Archiv der Kategorie: Mit Zwischenstopps nach Elba

Arrivederci Italia

Auch eine Italienreise geht viel zu schnell vorbei, wie eigentlich alle Reisen. Wir waren in dem klassischen Reiseland schlechthin unterwegs. Es war äußerst abwechslungsreich, allen Zielen gemein war die spürbare Herzlichkeit der Italiener, besonders wenn wir uns mit ein paar Brocken Italienisch abgemüht haben. Und was uns besonders gefällt, ist natürlich die Kaffeekultur. Überall schmeckt der Cappuccino bestens, egal ob wir 1,20 Euro bezahlt haben wie in Mantua oder auch schonmal 2,50 Euro, was immer noch günstiger ist als zu Hause. Und dass wir die malerischen Altstädte lieben, habt ihr bestimmt bemerkt.

Nicht zuletzt lieben wir die italienische Küche, ich konnte alle meine Lieblingsgerichte probieren, von Spaghetti Vongole bis Risotto Tartufo, alles lecker. Wir haben übrigens neben dem Aperol Sprizz noch zwei Getränke entdeckt, die wir euch empfehlen können, falls ihr mal etwas anderes trinken möchtet: Limoncello Sprizz (leider kommt der nicht aus Limone) und San Bitter Rosso, sieht ähnlich aus wie Aperol ist aber alkoholfrei.

Was war noch? Wir konnten in Italien problemlos an den Elektrosäulen laden. Karte vorhalten, Stecker rein und fertig. Bei uns funktioniert jede Säule anders, man muss jedes mal die Bedienungsanleitung lesen, ob zuerst der Hebel runter oder die Karte rein, in welcher Reihenfolge das Kabel, erst am Auto oder erst am der Säule, das ist zum Mäuse melken. Wir machen’s richtig kompliziert und die Italiener machen’s richtig einfach. Bravissimo!

Und noch ein Tipp zum Dresscode. Martin sagt, der Italiener geht mit langer Hose und auf Hochglanz geputzten Schuhen zum Abendessen. Ich sage, bei 28 Grad im Schatten kommt auch der schnieke Italiener in kurzen Hosen. Wer hat Recht? Also sitzen wir jeden Abend nach dem Essen gemütlich irgendwo rum, bei einem Sprizz oder San Bitter, und zählen. Jawohl, Statistik für Anfänger, ohne Excel und Extrapolation. Da hat man an so einem lauen Sommerabend gut zu tun, die halbe Stadt ist auf den Beinen. Das Problem ist nur, die Anzahl der kurzen Hosen steht in reziproker Relation zu den vorher getrunkenen Rotweinen oder Aperols. Die Antwort ist also ganz klar, es gehen weitaus mehr Männer in kurzen Hosen, und sehen darin gar nicht mal schlecht aus. Übrigens auch Martin, er lässt die lange Hose jetzt auch im Schrank hängen, würde aber nie zugeben, dass dies etwas mit der Statistik zu tun hat.

So, das war´s mal wieder, danke für eure Reisebegleitung und ciao bis zur nächsten Reise.

Hier noch ein paar Bilder von unserem kunterbunten und komfortablen Hotel in Riva del Garda. Unser Zimmer lag im 1. Stock des modernen Anbaus.

Eine Insel im Gardasee

Die Isola del Garda befindet sich in Privatbesitz und kann nur im Rahmen einer organisierten Tour besucht werden. Wir sind ja lieber individuell unterwegs, aber in diesem Fall haben wir uns doch für die Tour entschieden und es war eine gute Entscheidung! Die Geschichte der Insel ist durchaus interessant und die verspielt-romantische Villa sehenswert. Drumherum gibt es gepflegte Gartenanlagen und dazu muss man wissen, dass ein Teil der etwa 1 km langen Insel felsig war und erst im 19. Jahrhundert eine Mauer gebaut wurde, um mit Erde aufzufüllen. Kaum zu glauben, wenn man heute die Bäume bestaunt, denen man nicht ansieht, dass sie auf Fels stehen.

