Es dauert nicht lange, einmal über den Ofenpass und schon ist man in Italien. Die nächsten vier Tage verbringen wir in St. Valentin auf der Haide. Das liegt im Oberen Vinschgau, in der Nähe von Reschen. Das ist dort, wo der Kirchturm im Wasser steht. Aber dazu später. Wir haben hier ein Apartment mit Balkon und Aussicht gebucht, mal sehen, ob wir den auch nutzen werden. Denn auch hier gibt es viel zu sehen und vor allem zu erwandern. Wir haben uns heute im Touristenbüro nach gemütlichen Wanderungen erkundigt, maximal 250 Höhenmeter und gut zu gehen. Wie gesagt, Genußreise ist für uns Oldies das Motto.


Das Wetter passt, also geht es gleich los auf die Alm, wir haben uns noch mit einer topographischen Wanderkarte ausgestattet, es kann also nix schiefgehen. Die erste Wanderung führt uns vom Rojental zur Reschener Hütte. Die Dame vom Touristenbüro hat genau hingehört. Wir laufen einen gleichmäßig ansteigenden Weg in einer Stunde und 10 Minuten und haben dabei 203 Höhenmeter absolviert. Zurück ging’s wesentlich schneller.





Und nun zum Kirchturm: in den 1940er Jahren begann man mit den Planungen für einen Stausee, nur dummerweise lagen die Dörfer Reschen und Graun im Weg. Damals war man von Seiten der Regierung nicht zimperlich und die Bewohner wurden überrumpelt. Sie wurden enteignet, mies entschädigt und mussten woanders siedeln. Die Pfarrkirche St. Katharina in Graun wurde 1357 eingeweiht und wegen des Stauseeprojektes gesprengt, nur den Kirchturm ließ man aus Gründen des Denkmalschutzes stehen. Im Jahre 2009 wurde er saniert, sogar die Turmuhr wurde restauriert. Heute stoppt jeder, der den Reschenpass hinunterfährt, an diesem kuriosen Bauwerk.

