Auf den Spuren von César Manrique

Das Wetter hat sich grundlegend geändert, der Wind hat auf Osten umgeschaltet und somit weht uns die warme Luft aus Afrika um die Nasen. Das Thermometer erreicht heute 28 Grad, was an sich sehr schön ist, wir können jetzt am Abend draußen sitzen, die Sonne ist schon längst untergegangen. Der Wermutstropfen ist, dass mit der Wärme auch immer etwas Sand vom schwarzen Kontinent herüberweht , also ist es so diesig, dass Landschaftsaufnahmen heute keinen Sinn machen. Übrigens nennt man diese Wetterlage Kalima. Das passiert jetzt immer häufiger, so alle vier bis sechs Wochen und dauert einige Tage.

Mein Knie bedarf noch etwas Schonung, deshalb haben wir heute zwei Manrique Museen besucht. Eigentlich handelt es sich in beiden Fällen um Wohnhäuser, die er für sich selbst gestaltet hat. Das erste Gebäude hat er schon bald zum Sitz seiner Stiftung gemacht, nachdem er sich 1986 weiter abseits in den Bergen einen ländlichen Wohnsitz erschaffen hat. Leider konnte er sein letztes Haus nur wenige Jahre bewohnen, denn 1992 erlag er seinen Verletzungen infolge eines Autounfalles.

Wir beginnen am letzten Haus, das er bis zum Schluß bewohnt hat. Auf den Grundmauern eines traditionellen Bauernhauses erbaute er seinen Wohnsitz unter Verwendung möglichst natürlicher Materialien.

Der Eingang zum letzten Wohnhaus in Haría. Er hatte das Grundstück mit einem Bestand an alten Palmen schon viele Jahre zuvor gekauft und Ende der 1980er Jahre nach seinem Geschmack ausgebaut.

Am Eingang steht dieser Seat, ihn hatte Manrique anlässlich eines Autosalons in Barcelona bemalt und durfte ihn anschließend behalten. Tatsächlich fahren derzeit noch ein paar Autos mit dieser Bemalung für eine Autovermietung über die Insel.

Das Wohnzimmer mit anschließendem großzügigen Essbereich.

Manrique lässt sich nicht einfach einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. Er verstand sich als Gestalter von Natur und Umwelt, dazu gehörten neben der Architektur auch Malerei und gestaltende Kunst. Hier sind allerdings einheimische Töpferarbeiten zu sehen.

In einem Nebengebäude hatte Manrique die Werkstatt untergebracht. Hier wurde nach seinem Tode nichts verändert, das begonnene Gemälde steht noch so auf der Staffelei, wie der Künstler es verlassen hatte. Hinten rechts ein vergrößertes Foto von ihm.

Den Eingang zu seinem ehemaligen Wohnhaus in der Nähe von Arrecife ziert eines seiner Windspiele, die sich auch an markanten Punkten der Insel finden. Noch zu Lebzeiten hatte Manrique hier seine Stiftung untergebracht und die Wohnräume zum Museum umgestaltet.

Dieses Gebäude errichtete Manrique in einem Lavafeld. Er entdeckte darin einen Feigenbaum, der in einem Lavaschacht bis an den Rand nach oben gewachsen war. Dies inspirierte ihn dazu, sein Gebäude nicht nur ebenerdig zu bauen, sondern auch Hohlräume im Untergrund zugänglich zu machen und als Wohnraum nutzbar zu machen. Ein Pool musste immer dabei sein, das Element Wasser durfte nie fehlen.

Solche Gänge verbinden die einzelnen Wohnbereiche, man könnte sie auch Höhlen nennen. Das ist aber auf keinem Fall despektierlich gemeint.

Auch hier wächst ein Baum nach oben zum Sonnenlicht.

Zum Abschluss noch drei Keramiken des Künstlers.

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