Die ersten Bewohner der Insel waren Mönche, später wechselte die Insel des öfteren den Besitzer, zuletzt kauft es ein wohlhabender Graf, der in Venedig eine russische Adelige heiratete. Sie war von der Architektur Venedigs so angetan, dass die Villa auf der Gardaseeinsel im venezianisch-maurischen Stil umgebaut und erweitert wurde. Heute befindet sich die Insel noch immer im Besitz der Familie Borghese Cavazza, in fünfter Generation. Derzeit gehört der Besitz den sieben Geschwistern gemeinsam, drei von ihnen leben zusammen mit der Mutter ständig auf der Insel, die anderen kümmern sich um die Besitzungen der Familie an Land, darunter einen Landsitz mit Zimmern für Urlauber, einen Campingplatz und eine Reitschule. Sie sind durchaus bürgerlich aufgestellt, zum Beispiel ist eine Gräfin Englischlehrerin. Alls zusammen sorgen dafür, dass die Insel mit den gepflegten Gärten und der Villa erhalten bleibt, was nicht zuletzt durch die Besucher finanziert wird.

Unsere Tour beginnt in Maderno, von hier aus bringt uns ein Boot zur Insel.

Das Anwesen vom Wasser aus, der Dogenpalast in Venedig diente sozusagen als Vorlage. Das einfache unterste Geschoss wurde für die Angestellten erbaut, auch befanden sich dort die Küche und Waschräume. Heute leben dort Familienangehörige.

An Samstagen kann die Insel nicht besichtigt werden, dann werden hier Hochzeiten ausgerichtet.

Die Gartenanlagen wurden von allen Generationen der Familie gepflegt, auch heute sind unter den neun Festangestellten auch vier Gärtner.

Traditionelle Gartenanlagen, streng geometrisch, umrahmen die Villa.

Im aufgeforsteten Teil wächst dichter Wald und sogar Sumpfzypressen. Ich gebe zu, die kannte ich vorher auch nicht.

An schließend blieb noch Zeit für einen kurzen Besuch in Saló.

Um Riva del Garda herum

Es sind nicht die Top-Sehenswürdigkeiten, aber dennoch ist die nähere Umgebung von Riva interessant genug für Ausflüge. Altes Gemäuer ist immer dabei, ob als Dorf oder Städtchen oder eine der vielen Burgen und natürlich Berge, üppig bewachsen und saftig grün. Wir sind zwar im sonnigen Süden, aber trotzdem gibt es immer noch genügend Regen, zum Beispiel heute. Erst gegen 14 Uhr sind wir aufgebrochen, im strömenden Regen geht man auch im Urlaub nicht gern vor die Tür.

Arco liegt nur wenige Kilometer nördlich von Riva, eine sehenswerte Altstadt und mittendrin ein 150 Meter senkrecht aufragender Felsen mit einer Burg obendrauf. Da sind wir gleich mal hochgeklettert. Von der Burg ist nicht viel übrig geblieben, nachdem die Franzosen eingefallen sind und Riva erobert haben. Das war 1703 und anschließend schossen sie die Burg vom gegenüberliegenden Berg aus in Schutt und Asche.

Die Burganlage zieht sich über den gesamten Felsen und konnte nach allen Seiten gut verteidigt werden, aber den Kanonen der Franzosen hielt sie nicht stand, zwei Türme sind in Teilen erhalten geblieben.

Arco hat einen historischen Stadtkern, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte.

Der Gardasee im Hintergrund lässt sich mehr erahnen, als dass man ihn sieht.

Weit unten liegt der Gardasee etwas im Dunst.

Etwas weiter in den Bergen liegt der kleine, aber malerische Tennosee. Er ist vor etwa 1.000 Jahren durch einen Erdrutsch entstanden, der seitdem das Flüsschen Rio Secco aufstaut. Ein Spazierweg führt rund um den See, in dem man auch baden kann, wenn man mit 21 Grad Wassertemperatur zufrieden ist. Der See ist übrigens tatsächlich türkis!

