Wir nehmen den Königsweg

Man nennt ihn den “Caminito del Rey“ und zwar nur deshalb, weil König Alfons VIII ihn anläßlich seiner Einweihung im Jahre 1921 inspizierte und die Hängebrücke am Ende des Bergpfades überquerte. Es waren allerdings nicht touristische Gründe, die zum Bau dieses Weges in schwindelnder Höhe geführt hatten, sondern es wurden Zugänge zu einem Kanalsystem benötigt, die zwei naheliegende Talsperren speisten und die regelmäßig kontrolliert werden mussten. Zunächst war es ein Pfad auf Planken, später wurde er mit Eisenträgern befestigt. Er führt in einer Höhe von etwa 100 Metern an senkrechten Felswänden entlang. An Geländer war damals nicht zu denken, allein beim Gedanken daran wird mir schon schwindelig.

In Laufe der Jahrzehnte verfiel der Weg zusehends, für die Wasserwirtschaft wurde er nicht mehr benötigt, aber unter Kletterern wurde er immer beliebter. Als es zu Anfang des Jahrtausends zu tödlichen Unfällen kam, wurde der Weg gesperrt und erst 2015 neu eröffnet. Ungefähr zwei Meter über dem ursprünglichen Weg wurde ein komplett neuer und sicherer Bohlenpfad errichtet und nun für Touristen freigegeben. An manchen Stellen kann man den alten Pfad noch sehen. Es wird nur eine begrenzte Zahl von Touristen pro Tag zugelassen, man muß sich also vorher anmelden. In kleinen Gruppen geht es dann mit oder ohne Guide, aber immer mit Helm, den acht Kilometer langen Weg durchs Gebirge, nur in eine Richtung. Der Pfad ist knapp zwei Meter breit, da macht die Einbahnregelung Sinn. Man geht teilweise durch lichten Pinienwald, insgesamt drei Kilometer sind in schwindelnder Höhe zu absolvieren.

Das Beste kommt zum Schluß: eine Hängebrücke quert das Ende der Schlucht. Hier gibt es kein Zurück mehr, siehe Einbahnregelung, und man müsste ja die kompletten acht Kilometer wieder zurück. Also Augen zu und drüber, für Schwindelfreie auch: Handys raus, Selfies machen, runterspucken und Spaß haben. Für mich: Augen geradeaus, nicht rechts und links gucken, runter schon gar nicht und auf das Ende hoffen, der Brücke natürlich.

Insgesamt ein tolles Erlebnis in einer grandiosen Bergwelt, mitten im Fels und unglaublich tiefen und engen Felsschluchten. Nur bei gutem Wetter empfehlenswert!

Immer an der Wand lang
Die Schluchten mal enger, mal weiter
Hier sieht man den inzwischen baufälligen Originalweg
Dieses Tal haben wir auf festem Boden durchquert
Und dann wieder in den Fels
Das Schmankerl zum Schluß – eine leicht schwingende Hängebrücke. Rechts davon noch die historische feste Brücke, baufällig!
Dann um die letzte Ecke und geschafft!
Geschafft!

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2 Antworten zu Wir nehmen den Königsweg

  1. Andrea schreibt:

    So wunderschön dort. Auch die Gegend rund um den Camino ist echt wundervoll. Bei mir sind es noch 48 Tage….dann bin ich endlich wieder in Estepona

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  2. Roland schreibt:

    Herrlich, das wäre genau mein Weg. Nur ich hätte ihn alleine gehen müssen da Christina mich für kein Geld der Welt begleitet hätte. Habt weiterhin tolle Momente und lasst uns daran teilhaben

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