Das ist jedenfalls unsere Hoffnung, endlich mal diese lustigen Vögelchen beobachten zu können. Obwohl ein Bootsausflug auf die Westmännerinsel auch ohne Puffins lohnend wäre. Denn im Jahre 1973 ereilte die Insel ein schreckliches Schicksal, ein bis dahin unauffälliger Vulkan brach mit einer gewaltigen Eruption aus und gestaltete die Insel völlig neu. 400 Häuser wurden zerstört und mutige Männer konnten mit Barrieren verhindern, dass die Lava bis in den Hafen floss. Heute ist die Insel ein beliebtes Ausflugsziel, das hübsche Städtchen Heimaey mit seinen Cafés und Restaurants füllt sich jeden Tag mit Besuchern. Während der Puffin-Saison von Ende April bis August kommen natürlich viele zur Vogelbeobachtung her.
Das Wetter spielt mit, sonnig und nicht ganz so stürmisch wie gestern, beste Voraussetzungen also. Das Schiff ist pünktlich und wir haben vier Stunden Zeit, auf der Insel nach den Papageitauchern zu suchen. Der beste Platz ist am südlichen Ende der Insel, aber wir verschwenden unsere Zeit damit, eine Tourist Info zu finden, um eine Wanderkarte oder wenigstens eine Übersichtskarte der Insel zu bekommen, denn so übersichtlich ist das Gelände nicht, dass man einfach loslaufen könnte. Eine Karte gibt es nicht und wir entschließen uns kurzerhand für eine Taxifahrt zum Puffin Lookout.
Ein gute Entscheidung, der Weg nach Süden zieht sich und so haben wir genügend Zeit vor Ort, um die lustigen Vögel zu suchen. Geduld wird belohnt, es sind nicht allzu viele Vögel zu Hause, die meisten sind tagsüber auf Nahrungssuche auf dem Meer unterwegs. Aber ab und zu zeigt sich mal einer, und ich hatte Glück, als sich ein freundlicher Puffin direkt unterhalb der Aussichtsplattform ins Gras setzte. Und sich von allen Seiten betrachten ließ, einfach schön diese lustigen Vögelchen.
Mit den Filmaufnahmen hat es nicht so geklappt, was aber daran lag, dass Martin seine Actioncam im Ort liegen gelassen hatte und mit dem Taxi gleich wieder zurückfahren musste, um sie zu suchen. Da waren alle Aufnahmen des ganzen Urlaubs drauf, das wäre ein herber Verlust gewesen. Doch hier leben ehrliche Menschen und die Camera lag noch auf dem Stromkasten, wo Martin sie abgelegt hatte. Darauf trinken wir heute Abend einen, und zwar im Hotel Stracta in Sella beim Fußballspiel. Zum heutigen Tag passt, dass unsere Mannschaft tatsächlich überzeugend aufgespielt hat, so kann es weitergehen.

Anspruchsvolle Einfahrt in den Hafen von Heimaey, das Schiff muss um die Felsen herumgezirkelt werden.

Die Insel ist grasgrün, es regnet genug, um alles in saftigem Grün erscheinen zu lassen.

Wir haben heute einen Traumtag erwischt, sonnig bei 16 Grad und kaum Wind, ungewöhnlich für die Westmännerinsel.

Suchbild: wer findet den Elefanten?

Voilá: Der Star des Tages. Neben der Fußballnationalmannschaft natürlich.

Hier sieht man das Lavafeld vom großen Ausbruch 1973, inzwischen holen sich die Lupinen das Land zurück.

Eine Augenweide!

Ein Nachtrag von gestern: der Seljalandsfoss.

Wenn man keine Angst vor Wasser hat, kann man hinter dem Wasserfall entlang laufen.