Ganz in der Nähe liegt das Bergdörfchen Canale di Tenno. Nach dem 2. Weltkrieg lag es verlassen da und wurde erst in den Sechzigerjahren wiederentdeckt. Künstler waren die Ersten, die sich hier wieder niedergelassen haben und das Dorf zu einem der schönsten Italiens machten. Man fühlt sich zurückversetzt ins tiefste Mittelalter, wenn man durch die niedrigen Bogengänge und die steilen Gassen geht.

Jetzt fahrn wir übern See

Die Küstenstraßen sind gut gefüllt und Parkplätze rar, also nehmen wir das Schiff als Beförderungsmittel. Vom Wasser aus hat man auch noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge. Mit der Tageskarte schippern wir zunächst vorbei an Surfern und Seglern nach Limone, der Zitronen wegen. Obwohl der Ortsname gar nichts mit Zitronen zutun hatte, sondern abgeleitet ist vom Begriff „Limen“ für Grenze. Auch die Kelten verwendeten bereits den Namen Limon, aber die ersten Zitronenbäume wurden erst im 17. Jahrhundert gepflanzt. Übrigens möchte ich an dieser Stelle aufräumen mit den Meldungen über einen austrocknenden Gardasee. Natürlich will ich den Klimawandel nicht in Abrede stellen, aber das Niedrigwasser des Frühjahrs ist mittlerweile nach etlichen Regenfällen wieder aufgefüllt, die Isola del Garda wird wieder mit dem Schiff angefahren und wenn man sich die Hafenbecken ansieht, sieht man eine Wasserlinie im normalen Bereich.

Bei Wassersportlern ist der Gardasee sehr beliebt, die Windverhältnisse kommen den Seglern und Surfern entgegen. Aber noch beliebter ist er bei den Radfahrern, sie tauchen überall mit ihren Mountainbikes auf, auf vollbesetzten Schiffen und in den engen Fußgängerzonen, wo manch ein Biker es nicht für nötig hält, mal abzusteigen. Nichts gegen den Radsport, ist auf jeden Fall die ökologisch beste Fortbewegungsart, nur manchmal eben nicht ganz passend.

Nach gut einer Stunde Fahrt erreichen wir Limone.

Die Zitrone ist hier allgegenwärtig, die Andenkenläden kennen nur die Farbe gelb, erstaunlich, was man alles zum Thema Zitronen produzieren kann.

Die Zitronen aus Limone gelten als besonders saftig und werden größer als die Früchte von anderswo.

In den engen Gassen drängeln sich die Besucher, aber das ist eben so, wenn sich auf engem Raum viele Menschen aufhalten. Die Schiffe sind zwar sehr voll, aber irgendwie schafft es doch jeder auf ein Boot und ergattert auch noch einen Platz im Ristorante oder einer schattigen Bar. Wir haben jetzt Hochsaison, aber noch mehr Touristen sollten es besser nicht mehr werden. Wir sind über unsere Wahl von Riva del Garda als Standort übrigens sehr zufrieden, denn hier ist viel mehr Platz für all´ die Besucher, natürlich ist der Ort auch größer und liegt nicht direkt an steilen Felsen.

Ein weiteres Highlight direkt gegenüber von Limone ist Malcesine, mit einem sanft ansteigenden Hinterland.

Blickfang ist das Castello Scaligero. Es war ursprünglich eine Langobardenburg, wurde aber mehrfach umgebaut, zuletzt von den Österreichern im 19. Jahrhundert.

Sehr beeindruckend, wie die Burg auf dem Fels erbaut wurde.

Der Palazzo dei Capitani wurde auf römischen Ruinen errichtet und später im venezianischen Stil umgebaut.

Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man Limone.

Einmal am Gardasee

Oder jedes Jahr – da gehen die Meinungen auseinander. Aber Tatsache ist, dass die Deutschen den größten See Italiens schätzen, die Süddeutschen stellen hier das größte Kontingent an Touristen. Da haben wir tatsächlich eine touristische Bildungslücke bei uns entdeckt und die wollen wir jetzt schnell schließen. Wir haben uns in Riva del Garda einquartiert und wollen in den nächsten vier Tagen die Region erkunden. Die Stadt am Nordufer gefällt uns ausnehmend gut, eine autofreie Altstadt lädt ein zum gemütlichen Bummeln. Riva hat einen mondänen Touch mit Palazzi und Grand Hotels, die schon den Beginn des Gardaseetourismus Anfang des letzten Jahrhunderts erlebt haben. Aber schaut selbst.

