wir natürlich getan, wobei man die Landebahn des Flughafens überqueren muß. Da nicht gerade jede Minute ein Jet landet, war dies problemlos möglich. Viel Platz hat die Stadt mit ihren etwa 30.000 Einwohnern nicht, an der Mittelmeerseite ragt der Fels fast senkrecht in die Höhe und auf der Atlantikseite ist es zwar nicht ganz so steil, aber dennoch felsig. Also baut man in die Höhe. Aber eine Straße gibt es dennoch, die etwas von ihrem ursprünglichen Charme bewahrt hat, nämlich die zu einer Fußgängerzone ausgebaute Main Street. Dort gibt es genügend Möglichkeiten, zollfreie Waren einzukaufen, beliebt sind Spirituosen und Zigaretten oder auch Parfüm. Und natürlich gibt es an jeder Ecke Fish and Chips.

Man kann auch auf den Felsen hoch, entweder mit der Seilbahn oder zu Fuß, aber beides kostet ungefähr gleich viel, denn die nehmen für den Berg Eintritt. Da haben wir uns für die Seilbahn entschieden. Mehr gibt es dann auch nicht zu unternehmen in Gibraltar und ob sich denn nun ein Besuch lohnt, mag jeder selbst entscheiden. Wir fanden es ganz interessant, diesen Ort mit eigenen Augen gesehen zu haben, zumal wir ja ganz in der Nähe Urlaub machen. Extra hinfahren muß man nicht unbedingt.

Übrigens, die Einwohner von Gibraltar heißen Gibraltarer, ich finde aber Gibraltanesier viel schöner.

Zu Fuß nach Gibraltar überquert man die Start- und Landebahn des Flughafens
Oder man nimmt den Doppeldeckerbus, übrigens ist auf Gibraltar Rechtsverkehr, an den Fußgängerüberwegen steht überall “look left“

Kein Flieger in Sicht, wir mussten nicht rennen

Unterwegs auf der Main Street
Blick in Richtung Spanien
Blick zurück von La Linea, Spanien, aus

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