Weinanbau ist ein großes Thema auf Lanzarote, der vulkanische Boden ist reich an Mineralstoffen und die Sonne sorgt für die nötige Süße der Trauben. Allerdings ist der Anbau ungleich schwerer, als wir es von den heimischen Weinbergen kennen. Vor allem der fehlende Regen erfordert viel Wissen um die Bedürfnisse der Pflanzen, um sie trotzdem anbauen zu können. Künstliche Bewässerung ist kein großes Thema, denn es gibt ohnehin kaum Trinkwasser auf Lanzarote. Ein natürliches Vorkommen gibt es noch im Norden der Insel, ein unterirdischer See, der aber schon stark zurückgegangen ist. Der hohe Wasserverbrauch auf der Insel, natürlich vor allem in den touristischen Zentren, wird heute durch eine Meerwasserentsalzungsanlage gedeckt. Doch die ist natürlich energieintensiv.
Aber die Weinbauern haben ihre Anbaumethoden den Gegebenheiten angepasst. Sie pflanzen ihre Rebstöcke in kreisrunde Mulden, die Pflanzen wurzeln in 60 cm Tiefe im fruchtbaren Mutterboden. Um die Mulden herum werden meist halbkreisförmige Mäuerchen aus Lavagestein errichtet, um die Pflanzen gegen den permanenten Wind vor Austrocknung zu schützen. Die Mulden haben den Vorteil, dass sich Feuchtigkeit, wie der morgendliche Tau, am Rebstock sammeln kann. Diese Anbaumethode prägt das Landschaftsbild der zentralen Hochebene von Lanzarote und entlang der sie durchquerenden Landstraße gibt es zahlreiche Bodegas. In erster Linie wird Weißwein angebaut, wir haben am liebsten den trockenen Malvasier getrunken. Übrigens kann man nicht gerade von Schnäppchen sprechen, wenn man in einer Bodega Wein kaufen möchte. Unter 18 Euro die Flasche haben wir keinen Wein gesehen. Wenn man natürlich bedenkt, dass die Winzer alles in Handarbeit machen müssen, haben sie wahrscheinlich Recht, wenn sie sich ihre Mühen versilbern lassen. Allein wenn ich bedenke, dass sie sich immer sehr tief bücken müssen, bei der Pflege wie bei der Ernte, bekomme ich schon Rückenschmerzen.
Mein Knie heilt gut und eine kleine Wanderung auf ebenen Lavawegen ist genau das Richtige. Hier läuft man wie auf einem dicken Teppich, denn die Lava ist hier fein gemahlen wie Split, den wir vom Straßenbau kennen.

Typisches Landschaftsbild der zentralen Ebene auf Lanzarote.

Unsere Finca liegt inmitten des Weinanbaugebietes La Geria.

Der älteste Weinanbaubetrieb geht zurück auf das Jahr 1775. Den Hahn hat übrigens, na wer wohl, entworfen? Natürlich, César Manrique.

Es gibt neuerdings auch diese Variante, Mauern zu bauen, längst nicht so schön wie die runden Mulden, wie ich finde.


Die Rebstöcke fangen gerade erst an, auszuschlagen, manche liegen noch in ihrem Winterschlaf.


Für manche hat es auch etwas meditatives, wahrscheinlich muss man nur lange genug hinschauen…

Da gucke ich mir lieber die Blümchen am Wegesrand an.