Das Nordufer des Gardasees wird von hohen Bergen eingerahmt.

Das Wahrzeichen der Stadt, der Torre Apponale.

Das Wasserschloss Rocca di Riva, heute ein Museum.

Der Blick auf den See ist top!

Von Riva aus erreicht man alle wichtigen Orte mit dem Schiff.

Es gibt genügend Gastronomie für die vielen Besucher, die jetzt zur Hochsaison hier ihren Urlaub verbringen.

Die reich verzierten Gebäude lassen auf wohlhabende Einwohner schließen.

Und genügend Geschäfte zum Shoppen sind auch vorhanden.

Arrivederci Elba!

Heute war unser letzter Tag auf der Insel, Zeit für ein Fazit. Elba ist eine vielseitige Ferieninsel mit vielen, kleinen Dörfern und Küstenorten. Die Strände sind nur im Süden sandig und etwas größer, sonst gibt es Kiesstrand und Felsenküste. Ist ja nicht schlimm, muss man nur wissen. Aber jeder kann für seinen Geschmack den passenden Ort finden, auch wir haben „unser“ Plätzchen am Wasser entdeckt und dort den letzten Tag verbracht. Bei strahlend blauem Himmel und 28 Grad im Schatten. Glasklares und wohltemperiertes Wasser, kein Gedränge am Strand, was will man mehr!

Und unseren Cappuccino bekommen wir hier auch.

Man kann sogar den höchsten Berg der Insel sehen, den Monte Capanne (1.016 m).

Ein letzter Bummel durch die Altstadt, morgen geht es weiter zu einem See. Nur so viel sei verraten: wir fahren in nördlicher Richtung, Ciao!

Auf den Spuren Napoleons

Es war eine dramatische Flucht von Paris nach Elba. Napoleon sollte unerkannt bleiben auf der Fahrt durch Frankreich und es musste schnell gehen. Der abgesetzte Kaiser musste quasi mit der Aktentasche unterm Arm fliehen. Auf Elba allerdings wurde er mit offenen Armen empfangen, wer kann schon einen Kaiser aufnehmen, vor allem wenn man wie die Elbaner eher im Schatten von Glanz und Gloria lebte. Doch wo bringt man auf die Schnelle einen Kaiser a.D. unter? Die ersten Nächte musste sich Napoleon mit einer eilig hergerichteten Kammer im Rathaus zufrieden geben. Aber sofort wurde mit dem Bau einer Stadtvilla begonnen, oberhalb von Portoferraio. Nach nur vier Wochen Bauzeit soll Napoleon eingezogen sein, allerdings waren da noch längst nicht alle Räume fertig. Aus Paris wurde Mobiliar herangeschafft und auch 2.000 Bücher aus seiner Bibliothek, der Mann war gebildet und belesen.

Und er machte sich auch nützlich, so ein Kaiser ist es ja gewohnt, Anweisungen zu geben. Zum Wohle des Volkes natürlich. Er sorgte zum Beispiel für den Bau einer Kanalisation und gab der Landwirtschaft Impulse. Aus seiner Heimat Korsika ließ er Setzlinge kommen und forstete auf.

Freundlicher Empfang auf Elba

Die kaiserliche Stadtvilla mit Blick zum Meer und zum Hafen hinunter.

Natürlich braucht so ein Kaiser auch repräsentative Empfangsräume und da muss es gülden glänzen.

Das intime Speisezimmer, Bankette konnte er nicht mehr ausrichten.

Des Königs Bett, das er seiner Schwester überließ, als diese von der Toskana zu Besuch kam. Mittlerweile war die Schlafstatt mit kaiserlichem Baldachin aus Paris angekommen.

Das Arbeitszimnmer mit Bücherwand.

Aber so ein Kaiser braucht natürlich auch einen Landsitz, wohin er sich an heißen Tagen zurückziehen kann. Es gab nur ein Problem: er hatte kein Geld. Seine vereinbarte Apanage war nicht eingetroffen, aber da sprang seine wohlhabende Schwester ein und kaufte ihm ein stadtnahes Grundstück und ließ darauf eine Landvilla errichten. Auf dem Foto ist ein Gebäude mit Säulen zu erkennen, welches erst einige Jahre später als Galerie errichtet wurde. Das Gebäude dahinter ist Napoleons Villa.

Eher bescheiden, der Landsitz, im Untergeschoß Küche und Wirtschaftsräume, im oberen Stockwerk Empfangsräume und zwei Schlafgemächer.

Tolle Aussicht bis nach Portoferraio. Eigentlich hätten der Kaiser hier seinen Lebensabend verbringen können, doch was ein echter Imperator ist, gibt keine Ruhe. Nur gut 10 Monate hielt er es auf Elba aus, dann wollte er es nochmal wissen. Aber er scheiterte gründlich und die nächste Verbannung war endgültig und so weit weg wie es ging: nach St. Helena im Südatlantik, wo er auch verstarb.

Die Farben von Elba

Heute ist Ausflugstag, wir umrunden den Westteil der Insel. In der Mitte erhebt sich der mit 1000 Metern höchste Berg Elbas und die Küstenstraße führt um diesen Berg herum. Die Insel ist komplett bewaldet, scheinbar waren die Elbaner keine Seefahrer und mussten daher ihre Wälder nicht roden. Die Küste ist steil und felsig, nur an ganz wenigen Stellen kommt man mit dem Auto an eine kleine Bucht. Badeenthusiasten parken an den wenigen Stellen, die dazu geeignet sind und klettern dann hinab zu den meist felsigen Stränden. Aus dem Alter sind wir raus. Dafür kraxeln wir aber mit Begeisterung in Bergdörfern herum und finden immer eine Bar, die köstlichen Cappuccino für uns brüht. Diese Küstenstraße bietet nur an wenigen Stellen Aussicht aufs Meer, eben wegen des dichten Waldes. An der Südküste gibt es sogar Sandstrand und einen hübschen Badeort an einer weiten Bucht, da haben wir die kurvige Bergstraße schon hinter uns gelassen.

Und hier sind sie, die Farben von Elba: Blau und türkis das Meer, weiß die Felsen und grün der Wald.

Poggio und Marciana sind die bekanntesten Bergdörfer Elbas.

In Richtung Südküste gibt es die ersten kleinen Dörfer an der Küste.

Und wenn die Sandstrände beginnen, wird es gleich turbulent am Strand. Wir haben ein neues Adjektiv erfunden, als wir diesen Strand sahen: „zugeschirmt“.

Hier ist noch Platz für alle, in Marina di Campo.

Verbannt auf Elba

Keine Sorge, nicht wir wurden hierher verbannt, sondern der berühmteste Korse, nach seinem Waterloo. Wir sind freiwillig hier um die Insel zu erkunden und im Meer zu baden. Napoleon hielt es ein Dreivierteljahr aus, dann zog er weiter. Elba war schon in der Frühzeit besiedelt, das lag auch an seinen reichen Eisenerzvorkommen. Natürlich hinterließen auch die Römer ihre Spuren, es gibt die Überreste einer römischen Villa zu besichtigen. Der Tourismus setzte in den 50er Jahren ein und heute fahren die Autofähren unablässig zwischen Festland und Insel hin und her. Und wenn ein Kreuzfahrtschiff anlegt, kommen gleich 2500 Touristen oder mehr. Aber so groß ist diese Insel gar nicht, etwa 27 km lang und maximal 18 km breit. Durch die zerklüfteten Berge, die bis zu 1.000 Meter hoch aufragen, schlängeln sich enge Sträßchen. Es gibt hübsche Bergdörfer und vor allem Badebuchten, die sich rund um die Insel verteilen. Allerdings sind die schönsten Badeplätze schwer zugänglich, man muß steile Einstiege überwinden. Aber das größere Problem sind die fehlenden Parkplätze. Es gibt nur wenige Haltebuchten und die sind schon früh am Tag voll belegt. An den weniger berühmten Buchten findet man aber Plätze zum Baden, das Wasser ist angenehm temperiert und liefert eine willkommene Abkühlung bei meist 30 Grad im Schatten.

Blick auf den Hauptort Portoferraio

Bestens zugänglich: die ortsnahen Badestrände, hier Cavo an der Nordküste

In Porto Azzuro

Rio nell´Elba in den Bergen gelegen und enge Gassen als Herausforderung.

Hier mussten wir durch, und unser Auto ist 1,83 m breit. Martin hat es geschafft, ohne Kratzer!

Bougainvilleas fühlen sich wohl hier.

Hier haben wir lecker Fisch gegessen, im Ristorante Mare. Wer hat sich nur diesen Namen einfallen lassen?

Mantua, Mantua!

Torquato Tasso wusste schon 1586:

„This is a wonderful City, it would be worth travelling one thousand miles to see it“.

Und dabei gab es damals noch keinen Aperol Sprizz und Cappucchino. Damit ist auch schon alles gesagt über diese Stadt. Viele historische Gebäude, pittoreske Altstadt, Bars und Trattorias. Genuss für Leib und Seele. Aber auch eine schweißtreibende Angelegenheit bei 30 Grad im Schatten. Da geht man doch lieber auf der Schattenseite der Straße und freut sich über die vielen Bogengänge. UNESCO Welterbestadt ist sie zu recht, sakrale Bauwerke sowie zwei Paläste, der Palazzo Ducale mit 450 Räumen als Sitz der Adelsfamilie Gonzaga sowie deren Lustschloss Palazzo del Te. Kaiser Karl V. machte sie zu einer der bedeutendsten Herrscherfamilie Italiens. Vor allem die Malereien in den beiden Palazzos sind sehenswert, Einrichtungsgegenstände sind nicht erhalten geblieben.

Im Palazzo Ducale

Eines muss ich noch loswerden. Mantua ist die Stadt der Müllmänner! Immer wenn wir uns irgendwo niedergelassen haben, um unseren Wasserhaushalt aufzufüllen oder weil wir Hunger hatten, kamen mittelgroße Müllautos vorbeigefahren. Und nicht nur eines, in einigem Abstand fuhren bis zu acht Müllautos vorbei, hielten auch mal an, um Müllsäcke oder Pappkartons aufzuladen. Und das nicht nur am Samstag, sondern auch heute, an einem Sonntag im katholischen Italien!

Morgen kommt die nächste Etappe in Richtung Süden, die Insel ruft.

Die Meteorologie und wir

Unser letzter Tag in Südtirol beginnt mit Gewitter und Regen, also können wir erst am Mittag losziehen. Unser Ziel ist heute die Seceda, ein 2.519 m hoher Berg bei St. Ulrich. Wir nehmen die Seilbahn nach oben und wollen über die Alm zurückwandern. Es ist nicht gerader strahlender Sonnenschein, aber nach dem Regen ist die Sicht jetzt sehr gut, die Luft ist klar und es hat auch etwas abgekühlt. Kurz bevor wir den Gipfel erreichen, passiert etwas Unglaubliches. Eben noch haben wir den Blick in die umliegende Bergwelt genossen, und plötzlich, wie aus dem Nichts, schieben sich Wolken die Bergwand empor. In zwei Minuten ist alles dicht, wir stehen im Nebel und sehen – nichts! So ratlos waren wir selten. Der Berg fällt nach Norden hin steil ab, daher wurde eine Brüstung errichtet und da stehen wir jetzt und warten. Nach einiger Zeit entstehen kleine Lücken, Teile des Abbruchs werden sichtbar, aber wie von Geisterhand gesteuert steigen immer wieder neue Wolken den Steilhang zu uns empor. Ist doch klar, unten ist die Luft wärmer, der Wind weht sie am Hang entlang nach oben, sie kühlt ab und schon sind die Wolken da und nehmen uns die Sicht. Der Wind wird dann etwas schwächer und wir können unsere Wanderung fortsetzen, es kommen auch wieder Berge zum Vorschein. Aber den besten Ausblick vom Gipfel der Seceda haben wir leider verpasst. Der Weg zurück über die saftig grünen Almen und die Tatsache, dass es wenigstens nicht regnete, hat uns entschädigt.

Auf dem Weg nach oben Blick auf den Langkofel, diesmal von deren anderen Seite.

Der Nebel hat sich gelichtet, wir können wieder etwas weiter gucken.

An der Kante zum Steilhang hört die Alm ganz plötzlich auf…

… und jetzt sieht man den Weg auch wieder.

Rückweg über die Alm.

Und irgendwann zeigte sich auch die Sonne nochmal kurz.

So, das waren die letzten Bilder aus Südtirol, morgen geht es weiter in Richtung Süden. Lasst euch überraschen!

Hinauf auf die Seiser Alm

Endlich! Nachdem ich zwei Tage lang die Annehmlichkeiten unseres Zimmers mit Aussicht schätzen lernte, habe ich einen fiebrigen, grippalen Infekt hinter mir gelassen und wir konnten endlich unseren Ausflug auf die Seiser Alm starten. Bereits vor 20 Jahren haben die Tourismus-Verantwortlichen gemerkt, dass sie etwas gegen die von Jahr zu Jahr steigende Zahl von Tagesbesuchern auf der Alm unternehmen mussten. Die Parkplätze wurden immer größer und der Verkehr belastete die idyllische Hochalm zusehends. Die Lösung war eine Seilbahn und ein Verbot, jawohl, man kann tatsächlich für das Gemeinwohl auch mal etwas verbieten, wenn es sinnvoll erscheint. Seit Eröffnung der Seilbahn dürfen Touristen nur dann mit ihrem PKW auf die Alm fahren, wenn sie dort eine Unterkunft gebucht haben. Und es funktioniert tadellos. An der Talstation gibt es genügend kostenfreie Parkplätze und die kostenlosen Busse fahren natürlich auch hierhin. Auf der Seiser Alm gibt es zusätzlich noch einen Shuttlebus, der bis an andere Ende der Alm fährt.

Wir haben uns für heute die Puflatsch-Runde vorgenommen, ein 9 km langer, moderater Rundweg mit wunderbaren Ausblicken in die umliegende Bergwelt. Theoretisch. Wenn es nicht so diesig wäre. Es ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit, bis 28 Grad in Seis und schwül. Ein nettes Gespräch mit dem Hotelier macht immer schlauer, denn nun wissen wir, dass Saharasand angeflogen kam, der seinen Teil zur schlechten Sicht beigetragen hat. Leider konnten wir die etwas entfernter liegenden Dreitausender nicht sehen und die Fotoausbeute bedarf einer Nachbearbeitung. Ich habe mit Bordmitteln versucht, den Dunstschleier wegzubekommen, aber so richtig klappt das erst zu Hause mit Lightroom. Also guckt euch die Fotos an, sie vermitteln jedenfalls einen kleinen Eindruck von der wunderschönen Berglandschaft.

Das Postkartenmotiv schlechthin, der Schlern mal aus einer ganz anderen Perspektive. Dieses Bergmassiv sieht immer wieder anders aus, je nachdem, wo man steht.

Die Almwiesen stehen in voller Blüte, im Vordergrund seht ihr die Alpenrosen-Teppiche.

Hier die Alpenrosen noch einmal von Nahem, da fällt dem Kenner doch sofort auf, dass sie aussehen wie Rhododendren. Genau so ist es, nur der Volksmund nennt sie Alpenrosen.

Und es geht weiter in der Botanik, hier seht ihr die Alpen-Anemone.

Und dann steht da plötzlich ein Pferd im Flur – äh – auf dem Weg. Kein Problem, wir verstanden uns gut und sind dann einfach weitergewandert.

Und dann die Kühe, aber die waren eingezäunt. Martin hat sie schon die ganze Zeit gerochen, also ihre Hinterlassenschaften.

Almhütten liegen verstreut auf den Wiesen, einige davon kann man auch mieten. Und das komische Ding etwas unterhalb der Bildmitte gehört zu Beschneiungsanlage. Ohne künstlichen Schnee gäbe es keine Wintersaison mehr auf der Seiser Alm.

Hier gab´s guten Kaiserschmarrn.

Viel Alm und im Hintergrund links der Langkofel und rechts, wie könnte es anders sein, der Plattkofel.

Wandern im Rosengarten und schlendern in Bozen

Und wenn ihr jetzt denkt, wir hätten uns einen Garten mit Rosen angeschaut, dann irrt ihr gewaltig. Der Rosengarten in Südtirol ist ein Bergmassiv, das zum Naturpark Schlern gehört und bei Kletterern sehr beliebt ist. Für die erste Bergwanderung haben wir uns den Einstieg erleichtert und sind mit dem Lift zur Kölner Hütte auf 2.337 m gefahren. Dort beginnt ein wunderschöner Panoramaweg, der Hirzelsteig.

Der erste Enzian sah noch etwas mickrig aus, es handelt sich um den Frühlingsenzian.

Aber dann haben wir doch noch „richtigen“ Enzian am Wegesrand gefunden.

Der Rückweg war recht anstrengend, 700 Höhenmeter im Abstieg über felsiges Gelände mit rutschigem Schotter, das merkt man dann am nächsten Tag, wir sind eben doch nur Flachlandtiroler. Der Muskelkater in den Oberschenkeln macht Treppensteigen nicht gerade zum Vergnügen. Also geht´s zum Auslaufen auf ebener Strecke nach Bozen.

Der öffentliche Nahverkehr hier in Südtirol ist vorbildlich ausgebaut. Wir haben im Hotel eine Buskarte bekommen, damit können wir alle Busse im weiteren Umkreis kostenlos nutzen. 100 Meter vom Hotel entfernt gibt es eine Bushaltestelle, die Fahrzeit nach Bozen beträgt nur 40 Minuten, da wären wir mit dem Auto auch nicht schneller. Der Bus war voll besetzt, das Angebot wird gut angenommen.

Die Bozener Altstadt ist hübsch anzusehen und es gibt zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, keine Billigketten, jedenfalls nicht hier im Zentrum. Den Ötzi besuchen wir dieses Mal nicht, den haben wir schon vor 22 Jahren gesehen und er wird sich seitdem nicht verändert haben. Wir bummeln kreuz und quer und laben uns an einem guten Cappuccino im Heimatland unseres Lieblingskaffeegetränks.

Berge – Insel – See

Leute, gute Nachrichten: es geht wieder los! Bella Italia ist das Ziel und wir wollen alles, Berge und Meer und den beliebtesten See unserer Landsleute erkunden. Drei Wochen lassen wir uns Zeit und sind mit unserem Auto unterwegs. Das bedeutet, wir haben immer ein festes Dach über dem Kopf, vier Hotels sind gebucht und das erste davon kennen wir bereits. Denn vor 22 Jahren waren wir auf Hochzeitsreise zuerst in Seis am Schlern in einem schnuckeligen Hotel mit sensationeller Aussicht und hervorragender Küche. Es nennt sich Mirabell Alpine Garden Hotel und hat sich ein wenig verändert, ein Wellness-Bereich mit Hallenbad kam dazu sowie ein kleiner Anbau, aber alles fügt sich harmonisch in das bestehende Ensemble ein. Ursprünglich gehörte das Anwesen einem russischen Grafen, der Anfang des 20. Jahrhunderts einen Bauernhof kaufte und von einem namhaften Architekten eine Villa errichten ließ. Die Villa wurde mit wertvollen Möbeln und Kunstwerken eingerichtet und illustre Gäste weilten hier. In den 1920er Jahren brauchte der Graf Geld und wandelte die Villa in eine Pension um, die er 1936 an die Großeltern des jetzigen Besitzers verkaufte.

Mittlerweile wird das Haus in vierter Generation geführt und uns gefällt es hier noch genauso gut wie vor 22 Jahren. Gediegene Atmosphäre, ein wunderschöner, weitläufiger Garten mit Teich, ein großzügiger Pool und im Hintergrund immer dieser eindrucksvolle Berg, der Schlern, das Wahrzeichen Südtirols. Hier nun die ersten Eindrücke vom Ankunftstag.

An unserem 22. Hochzeitstag
Mirabell Alpine Garden Hotel
Unverbaubarer Blick auf den Schlern